BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Ladungssicherung

Icon: Baustein

Lastverteilungsplan

Gefährdungen

  • Bei nicht ordnungsgemäß gesicherter Ladung können Personen im Gefahrbereich verletzt werden.

Allgemeines

  • Gewicht des Ladegutes ermitteln.
  • Ladungsschwerpunkt auf der Längsmittellinie der Ladefläche des Transportfahrzeuges ausrichten.
  • Zulässige Achslasten nicht überschreiten.
  • Mindestachslast der Lenkachse nicht unterschreiten.
  • Lastverteilungsplan des Fahrzeuges beim Beladen berücksichtigen Bilderläuterungen .
  • Rutschhemmende Materialien verwenden, z. B. Antirutschmatten.
  • Zurrmittel während des Transports nachspannen.
  • Zurrmittel nicht über die Ladebordwand legen und unterhalb der Ladefläche befestigen.
  • Fahrgeschwindigkeit je nach Ladung auf Straßen- und Verkehrsverhältnissen abstimmen.

Schutzmaßnahmen

  • Zurrverfahren auswählen, Diagonal- Bilderläuterungen oder Niederzurren Bilderläuterungen .
  • Zurrmittel, z. B. Gurte, nach dem Gewicht der zu sichernden Ladung auswählen.
  • Nur gekennzeichnete Zurrmittel verwenden Bilderläuterungen .
  • Beim Niederzurren pro Ladegut mindestens zwei Zurrmittel verwenden, wenn das Ladegut nicht gegen verdrehen gesichert ist, z.B. Bordwand.
  • Zurrmittel prüfen
    • vor jeder Benutzung auf augenscheinliche Mängel,
    • i. d. R. jährlich durch eine "zur Prüfung befähigte Person" (z. B. Sachkundiger).
  • Winkelbereich der Zurrmittel einhalten.
  • α ≥ 30° beim Niederzurren Bilderläuterungen .



Beispiel Kennzeichnung

SHF =Handzugkraft
STF =Vorspannkraft der Ratsche
"Wert für das Niederzurren"
LC =Zulässige Zugkraft im geraden Zug
"Wert für das Diagonalzurren"



1 Reibbeiwerte (µ) nach DIN EN 12195-1:2010 (Auszug)
Materialpaarung an der Berührungsfläche (trocken oder nass und besenrein) Reibbeiwert µ
Schnittholz  
Schnittholz – Schichtholz / Sperrholz (z.B. Siebdruckladeboden) 0,45
Schnittholz – geriffeltes Aluminium 0,4
Schnittholz – Stahlblech (z.B. Gerüststellrahmen auf Kanthölzer) 0,3
Kunststoff  
Kunststoffpalette – Schichtholz / Sperrholz (z.B. Siebdruckladeboden) 0,2
Kunststoff – geriffeltes Aluminium 0,15
Stahl und Metal  
Stahl – Schichtholz / Sperrholz (z.B. Metallbox auf Siebdruckladeboden) 0,45
Stahl – geriffeltes Aluminium 0,3
Stahl – Stahl (z.B. Ketten eines Raupenbaggers auf dem Tiefladerrahmen) 0,2
Beton  
Rauer Beton – Schnittholz (z.B. Betonrohre auf Kanthölzer) 0,7
Glatter Beton – Schnittholz (z.B. Filigranplatten auf Kanthölzer) 0,55
Rutschhemmende Matte  
Gummi 0,6
Anderer Werkstoff (z.B. Filz, Pappe, Flies, ...) Nachw. v. Herst.

Wenn die Berührungsflächen nicht besenrein und frei von Eis, Schnee und Frost (Temperaturen unter 0°) sind, ist nur ein Reibbeiwert von µ = 0,2 zu verwenden.


Zurrpunktschild nach DIN EN 12640
(Mindestgröße 200/150 mm)



Tabelle 2: Einfachmethode Niederzurren (Anzahl der erforderlichen Zurrgurte)

Beispiel: Niederzurren
Ladung Palette Steine = 1,0 t
(Ladeeinheit mit Palette)
Reibbeiwert (µ) Schnittholz/Schichtholz = 0,45
Winkel (α) = 60°
Vorhandene Ratschen: STF 400 daN
(Vorpannkraft)
Aus der Tabelle 2 die erforderliche Anzahl der Zurrmittel unter Berücksichtigung des Reibbeiwertes, des Zurrwinkels (α) und der Vorspannkraft (STF) der Ratsche ablesen. Mindestens zwei Zurrmittel mit einer erreichbaren Vorspannkraft von 400 daN sind zum Sichern des Steinpaketes notwendig.

Tabelle 3: Einfachmethode Diagonalzurren [benötigte 3 3 zulässige Zugkraft in daN (LC)]

Beispiel: Diagonalzurren
Ladung Radlager = 4,0 t
Reibbeiwert µ = 0,6
(saubere Gummiräder/Ladefläche)
Reibbeiwert µ = 0,2
(verschmutzte Räder/Ladefläche oder bei Frost)
Winkelbereich eingehalten
20° ≤ α ≤ 65°
6° ≤ β ≤ 55°
Bei µ = 0,6 sind 4 Zurrmittel mit einer zulässigen Zugkraft (LC) von 750 daN notwendig. Bei µ = 0,2 sind 4 Zurrmittel mit einer zulässigen Zugkraft (LC) von 5000 daN notwendig.

  • Zurrmittel an Zurrpunkten des Transportfahrzeuges und am Ladegut anbringen und nicht überlasten Bilderläuterungen .
  • Reibbeiwerte zwischen Ladung und Transportfläche aus Tabelle 1 ermitteln. Bei nicht aufgeführten Materialkombinationen ist – sofern möglich – eine vergleichsweise reale Zuordnung vorzunehmen; sollte dies jedoch nicht möglich sein, so ist entsprechend dem jeweiligen Zustand (trocken, nass, fettig) der niedrigste in der Spalte aufgeführte Reibbeiwert zu verwenden.
Weitere Informationen:

Straßenverkehrsordnung
Straßenverkehrszulassungsordnung
Broschüre Ladungssicherung auf Fahrzeugen der Bauwirtschaft
VDI-Richtlinie 2700
DIN EN 12195


07/2017


 

 

 

Webcode: M1163-50


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