BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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3 Gefährdungsbeurteilung

Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG in Verbindung mit § 3 BetrSichV sind die notwendigen Maßnahmen für die sichere Bereitstellung und Benutzung von Personenaufnahmemitteln unter Verwendung von nicht für das Heben von Personen vorgesehenen Arbeitsmitteln zu ermitteln. Auf TRBS 1111 "Gefährdungsbeurteilung und sicherheitstechnische Bewertung" wird hingewiesen.

Zur Bewertung der Gefährdungen durch Absturz sind insbesondere folgende Kriterien heranzuziehen:

  • technische Ausrüstung und Zustand des Arbeitsmittels,
  • Energieausfall,
  • Ausnutzung der Tragfähigkeit,
  • Fehlbedienung des Arbeitsmittels.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ist zu prüfen, ob die Verwendung von nicht für das Heben von Personen vorgesehenen Arbeitsmitteln unvermeidbar ist. Das Heben von Personen mit Personenaufnahmemitteln unter Verwendung hierfür nicht vorgesehener Arbeitsmittel ist nur dann zulässig, wenn die Benutzung von bestimmungsgemäß für das Heben von Personen vorgesehenen Arbeitsmitteln im Einzelfall nicht möglich ist oder die Benutzung anderer Arbeitsmittel eine höhere Gefährdung beinhaltet. Hierbei müssen Maßnahmen getroffen sein, welche die Sicherheit gewährleisten und eine angemessene Überwachung sicherstellen. Beispiele für die "ausnahmsweise Bereitstellung":

  • Der Einsatz einer Arbeitsbühne auf den Gabelzinken eines vorhandenen Flurförderzeuges kann im Einzelfall erforderlich sein, sofern der Einsatz einer geeigneten Hubarbeitsbühne organisatorisch nicht möglich ist und das Arbeiten von der Leiter mit einer höheren Gefährdung verbunden ist. Der Einsatz setzt voraus, dass darüber hinaus keine weiteren zusätzlichen Gefährdungen (z. B. Quetschgefährdung) entstehen können.
  • Einsatz eines Personenförderkorbes an einer Winde oder einem Kran zum Erreichen von temporären, hochgelegenen Arbeitsplätzen, z. B. an oder in Türmen oder Schornsteinen, die im Einzelfall nur über Leitern oder Treppen zu erreichen sind.
  • Einsatz eines Arbeitskorbes am Kran zu Ausbesserungs-/Reparaturarbeiten an baulichen und technischen Anlagen, wobei der temporäre Arbeitsplatz mit einer Hubarbeitsbühne aufgrund baulicher Gegebenheiten nicht erreicht werden kann.

 

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