BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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DGUV Vorschrift 6: Arbeitmedizinische Vorsorge, Titel

 

DGUV Vorschrift 6

Arbeitmedizinische Vorsorge

(bisher VBG 100 bzw. BGV A4)

Inhalt

gültig ab 1. Oktober 1993
in der Fassung vom 1. Januar 1997

mit Durchführungsanweisungen * ) vom Oktober 1993

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Hinweis

I. Geltungsbereich

§ 1 Geltungsbereich

II. Gemeinsame Bestimmungen

§ 2 Begriffsbestimmungen
§ 3 Allgemeine Regelungen
§ 4 Erstuntersuchung
§ 5 Nachuntersuchungen
§ 6 Verkürzung oder Verlängerung der Fristen für Nachuntersuchungen
§ 7 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen auf Verlangen des Versicherten
§ 8 Ermächtigte Ärzte
§ 9 Ärztliche Bescheinigung
§ 10 Entscheidung der Berufsgenossenschaft
§ 11 Vorsorgekartei und Aufbewahren der ärztlichen Bescheinigung
§ 12 Maßnahmen nach einer Erst- oder Nachuntersuchung

III. Besondere Bestimmungen für krebserzeugende Gefahrstoffe

§ 13 Mitteilung
§ 14 Gesundheitsakte
§ 15 Nachgehende Untersuchungen

IV. Besondere Bestimmungen für ionisierende Strahlung

§ 16 Verfahrensweise für strahlenexponierte Personen

V. Ordnungswidrigkeiten

§ 17 Ordnungswidrigkeiten

VI. Inkrafttreten

§ 18 Inkrafttreten

Anlage 1

Anhang 1
Anhang 1.1
Anhang 2: Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 100) "Auslöseschwelle für gefährliche Stoffe"
Anhang 3: Ärztliche Bescheinigung
Anhang 4: Ärztliche Bescheinigung bei nachgehenden Untersuchungen
Anhang 5: Vorsorgekartei
Anhang 6: Formblätter für die Mitteilung nach § 13
Anhang 7: Gesundheitsakte und Befund
Anhang 8: Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen für Gefahrstoffe oder gefährdende Tätigkeiten, für die in der Anlage 1 Vorsorgeuntersuchungen vorgeschrieben sind
Anhang 9: Bezugsquellenverzeichnis

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Durchführungsanweisungen

Hinweis:
Diese BG-Vorschrift ist eine Unfallverhütungsvorschrift im Sinne des § 15 Siebtes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII).

Prüfberichte von Prüflaboratorien, die in anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union oder in anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zugelassen sind, werden in gleicher Weise wie deutsche Prüfberichte berücksichtigt, wenn die den Prüfberichten dieser Stellen zugrundeliegenden Prüfungen, Prüfverfahren und konstruktiven Anforderungen denen der deutschen Stelle gleichwertig sind. Um derartige Stellen handelt es sich vor allem dann, wenn diese die in der Normenreihe EN 45 000 niedergelegten Anforderungen erfüllen.

Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften (ABl. EG Nr. 204 S. 37), zuletzt geändert durch die Richtlinie 98/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juli 1998 (ABl. EG Nr. 217 S. 18), sind beachtet worden.


*) Durchführungsanweisungen geben vornehmlich an, wie die in den Unfallverhütungsvorschriften normierten Schutzziele erreicht werden können. Sie schließen andere, mindestens ebenso sichere Lösungen nicht aus, die auch in technischen Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden haben können. Durchführungsanweisungen enthalten darüber hinaus weitere Erläuterungen zu Unfallverhütungsvorschriften.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 1: Geltungsbereich

I. Geltungsbereich

§ 1 Geltungsbereich

Diese Unfallverhütungsvorschrift gilt für die spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge. DA

DA zu § 1 :

Spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sind in Rechtsvorschriften angeordnete gezielte Untersuchungen wegen besonderer Gefährdungen am Arbeitsplatz.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 2: Begriffsbestimmungen

II. Gemeinsame Bestimmungen

§ 2 Begriffsbestimmungen

(1) Vorsorgeuntersuchungen im Sinne dieser Unfallverhütungsvorschrift sind

1.arbeitsmedizinische Erstuntersuchungen vor Aufnahme der Tätigkeit,
2.arbeitsmedizinische Nachuntersuchungen während dieser Tätigkeit,
3.arbeitsmedizinische nachgehende Untersuchungen nach Beendigung einer Tätigkeit.

(2) Als Vorsorgeuntersuchungen im Sinne dieser Unfallverhütungsvorschrift gelten auch arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen auf Verlangen des Versicherten (§ 7 ).

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 3: Allgemeine Regelungen

§ 3 Allgemeine Regelungen

(1) Der Unternehmer darf Versicherte,

–an deren Arbeitsplatz die Auslöseschwelle für die in Anlage 1 aufgeführten Gefahrstoffe überschritten wird
oder
–an deren Arbeitsplatz die Auslöseschwelle bei Umgang mit solchen Gefahrstoffen überschritten wird, von denen aufgrund neuer gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft festgestellt hat, daß sie krebserzeugend sind, oder die der Hersteller oder Einführer als solche gekennzeichnet hat,
oder
–bei denen die Auswahlkriterien für die in Anlage 1 aufgeführten gefährdenden Tätigkeiten erfüllt sind,
oder
–für die eine Vorsorgeuntersuchung von der Berufsgenossenschaft im Einzelfall angeordnet worden ist, an diesem Arbeitsplatz oder mit dieser Tätigkeit nur beschäftigen, wenn sie fristgerecht Vorsorgeuntersuchungen durch einen ermächtigten Arzt unterzogen worden sind. DA

(2) Der Unternehmer hat die Vorsorgeuntersuchungen zu veranlassen und die Kosten zu tragen, soweit dies nicht von der Berufsgenossenschaft übernommen wird. DA

(3) Das Benutzen von persönlichen Schutzausrüstungen befreit nicht von der Verpflichtung nach Absatz 1. DA

(4) Der Unternehmer hat dem ermächtigten Arzt auf Verlangen die zur Durchführung der Vorsorgeuntersuchungen erforderlichen Auskünfte über die Arbeitsplatzverhältnisse zu erteilen und eine Besichtigung des Arbeitsplatzes zu ermöglichen. DA

(5) Der Unternehmer hat der Berufsgenossenschaft jährlich auf Verlangen die Anzahl der für Vorsorgeuntersuchungen erfaßten Versicherten mitzuteilen. Er hat der Berufsgenossenschaft auf Verlangen darzulegen, daß die Gefährdung weder durch Ersatz der Gefahrstoffe noch durch technische Maßnahmen gänzlich vermieden oder verringert werden kann.

