BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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2 Stoffcharakteristik

Die Stoffcharakteristik der verschiedenen Zinkchromate und des Strontiumchromats zeigt Tab. 1.

Tabelle 1

Chemische Bezeichnung Formel CAS *) Synonym
/Handelsname
Aussehen Löslichkeit
(g/l Wasser)
Zinkchromat ZnCrO4 13530-65-9 Chromsäure-Zinksalz (11); Zinkgelb Zitronen
gelbes Pulver
unlöslich
Zinktetraoxichromat1) ZnCrO4
4 Zn(OH)2
15930-94-6 Basisches Zinkchromat
ZTO-Chromat: Zinktetrahydroxichromat
Gelbes Pulver ~0,04
Basisches
Zinkkaliumchromat
4 Zn • K2O
4 CrO3 • 3 H2O
37300-23-5 Basisches Zinkchromat
C. I. Pigmentgelb
Zinkchromat-Pigment;
Zitronengelb
Zitronengelbe trikline Blättchen 2,5-5
Zinkkaliumchromat KZn2(CrO4)2
OH
11103-86-9 Chromsäure-Kalium
Zinksalz (2:2:1)
Zinkgelb
Gelbes Pulver geringfügig löslich
Strontiumchromat SrCrO4 7789-06-2 Pigmentgelb 32
Strontiumchromat A
Strontiumgelb
Gelbes Pulver ~2

*) Chemical Abstracts Service Nr. [7]
1) Hierbei sind auch andere Zinkpolyoxidchromate zu berücksichtigen.

 

2.1 Physikalisch-chemische Eigenschaften und Wirkungen

Neben der passiven Beschichtung mit rein mechanischer Abschirmwirkung (barrier coatings) ist die Wirkungsweise von aktiven Korrosionsschutzpigmenten (anticorrosive coatings) auf Chromatbasis insbesondere bestimmter Zinkchromate durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet:

  • Ausbildung eines alkalischen Mediums bei Feuchtigkeitszutritt
  • Kathodisch und anodischer Schutz der Metalloberfläche durch Redoxreaktionen
  • Inaktivierung korrosionsfördernder Chlorid- und Sulfationen infolge Bildung entsprechender schwerlöslicher Salze
  • pH-Wert-Stabilisierung und Abpuffern saurer Reaktionsprodukte aus der Atmosphäre und von Bindemittel.

2.2 Hinweise auf Gesundheitsgefahren

(1) Neben sensibilisierenden und irritativen Wirkungen vorwiegend der Zinkchromate nach Haut- und Schleimhautkontakt werden sowohl Zink- als auch Strontiumchromat in der MAK-Werte-Liste [5] als eindeutig krebserzeugend ausgewiesene Gefahrstoffe aufgeführt.

(2) Beim Menschen ist nach inhalativer Langzeitwirkung der Bronchialbereich als Zielorgan der Karzinombildung zu sehen. In der Zinkchromatpigment herstellenden Industrie [4] sowie bei Anwendern zinkchromathaltiger Korrosionsschutzmittel im Spritzverfahren [3] wurde ein signifikant erhöhtes Bronchialkrebsrisiko ermittelt.

2.3 Gruppe nach GefStoffV

Zink- und Strontiumchromat sind im Anhang II Nummer 1.1 GefStoffV [11] in der Gruppe II (stark gefährdend) bei ≥ 1 Gew.-% und in der Gruppe III (gefährdend) bei < 1–0,1 Gew.-% in Gefahrstoffen ausgewiesen.

2.4 Kennzeichnung

Stoffe und Zubereitungen werden mit der Aufschrift "Kann Krebs erzeugen in Form atembarer Stäube" und "GefahrstoffV-Gruppe II" gekennzeichnet.

 

Webcode: M342-4