BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Anhang 1

Beispiele für Anforderungen an befähigte Personen

Zu Abschnitt 2: Beispiel Flurförderzeug

Die Anforderungen nach Abschnitt 2 erfüllen z. B. erfahrenes Instandhaltungspersonal der Herstellerfirmen oder von diesen qualifizierte befähigte Personen in den Betrieben.

Zu Abschnitt 3.1:

  1. Anforderungen an befähigte Personen zur Prüfung einer Ex-Anlage im Sinne der TRBS 1201 Teil 1 bezüglich elektrischer Anlagen und Betriebsmittel:
    • Berufsausbildung entsprechend Abschnitt 2.1 , 3.1 und 3.3 ,
    • die technische Qualifikation umfasst mindestens
      • Verständnis der allgemeinen Prinzipien des Explosionsschutzes,
      • Verständnis der allgemeinen Prinzipien der Zündschutzarten und der Gerätekennzeichnung,
      • Verständnis solcher Gesichtspunkte der Gerätekonstruktion, die für den Explosionsschutz wichtig sind, z. B. zünddurchschlagsichere Spalte, sicherheitstechnische Kennzeichen der Eigensicherheit, Bedeutung von Spülung und Druckhaltung,
      • Kenntnis der Konformitätsbewertungsverfahren, Kennzeichnungen für Geräte, Schutzsysteme und Sicherheits-, Kontroll- oder Regelvorrichtungen im Sinne der Richtlinie 94/9/EG,
      • Kenntnisse der Prüfnormen,
      • Kenntnis der festgelegten Arbeitserlaubnissysteme,
      • Kenntnis der einschränkenden Bedingungen für Messungen und Mess- und Prüfmethoden in explosionsgefährdeten Bereichen,
      • Kenntnisse der Auswahl- und Errichtungsanforderungen der zutreffenden Normen.

Die technische Qualifikation kann nur Teilgebiete umfassen. In diesem Fall ist die Prüfaufgabe entsprechend zu beschränken. Teilgebiete können sein: Staub- oder Gasbereich, Zündschutzarten, Zonen oder bestimmte Geräte und Spannungsebenen.

  1. Anforderungen an befähigte Personen zur Prüfung einer Ex-Anlage im Sinne der TRBS 1201 Teil 1 bezüglich mechanischer Anlagen und Betriebsmittel:
    • Berufsausbildung entsprechend Abschnitt 2.1 und 3.1 , z. B. Maschinenschlosser, Industriemechaniker oder vergleichbar,
    • die notwendige Qualifikation umfasst mindestens
      • Verständnis der allgemeinen Prinzipien des Explosionsschutzes,
      • Verständnis der allgemeinen Prinzipien der Zündschutzarten und der Gerätekennzeichnung,
      • Verständnis solcher Gesichtspunkte der Gerätekonstruktion und der Betriebsanleitung, die für den Explosionsschutz wichtig sind, z. B. Flüssigkeitskapselung, konstruktive Sicherheit, Zündquellenüberwachung,
      • Kenntnis der Konformitätsbewertungsverfahren, Kennzeichnungen für Geräte Schutzsysteme und Sicherheits-, Kontroll- oder Regelvorrichtungen im Sinne der Richtlinie 94/9/EG,
      • Kenntnis der festgelegten Arbeitserlaubnissysteme,
      • Kenntnis des Standes der Technik über Montage, Installation und Prüfmethoden,
      • Kenntnis der einschränkenden Bedingungen für Messungen und Mess- und Prüfmethoden in explosionsgefährdeten Bereichen.

Die technische Qualifikation kann nur Teilgebiete umfassen. In diesem Fall ist die Prüfaufgabe entsprechend zu beschränken. Teilgebiete können sein: Staub- oder Gasbereich, Zündschutzarten, Zonen oder bestimmte Geräte.

  1. Anforderungen an befähigte Personen zur Überprüfung der Arbeitsplätze einschließlich der Arbeitsumgebung und Arbeitsmittel nach Anhang 4 Nr. 3.8 BetrSichV:
    • Berufsausbildung entsprechend Abschnitt 2.1 und 3.1 ,
    • für die notwendige Qualifikation sind umfassende Kenntnisse zu den Prüfpunkten des Abschnitts 5 und Anhangs der TRBS 1201 Teil 1 erforderlich, insbesondere
      • Verständnis der relevanten Technik und Verfahren,
      • Verständnis der Prinzipien und Techniken des Explosionsschutzes und der konkreten Verfahrensabläufe,
      • Verständnis der Verfahren zur Gefährdungsbeurteilung und zur Erstellung von Explosionsschutzdokumenten,
      • Verständnis der Richtlinien 94/9/EG und 1999/92/EG,
      • Kenntnisse der Regelungen zum Explosionsschutz aus der Richtlinie 2006/42/EG,
      • Kenntnisse der für den Prüfgegenstand zutreffenden Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung und des technischen Regelwerkes sowie weiterer staatlicher Arbeitsschutzvorschriften für den betrieblichen Arbeitsschutz (z. B. ArbSchG , GefStoffV ), einschließlich der technischen Regelwerke sowie Vorschriften mit Anforderungen an die Beschaffenheit (z. B. ProdSG , einschlägige ProdSV ), Regelungen der Unfallversicherungsträger und anderen Regelungen (z. B. Normen, anerkannte Prüfgrundsätze),
      • Verständnis und Fähigkeit, technische Zeichnungen, wie R&I-Fließbilder zu lesen und zu bewerten,
      • Kenntnisse der Arbeitsabläufe und Verständnis der für den Explosionsschutz relevanten sicherheitstechnischen Kenngrößen und wichtigen Normen,
      • die erforderlichen Kenntnisse zu den notwendigen Prüfungen und Prüfinhalten, z. B. Prüfung der Wirksamkeit von Lüftungsanlagen oder Inertisierungsanlagen oder der Funktion bei Gaswarneinrichtungen,
      • sofern notwendig, Kompetenz in der Auswahl des für sie tätigen Prüfpersonals.

