Anlage 7
Checkliste "Technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen"

Die nachfolgende Checkliste dient als Hilfestellung zur gefährdungsbezogenen Auswahl der Schutzmaßnahmen bei der Erstellung eines Arbeits- und Sicherheitsplans durch den Auftraggeber sowie zur Auswahl und Festlegung der Schutzmaßnahmen durch den Arbeitgeber. Die Inhalte sind fallbezogen anzupassen.


Technische Maßnahmen
Vermeiden und Vermindern der Exposition
– Arbeitsverfahren mit geringer Emission auswählen
– Freigesetzte Gefahrstoffe an der Entstehungsstelle wirksam erfassen und gefahrlos abführen (z. B. Absaugen)
– Ausbreitung von Stoffen begrenzen (z. B. Abdecken, Staub niederschlagen, Einhausen)
– Belüften, Bewettern der Arbeitsbereiche
– Beschäftigte vom Gefahrenbereich räumlich trennen:
– Automatisierung der Tätigkeiten (Fernbedienung)
– Fahrerkabinen mit Anlagen zur Atemluftversorgung ausrüsten
– Geeignete Arbeits- und Hilfsmittel für den Materialumschlag bereitstellen
Baustellen­einrichtung
– Baustelle insgesamt einzäunen
– spezielle Einrichtungen herstellen, z. B. Schwarz-Weiß-Anlage, Einzäunung bzw. Abschottung von Arbeitsbereichen
– Sicherheitskennzeichnung anbringen
– Zugangskontrolle zur Arbeitsstätte einrichten
– Dekontaminations­einrichtungen herstellen, insbesondere
– Reifen- oder Fahrzeugwaschanlage
– Waschplatz für Geräte und Ausrüstungen
– Stiefelreinigungsanlage
– für Maschinenführer Umsteiger einrichten vom Weißbereich in die Fahrerkabine
– Bereitstellungsfläche zum Abtransport kontaminierter Materialien herstellen
Brand- und Explosions­schutz bei Emission entzündbarer Stoffe
– Freiwerden entzündbarer Stoffe begrenzen
– Konzentration entzündbarer Stoffe durch technische Belüftung (Bewetterung) absenken
– Explosionsgrenzen überwachen und bei Überschreiten der Alarmwerte für Explosionsschutz alarmieren
– Zündquellen vermeiden (z. B.: offenes Feuer, mechanische und elektrische Funken, elektrostatische Aufladungen, Reibungswärme, heiße Oberflächen)
– Explosionsgeschützte Arbeitsmittel in explosionsgefährdeten Bereichen einsetzen
– ausreichende Schutzabstände einhalten
– Ex-Schutzdokument erstellen
– erforderliche Löschmittel und geeignete Brandbekämpfungseinrichtungen vorhalten

 

Organisa­torische Maßnahmen
Qualifikation, Eignung
– für die jeweiligen Aufgaben qualifiziertes, fachkundiges Personal einsetzen
– Eignung der Beschäftigten prüfen, insbesondere für den Einsatz unter körperlich belastender PSA wie Atemschutz und Chemikalienschutzkleidung
Ablauf­organisation

 

a) durch Veranlasser (Bauherr, Auftraggeber)
– Bauzeitenplan anpassen an die ggf. durch Schutzmaßnahmen verminderte Leistung
– Arbeits- und Sicherheitsplan erstellen
– Überwachung und Koordination sicherstellen zur Vermeidung gegenseitiger Gefährdungen, wenn bei den Arbeiten mehr als 1 Unternehmen tätig ist.
b) durch Arbeitgeber
– Schwarz-Weiß-Bereich festlegen
– Gefährdungs­beurteilung erstellen
– bei Tätigkeiten unterschiedlicher Gefährdung Baustelle in Arbeitsbereiche einteilen
– Betriebsanweisungen erstellen und am Arbeitsplatz vorhalten, Unterweisung vornehmen
– Beschäftigte wiederholt und regelmäßig unterweisen
– unnötige Tätigkeiten im kontaminierten Bereich vermeiden
– Anzahl der im kontaminierten Bereich Beschäftigten minimieren
– Arbeitszeit im Gefahrenbereich begrenzen
– Qualifizierte Aufsicht gewährleisten
– Qualifizierte Arbeitskräfte einsetzen
– Beschäftigungsbeschränkung beachten (Jugendarbeitsschutz, Mutterschutz)
– Alleinarbeit vermeiden
– Arbeiten überwachen und Alarmierung durch geeignete Geräte sicherstellen
– Regeln für die Benutzung von Hygiene- und Dekontaminationseinrichtungen festlegen
– Dokumentation vornehmen (z. B. Zugangsprotokolle, Filterwechsel)
Technische Sicherheit gewährleisten
– Wirksamkeit der technischen Schutzmaßnahmen überwachen und Alarmierung durch geeignete Geräte sicherstellen
– Erdbaumaschinen/Fahrzeuge mit Anlagen zur Atemluftversorgung einsetzen
– rechtzeitigen Filterwechsel sicherstellen
– Instandhaltung sicherstellen
– Reserveaggregate vorhalten
Notfall­organisation, Erste Hilfe,
– Verhaltensregeln für den Gefahrenfall festlegen,
– Alarm- und Gefahrenabwehrpläne erstellen
– Flucht- und Rettungspläne erstellen
– Flucht- und Rettungswege freihalten
– Wirksame Kommunikationseinrichtungen bereithalten (z. B. Telefon, Mobilfunkeinrichtungen)
– Notrufnummern bekannt geben
– Einsatz der Feuerwehr und Rettungsdienste absichern
– Erste Hilfe und ärztliche Versorgung sicherstellen
– Geeignete Rettungsgeräte vorhalten
– Rettungsübungen in Kombination mit Brandschutzübungen durchführen
– Je Arbeitsgruppe einen Ersthelfer mit griffbereiter Erste-Hilfe-Ausrüstung einsetzen
Mess­technische Überwachung
– Messkonzept erstellen
– anzuwendende Alarmschwellenwerte ermitteln
– messtechnische Arbeitsplatzüberwachung veranlassen,
– Vorhaltung und Wartung der Messgeräte sicherstellen
– Reservegeräte vorhalten und im Turnus einsetzen
– zur sicheren Anwendung der Mess- und Warngeräte notwendige Fachkunde sicherstellen
Arbeits­medizinische Betreuung
– Arbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung
– bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung
– bei der Auswahl der persönlichen Schutzausrüstung
– zu Hygienemaßnahmen
– Arbeits­medizinische Vorsorge anbieten bzw. veranlassen
– Biomonitoring zur Wirksamkeitskontrolle von Schutzmaßnahmen veranlassen (Abstimmung mit Betriebsarzt)

 

Personenbezogene Maßnahmen
Hygiene (in Betriebsanweisung zu regeln)
– Trink-, Ess-, Schnupf- und Rauchverbot
– Hygiene-Einrichtungen (SW-Anlage) benutzen
– Händewaschen/Duschen
– persönliche Schutzausrüstung benutzen
Auswahl, sachgerechter Einsatz und Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung
– gemäß Gefährdungsbeurteilung auswählen, Trageeigenschaften, Konfektionierung, Haltbarkeit beachten
– Wechselkriterien/-intervalle, Gebrauchsdauer, tragefreie Zeiten festlegen
– Betriebsanweisung erstellen und Unterweisung zur Anwendung von persönlicher Schutzausrüstung durchführen
– richtigen Umgang und Tragen von persönlicher Schutzausrüstung üben
– Wartung, Pflege und Aufbewahrung organisieren