BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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§ 9 Anschluß von Verbrauchseinrichtungen mit Schlauchleitungen

DA

(1) Werden gemäß § 8 Abs. 4 Schlauchleitungen verwendet, hat der Unternehmer dafür zu sorgen, daß diese geeignet sind. DA

(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Schlauchleitungen so verlegt werden, daß sie gegen chemische, thermische und mechanische Beschädigungen von außen geschützt sind. DA

(3) Schlauchanschlüsse und Schlauchverbindungen müssen so ausgeführt werden, daß ein dichter Anschluß gewährleistet ist und daß sie sich nicht unbeabsichtigt lösen können. DA

(4) Verbrauchseinrichtungen dürfen nur an Schlauchleitungen angeschlossen werden, die nicht länger als 0,4 m sind.

(5) Abweichend von Absatz 4 dürfen Verbrauchseinrichtungen an Schlauchleitungen angeschlossen werden, die länger als 0,4 m sind, wenn besondere betriebstechnische Gründe vorliegen und wenn besondere Sicherheitsmaßnahmen eingehalten und die Schlauchleitungen so kurz wie möglich sind. DA

(6) Schlauchleitungen sind vor dem erstmaligen Anschließen gefahrlos auszublasen. DA

(7) Das beim Entlüften von Schlauchleitungen austretende Gas/Luft- Gemisch oder Gas ist gefahrlos abzuführen. DA

(8) Bei ortsveränderlichen Verbrauchsanlagen müssen die Schläuche gegen zu erwartende unzulässige Beanspruchungen geschützt werden. DA

(9) Schlauchleitungen müssen so angeschlossen werden, daß die Schlauchverbindungen nicht unzulässig mechanisch belastet werden. Soweit hierzu besondere Einrichtungen erforderlich sind, hat der Unternehmer diese zur Verfügung zu stellen. DA

(10) Schadhafte Schläuche dürfen nicht verwendet werden. Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß schadhafte Schläuche sachgemäß ausgetauscht werden. DA

(11) Handschrumpfgeräte dürfen nur über Schlauchleitungen, die nicht länger als 8 m sind, an Versorgungsanlagen angeschlossen werden.

(12) Sind beim Gebrauch ortsveränderlicher Verbrauchseinrichtungen Schlauchbeschädigungen nicht auszuschließen, hat der Unternehmer dafür zu sorgen, daß für den Bereich zwischen Druckregelgerät und Verbrauchseinrichtung mindestens "Schläuche für besondere mechanische Beanspruchung" verwendet werden. DA

(13) Verbindungen von Schlauchleitungen müssen so verlegt werden, daß sie sich nicht unbeabsichtigt lösen können. DA


DA zu § 9 :

Schlauchleitungen sind Flüssiggasschläuche einschließlich der Schlauchanschlüsse bzw. Schlauchverbindungen.


DA zu § 9 Abs. 1 und 2:

Geeignet sind Schläuche, die den chemischen, thermischen und mechanischen Beanspruchungen standhalten.

Diese Forderung schließt ein, daß

  • nur Schläuche zu verwenden sind, die gegen die Einwirkungen von Flüssiggas in gasförmiger oder flüssiger Phase beständig sind,
  • zwischen Druckregelgerät und Verbrauchseinrichtungen solche Schlauchleitungen verwendet werden, die dem maximalen Ausgangsdruck des Druckregelgerätes entsprechend ausgelegt sind (z.B. Schlauchleitungen entsprechend den Druckanforderungen nach DIN 4815-1 "Schläuche für Flüssiggas; Schläuche mit und ohne Einlagen"),
  • zwischen Behälterventilen und Druckregelgerät solche Schlauchleitungen verwendet werden, die dem Druck der Hochdruckseite entsprechend ausgelegt sind.

Hinsichtlich geeigneter Schläuche, die zwischen Druckregelgerät und Verbrauchseinrichtungen verwendet werden können, siehe

  • DIN 4815-1 "Schläuche für Flüssiggas, Schläuche mit und ohne Einlagen",
  • DIN 3384 "Edelstahlschläuche für Gas";

für Bunsenbrenner

  • DIN 30 664-1 "Schläuche für Gasbrenner für Laboratorien, ohne Umwandlung und Armierung; Teil 1: Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfungen".

Schläuche für Treibgasanlagen von Fahrzeugen siehe DIN 4815-4 "Schläuche für Flüssiggas; Schläuche und Schlauchleitungen für Treibgasanlagen in Fahrzeugen".

Die Forderungen hinsichtlich der Schlauchleitungen zwischen Behälterventil und Druckregelgerät können für Flaschenanschlußleitungen z.B. mit

  • Schläuchen der Druckklasse 30 nach DIN 4815-1, die nach DIN 4815-2 "Schläuche für Flüssiggas; Schlauchleitungen" eingebunden sind,
  • Edelstahlschläuchen nach DIN 3384 "Edelstahlschläuche für Gas" oder
  • Rohrspiralen aus nahtlosgezogenen Kupfer- und Stahlrohren, deren Ausführung die erforderliche Beweglichkeit für den Anschluß sicherstellt,

erfüllt werden.