(6) Solange der Unternehmer nicht selber dafür sorgt, daß die erforderlichen Untersuchungen von einem ermächtigten Arzt durchgeführt werden, kann die Berufsgenossenschaft diese Untersuchungen veranlassen. Der Unternehmer hat der Berufsgenossenschaft die hierfür erforderlichen Angaben zu übermitteln. Absatz 2 bleibt unberührt. DA

 

DA zu § 3 Abs. 1:

Die "Auswahlkriterien für die spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge nach den Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen" (ZH 1/600) geben Anhaltspunkte für die Auswahl der im Rahmen der speziellen arbeitsmedizinischen Vorsorge zu untersuchenden Personen.

Dem liegen zugrunde

–im Falle des Umgangs mit Gefahrstoffen: die Überschreitung der Auslöseschwelle nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 100 "Auslöseschwelle für gefährliche Stoffe" (siehe Anhang 2 ) sowie TRGS 150 "Unmittelbarer Hautkontakt mit Gefahrstoffen" und TRGS 900 "MAK-Werte",
–im Falle gefährdender Tätigkeiten, arbeitsmedizinische Erfahrungen.

Auslöseschwelle ist die Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz oder im Körper, bei deren Überschreitung zusätzliche Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit erforderlich sind. Der Überschreitung der Auslöseschwelle steht es gleich, wenn Verfahren angewendet werden, bei denen Maßnahmen nach Satz 1 erforderlich sind oder wenn ein unmittelbarer Hautkontakt besteht.

Untersuchungen außerhalb der Anlage 1 betreffen sonstige krebserzeugende Gefahrstoffe, die zwar in Anlage 1 noch nicht als Einzelsubstanzen aufgeführt sind, aber in Abschnitt III A 1 oder A 2 der jeweils gültigen TRGS 900 "MAK-Werte" aufgeführt oder vom Hersteller oder Einführer als krebserzeugend gekennzeichnet sind (siehe auch Anhang II Nr. 1.2.1 Gefahrstoffverordnung und TRGS 500 "Schutzmaßnahmen beim Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen, die nicht im Anhang II der Gefahrstoffverordnung aufgeführt sind; Zuordnung zu den Gefährdungsgruppen"). Weitere Hinweise zu krebserzeugenden Gefahrstoffen siehe Durchführungsanweisungen zu § 13 Abs. 1 .

 

DA zu § 3 Abs. 2:

Die Pflicht des Unternehmers, die Vorsorgeuntersuchungen zu veranlassen wie auch die Kosten zu tragen, kann von der Berufsgenossenschaft abgelöst werden.

Zu den Kosten gehören auch Fahrt- und Lohnausfallkosten im Zusammenhang mit der Untersuchung durch den ermächtigten Arzt, wenn der Versicherte einer entsprechenden Anweisung des Unternehmers gefolgt ist.

Hinsichtlich nachgehender Untersuchungen gilt:

–Bei nachgehenden Untersuchungen, die vom Unternehmer zu veranlassen sind, trägt dieser die Kosten.
–Veranlaßt die Berufsgenossenschaft, nachdem der Versicherte aus dem Unternehmen ausgeschieden ist, nachgehende Untersuchungen, so trägt sie die Kosten.
–Besonderheiten gelten bei nachgehenden Untersuchungen, die von der Zentralen Erfassungsstelle für asbeststaubgefährdete Arbeitnehmer (ZAs) bei der Textil- und Bekleidungs-Berufsgenossenschaft, Oblatterwallstraße 18, 86153 Augsburg, veranlaßt werden. Die Erfassungsstelle veranlaßt nachgehende Untersuchungen bereits bei noch bestehendem Beschäftigungsverhältnis. Die Kosten trägt die Berufsgenossenschaft.

 

DA zu § 3 Abs. 3:

Zu den persönlichen Schutzausrüstungen gehören unter anderem Atemschutzgeräte, Gehörschutzmittel, Schutzhandschuhe und Schutzkleidung.

 

DA zu § 3 Abs. 4:

Der ermächtigte Arzt ist zu statistischen Angaben verpflichtet. Ist nach den Arbeitsplatzverhältnissen anzunehmen, daß Vorsorgeuntersuchungen erforderlich sind und liegt der Berufsgenossenschaft die Mitteilung über Vorsorgeuntersuchungen nicht vor, so wird die Berufsgenossenschaft ergänzende Informationen verlangen.

 

DA zu § 3 Abs. 6:

Die Übernahme der arbeitsmedizinischen Vorsorge nach dieser Vorschrift bedeutet nicht, daß sich die Unternehmen einem überbetrieblichen Dienst anschließen müssen (kein Anschlußzwang im Sinne des § 719a Reichsversicherungsordnung (RVO)).

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 4: Erstuntersuchung

§ 4 Erstuntersuchung

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß die Erstuntersuchung vor Beginn der Tätigkeit durchgeführt wird. Die Erstuntersuchung darf nicht länger als 12 Wochen zurückliegen. DA

 

DA zu § 4 :

Eine Erstuntersuchung kann auch bei veränderten Arbeitsplatzbedingungen an demselben Arbeitsplatz oder bei Wechsel des Arbeitsplatzes innerhalb des Betriebes erforderlich sein.

Die 12-Wochenfrist dient dem Zweck, einen möglichst aktuellen Untersuchungsbefund für die Beurteilung zu gewährleisten.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, §5: Nachuntersuchungen

§ 5 Nachuntersuchungen

(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Nachuntersuchungen innerhalb von 6 Wochen vor Ablauf der Nachuntersuchungsfrist durchgeführt werden. Die Frist für die Nachuntersuchung beginnt mit dem Zeitpunkt der letzten Vorsorgeuntersuchung. DA

(2) Ist für die Nachuntersuchung keine bestimmte Frist sondern eine Zeitspanne festgelegt, so ist die Nachuntersuchung spätestens zu dem Zeitpunkt durchzuführen, den der ermächtigte Arzt je nach Arbeitsbedingungen und Gesundheitszustand des Versicherten bestimmt hat.

(3) Abweichend von Absatz 1 und 2 ist eine Nachuntersuchung vorzeitig zu veranlassen, wenn

1.eine Bescheinigung über eine Vorsorgeuntersuchung nach § 9 befristet oder unter einer entsprechenden Bedingung erteilt worden ist
oder
2.eine Erkrankung oder eine körperliche Beeinträchtigung eine vorzeitige Nachuntersuchung angezeigt erscheinen läßt DA
oder
3.der Versicherte, der einen ursächlichen Zusammenhang zwischen seiner Erkrankung und seiner Tätigkeit am Arbeitsplatz vermutet, eine Untersuchung wünscht.

 

DA zu § 5 Abs. 1:

Der Unternehmer soll den Versicherten so rechtzeitig beim ermächtigten Arzt zur Nachuntersuchung anmelden, daß der ermächtigte Arzt die Untersuchung fristgerecht durchführen kann. Die Nachuntersuchungsfristen sind in Anlage 1 aufgeführt.

