BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Arbeitsstätten-Richtlinien - Inhalt

Arbeitsstätten-Richtlinien (ASR)

Die alten Arbeitsstätten-Richtlinien gelten nach dem 31. Dezember 2012 nicht mehr. Soweit sie nicht durch die Technischen Regeln für Arbeitsstätten ersetzt wurden, können sie als Orientierung zur Konkretisierung der allgemeinen Schutzziele der Verordnung herangezogen werden.

Inhaltsverzeichnis

ASR 7/1 Sichtverbindung nach außen
ASR 25/1 Sitzgelegenheiten

 

ASR 7/1: Sichtverbindung nach außen

Ausgabe April 1976

Arbeitsstätten-
Richtlinie
Sichtverbindung nach außen
ASR 7/1

Zu § 7 Abs. 1 der Arbeitsstättenverordnung

 

Inhalt:

1.Grundsatz
2.Als Sichtverbindung dienende Fenster, Türen oder Wandflächen
2.1Beschaffenheit
2.2Lage
2.3Abmessungen von Fenstern
2.4Gesamtfläche der Sichtverbindungen
2.5Gesamtfläche der Sichtverbindungen in Pausenräumen

 

1. Grundsatz

Die Sichtverbindung nach außen muß in Augenhöhe durch Fenster, durchsichtige Türen oder Wandflächen den Ausblick aus dem jeweiligen Raum ins Freie ermöglichen. Die Abmessungen der Abstandsflächen im Freien vor den als Sichtverbindung vorgesehenen Fenstern oder Wandflächen richten sich nach den Bestimmungen des Bauordnungsrechts der Länder.

 

2. Als Sichtverbindung dienende Fenster, Türen oder Wandflächen

2.1 Beschaffenheit

a)Die als Sichtverbindung vorgesehenen Fenster, Türen oder Wandflächen müssen aus durchsichtigem Glas oder einem anderen in gleicher Weise durchsichtigen Werkstoff bestehen.
b)Sofern Liege- und Sanitätsräume von außen einsehbar sind und ein ausreichender Sichtschutz nicht auf andere Weise zu gewährleisten ist, kann in analoger Anwendung des § 7 Abs. 1 Nr. 1 ArbStättV statt eines durchsichtigen Werkstoffes auch durchscheinendes Material (z. B. Milch-, Riffelglas) verwendet werden.

2.2 Lage

Die Unterkante der Fenster bzw. der durchsichtigen Flächen in Türen soll zwischen 0,85 m und 1,25 m über dem Raumfußboden liegen, je nachdem, ob die Arbeitnehmer im Raum überwiegend sitzen oder stehen. Dies gilt nicht, wenn statt der Fenster überwiegend aus Glas oder einem durchsichtigen Werkstoff bestehende Wände und Türen als Sichtverbindung dienen.

2.3 Abmessungen von Fenstern

a)Die durchsichtigen Flächen der als Sichtverbindung vorgesehenen Fenster sollen mindestens betragen:
bei einer Raumtiefe bis einschl. 5,0 m:   1,25 m2,
bei einer Raumtiefe von mehr als 5,0 m:  1,50 m2.
b)Als Sichtverbindung vorgesehene Fenster sollen mindestens
eine Höhe von 1,25 m und
eine Breite von 1,00 m
haben. Wird die Sichtverbindung als Fensterband ausgeführt, kann die Höhe bis auf 0,75 m herabgesetzt werden.

2.4 Gesamtfläche der Sichtverbindungen

Im Rahmen des bautechnisch Möglichen sollen sich die als Sichtverbindung erforderlichen Flächen nach der jeweiligen Raumgrundfläche richten. Für Räume mit einer Grundfläche bis zu 600 m2 soll die Gesamtfläche der Sichtverbindungen 1/10 der Raumgrundfläche betragen.

In Räumen von mehr als 600 m2 kann die Gesamtfläche der Fenster nicht allgemeingültig festgelegt werden. Die Gesamtfläche der Sichtverbindung muß hier im Einzelfall in Abhängigkeit von der Raumtiefe bestimmt werden. Dabei wird es in der Regel nicht notwendig sein, für die über 600 m2 hinausgehende Grundfläche eines Raumes mehr als 1/100 für zusätzliche Sichtverbindung anzusetzen.