Zu Abschnitt 3.2:

  1. Anforderungen an befähigte Personen, die Prüfungen an Dampfkesseln, Druckbehältern und Rohrleitungen durchführen sollen, sofern diese nicht nach den §§ 14 , 15 und 17 BetrSichV ausschließlich durch eine zugelassene Überwachungsstelle zu prüfen sind:

    Berufsausbildung entsprechend Abschnitt 2.1 und 3.2 .

    Berufserfahrung:
    • als Handwerker oder Techniker mindestens einjährige Erfahrung mit der Herstellung oder Instandhaltung der zu prüfenden Anlagen oder Anlagenteile;
    • bei einem abgeschlossenen Ingenieur- oder naturwissenschaftlichem Studium mindestens einjährige Erfahrung in der Konstruktion oder Herstellung oder Instandhaltung der zu prüfenden Anlagen oder Anlagenteile.

    notwendige Kenntnisse:
    • anzuwendende Rechtsvorschriften (ProdSG , Druckgeräteverordnung, Druckgeräterichtlinie 97/23/EG, Verordnung über einfache Druckbehälter, Richtlinie für einfache Druckbehälter 2009/105/EG, BetrSichV ),
    • Aufbau und Inhalt der zutreffenden technischen Regelwerke (TRBS, Herstellungsregelwerke), Regelungen der Unfallversicherungsträger, einschlägige Normen und Hinweise der Hersteller,
    • Werkstoff-, Berechnungs- und Schweißverfahren, besondere Beanspruchungen (z. B Lastwechsel),
    • Ausrüstung der Druckanlagen einschließlich der Einrichtungen, die für den sicheren Betrieb notwendig sind (Absicherungskonzepte),
    • Aufstellung und Betrieb von Druckanlagen,
    • Prüfungen vor Inbetriebnahme, nach Änderungen oder außergewöhnlichen Ereignissen, wiederkehrende Prüfungen, Prüfungen besonderer Druckgeräte,
    • sicherheitstechnische Bewertung oder Gefährdungsbeurteilung, Prüffristen,
    • Prüfung von Alt1- und Neuanlagen,
    • Prüftätigkeiten und Prüfabläufe, Prüfverfahren einschließlich Bewertung der Ergebnisse, Dokumentation,
    • Schaden verursachende Einflüsse, Schadensbilder, Betriebspraxis.
  2. Anforderungen an befähigte Personen, die Schlauchleitungen prüfen sollen, sofern diese nicht nach den §§ 14 , 15 und 17 BetrSichV ausschließlich durch eine zugelassene Überwachungsstelle zu prüfen sind:

    Berufsausbildung entsprechend Abschnitt 2.1 und 3.2 .

    Berufserfahrung:
    • als Handwerker oder Techniker mindestens einjährige Erfahrung mit der Herstellung oder Instandhaltung von Schlauchleitungen;
    • bei einem abgeschlossenen Ingenieur- oder naturwissenschaftliches Studium mindestens einjährige Erfahrung in der Konstruktion oder Herstellung oder Instandhaltung der zu prüfenden Schlauchleitungen.

    notwendige Kenntnisse:
    • anzuwendende Rechtsvorschriften (ProdSG , Druckgeräteverordnung, Druckgeräterichtlinie 97/23/EG, BetrSichV ),
    • Aufbau und Inhalt der zutreffenden technischen Regelwerke (TRBS, Herstellungsregelwerke), Regelungen der Unfallversicherungsträger,
    • Herstellungsverfahren, besondere Beanspruchungen (z. B. mechanische Beanspruchung, Biegung, Chemikalienangriff), spezifische Anforderungen (z. B. Ableitfähigkeit),
    • Aufbau, Einbindung, Leitungsherstellung, Kupplungen, Verwendung von Schlauchleitungen (An- oder Abkoppelung, Entleerung, Entlastung, Aufbewahrung),
    • Prüfungen vor Inbetriebnahme, nach Änderungen oder außergewöhnlichen Ereignissen, wiederkehrende Prüfungen,
    • sicherheitstechnische Bewertung oder Gefährdungsbeurteilung,
    • Prüffristen, Prüftätigkeiten und Prüfabläufe, Prüfverfahren einschließlich Bewertung der Ergebnisse, Dokumentation,
    • Schäden verursachende Einflüsse, Schadensbilder, Betriebspraxis.

 

 


1 Altanlagen = Anlagen, die bis zum 1.01.2003 nach der DruckbehV oder der DampfkV in Betrieb genommen wurden.

 

Webcode: M171-12