 

DA zu § 5 Abs. 3 Nr. 2:

Ob eine vorzeitige Nachuntersuchung angezeigt ist, kann regelmäßig erst nach Beratung durch den ermächtigten Arzt entschieden werden.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 6: Verkürzung oder Verlängerung der Fristen für Nachuntersuchungen

§ 6 Verkürzung oder Verlängerung der Fristen für Nachuntersuchungen

(1) Die Berufsgenossenschaft kann die in der Anlage 1 zu dieser Unfallverhütungsvorschrift vorgesehenen Fristen für Vorsorgeuntersuchungen

1.für Versicherte verkürzen, für die festgestellt worden ist, daß sie den Gefahrstoffen in besonders starkem Maße ausgesetzt sind oder die gefährdende Tätigkeit in besonderem Maße ausüben oder für die es der ermächtigte Arzt infolge ihres Gesundheitszustandes für notwendig hält,
2.für Versicherte verlängern, für die festgestellt worden ist, daß sie den Gefahrstoffen in besonders geringem Maße ausgesetzt sind oder die gefährdende Tätigkeit in besonders geringem Maße ausüben.

Ist eine Vorsorgeuntersuchung zugleich in einer staatlichen Rechtsvorschrift vorgeschrieben, so entscheidet über die Verkürzung oder Verlängerung der Nachuntersuchungsfristen die zuständige Behörde. DA

(2) Ist ein Versicherter innerhalb von 6 Monaten nach dieser Unfallverhütungsvorschrift oder nach anderen Rechtsvorschriften mehr als einmal einer Nachuntersuchung zu unterziehen, können die Nachuntersuchungen an einem Termin vorgenommen werden. Dies gilt nicht, wenn die Nachuntersuchungsfrist weniger als 1 Jahr beträgt.

(3) Muß sich der Versicherte innerhalb eines Jahres mehreren unterschiedlichen Vorsorgeuntersuchungen unterziehen, so ist vom Unternehmer zu prüfen, ob für den Versicherten aufgrund seiner Tätigkeit eine besondere Gesundheitsgefährdung besteht und durch welche Maßnahmen diese beseitigt werden kann.

 

DA zu § 6 Abs. 1:

Die zuständige Behörde entscheidet bei Gefahrstoffen nach Anhang V Gefahrstoffverordnung. Diese Gefahrstoffe sind in Anlage 1 durch Kursivdruck hervorgehoben.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 7: Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen auf Verlangen des Versicherten

§ 7 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen auf Verlangen des Versicherten

(1) Ein Versicherter, der einen ursächlichen Zusammenhang zwischen seiner Erkrankung und seiner Tätigkeit am Arbeitsplatz vermutet, ist auf sein Verlangen einer Vorsorgeuntersuchung auch zu unterziehen, wenn die Voraussetzungen des § 3 Abs. 1 nicht vorliegen, aber damit zu rechnen ist, daß er durch seine Tätigkeit an seiner Gesundheit geschädigt werden kann, weil er mit Gefahrstoffen umgeht oder eine gefährdende Tätigkeit ausübt.

(2) Beim Umgang mit Gefahrstoffen oder bei gefährdenden Tätigkeiten im Sinne der Anlage 1 ist die Untersuchung bei einem ermächtigten Arzt zu veranlassen. Im übrigen ist die Untersuchung bei einem Arzt zu veranlassen, der die arbeitsmedizinische Fachkunde nach § 3 UVV "Betriebsärzte" (VBG 123) besitzt. § 3 Abs. 4 gilt entsprechend.

(3) Der Unternehmer hat die Vorsorgeuntersuchungen auf seine Kosten zu veranlassen, sofern die Kosten nicht von der Berufsgenossenschaft übernommen werden.

(4) Wird eine Vorsorgeuntersuchung veranlaßt, so hat der Unternehmer dem untersuchenden Arzt aufzugeben,

1.den Untersuchungsbefund schriftlich festzuhalten und den Versicherten über den Untersuchungsbefund zu unterrichten,
2.dem Unternehmer schriftlich zu bestätigen, daß eine Untersuchung stattgefunden hat,
3.im Falle gesundheitlicher Bedenken
a) dem Unternehmer schriftlich eine Überprüfung des Arbeitsplatzes zu empfehlen, wenn der Versicherte infolge der Arbeitsplatzverhältnisse gefährdet erscheint,
b) den Versicherten medizinisch zu beraten.

(5) Veranlaßt der Unternehmer die beantragte Untersuchung nicht oder ist der Versicherte mit dem Ergebnis der Untersuchung nicht einverstanden, so kann der Versicherte die Entscheidung der Berufsgenossenschaft über die Notwendigkeit der Untersuchung oder über deren Ergebnis beantragen.

DA

DA zu § 7 :

Untersuchungen auf Verlangen kommen in Betracht, wenn bei der Tätigkeit die Auslöseschwelle für einen in Anlage 1 aufgeführten Gefahrstoff unterschritten wird bzw. die Auswahlkriterien für eine dort genannte gefährdende Tätigkeit nicht erfüllt sind oder eine Regelung in der Anlage 1 fehlt.

Voraussetzung ist aber eine qualifizierte Beurteilung der Kausalität.

Das Verlangen des Versicherten nach einer Vorsorgeuntersuchung nach § 7 löst keine regelmäßigen Nachuntersuchungen aus.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 8: Ermächtigte Ärzte

§ 8 Ermächtigte Ärzte

(1) Ärzte, die Vorsorgeuntersuchungen nach § 2 Abs. 1 durchführen, müssen

1.von der Berufsgenossenschaft
oder,
2.wenn die Vorsorgeuntersuchungen zugleich in einer staatlichen Rechtsvorschrift vorgeschrieben sind, von der zuständigen Behörde hierzu ermächtigt sein. Die Ermächtigung soll im Einvernehmen zwischen der für den medizinischen Arbeitsschutz zuständigen Behörde und der Berufsgenossenschaft erfolgen.

(2) Die Ermächtigung kann erteilt werden, wenn der Antragsteller

1.zur Ausübung des ärztlichen Berufes berechtigt ist,
2.die erforderlichen besonderen Fachkenntnisse besitzt
und
3.über die notwendige Einrichtung und Ausstattung verfügt.

(3) Ist ein Betriebsarzt bestellt, so ist dieser auf seinen Antrag zu ermächtigen, die Vorsorgeuntersuchungen bei den von ihm arbeitsmedizinisch betreuten Versicherten vorzunehmen, sofern die Voraussetzungen zur Ermächtigung nach Absatz 2 vorliegen.

