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BGG 956-1: Hinweise für die Prüfung von Winden, Hub- und Zuggeräten, Titel

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BGG 956-1

Fachausschuss "Maschinenbau, Hebezeuge, Hütten- und Walzwerksanlagen" der BGZ

Hinweise für die Prüfung
von Winden, Hub- und Zuggeräten

vom April 2004

Herausgeber:
Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften

BGG 956-1: Hinweise für die Prüfung von Winden, Hub- und Zuggeräten, Inhalt
Inhaltsverzeichnis
1Vorbemerkung
2Art und Umfang der Prüfungen
3Hinweise für die Durchführung der Prüfung
BGG 956-1: Hinweise für die Prüfung von Winden, Hub- und Zuggeräten, 1. Vorbemerkung

1   Vorbemerkung

1.1 Nach der Unfallverhütungsvorschrift "Winden, Hub- und Zuggeräte" (BGV D 8) dürfen Winden, Hub- und Zuggeräte erstmals nur in Betrieb genommen werden, wenn ihre Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Maschinenverordnung1 durch eine EG-Konformitätserklärung und die CE-Kennzeichnung nachgewiesen ist (siehe § 2a der BGV D 8).

1.2

Winden, Hub- und Zuggeräte, die bis zum 31. Dezember 1994 in den Verkehr gebracht worden sind, müssen mindestens den bis zum 31. Dezember 1992 geltenden nationalen Bestimmungen bei Einhaltung der Mindestvorschriften des Anhanges 1 der Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung – BetrSichV) entsprechen.

1.3

Winden, Hub- und Zuggeräte einschließlich Tragkonstruktion (z.B. Rahmen) sowie Seilblöcke sind durch einen Sachkundigen zu prüfen
  • vor der ersten Inbetriebnahme,
  • nach wesentlichen Änderungen vor der Wiederinbetriebnahme,
  • mindestens einmal jährlich (wiederkehrende Prüfung).
    Die Einsatzbedingungen und die betrieblichen Verhältnisse können kürzere Prüfintervalle erforderlich machen.
  • falls außergewöhnliche Ereignisse stattgefunden haben, die schädigende Auswirkungen auf deren Sicherheit haben können (außerordentliche Prüfung),
    Solche außergewöhnlichen Ereignisse können insbesondere Unfälle, Veränderungen an den Arbeitsmitteln, längere Zeiträume der Nichtbenutzung oder Naturereignisse sein.
  • nach Instandsetzungsarbeiten, die deren Sicherheit beeinträchtigen können.
(siehe § 23 Abs. 1 und 2 der BGV D 8 sowie § 3 Abs. 3 und § 10 Abs. 1 bis 3 der Betriebssicherheitsverordnung)
  Winden, Hub- und Zuggeräte sind auch dann zu prüfen, wenn sie in Einrichtungen eingebaut sind.

1.4

Sachkundiger (befähigte Personen nach § 2 Abs. 7 der Betriebssicherheitsverordnung) ist, wer auf Grund seiner fachlichen Ausbildung und Erfahrung ausreichende Kenntnisse auf dem Gebiet der Winden, Hub- und Zuggeräte hat und mit den einschlägigen staatlichen Arbeitsschutzvorschriften, Unfallverhütungsvorschriften und allgemein anerkannten Regeln der Technik (z.B. BG-Regeln, DIN-Normen, VDE-Bestimmungen, technische Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den europäischen Wirtschaftsraum) soweit vertraut ist, dass er den arbeitssicheren Zustand von Winden, Hub- und Zuggeräten beurteilen kann. Diese Anforderungen erfüllen z.B. die einschlägig ausgebildeten Monteure der Hersteller- und Wartungsfirmen sowie entsprechend ausgebildetes betriebszugehöriges Fachpersonal.

1.5

Die Prüfungen sind vom Betreiber zu veranlassen. Es liegt in seiner Verantwortung, wen er als Sachkundigen mit der Prüfung eines Gerätes beauftragt; hierbei ist darauf zu achten, dass die ausgewählte Person den Anforderungen nach Abschnitt 1.4 genügt.

1.6

Im Rahmen der wiederkehrenden Prüfung von kraftbetriebenen Seil- und Kettenzügen zum Heben von Lasten sowie von kraftbetriebenen Kranhubwerken hat der Unternehmer den verbrauchten Anteil der theoretischen Nutzungsdauer zu ermitteln (siehe § 23 Abs. 4 der BGV D 8). Erforderlichenfalls ist damit ein Sachverständiger zu beauftragen. Sachverständige nach § 23 BGV D 8 (befähigte Personen gemäß § 2 Abs. 7 der Betriebssicherheitsverordnung) sind
  • von der Berufsgenossenschaft ermächtigte Sachverständige für die Prüfung von Kranen (siehe § 28 der BGV D 6),
  • Sachverständige der Technischen Überwachung
  • Beauftragte der Hersteller.
Hersteller bilden für die Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer, die Bewertung der Geräte und die Festlegung daraus abzuleitender Maßnahmen Personen aus und beauftragen diese.
  Ausnahmen von der Pflicht zur Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer sind in § 23 Abs. 5 der BGV D 8 geregelt.

