BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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5 Der Laserschutzbeauftragte (LSB)

5.1 Anforderungen und Aufgaben des LSB

(1) Der LSB soll eine abgeschlossene technische, naturwissenschaftliche, medizinische oder kosmetische Berufsausbildung (jeweils mindestens zwei Jahre) haben und über mindestens zwei Jahre Berufserfahrung verfügen. Der LSB hat einen Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an einem entsprechenden LSB-Lehrgang.

(2) Der LSB ist schriftlich zu bestellen. Mit der Bestellung überträgt der Arbeitgeber ihm seine konkreten Aufgaben, Befugnisse und Pflichten.

(3) An Arbeitsplätzen mit Laser-Einrichtungen der Klassen 3R oder höher unterstützt der LSB durch seine Fachkenntnisse den Arbeitgeber oder die fachkundige Person bei der Gefährdungsbeurteilung, die der Arbeitgeber gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) i. V. m. § 3 OStrV vorzunehmenhat. Der LSB hat den sicheren Betrieb der genannten Laser-Einrichtungen zu gewährleisten.

(4) Der LSB arbeitet dabei mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt zusammen.

(5) Er kennt ggf. entsprechend der Tätigkeit bzw. eingeschränkt auf den entsprechenden Anwendungsbereich

  1. die grundlegenden Regelwerke des Arbeitsschutzes (ArbSchG, OStrV, Unfallverhütungsvorschriften, Technische Regeln, Normen und ggf. spezielle Regelungen zum Laserschutz),
  2. die Kenngrößen der Laserstrahlung,
  3. die direkten Gefährdungen (direkte und reflektierte Laserstrahlung) und deren unmittelbare biologische Wirkungen sowie die indirekten Gefährdungen (vorübergehende Blendung, Brand- und Explosionsgefährdung, Lärm, elektrische Gefährdung) bei Arbeitsplätzen mit Anwendung von Laserstrahlung,
  4. die grundlegenden Anforderungenan eine Gefährdungsbeurteilung,
  5. die Gefährdungsbeurteilungen für die Arbeitsplätze, für die er als LSB benannt ist,
  6. die Schutzmaßnahmen (technische, organisatorische und persönliche),
  7. die Rechte und Pflichten des LSB,
  8. die Laserklassen gemäß DIN EN 60825-1 [1],
  9. die Bedeutung der Expositionsgrenzwerte der OStrV,
  10. die Inhalte der Unterweisung nach § 8 OStrV sowie
  11. den Ablauf des sicheren Betriebs der Laser-Einrichtungen, für die er bestellt ist und weiß, wie diese zu überwachen sind.

(6) Im Rahmen seiner Tätigkeit unterstützt der LSB den Arbeitgeber bei der Unterweisung der Beschäftigten.

Hinweis: Die Aufgaben und Anforderungen an den Fachkundigen für die Gefährdungsbeurteilung sowie für Messung/Berechnung sind im Abschnitt 3.5 des Teils 1 der TROS Laserstrahlung beschrieben. Es ist möglich,dass die Funktionen des Fachkundigen und des LSB in einer Person vereint sind.

5.2 Anforderung an die Kurse und Prüfung

5.2.1 Anforderungen an denKursveranstalter

(1) Die Anforderungen an die Kurse und Prüfungen legt die zuständige Stelle fest.

(2) Die Prüfungsunterlagen müssen vom Kursveranstalter mindestens fünf Jahre zur Einsicht aufbewahrt werden.

(2) Die Prüfungsunterlagen müssen vom Kursveranstalter mindestens fünf Jahre zur Einsicht aufbewahrt werden.

(1) Aufgrund der unterschiedlichen Arten der Anwendung von Laser-Einrichtungen im Betriebsalltag werden zweiArten von Kursen vorgesehen, über deren erfolgreiche Absolvierung eine Qualifizierung zum LSB erfolgen kann.

(2) Der allgemeine Kurs berechtigt die erfolgreichen Absolventen zur umfassenden anwendungsübergreifenden Wahrnehmung der Funktion des LSB. Vorgesehen sind diese Kurse für größere Firmen und Institutionen mit unterschiedlichen Laseranwendungen und einem umfangreicheren Sicherheitsmanagement.

(3) Darüber hinaus werden anwendungsbezogene Kurse angeboten. Diese Kurse sind zeitlich weniger umfangreich und berechtigen die Absolventen zur Wahrnehmung der Funktion des LSB bei speziellen Anwendungen von Lasereinrichtungen. Denkbar ist dieses Angebot in den Anwendungsfeldern Medizin, Kosmetik, Vermessung, Showlaser sowie bei technischen Anwendungen. Der geringere zeitliche Aufwand ergibt sich aufgrund der Anpassung der Lehrgangsinhalte auf den jeweiligen Anwendungsbereich.

Tab. 1 Beispiel für Inhalt und Dauer der Lehreinheiten für allgemeine Kurse

Inhalt Umfang in LE
Physikalische Größen und Eigenschaften der Laserstrahlung 1
Biologische Wirkung von Laserstrahlung 2
Rechtliche Grundlagen und Regeln der Technik 2
Laserklassen, Grenzwerte, Gefährdungen (direkte/indirekte) 2
Auswahl und Durchführung von Schutzmaßnahmen 3
Aufgaben und Verantwortung des LSB im Betrieb 1
Inhalte und Beispiele zur Gefährdungsbeurteilung 2
Prüfung 1
Lehreinheiten (LE = 45 min) gesamt 14
in Zeitstunden: 10,5 h

Tab. 2 Beispiel für Inhalt und Dauerder Lehreinheiten für anwendungsbezogene Kurse

Inhalt Umfang für
anwendungsbezogene
Kurse in LE
Physikalische Größen und Eigenschaften der Laserstrahlung 1
Biologische Wirkung von Laserstrahlung 1
Rechtliche Grundlagen und Regeln der Technik 1
Lasersicherheit und -schutz (inkl. indirekte Gefährdungen) 3
Praxis Lasersicherheit: Beispielhafte Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung 1
Aufgaben und Verantwortung des LSB im Betrieb 1
Prüfung 0,5
Lehreinheiten (LE = 45 min) gesamt 8,5
in Zeitstunden: 6,5 h
5.2.3 Prüfungen

(1) Die Prüfung am Ende des Kurses in Form eines Multiple-Choice-Tests enthält mindestens 15 Fragen.

(2) In der Regel gilt die Prüfung als bestanden, wenn mindestens 70 % bzw. 11 von 15 Fragen richtig beantwortet wurden.

(3) Wurden mindestens 50 % der Fragen aus der schriftlichen Prüfung richtig beantwortet, wird durch eine erfolgreiche mündliche Prüfung das Lehrgangsziel erreicht.

(4) Der Teilnehmer, der mit Erfolg an diesem Kurs teilgenommen hat, hat die Fachkenntnisse als LSB gemäß OStrV. Auf derUrkunde ist ggf. zu vermerken, wenn ein gerätespezifischer Kurs durchgeführt wurde und für welcheAnwendungen bzw. Laser-Einrichtungen die besonderen Kenntnisse erworben wurden.

 

 

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