DA zu § 9 Abs. 3:

Diese Forderung schließt ein, daß

  • normgerecht fest eingebundene Schlauchanschlüsse, z.B. nach DIN 4815-2 "Schläuche für Flüssiggas; Schlauchleitungen",
  • lösbare Verbindungen in Anlehnung an DIN EN 560 "Gasschweißgeräte; Schlauchanschlüsse für Geräte und Anlagen für Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren" oder
  • bei besonderen Bedingungen, z.B. Verklemmungsgefahr bei
    • Bauarbeiten,
    • Verlegung in Werkstätten,
  • nur solche Schlauchanschlußkupplungen eingesetzt werden, die sich auch bei Verklemmungsgefahr nicht unbeabsichtigt lösen,

verwendet werden.

Die Auswahl geeigneter Schlauchtüllen hat auch unter dem Gesichtspunkt der Vermeidung von Schlauchbeschädigungen zu erfolgen.



DA zu § 9 Abs. 5:

Die Forderung hinsichtlich besonderer Sicherheitsmaßnahmen ist erfüllt, wenn die folgenden Maßnahmen getroffen sind:

  • die Verwendung von "Schläuchen für besondere mechanische Beanspruchungen" für den Bereich zwischen Druckregelgerät und Verbrauchseinrichtung,
  • eine gegen Beschädigung besonders geschützte Schlauchverlegung, (z.B. Anfahrschutz Überfahrschutz, Schutz vor Beschädigung durch Nägel bei Verlegung unter Zeltböden),
  • Maßnahmen gegen Gasaustritt entsprechend § 10 ,
  • bei fliegenden Bauten einer Leckkontrolle zugänglichen und gegen mutwillige Beschädigung geschützte Verlegung von Schlauchleitungen.

Besondere Sicherheitsmaßnahmen bei der Verwendung von Bunsenbrennern sind sichtbare Verlegungen von Schlauchleitungen.

Besondere betriebstechnische Gründe siehe Durchführungsanweisungen zu § 8 Abs. 4 .


DA zu § 9 Abs. 6:

Für das Ausblasen der Schläuche sollten vorzugsweise Luft oder reaktionsarme bzw. inerte Gase verwendet werden. Wird aus besonderen betrieblichen Gründen Flüssiggas verwendet, muß sichergestellt sein, daß austretendes Gas gefahrlos ins Freie abgeleitet wird.


DA zu § 9 Abs. 7:

Gefahrlos bedeutet, daß das Gas/Luft- Gemisch bzw. Gas z.B. ins Freie abgeleitet wird.


DA zu § 9 Abs. 8:

Bei den zu erwartenden unzulässigen Beanspruchungen kommen

  • mechanische Beschädigungen,
  • unzulässige thermische Einwirkungen oder
  • unzulässige chemische Einwirkungen

in Betracht.

Mechanische Beschädigungen sind unter anderem zu erwarten, wenn

  • Schläuche im Bereich von Verkehrswegen verlegt werden müssen,
  • Schläuche über scharfe Kanten gezogen werden,

mit dem Herabfallen von Gegenständen zu rechnen ist.

Zu den unzulässigen thermischen Einwirkungen zählen:

  • offene Flammen,
  • Strahlungswärme
  • Berührung mit heißen Oberflächen,
  • herabfallende heiße Massen (z.B. Beatmen).

Zu den unzulässigen chemischen Einwirkungen zählen z.B.:

  • Fette, Öel,
  • ätzende Stoffe.


DA zu § 9 Abs. 9:

Diese Forderung schließt ein, daß die Schlauchverbindung zwischen dem Druckregelgerät und der fest verlegten Leitung beim Gasflaschenwechsel durch das Gewicht des Druckregelgerätes nicht belastet werden darf. Diese Forderung kann z.B. durch Verwendung von Stützvorrichtungen in Form von Konsolen, Haltevorrichtungen für die Druckregelgeräte erfüllt werden.


DA zu § 9 Abs. 10:

Auch poröse oder brüchige Schläuche gelten als schadhaft.


DA zu § 9 Abs. 12:

Schlauchbeschädigungen sind z.B. beim Baubetrieb bzw. bei Verlegung auf Fußböden in Arbeitsbereichen nicht auszuschließen.

Schläuche für besondere mechanische Beanspruchung siehe Druckklasse 6 DIN 4815-1 "Schläuche für Flüssiggas; Schläuche mit und ohne Einlagen".



DA zu § 9 Abs. 13:

Diese Forderung beinhaltet, daß Schlauchverbindungen, z.B. Schnellschlußkupplungen so verlegt werden, daß diese nicht eingeklemmt und unter Zugbelastung gelöst werden können.


 

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