DA

 

DA zu § 8 :

Zur Durchführung der Vorsorgeuntersuchungen werden von den Berufsgenossenschaften in Abstimmung mit der für den Arbeitsschutz zuständigen Behörde auf Antrag Ärzte ermächtigt. Die Ermächtigungen werden für jeden Gefahrstoff und für jede gefährdende Tätigkeit gesondert ausgesprochen. Ermächtigungsvoraussetzung ist unter anderem, daß der Arzt sich verpflichtet, Untersuchungen nach den Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen sowie die Anerkennung der Gebühren nach Leitnummer 71 Abs. 2 nach Punktwert und den Betrag zur formularmäßigen Berichterstattung des Abkommens zwischen Ärzten und Unfallversicherungsträgern ("Ärzteabkommen"). Zugleich verpflichtet sich der Arzt, Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten bezüglich des Untersuchungsergebnisses einzuhalten, an Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen, die Meldepflichten einzuhalten und die notwendige Statistik zu erstellen. Die Ermächtigung von Ärzten nach der Strahlenschutzverordnung oder der Röntgenverordnung obliegt ausschließlich der staatlichen Behörde.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 9: Ärztliche Bescheinigung

§ 9 Ärztliche Bescheinigung

(1) Wird eine Vorsorgeuntersuchung nach § 2 Abs. 1 veranlaßt, so hat der Unternehmer dem ermächtigten Arzt aufzugeben,

1.den Untersuchungsbefund schriftlich festzuhalten
und
den Versicherten über den Untersuchungsbefund zu unterrichten,
sowie
2.den Untersuchungsbefund, soweit es sich um die Konzentration eines Stoffes oder seines Umwandlungsproduktes im Körper oder die dadurch ausgelöste Abweichung eines biologischen Indikators von seiner Norm handelt,
a) der für den medizinischen Arbeitsschutz zuständigen staatlichen Stelle auf Verlangen der zuständigen staatlichen Behörde
und
b) der Berufsgenossenschaft auf deren Verlangen vorzulegen,
3.im Falle gesundheitlicher Bedenken
a) dem Unternehmer schriftlich eine Überprüfung des Arbeitsplatzes zu empfehlen, wenn der Versicherte infolge der Arbeitsplatzverhältnisse gefährdet erscheint,
b) den Versicherten in schriftlicher Form medizinisch zu beraten. DA

(2) Der ermächtigte Arzt ist ferner zu verpflichten,

1.dem Unternehmer und dem Versicherten eine Bescheinigung über das Untersuchungsergebnis auszustellen,
2.der Bescheinigung nach Nummer 1 etwaige Empfehlungen nach Absatz 1 Nr. 3 Buchstabe a) beizufügen,
3.in der Bescheinigung auf die Rechte nach § 10 hinzuweisen
und
4.der Berufsgenossenschaft jährlich statistische Angaben über Anzahl und Ergebnis der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen zu erstatten. DA

(3) Der Unternehmer hat den ermächtigten Arzt zu verpflichten, der Berufsgenossenschaft im Falle der Bescheinigung gesundheitlicher Bedenken Mitteilung zu machen, wenn die Gefahr des Entstehens, Wiederauflebens oder der Verschlimmerung einer Berufskrankheit besteht, soweit Gründe der ärztlichen Schweigepflicht dieser Mitteilung nicht entgegenstehen. Dieser Mitteilung sind Vorschläge für Maßnahmen der Prävention beizufügen. DA

 

DA zu § 9 Abs. 1 Nr. 3:

Der erm¨chtigte Arzt kann seine gesundheitlichen Bedenken zurückstellen ("keine gesundheitlichen Bedenken unter bestimmten Voraussetzungen"; siehe Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen), insbesondere wenn auf den Einzelfall bezogen

1.die Nachuntersuchungsfristen verkürzt,
2.Maßnahmen des technischen Arbeitsschutzes getroffen
oder
3.persönliche Schutzausrüstungen verwendet werden.

Auch für diese Fälle gilt die Mitteilungspflicht des Unternehmers gegenüber dem Betriebs- oder Personalrat (§ 12 Abs. 3 ).

Schriftliche Beratungen bei gesundheitlichen Bedenken im Bezug auf die Tätigkeit, die Anlaß zur Untersuchung war, können sein:

–ärztliche Verhaltensempfehlungen,
–Empfehlungen bestimmter medizinischer Maßnahmen
sowie
–Aufforderung, einen niedergelassenen Arzt aufzusuchen.

 

DA zu § 9 Abs. 2:

Die Bescheinigung über das Untersuchungsergebnis darf sich nur auf die medizinischen Befunde beziehen, die in Zusammenhang mit der Gefahrstoffexposition oder der gefährdenden Tätigkeit erhoben wurden, wegen der die spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung durchgeführt wurde (siehe hierzu insbesondere die arbeitsmedizinischen Kriterien der Berufsgenossenschaftlichen Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen).

Weitere Befunde, die ebenfalls eine Beschäftigung an diesem Arbeitsplatz in Frage stellen, sind dem Versicherten mitzuteilen und mit ihm zu erörtern. Sie dürfen nicht in die Bescheinigung nach § 9 einfließen. Eine Unterrichtung des Unternehmers über diese Bedenken darf nur mit Zustimmung des Versicherten erfolgen.

Die Bescheinigung über das Untersuchungsergebnis schließt nicht Untersuchungsbefunde oder Diagnosen ein. Die Bescheinigung beschränkt sich auf die Feststellung, ob gesundheitliche Bedenken gegen eine Beschäftigung an einem bestimmten Arbeitsplatz bestehen oder nicht sowie auf ergänzend hierzu ausgesprochene Bedingungen oder Empfehlungen im Sinne von Absatz 1 Nr. 3 Buchstabe a). Untersuchungsbefunde und Diagnosen unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht und dürfen nur dem Versicherten bekanntgegeben werden. Das gilt auch für eine Beratung im Sinne von Absatz 1 Nr. 3 Buchstabe b).

Ein Muster der ärztlichen Bescheinigung ist als Anhang 3 beigefügt.

 

DA zu § 9 Abs. 3:

Die Berufsgenossenschaft ist auch in den Fällen zu unterrichten, bei denen die Gefahr des Entstehens, Wiederauflebens oder der Verschlimmerung einer Berufskrankheit besteht. Dieser Unterrichtung muß der Versicherte zustimmen, Dem ermächtigten Arzt steht zur Mitteilung das Formblatt "Vorschlag für Mitteilung nach § 3 BeKV" zur Verfügung. Folgende Maßnahmen der Prävention können in Betracht kommen:

–technische und organisatorische Maßnahmen, z.B. Absaugvorrichtungen, Kapselung von Maschinen, räumliche Absonderung gefährdeter Bereiche;
–persönliche Schutzmaßnahmen, z.B. Gehörschutz, Hautschutz;
–vorbeugende Heilbehandlung

Neben einer Behandlung expositionsverursachter Befunde, die noch keine Berufskrankheit darstellen, kommt auch eine Behandlung anderer Befunde in Betracht, wenn durch sie bei weiterer Exposition die Gefahr des Entstehens einer Berufskrankheit besteht.

–Maßnahmen der Berufshilfe, die von Hilfen zur Erlangung eines neuen Arbeitsplatzes bis hin zur beruflichen Anpassung, Fortbildung, Ausbildung und Umschulung reichen können.

