BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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2. Begriffsbestimmungen und Erläuterungen

(1) Extreme Hitze im Sinne dieser AMR ist ein Klimazustand, bei dem aufgrund äußerer Wärmebelastung die Abfuhr der vom Körper erzeugten Wärme erschwert ist. Sie wird als klimatischer Einfluss bestehend aus Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftgeschwindigkeit und Wärmestrahlung verstanden, der durch Klimasummenmaße beschrieben werden kann. Klimasummenmaße sind errechnete Größen, die jeweils mehrere der zuvor genannten Messparameter berücksichtigen.

(2) Die Normal-Effektivtemperatur (NET, °C) ist ein ermittelter Zahlenwert für die Temperaturempfindung von Personen mit Straßenbekleidung, wobei die Lufttemperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Luftgeschwindigkeit, jedoch nicht die Wärmestrahlung berücksichtigt werden. Zur Ermittlung der Normal-Effektivtemperatur werden zunächst die Lufttemperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Luftgeschwindigkeit gemessen, anschließend wird mithilfe eines Nomogramms die Feuchttemperatur ermittelt. Dann wird die Normal-Effektivtemperatur aus der Lufttemperatur und der Feuchttemperatur mithilfe eines Nomogramms nach Yaglou ermittelt [2 ] und [4 ].

(3) Die Effektive Bestrahlungsstärke (W/m²) berücksichtigt ausschließlich die Wärmestrahlung. Sie kann direkt mit geeigneten Messgeräten gemessen werden.

(4) Die Mittlere Strahlungstemperatur ist eine Größe, die zur Kennzeichnung der Wärmestrahlung benutzt wird. Sie wird aus der Effektiven Bestrahlungsstärke bestimmt.

(5) Ein deutlicher Wärmestrahlungsanteil liegt vor, wenn die Mittlere Strahlungstemperatur oberhalb der mit einem Trockenthermometer gemessenen Temperatur liegt.

(6) Arbeit in „extremer Hitze, die zu einer besonderen Gefährdung führen kann“, ergibt sich aus der Kombination von klimatischem Einfluss, Arbeitsbekleidung, Arbeitsschwere und -dauer.

 

 

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