 


1 Bei der Maschinenverordnung handelt es sich um die Neunte Verordnung zum Gerätesicherheitsgesetz (Maschinenverordnung – 9.GSGV), die die Richtlinie 98/37/EG – Maschinenrichtlinie – in nationales Recht umsetzt.

 

BGG 956-1: Hinweise für die Prüfung von Winden, Hub- und Zuggeräten, 2. Art und Umfang der Prüfungen

2   Art und Umfang der Prüfungen

2.1Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentlichen Änderungen vor der Wiederinbetriebnahme

 

Die Prüfung erstreckt sich auf die ordnungsgemäße Aufstellung und Betriebsbereitschaft und besteht im Wesentlichen aus einer Sicht- und Funktionsprüfung. Sie soll sicherstellen, dass sich das Gerät in einem sicheren Zustand befindet und gegebenenfalls Mängel und Schäden, die z.B. durch unsachgemäßen Transport verursacht worden sind, festgestellt und behoben werden.
 Die Prüfung nach wesentlichen Änderungen vor der Wiederinbetriebnahme richtet sich nach Art und Umfang der wesentlichen Änderung und ist in Anlehnung an die Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme durchzuführen.

2.2

Wiederkehrende Prüfungen

 

Die wiederkehrenden Prüfungen sind im Wesentlichen Sicht- und Funktionsprüfungen, wobei der Zustand von Bauteilen hinsichtlich Beschädigungen, Verschleiß, Korrosion oder sonstigen Veränderungen beurteilt sowie die Vollständigkeit und Wirksamkeit der Sicherheitseinrichtungen festgestellt werden soll. Zur Beurteilung kritischer Bauteile kann eine Demontage erforderlich werden.
 Die Funktions- und Bremsprüfungen sind mit Last durchzuführen, wobei die Prüflast in der Nähe der zulässigen Tragfähigkeit liegen muss. Zur Prüfung der Auslösegrenze von Überlastsicherungen kann es erforderlich werden, dass der Sachkundige eine Last aufbringen muss, die über der zulässigen Tragfähigkeit des Gerätes liegt. Hierbei sind Prüfhinweise der Hersteller unbedingt mit zu berücksichtigen.
 Für die Prüfung von Rutschkupplungen sollten entsprechende Prüfgeräte zur Anwendung kommen.

2.3

Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer

 

Für neuere Geräte ist davon auszugehen, dass Angaben zur theoretischen Nutzungsdauer und zur Ermittlung des verbrauchten Anteils in den Dokumentationen der Hersteller (Betriebsanleitungen) enthalten sind. Die Nutzungsdauer wird z.B. in Stunden oder in Jahren angegeben. In vielen Fällen wird es ausreichend sein, festzustellen, ob die Betriebsverhältnisse (Belastungsspektrum als Lastkollektiv sowie Laufzeiten des Hubwerkes) mit den bei der Bemessung zugrunde gelegten Daten (angegebene Triebwerkgruppe) übereinstimmen. Für die am 1. April 1995 bereits in Betrieb befindlichen Geräte enthält § 37 Abs. 5 der BGV D 8 modifizierte Regelungen. Hinweise zur Ermittlung des verbrauchten Anteils der theoretischen Nutzungsdauer sind in Dokumentationen der Hersteller und auch in Anhang 1 zur BGV D 8 enthalten.
 Die vorgenommene Bewertung ist auf den Nachweisblättern (siehe BGG 956-2) zu dokumentieren. Das Bewertungsblatt ist dem Prüfbuch beizuheften.
BGG 956-1: Hinweise für die Prüfung von Winden, Hub- und Zuggeräten, 3. Hinweise für die Durchführung der Prüfung

3   Hinweise für die Durchführung der Prüfung

  Die Prüfungen sind auf der Grundlage der BGG 956-1 durchzuführen. Vorgaben des Herstellers in Betriebsanleitungen zur Durchführung von Prüfungen sind zu berücksichtigen.
  Prüfungen erstrecken sich im Wesentlichen auf:

3.1

Dokumentation
 
CE-Konformitätserklärung/Herstellererklärung
(ab 1. Januar 1995)
Prüfbuch/Prüfnachweise
Betriebsanleitung
Vorhandensein

3.2

Kennzeichnung

 

Angaben auf dem Gerät Vollständigkeit
Dauerhaftigkeit, Erkennbarkeit

3.3

Tragkonstruktion
 
Träger, Stäbe, Verbindungen
Aufhängungen von Geräten und
Umlenkrollen
Befestigung
Zustand