Bei Gefahrstoffen nach Anhang V Gefahrstoffverordnung ist auch die zuständige Behörde zu unterrichten. Diese Gefahrstoffe sind in Anlage 1 durch Kursivdruck hervorgehoben.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 10: Entscheidung der Berufsgenossenschaft

§ 10 Entscheidung der Berufsgenossenschaft

(1) Hält der Unternehmer oder der untersuchte Versicherte die vom ermächtigten Arzt ausgestellte Bescheinigung nach § 9 , für unzutreffend, so kann er die Entscheidung der Berufsgenossenschaft beantragen.

(2) Die Berufsgenossenschaft kann vor ihrer Entscheidung ein ärztliches Gutachten einholen. Die Kosten des ärztlichen Gutachtens trägt der Unternehmer, soweit diese Kosten nicht von der Berufsgenossenschaft übernommen werden.

(3) Eine in dieser Unfallverhütungsvorschrift vorgesehene ärztliche Bescheinigung wird durch eine Entscheidung der Berufsgenossenschaft nach Absatz 1 ersetzt.

(4) Ist eine Vorsorgeuntersuchung zugleich in einer staatlichen Rechtsvorschrift vorgeschrieben, so entscheidet die zuständige Behörde darüber, ob die Bescheinigung zutreffend ist. DA

 

DA zu § 10 Abs. 4:

Der Unternehmer oder der Versicherte kann bei Untersuchungen, die nach Anlage 1 in der Gefahrstoffverordnung vorgeschrieben sind, eine Entscheidung der zuständigen Behörde nach § 32 Gefahrstoffverordnung herbeiführen. Die zuständige Behörde entscheidet bei Gefahrstoffen nach Anhang V Gefahrstoffverordnung. Diese Gefahrstoffe sind in Anlage 1 durch Kursivdruck hervorgehoben.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 11: Vorsorgekartei und Aufbewahren der ärztlichen Bescheinigung

§ 11 Vorsorgekartei und Aufbewahren der ärztlichen Bescheinigung

(1) Für Versicherte, die in den Fällen des § 2 Abs. 1 untersucht worden sind, hat der Unternehmer eine Vorsorgekartei zu führen. DA

(2) Die Kartei muß für jeden Versicherten folgende Angaben enthalten:

1.Vor- und Familienname, Geburtsdatum,
2.Wohnanschrift,
3.Tag der Einstellung und des Ausscheidens,
4.Rentenversicherungsnummer,
5.zuständiger Krankenversicherungsträger,
6.Art der vom Arbeitsplatz ausgehenden Gefährdungsmöglichkeiten,
7.Art der Tätigkeit mit Angabe des Beginns und des Endes der Tätigkeit,
8.Angaben von Zeiten über frühere Tätigkeiten, bei denen eine Gefährdungsmöglichkeit bestand (soweit bekannt),
9.Datum und Ergebnis der Vorsorgeuntersuchung,
10.Datum der nächsten Nachuntersuchung,
11.Name und Anschrift des untersuchenden Arztes,
12.Name dessen, der die Vorsorgekartei führt.

Die Angaben können in Dateiform auch auf sonstigen Datenträgern gespeichert werden.

(3) Der Versicherte oder eine von ihm bevollmächtigte Person hat das Recht auf Einsichtnahme in die ihn betreffenden Angaben.

(4) Der Unternehmer hat die Kartei und die ärztlichen Bescheinigungen für jeden Versicherten bis zu dessen Ausscheiden aus dem Unternehmen aufzubewahren. Danach sind dem Versicherten der ihn betreffende Auszug aus der Kartei und die ärztlichen Bescheinigungen auszuhändigen. Ein Abdruck des dem Versicherten ausgehändigten Auszugs ist wie Personalunterlagen aufzubewahren. Der Unternehmer hat der Berufsgenossenschaft den Abdruck auf Anforderung zur Aufbewahrung zu übergeben. DA

(5) Der Unternehmer hat die Kartei so aufzubewahren, daß Unbefugte keinen Zugang haben. Die in der Kartei enthaltenen Angaben dürfen unbefugten Dritten nicht offenbart werden. DA

 

DA zu § 11 Abs. 1:

Die Angaben können auch auf sonstigen Datenträgern gespeichert werden, sofern jederzeit Einsichtnahme durch die Berufsgenossenschaft gewährleistet ist.

Ein Muster einer Vorsorgekarteikarte ist als Anhang 5 beigefügt.

 

DA zu § 11 Abs. 4:

Ist mit krebserzeugenden Gefahrstoffen umgegangen worden, so soll der Unternehmer die Kartei so lange aufbewahren wie der ermächtigte Arzt die Gesundheitsakte (d. h. bis zum Ablauf des Jahres, in welchem der Versicherte 75 Jahre geworden ist oder geworden wäre; § 14 Abs. 2 ). Die Aushändigung der Kartei an den Versicherten erfolgt bei Speicherung auf sonstigen Datenträgern durch einen Auszug aus dem ihn betreffenden Datenbestand.

 

DA zu § 11 Abs. 5:

Zur Einsichtnahme befugt sind außer dem Versicherten oder einer von ihm bevollmächtigten Person (Absatz 3) der Technische Aufsichtsbeamte und der Beauftragte der zuständigen Behörde. Bezüglich der Einsichtnahme des ermächtigten Arztes; siehe § 3 Abs. 4 .

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 12: Maßnahmen nach einer Erst- oder Nachuntersuchung

§ 12 Maßnahmen nach einer Erst- oder Nachuntersuchung

(1) Hat der ermächtigte Arzt eine Bescheinigung mit einer Empfehlung nach § 9 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe a) erteilt, darf der Unternehmer den Untersuchten an seinem Arbeitsplatz nur beschäftigen oder weiterbeschäftigen, wenn die Wirksamkeit der Maßnahmen nach § 2 UVV "Allgemeine Vorschriften" (VBG 1) überprüft worden ist und für den Untersuchten gesundheitliche Bedenken nicht mehr bestehen. Auf dem Arbeitsplatz dürfen andere Versicherte nur beschäftigt werden, wenn feststeht, daß sie durch Maßnahmen nach § 2 UVV "Allgemeine Vorschriften" (VBG 1) ausreichend geschützt werden können. DA

(2) Bei Vorsorgeuntersuchungen, die zugleich in einer staatlichen Rechtsvorschrift vorgeschrieben sind, ist die Wirksamkeit der Maßnahmen auch nach der entsprechenden staatlichen Vorschrift zu überprüfen.

(3) Hat der ermächtigte Arzt dem Unternehmer eine Bescheinigung mit einer Empfehlung nach § 9 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe a) ausgestellt, hat der Unternehmer dies dem Betriebs- oder Personalrat mitzuteilen.

(4) Sind Empfehlungen nach § 9 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe a) ausgesprochen worden, hat der Unternehmer die Berufsgenossenschaft unverzüglich zu unterrichten. Der Berufsgenossenschaft ist mitzuteilen, welche Maßnahmen eingeleitet worden sind und wie viele Versicherte an diesem Arbeitsplatz tätig sind.

