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Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Titel

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DROGEN
am Arbeitsplatz

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Inhalt

Inhalt

  Risiko Drogenkonsum
  Über die Suchtgefahr
  Wirkung von Drogen
  Synthetische Drogen
  Drogen und Medikamente
  Drogen im Straßenverkehr und am Arbeitsplatz
  Hinweise auf Drogenkonsum
  Ihr Betriebsarzt berät Sie gern

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Risiko Drogenkonsum

Risiko Drogenkonsum

Drogenkonsum ist grundsätzlich gefährlich, denn illegale Drogen sind in ihrer Wirkung größtenteils nicht kontrollierbar. Auch wer "nur mal probiert", muss wissen, dass die Wirkung tagelang anhalten kann.
Wer Drogen konsumiert, ist ein Risikofaktor am Arbeitsplatz. Er gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch seine Kollegen.

Die DGUV Vorschrift 1 formuliert:
Versicherte dürfen sich durch den Konsum von Alkohol, Drogen oder anderen berauschenden Mitteln nicht in einen Zustand versetzen, durch den sie sich selbst oder andere gefährden können.

Es gibt verschiedene Phasen der Abhängigkeit:

  • 1. Probierphase:
    Suchtmittel werden in Gruppen Gleichaltriger oder Gleich - gesinnter konsumiert.
  • 2. Missbrauchsphase:
    Drogen werden wegen ihrer Wirkung genommen. Schädigende Wirkung und Begleiterscheinungen wie Leistungsminderung werden in Kauf genommen.
  • 3. Abhängigkeitsphase:
    Es kann nicht auf die Droge verzichtet werden. Sie wird zum einzigen Lebensinhalt. Es treten körperliche und geistige Folgeerscheinungen auf. Versuche, mit dem Drogenkonsum aufzuhören, scheitern. Typische Entzugserscheinungen sind
    • Angstzustände
    • Schlaflosigkeit
    • Innere Unruhe
    • Schweißausbrüche
    • Schüttelfrost und Fieber
    • Glieder- und Muskelschmerzen
  • 4. Lösung aus der Abhängigkeit:
    Mehrphasiger Prozess der Therapie mit Unterbrechungen durch Rückschritte

 

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Über die Suchtgefahr

Über die Suchtgefahr

Inwieweit ein Konsument Gefahr läuft, süchtig zu werden, ist abhängig von:

der Veranlagung der Person
der augenblicklichen persönlichen Verfassung
der (Einstiegs-)Droge
der Art, Dauer und Menge der Einnahme.

Beim Rauschgift Heroin gibt es kein Probierstadium!

Schon die erste Heroin-Spritze hat eine zerstörerische Wirkung. Sie ist der Beginn der Sucht, von der man aus eigener Kraft nicht mehr loskommt.

Insgesamt ist allerdings der Trend zum Konsum synthetischer Drogen zu beobachten. Jährlich sterben in Deutschland rund 1000 Menschen an den Folgen des Drogenkonsums, wobei ein Großteil dieser Todesfälle auf Mischkonsum zurückzuführen ist.

Der Einstieg in die Droge fängt oft ganz harmlos an: im Club, auf einer Party oder schon auf dem Schulhof. Selbst wenn es sich am Anfang um Haschisch oder Marihuana handelt, können auch diese Rauschgifte zur seelischen Abhängigkeit führen. Sie ziehen immer wieder den Konsum von anderen Drogen, wie Ecstasy, Crystal Meth, Kokain oder Morphin nach sich.

Es hilft nur "Nein" zu sagen,

denn eine echte Heilung der Suchtkrankheit ist nicht möglich. Es bleibt nur ein völliger Konsumverzicht, ein absolutes clean bleiben!

Einfacher ist es, gleich beim ersten Angebot stark zu bleiben!
Abzulehnen ist mutiger als schwach zu werden und zuzugreifen!

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Die Wirkung von Drogen

Wirkung von Drogen

Je nach Drogeneinnahme erzielt man entweder eine stimulierende, aufputschende oder eine dämpfende Wirkung. Aber auch Negativwirkungen wie Horrortrips können auftreten.

Bedenkt man die Wirkung illegaler Drogen auch noch Tage nach deren Konsum (Echo-Rausch oder flashback), wird die Gefahr für die Arbeitssicherheit, insbesondere an gefahrgeneigten Arbeitsplätzen wie auf dem Gerüst, deutlich.

Auch die pflanzlichen Drogen sind nicht ungefährlich. Extrakte und Pflanzenteile aus Nachtschattengewächsen wie Engelstrompete, Stechapfel oder Tollkirsche können zu Halluzinationen und Psychosen führen.

Illegale Drogen sind beispielsweise

Cannabis-Produkte (Haschisch, Marihuana)
LSD
Kokain/Crack
Synthetische Drogen (Amphetamine)
Opiate
Schnüffelstoffe

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Die Wirkung von Drogen

Synthetische Drogen

Ecstasy

Frühwarnsysteme weisen auf einen exponentiellen Anstieg des Konsums der Modedroge Ecstasy hin.

