BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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3 Ermittlung von Substitutionsmöglichkeiten

(1) Die Ermittlung von Substitutionsmöglichkeiten ist ein Teil der Informationsermittlung zur Gefährdungsbeurteilung nach § 7 Abs. 1 GefStoffV . Der Arbeitgeber hat bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen immer eine Ermittlung der Substitutionsmöglichkeiten durchzuführen, es sei denn, es liegt nur eine geringe Gefährdung vor (siehe Nummer 1 Abs. 1 ).

(2) Informationsquellen für die Ermittlung von Substitutionsmöglichkeiten sind im Folgenden aufgelistet (genauere Angaben und Fundstellen siehe Anlage 4 Nr. 5 ):

  1. TRGS zu Ersatzstoffen (TRGS 600 ff.),
  2. branchen- oder tätigkeitsspezifische Hilfestellungen, die Aussagen zur Substitution enthalten z. B.
    a) BG/BGIA - Empfehlungen mit Aussagen zur Substitution,
    b) Informationssysteme, z. B. Produkt-Codes und Veröffentlichungen der Unfallversicherungsträger und der Länder,
    c) weitere Branchenregelungen (z. B. von Verbänden),
  3. Sicherheitsdatenblatt (insbesondere dort Abschnitt 7) sowie zusätzliche Informationen von Lieferanten und/oder Herstellern, z.B. technische Merkblätter,
  4. Informationen und Erfahrungsberichte aus Netzwerken mit anderen Unternehmern, Technologietransferstellen, Positiv-/Negativlisten aus fachkundiger Quelle,
  5. Informationen zu Substitutionslösungen aus anderen Regelungsbereichen, z. B aus REACH,
  6. anderes, z. B. Normen.

(3) Zur Ermittlung der Substitutionsmöglichkeiten hat der Arbeitgeber die Quellen nach Absatz 2 Nr. 1-3 zu prüfen. Insbesondere soll er auch im Rahmen der Beschaffung von Gefahrstoffen den Lieferanten nach weniger gefährlichen Lösungen befragen. Zur Vorbereitung weit reichender Entscheidungen können vertiefte Recherchen/Prüfungen unter zusätzlicher Nutzung der Quellen nach Absatz 2 Nr. 4-6 erforderlich sein. Weit reichende Entscheidungen können insbesondere notwendig werden bei

  1. hoher Gefährdung oder
  2. großer Anzahl gefährdeter Personen.

 

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