 

DA zu § 12 Abs. 1:

Der ermächtigte Arzt bescheinigt das Untersuchungsergebnis nach den in den Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen verwendeten Kriterien:

–keine gesundheitlichen Bedenken,
–keine gesundheitlichen Bedenken unter bestimmten Voraussetzungen,
–befristete gesundheitliche Bedenken,
–gesundheitliche Bedenken.

Die Weiterbeschäftigung des Versicherten auf seinem bisherigen, ihn gefährdenden Arbeitsplatz ist erst dann in Frage gestellt, wenn alle zumutbaren technischen oder organisatorischen Maßnahmen geprüft worden sind und die Bedenken auch durch medizinische Maßnahmen nicht ausgeräumt werden können.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 13: Mitteilung

III. Besondere Bestimmungen für krebserzeugende Gefahrstoffe

§ 13 Mitteilung

(1) Der Unternehmer hat der Berufsgenossenschaft spätestens bis zum 30. Juni des folgenden Jahres über jeden Versicherten, der Tätigkeiten an Arbeitsplätzen mit Überschreiten der Auslöseschwelle für krebserzeugende Gefahrstoffe ausgeübt hat, Mitteilung zu machen. Diese Mitteilung muß insbesondere enthalten:

1.Angaben zur Person,
2.Angaben zu den krebserzeugenden Gefahrstoffen,
3.Art, Beginn und Ende der Tätigkeit mit diesen Gefahrstoffen,
4.Angaben zur arbeitsmedizinischen Vorsorge,
5.Rentenversicherungsnummer.

Die Mitteilung ist nicht erforderlich, wenn die Tätigkeit im Sinne des Satzes 1 weniger als 3 Monate ausgeübt worden ist. DA

(2) Dem Versicherten sind Abschriften der Mitteilung nach Absatz 1 zu überlassen. Der Betriebs- oder Personalrat ist über den Inhalt der Mitteilung zu informieren.

 

DA zu § 13 Abs. 1:

Für die Mitteilung des Unternehmers stehen Formblätter nach dem Muster des Anhanges 6 zur Verfügung. Die Mitteilung kann auch auf einem entsprechenden maschinenlesbaren Datenträger erfolgen, sofern er im Satzaufbau den Vorgaben des Organisationsdienstes für nachgehende Untersuchungen (ODlN) bei der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie, Kurfürsten-Anlage 62, 69115 Heidelberg, entspricht.

Für die Meldung der Versicherten an die Zentrale Erfassungsstelle asbeststaubgefährdeter Arbeitnehmer (ZAs), Augsburg, sind die besonderen Formblätter weiterhin zu verwenden.

In die Ermittlung, ob ein Versicherter die Tätigkeit mit krebserzeugenden Gefahrstoffen mindestens 3 Monate ausgeübt hat, sind auch frühere Tätigkeiten mit krebserzeugenden Gefahrstoffen an verschiedenen Arbeitsplätzen des gleichen Unternehmens, in anderen Unternehmen und in früheren Jahren soweit bekannt einzubeziehen.

"Bekannt" sind Einzelheiten zur Arbeitsanamnese, die ohne besondere Ermittlungsbemühungen aus den vorhandenen Arbeitsunterlagen oder der Kenntnis des Versicherten erfaßt werden können. Somit sind bei Versicherten mit häufig wechselnden Arbeitsplätzen (z.B. Leiharbeitnehmer, Betriebshandwerker) die Tätigkeitszeiten zusammenzurechnen.

Das Ende der Tätigkeit mit dem krebserzeugenden Gefahrstoff kann auf dem Ausscheiden aus dem Unternehmen, auf dem Wechsel in einen anderen Arbeitsbereich oder auf der Änderung der Betriebsverhältnisse beruhen.

Auch für die Abmeldung gilt die Meldefrist bis zum 30. Juni des Folgejahres.

Wird die Tätigkeit mit einem krebserzeugenden Gefahrstoff nur für eine kurze Zeit unterbrochen (z.B. Urlaub, vorübergehende Betriebsunterbrechung, nur zeitweilige Produktion) oder folgen einander in diesem Arbeitsbereich fortgesetzt kurzfristige Tätigkeitszeiten mit einem oder mehreren krebserzeugenden Gefahrstoffen, ist hinsichtlich der Erfassung die gesamte Zeit zu berechnen. Eine wiederholte Meldung ist in diesen Fällen nicht erforderlich. Zu melden sind auch diejenigen Versicherten, bei denen der Unternehmer seit dem 1. Oktober 1984 zu nachgehenden Untersuchungen verpflichtet war.

Für krebserzeugende Stoffe der Gruppe I des Anhangs II der Gefahrstoffverordnung, für die ein TRK-Wert nicht festgesetzt ist, ist die Auslöseschwelle überschritten, wenn beim Umgang mit diesen Gefahrstoffen, einschließlich der Tätigkeiten in deren Gefahrenbereich, die Bestimmungsgrenze eines hierfür anerkannten Meßverfahrens überschritten ist. Hierfür anerkannte Meßverfahren werden vom Fachausschuß Chemie des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften veröffentlicht (BArbBl. 3/1990, Seite 80).

Ist für krebserzeugende Stoffe der Gruppen II und III des Anhangs II der Gefahrstoffverordnung kein TRK-Wert festgesetzt und kann dadurch auch keine Auslöseschwelle bestimmt werden, darf dies nicht dazu führen, daß auf spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen und auf die Mitteilung verzichtet wird. In diesen Fällen können zur Entscheidungsfindung herangezogen werden:

–"Auswahlkriterien für die spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge nach den Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen" (ZH 1/600),
–TRK-Werte von vergleichbaren krebserzeugenden Gefahrstoffen,
–ausländische Grenzwerte (z.B. TLV-Wert, USA), auch wenn diese nicht die Zielsetzung von TRK-Werten haben.

Des weiteren sind inhomogene Tätigkeiten mit luftmeßtechnisch nicht sicher erfaßbaren Stoßbelastungen (Chargenbetrieb, Technikum, Störungsbeseitigung durch Handwerker) einzubeziehen.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 14: Gesundheitsakte

§ 14 Gesundheitsakte

(1) Der Unternehmer hat den ermächtigten Arzt zu verpflichten, für jeden ärztlich zu überwachenden Versicherten, der eine Tätigkeit mit Überschreiten der Auslöseschwelle ausübt, eine Gesundheitsakte zu führen und diese während der überwachungspflichtigen Zeit bezüglich Arbeitsanamnese, Untersuchungsbefunde einschließlich der biologischen Daten sowie der ärztlichen Beurteilung auf dem laufenden zu halten. Die Berufsgenossenschaft kann andere Dokumentationen arbeitsmedizinischer Aufzeichnungen zulassen, wenn sie die gleichen Angaben wie das Muster der Gesundheitsakte enthalten und eine zentrale Aufbewahrung möglich ist. DA

(2) Der Unternehmer hat den ermächtigten Arzt zu verpflichten, die Gesundheitsakte

1.bis zum Ablauf des Jahres aufzubewahren, in welchem der Versicherte 75 Jahre alt geworden ist oder geworden wäre,
oder
2.der Berufsgenossenschaft zu übergeben, wenn er sie nicht selbst aufbewahren kann.