Ecstasy hat eine antriebssteigernde Wirkung auf unser Nervensystem und kann starke emotionale Effekte auslösen. Es produziert ein Wohlgefühl und Glücksempfinden. Kontakt und Kommunikationsbedürfnis werden gesteigert und machen Ecstasy deshalb zur Party-Droge.

Die Tabletten kommen aus illegalen Laboren und können unterschiedliche Inhaltstoffe aufweisen.

Risiko und Gefahren:
Erhöhung der Körpertemperatur bis 41 Grad möglich, Unterdrückung des Durstgefühls, Kreislaufversagen und Lebensgefahr.

Häufiger Konsum führt zu depressiven Verstimmungen und Reizbarkeit.

Crystal-Meth

Methamphetamin ist unter dem Namen Crystal Meth bekannt und gehört zu den am schnellsten zerstörenden Drogen überhaupt.

Der Konsum verursacht Euphorie, verringert das Schlafbedürfnis und steigert die Leistungsfähigkeit und die Mitteilungsfähigkeit. Hunger- und Durstgefühle werden vermindert. Es können Halluzinationen auftreten.

Chronische Folgen sind Abmagerung, Zersetzung der Schleimhäute in Mund und Nase, Ausfall der Zähne, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Es treten vermehrt Angststörungen, Depressionen und Psychosen auf.

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Drogen und Medikamente

Drogen und Medikamente

Mischungen aus Drogen und Medikamenten sind für den Konsumenten völlig unberechenbar und können lebensgefährlich sein. Die sich verstärkende Wirkung der jeweiligen Substanzen wird unterschätzt, ebenso das Risiko, sich selbst und andere zu gefährden. Es kann sich zusätzlich eine Mehrfachabhängigkeit entwickeln.

Das Gleiche gilt übrigens für die Kombination mit Alkohol.

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Drogen im Straßenverkehr und am Arbeitsplatz

Drogen im Straßenverkehr und am Arbeitsplatz

Drogen wirken sich auf die Fahrtüchtigkeit aus!

Das kann sich äußern in:

Verschlechterung des Seh- und Hörvermögens
Gleichgewichts- und Bewusstseinsstörung
nachlassender Reaktionsfähigkeit
Ermüdung
Erhöhter Risikobereitschaft

Es gilt im Straßenverkehr die Null-Drogen-Grenze!

 

Null-Drogen-Grenze auch auf der Baustelle!

Wer am Bau, auf einem Gerüst oder an laufenden Maschinen arbeitet, ist darauf angewiesen, dass er Entfernungen richtig einschätzt oder Gefahren wahrnimmt.

Deshalb Hände weg von Drogen!

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Hinweise auf Drogenkonsum

Hinweise auf Drogenkonsum

Folgende Zeichen sollten Anlass zu einem Gespräch mit dem jeweiligen Kollegen geben:

Veränderungen im Verhalten wie Distanzlosigkeit, Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen, massive Unausgeglichenheit, Selbstüberschätzung, plötzlich ausgeprägte Redseligkeit,
Auffälligkeiten im Arbeitsalltag wie häufige Fehlzeiten, Unpünktlichkeit, sinkende Arbeitsleistung und -qualität, Arbeiten im berauschten Zustand, plötzliche finanzielle Schwierigkeiten.

 

 

Drogen am Arbeitsplatz - Clean ist clever, Ihr Betriebsarzt berät Sie gern

Ihr Betriebsarzt berät Sie gern

Der Unternehmer sollte mit dem betroffenen Mitarbeiter ein klärendes Gespräch führen und eine weiterführende Beratung veranlassen. Diese Beratung kann sein Betriebsarzt vom ASD der BG BAU vornehmen. Ist der Mitarbeiter einverstanden, führt der Arzt einen Drogentest durch und motiviert ihn zu einer Suchtbehandlung. Spätere Drogentests zur Abstinenzkontrolle sind möglich.

Adressen und Telefonnummern von Jugend-,Sucht- und Drogenberatungsstellen finden Sie über das örtliche Jugend- und Gesundheitsamt der Stadt- und Kreisverwaltung, über Einträge im Telefonbuch, die Telefonauskunft oder im Internet!

 

Ihr Ansprechpartner -
Arbeitsmedizinisch-Sicherheitstechnischer Dienst der BG BAU

Bezirk Nord
Hildesheimer Str. 309
30519 Hannover
Telefon: 0511 987-2544
Telefax: 0511 987-2550
E-Mail: asd-nord@bgbau.de
 
Bezirk Mitte
Hofkamp 84
42103 Wuppertal
Telefon: 0202 398-5118
Telefax: 0800 668 66 88 23-815
E-Mail: asd-mitte@bgbau.de
 
Bezirk Süd
Landsberger Straße 309
80687 München
Telefon: 089 8897-903
Telefax: 089 8897-779
E-Mail: asd-sued@bgbau.de

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Überarbeitete Auflage 2018
Abruf-Nr. 712

 

 

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