BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Schwimmende Geräte

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Gefährdungen

  • Wenn bei schwimmenden Geräten keine ausreichende Schwimmfähigkeit und Kentersicherheit besteht, kann es zum Ertrinken von Personen kommen oder zu tödlichen/schweren Verletzungen durch Umsturz von Arbeitsmaschinen auf schwimmenden Geräten.

Allgemeines

  • Beim Einsatz auf Bundeswasserstraßen ist eine gültige Verkehrszulassung vorzuhalten.
  • Darauf achten, dass gekrängte und getrimmte Schiffskörper nicht tiefer als die an den Außenseiten angebrachten Sicherheitsmarken eintauchen Nummer 1.
  • Der Sicherheitsabstand zwischen Wasseroberfläche und Oberkante Bordwand beträgt mindestens 300 mm, auf witterungsgefährdeten oder schnell fließenden Binnengewässern mindestens 500 mm. Der Neigungswinkel der Schwimmkörper darf nicht mehr als 5° betragen.
  • Stoß- und Stolperstellen sowie Öffnungen an Deck kennzeichnen bzw. abdecken. Decks, Verkehrswege, Laufstege, Podeste und Pollerdeckel müssen rutschsicher sein.
  • Verkehrswege an Deck nicht durch Maschinen, Geräte oder Material verstellen. Gangborde und Laufgänge müssen mindestens eine lichte Breite von 0,50 m, im Bereich von Pollern, Klampen und Stützen von 0,30 m haben.
  • Zwischen beweglichen Teilen von Arbeitseinrichtungen und festen Teilen des Wasserfahrzeuges ist ein Mindestabstand von 0,50 m einzuhalten.
  • Alle Wasserfahrzeuge sind entsprechend Polizeiverordnung (PVO) tags und nachts zu kennzeichnen und mit mindestens einer Generalalarmanlage auszurüsten.
  • Bewegliche Teile von Hebezeugen, Fördergeräten, Arbeitsmaschinen und Arbeitsbühnen bei Überführungsfahrten gegen Losschlagen, Verschieben und Verrutschen sichern.
  • Die Festigkeit des Wasserfahrzeuges muss die zu erwartenden Belastungen aufnehmen können.
  • Feuerlöscheinrichtungen, z. B. Feuerlöscher, gut erreichbar anbringen.

Schutzmaßnahmen

  • Nur schwimmende Geräte einsetzen, bei denen Schwimmfähigkeit und Kentersicherheit rechnerisch nachgewiesen und von einem Sachverständigen geprüft wurden.
  • Zusammenfassung der Ergebnisse der geprüften Stabilitätsberechnung an der Verwendungsstelle vorhalten, Mitarbeiter sind über die Ergebnisse zu unterweisen.
  • Kanten von Decks durch feste Geländer (Relinge), Schanzkleider oder klapp- bzw. losnehmbare Geländer sichern. Sie dürfen nur in den Bereichen fehlen, in denen der Betrieb ständig behindert wird Nummer 2.
  • Zum Erreichen und Verlassen der schwimmenden Geräte Laufstege nach DIN EN 14206 mit mindestens einseitigem Geländer benutzen oder Beiboot benutzen Nummer 4.
  • In Fahrgewässern Vorkehrungen treffen gegen:
    • Wellschlag (Schwell),
    • Anfahren gegen Abspann- und Verholseile, z. B. durch Warn- und Verbotsschilder, Bojen.
  • Bei verfahrbaren Arbeitsmitteln sind Einrichtungen zur Fahrbahnbegrenzung zu schaffen.
  • Das Kollisionsschott und das Heckschott sind dicht zu fahren.
  • Bei länger geschlossenen Unterdecksräumen darauf achten, dass bei Begehungen vorher der Sauerstoffgehalt der Atemluft unter Deck gemessen wird.
  • Einstiegluken und Eingänge, die im Dreh- und Fahrbereich des Oberwagens von Hebezeugen, Fördergeräten und Arbeitsmaschinen liegen, während des Betriebes nicht betreten.
  • Keine festsitzenden Lasten mit Hebezeugen, Fördergeräten und Arbeitsmaschinen losreißen, Lasten nicht schräg ziehen.
    Ausnahme: Bewegliche Ausleger werden gegen Zurückschlagen gesichert und die Arbeiten werden durch den Vorgesetzten beaufsichtigt.
  • An Bord von schwimmenden Geräten Rettungswesten gemäß DIN EN ISO 12402 bereit halten und bei Bedarf anlegen.
  • Rettungsgeräte, z. B. Rettungsringe Nummer 3, Rettungsinsel, Rettungsboot, bereithalten.

Zusätzliche Hinweise für Aufsicht und Geräteführer

  • Schwimmende Geräte dürfen nur unter Aufsicht eines Aufsichtführenden und von zuverlässigen Geräteführern bedient werden.
  • Aufsichtführende und Geräteführer sind vom Unternehmer schriftlich zu beauftragen und über Gefährdungen und erforderliche Schutzmaßnahmen zu unterweisen (Dokumentation).
  • Bei Überführungsfahrten muss der Schiffsführer die entsprechende Berechtigung (Patent) haben.

Zusätzliche Hinweise für Bedienung

  • Schwimmende Geräte dürfen nur von Personen bedient und gewartet werden, die sachkundig sind und von denen zu erwarten ist, dass sie ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen.
  • Mindestens eine Person der Besatzung muss mit dem Gewässer, auf dem das Gerät eingesetzt ist, vertraut sein.

Prüfungen

  • Schwimmende Geräte und darauf verbrachte Hebezeuge, Fördergeräte und Arbeitsmaschinen nach Bedarf, i.d.R. einmal jährlich von einer „zur Prüfung befähigten Person“ (z. B. Sachkundigem) prüfen lassen.
  • Schwimmende Geräte mit Hebezeugen, Löffel- und Greifbaggern sind vor der ersten Inbetriebnahme und nach Umbauten durch eine „zur Prüfung befähigte Person“ zu kontrollieren.
  • Ergebnisse der Prüfungen durch „zur Prüfung befähigte Personen“ (Sachkundige/Sachverständige) sind zu dokumentieren und bis zur nächsten Prüfung aufzubewahren.
  • Schwimmende Geräte sind beim Einsatz auf Bundeswasserstraßen vor dem Ersteinsatz und dann in regelmäßigen Abständen von einer Schiffsuntersuchungskommission (SUK) zu prüfen. Die Abstände der Nachfolgeprüfungen werden durch die Kommission festgelegt.
  • Anker- und Verholseile oder -ketten regelmäßig auf Mängel überprüfen, z. B. Draht- und Litzenbrüche, Rostfraß, Abnutzung, Quetschstellen.
  • Lenzeinrichtungen regelmäßig überprüfen.
Weitere Informationen:
Arbeitsschutzgesetz
Betriebssicherheitsverordnung
Binnenschiffsuntersuchungsordnung
DGUV Vorschrift 64 Schwimmende Geräte
DIN EN ISO 12402
DIN EN 14206

07/2017

 

 

Webcode: M626-50


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