Nummer 2 gilt auch, wenn der Versicherte bei seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen die Aufbewahrung der Gesundheitsakte bei der Berufsgenossenschaft ausdrücklich wünscht. DA

(3) Der Unternehmer hat ferner den ermächtigten Arzt zu verpflichten, die Gesundheitsakte

1.der für den medizinischen Arbeitsschutz zuständigen Stelle auf Verlangen der staatlichen Behörde vorzulegen
sowie
2.auf Verlangen der Berufsgenossenschaft einem anderen mit einer Vorsorgeuntersuchung betrauten ermächtigten Arzt, dem ermächtigten Nachfolger oder ihr selbst zur Erfassung vorzulegen und bei Fortfall der Ermächtigung die Gesundheitsakte der Berufsgenossenschaft zu übergeben.

(4) Die Absätze 1 bis 3 gelten für den Unternehmer nicht, wenn die zuständige Behörde dem Arzt mit der Ermächtigung auferlegt hat, die ihm nach diesen Absätzen obliegenden Pflichten zu erfüllen.

 

DA zu § 14 Abs. 1:

Hinweise zu den aufzunehmenden Daten ergeben sich aus den Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen.

Ein Muster einer Gesundheitsakte ist als Anhang 7 beigefügt.

 

DA zu § 14 Abs. 2:

In erster Linie ist der ermächtigte Arzt nach Maßgabe dieser Vorschrift und anderer besonderer Rechtsvorschriften (Röntgenverordnung, Strahlenschutzverordnung, Berufsordnungen), die im Einzelfall längere Aufbewahrungsfristen auferlegen können, zur ordnungsgemäßen Aufbewahrung der Gesundheitsakte verpflichtet. Auch für den Fall des Todes des ermächtigten Arztes ist für die Erfüllung der Pflichten aus § 14 Abs. 2 und 3 zu sorgen.

 

DA zu § 14 Abs. 2 und 3:

Die Weitergabe der Gesundheitsakte ist nur möglich, wenn Gründe der ärztlichen Schweigepflicht dem nicht entgegenstehen.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 15: Nachgehende Untersuchungen

§ 15 Nachgehende Untersuchungen

(1) Versicherte sind durch nachgehende Untersuchungen zu überwachen, wenn sie

1.nach dem 1. Oktober 1984 eine Tätigkeit beendet haben, bei der die Auslöseschwelle für krebserzeugende Gefahrstoffe überschritten war,
und
2.diese Tätigkeit so lange ausgeübt haben, daß mindestens eine Nachuntersuchung zu veranlassen war, oder, bei Umgang mit Asbest, diese Tätigkeit mindestens 3 Monate ausgeübt haben. DA

(2) Die Berufsgenossenschaft kann abweichend von Absatz 1 nachgehende Untersuchungen anordnen. Der Unternehmer hat in diesen Fällen der Berufsgenossenschaft die zur Veranlassung der nachgehenden Untersuchungen erforderlichen Daten auf Verlangen zur Verfügung zu stellen. DA

(3) Nachgehende Untersuchungen hat bei bestehendem Beschäftigungsverhältnis der Unternehmer zu veranlassen. Ist der Versicherte aus dem Unternehmen ausgeschieden, in dem diese Tätigkeit ausgeübt wurde, veranlaßt die Berufsgenossenschaft die nachgehenden Untersuchungen. DA

(4) Nachgehende Untersuchungen sind nach den gesicherten arbeitsmedizinisch-toxikologischen Erkenntnissen über die Wirkungsweise des jeweiligen Gefahrstoffes innerhalb einer Zeitspanne von längstens 5 Jahren durchzuführen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt der letzten Nachuntersuchung. DA

 

DA zu § 15 Abs. 1:

Nachgehende Untersuchungen sind wegen der langen Latenzzeit erforderlich, wenn ein Versicherter nicht mehr Tätigkeiten an einem Arbeitsplatz mit Überschreiten der Auslöseschwelle für krebserzeugende Gefahrstoffe ausübt. Dies gilt auch für die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen oder dem Berufsleben.

Auf die einschlägigen Berufsgenossenschaftlichen Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen (z.B. G 1.2, G 4, G 8, G 15, G 16, G 32, G 33, G 36, G 38, G 40, G 44) wird hingewiesen.

Die nachgehenden Untersuchungen werden ebenso wie die Erstuntersuchung und Nachuntersuchungen in der Vorsorgekartei erfaßt (siehe § 11 ).

 

DA zu § 15 Abs. 2:

Aus arbeitsmedizinischen oder versicherungsrechtlichen Gründen kann es erforderlich werden, nachgehende Untersuchungen auch für Versicherte anzuordnen, die ausschließlich in Zeiträumen der Vergangenheit (vor dem 1. Oktober 1984 oder vor dem Zeitpunkt der Herabsetzung einer Auslöseschwelle) mit krebserzeugenden Gefahrstoffen umgegangen sind. Der Unternehmer hat in diesen Fällen der Berufsgenossenschaft die zur Organisation der nachgehenden Untersuchungen erforderlichen Angaben zu machen, soweit sie ihm vorliegen. In der Regel wird es sich um die Angaben nach § 13 handeln.

 

DA zu § 15 Abs. 3:

Das besondere Verfahren der Zentralen Erfassungsstelle asbeststaubgefährdeter Arbeitnehmer (ZAs), Augsburg, bleibt unberührt. Die Zentrale Erfassungsstelle veranlaßt die nachgehende Untersuchung, wenn ihr eine Abmeldung vorliegt, auch wenn der Versicherte noch nicht aus dem Unternehmen ausgeschieden ist.

 

DA zu § 15 Abs. 4:

Die gemeinsamen Bestimmungen des Abschnitts II gelten sinngemäß auch für nachgehende Untersuchungen (§§ 6 , 8 bis 12 ). Da der Versicherte bei nachgehenden Untersuchungen nicht mehr Tätigkeiten an einem Arbeitsplatz ausübt, an denen die Auslöseschwelle für krebserzeugende Gefahrstoffe überschritten ist, kann die ärztliche Bescheinigung sich auf die Nachweise beschränken, daß eine Untersuchung stattgefunden hat und zu welchem Datum die nächste nachgehende Untersuchung stattfinden soll.

Der ermächtigte Arzt ist nicht gehindert, dem Versicherten Empfehlungen zu erteilen, wenn Bedenken aus der aktuellen Arbeitsplatzsituation erwachsen oder wenn der Gesundheitszustand des Versicherten dies erfordert.