Transporteinrichtungen
Befestigungseinrichtungen
Vorhandensein
Zustand

3.4

Triebwerke
 
Wellen, Kupplungen, Lagerstellen
Zahnräder, Schneckenräder, Schnecken
Schrauben, Muttern, Keile, Bolzen
Befestigung, Lagerung
Zustand
Funktion

Einrichtungen gegen unbeabsichtigtes Unterbrechen des Kraftflusses
(druckfederbelastete Sperren, Kulissenschaltungen)

Zustand
Funktion

Handantriebe
(Sicherung gegen Abgleiten und unbeabsichtigtes Abziehen bei abnehmbaren Kurbeln oder Hebeln)

Zustand
Funktion

Hand- und Kraftantriebe
(gegenseitige Verriegelung)
Zustand
Funktion

Seiltrommeln, Bordscheiben
Treibscheiben
Klemmbacken
Seilrollen, Seilführung
Seilwickeleinrichtungen
Kettenräder, Kettenführung


Befestigung, Lagerung
Zustand

Hubkissen Zustand

3.5

Ausrüstungen
 
Elektromotoren, Widerstände
Bremslüfter
Leitungen, Zugentlastungen
Schutzleiter
Schalter, Schütze
Sicherungen

Befestigung
Zustand, Vorhandensein
Funktion
Schutzmaßnahmen gegen direktes Berühren

Hydromotoren, -pumpen
Druckbegrenzungs-, Rückschlagventile
Schlauchleitungen, Rohrleitungen
Filter
Befestigung,
Zustand
Funktion, Dichtheit
Hydraulikölzustand und –menge

Pneumatikmotoren
Druckminder-, Rückschlagventile
Schlauchleitungen, Rohrleitungen
Filter
Befestigung,
Zustand
Funktion
Dichtheit

3.6

Tragmittel

 

Bei der Prüfung müssen Tragmittel in ihrer gesamten Länge besichtigt werden, auch die verdeckt liegenden Teile.
 
Zahnstangen, Ritzel
Spindeln, Tragmuttern
Kolben, Zylinder
Befestigung
Zustand
Funktion

Drahtseile Anzahl der Drahtbrüche
Verringerung des Durchmessers
Verformung
Korrosion, Abrieb, Hitzeeinwirkung
Befestigung an der Trommel
Seilendbefestigung, Seilbefestigung
Seilschmierung
(siehe DIN 15 020-2 "Hebezeuge; Grundsätze für Seiltriebe; Überwachung im Gebrauch" und VDI-Richtlinie 2358 "Drahtseile für Fördermittel")

Faserseile mechanische Schädigungen, Quetschstellen
Garnbrüche, Litzenbrüche, Auflockerungen
chemische Einwirkungen, aggressive Stoffe Nässe (siehe VDI-Richtlinie 2500 "Faserseile; Beschreibung, Auswahl, Bemessung")

Rundstahlketten Verformung, Anrisse, Korrosionsnarben Abnahme der Glieddicke durch Verschleiß
Teilungsvergrößerung durch Verschleiß
Längung durch plastische Verformung
Kettenschmierung
Verdrehung der Kette
(siehe DIN 685-5 "Geprüfte Rundstahlketten; Benutzung")

Rollenketten Längung
Abnutzung
Anrisse
Kettenschmierung

Lasthaken Verformungen, Abnutzung, Anrisse, Rost
Quetschung im Hakenmaul
Sicherung der Hakenmutter
Hakensicherung
(siehe z.B. DIN 15405-1 "Lasthaken für Hebezeuge, Überwachung im Gebrauch von geschmiedeten Lasthaken")

3.7

Befehlseinrichtungen
 
Stellteile Zustand
Funktion
Leichtgängigkeit
selbsttätige Rückstellung
Kennzeichnung der ausgelösten
Bewegungsrichtungen

3.8

Schutzeinrichtungen
 
Verkleidungen
Verdeckungen
Befestigung
Zustand
Vollständigkeit
Wirksamkeit

3.9

Sicherheitseinrichtungen
 
Sicherung gegen Überlastung Zustand
Wirksamkeit
Einstellung Auslösegrenze
Sicherung gegen Verstellen

Notendhalteinrichtung
Betriebsendhalteinrichtung
Zustand
Wirksamkeit
Berücksichtigung des Nachlaufweges

Rücklaufsicherung
Rückschlagsicherung
Sperrklinken (Sicherung gegen Auslegen)
Federn
Zustand
Wirksamkeit
Rückschlagweg < 15 cm (gemessen am Handgriff)

Bremseinrichtung
Scheiben, Backen
Trommeln, Bänder
Gestänge, Gewichte, Federn
Befestigung
Zustand
Wirksamkeit
Bremsprobe mit Last im Bereich der zulässigen
Tragfähigkeit

Hilfsbremse Zustand
Wirksamkeit

Webcode: M679-1


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