2.5 Gesamtfläche der Sichtverbindungen in Pausenräumen

Bei Pausenräumen muß die als Sichtverbindung erforderliche Fläche der Fenster stets ein Zehntel der Raumgrundfläche betragen. Die Gesamtfläche der Fenster kann auf ein Fünfzigstel der Raumgrundfläche vermindert werden, wenn die Arbeitnehmer üblicherweise in Arbeitsräumen beschäftigt sind, in denen die als Sichtverbindung vorgesehene Fensterfläche mindestens ein Zehntel der Raumgrundfläche beträgt (Räume mit einer Grundfläche bis zu 600 m2).

Hinweis:

Sofern nach dem Bauordnungsrecht der Länder eine größere Fensterfläche gefordert wird als in der Arbeitsstättenrichtlinie – ASR 7/1 – vorgesehen, geht das Bauordnungsrecht vor.

 

ASR 25/1: Sitzgelegenheiten

Ausgabe Oktober 1985

Arbeitsstätten-
Richtlinie
Sitzgelegenheiten
ASR 25/1

Zu § 25 Abs. 1 der Arbeitsstättenverordnung

 

Inhalt:

  1. Sitzgelegenheiten am Arbeitsplatz
  2. Sitzgelegenheiten zum kurzfristigen Hinsetzen während der Arbeit

 

1. Sitzgelegenheiten am Arbeitsplatz

1.1 Bei Arbeiten, die ganz oder teilweise sitzend verrichtet werden können, soll die Sitzgelegenheit eine Rückenlehne haben. Die Rückenlehne muß dem Rücken einen festen Halt geben. Die Sitzfläche muß glatt sein. Bei gepolsterter Sitzfläche muß der Bezugsstoff luftdurchlässig sein. Die Sitztiefe soll etwa 0,35 bis 0,45 m betragen. Die Vorderkante der Sitzfläche muß abgerundet oder gepolstert sein, ohne daß dadurch die Sitztiefe verringert wird. Beim Sitzen müssen die Füße Kontakt mit dem Fußboden oder einer Fußauflage haben.

1.2 Sofern aufgrund des Arbeitsablaufs oder der Arbeitseinrichtungen andere Formen von Sitzgelegenheiten (z. B. Hochstühle mit Fußstützen, Hocker, Stehsitze) üblich oder erforderlich sind, können diese anstelle der Sitzgelegenheiten nach Nr. 1.1 am Arbeitsplatz vorhanden sein.

1.3 Nicht fest mit dem Fußboden verbundene Sitzgelegenheiten müssen kippsicher sein. Sitzgelegenheiten mit Rollen müssen gegen unbeabsichtigtes Wegrollen gesichert sein; die Rollen sollen DIN 68 131 "Rollen für Drehstühle und Drehsessel", Ausgabe Oktober 1986, entsprechen.

1.4 Bei Büroarbeiten und vergleichbaren, überwiegend im Sitzen ausgeführten Tätigkeiten sollen die Sitzgelegenheiten DIN 4551 "Büromöbel; Bürodrehstuhl mit verstellbarer Rückenlehne mit oder ohne Armstützen – Höhenverstellbar –", Ausgabe Oktober 1975, entsprechen.

1.5 Bei Arbeiten, die ganz oder teilweise sitzend verrichtet werden und die nicht unter die Ziffern 1.2 oder 1.4 fallen, sollen die Sitzgelegenheiten, sofern es betriebstechnisch möglich ist, bei Neuanschaffung DIN 68 877 "Arbeitsdrehstuhl, sicherheitstechnische Anforderungen, Prüfung", Ausgabe Juli 1981, entsprechen.
 

2. Sitzgelegenheiten zum kurzfristigen Hinsetzen während der Arbeit

Als Sitzgelegenheiten zum kurzfristigen Hinsetzen während der Arbeit, z. B. im Einzelhandel, sollen Stühle oder Bänke mit Rückenlehne vorhanden sein. Die Sitztiefe soll etwa 0,35 bis 0,45 m betragen. Die Vorderkante der Sitzfläche muß abgerundet oder gepolstert sein. Auf je zwei vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer soll eine Sitzgelegenheit kommen. Für je drei regelmäßig teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer genügt eine Sitzgelegenheit. Handelt es sich um einen Einzelarbeitsplatz, z. B. in Verkaufsinseln in größeren Ladengeschäften, muß für jeden Arbeitnehmer eine Sitzgelegenheit verfügbar sein.

 

 

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