Ein Muster der ärztlichen Bescheinigung bei nachgehender Untersuchung ist als Anhang 4 beigefügt.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 16: Verfahrensweise für strahlenexponierte Personen

IV. Besondere Bestimmungen für ionisierende Strahlung

§ 16 Verfahrensweise für strahlenexponierte Personen

Die Berufsgenossenschaft kann nachgehende Untersuchungen für strahlenexponierte Personen der Kategorie A (Anlage X Tabelle X 1 Spalte 2) der Strahlenschutzverordnung oder Kategorie A (Anlage IV Tabelle 1 Spalte 2) der Röntgenverordnung anordnen. Die §§ 13 , 14 und 15 gelten entsprechend.


DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 17: Ordnungswidrigkeiten

V. Ordnungswidrigkeiten

§ 17 Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig im Sinne des § 209 Abs. 1 Nr. 1 Siebtes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII) handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen des

§ 3 Abs. 1 oder Abs. 5 Satz 1 ,
§ 9 Abs. 3 ,
§ 11 Abs. 1 , Abs. 2 Satz 1 oder Absatz 4 ,
§ 12 Abs. 1 oder Absatz 3 ,
§ 13 Abs. 1 Satz 1 oder 2 , Absatz 2 ,
§ 14 Abs. 1 Satz 1 oder Absatz 2 ,
§ 15 Abs. 1 in Verbindung mit Absatz 3 Satz 1 ,
oder
§ 16 in Verbindung mit
§ 13 Abs. 1 Satz 1 oder 2 ,
§ 13 Abs. 2 ,
§ 15 Abs. 1 in Verbindung mit Absatz 3 Satz 1 ,

zuwiderhandelt.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, § 18: Inkrafttreten

VI. Inkrafttreten

§ 18 Inkrafttreten

Diese Unfallverhütungsvorschrift tritt am 1. Oktober 1993 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Unfallverhütungsvorschrift "Arbeitsmedizinische Vorsorge" vom 1. Oktober 1984 in der Fassung vom 1. April 1991 außer Kraft.

Erster Nachtrag
Dieser Nachtrag tritt am 1. Januar 1997 in Kraft.

Diese Unfallverhütungsvorschrift tritt für die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft am 1. Januar 2012 in Kraft.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anlage 1

Anlage 1

Gefahrstoffe und gefährdende Tätigkeiten Nachuntersuchungsfristen
(in Monaten)
Nachgehende Untersuchungen (in Monaten)
erste Nach-
untersuchung
weitere Nach-
untersuchungen
Acrylamid
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Acrylnitril
12-24
12-24
≤ 60
o-Aminoazotoluol
≤ 60
≤ 60
≤ 60
4-Aminobiphenyl
6-9
6-12
≤ 60
Salze von 4-Aminobiphenyl
6-9
6-12
≤ 60
2-Amino-4-Nitrotoluol
6-9
6-12
≤ 60
Antifouling Farben
6
12
≤ 60
Antimontrioxid 2)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
aromatische Nitro- und Aminoverbindungen
6-9
6-12
-
Arsenpentoxid, arsenige Säure, Arsensäure und deren Salze, (Arsenite, Arsenate) 2)
6
12
≤ 60
Arsentrioxid
siehe Diarsentrioxid
 
Asbest 2)
12-36
12-36
≤ 60
Chrysotil, Amphibol-Asbeste (Aktinolith, Amosit, Anthophyllit, Krokydolith, Tremolit)
 
 
 
Tragen von ATEMSCHUTZGERÄTEN 9)
 
 
 
Personen bis 50 Jahre
36
36
-
Personen über 50 Jahre:
 
 
 
 - Gerätegewicht bis 5 kg
24
24
-
 - Gerätegewicht über 5 kg
12
12
-
ARBEITSAUFENTHALT IM AUSLAND
unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen
24-36
24-36
-
Auramin, techn.
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Azofarbstoffe, mit krebserzeugender Aminkomponente
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Benzidin (4,4'-Diaminobiphenyl)
6-9
6-12
≤ 60
Salze von Benzidin
6-9
6-12
≤ 60
Benzol
2
3-6
≤ 60
Benzo(a)pyren 4)
24-36
24-36
≤ 60
Beryllium 2)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Berylliumverbindungen 2)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Arbeiten im Bereich der BIOTECHNOLOGIE
12
12
-
Bis(chlormethyl)ether
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Blei oder seine Verbindungen (ausgenommen sind Bleitetraethyl, Bleitetramethyl)
ärzt-
liche
biolo-
gische
ärzt-
liche
biolo-
gische
 
- Bleikonzentration in der Luft über 75 µg/m3 oder Bleikonzentration im Blut zwischen 50 und 60 µg/100 ml
12
6
12
6
 
- Bleikonzentration in der Luft zwischen 75 und 100 µg/m 3 und Bleikonzentration im Blut bis zu 50 µg/100 ml
12
12
12
12
 
- Bleikonzentration im Blut über 60 µg/100 ml bis 70 µg/100 ml
unver-
züglich 5)
6
12
6
 
Bleialkyle:
- Bleitetraethyl
- Bleitetramethyl
3-6
12-24
-
Buchenholzstaub
≤ 60
≤ 60
≤ 60
1,3-Butadien
≤ 60
≤ 60
≤ 60
2,4-Butansulton
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Cadmium und seine Verbindungen 10)
12-18
12-24
≤ 60
Cadmiumchlorid 2)
12-18
12-24
≤ 60
Cadmiumoxid 10)
12-18
12-24
≤ 60
Cadmiumsulfat10)
12-18
12-24
≤ 60
Calciumchromat 2)
6-9
12-24
≤ 60
Chlordimethylether
siehe Chlormethyl-methylether
p-Chloranilin 10)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
1-Chlor-2,3-epoxypropan (Epichlorhydrin)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Chlorfluormethan
≤ 60
≤ 60
≤ 60
N-Chlorformylmorpholin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Chlormethyl-methylether
(Chlordimethylether)
1)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
4-Chlor-o-toluidin
6-9
6-12
≤ 60
Chrom(III)-Chromate 2)
6-9
12-24
≤ 60
Chrom(VI)-Verbindungen, ausgenommen: Calciumchromat, Chrom(III)-Chromate, Strontium-
chromat, Zinkchromat
6-9
12-24
≤ 60
Cobalt und seine Verbindungen 10)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Cobalt2 3 (als Cobaltmetall,Cobaltoxid und Cobaltsulfid)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
2,4-Diaminoanisol
≤ 60
≤ 60
≤ 60
4,4'-Diaminobiphenyl
siehe Benzidin
4,4'-Diaminodiphenylmethan und
-dihydrochlorid
≤ 60
≤ 60
≤ 60
2,4-Diaminotoluol (2,4-Toluylendiamin)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
o-Dianisidin
siehe 3,3'-Dimethoxybenzidin
Diarsentrioxid (Arsentrioxid)
6
12
≤ 60
Diazomethan
≤ 60
≤ 60
≤ 60
1,2-Dibrom-3-chlorpropan
≤ 60
≤ 60
≤ 60
1,2-Dibromethan (Ethylendibromid)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Dichloracetylen
≤ 60
≤ 60
≤ 60
3,3'-Dichlorbenzidin
6-9
6-12
≤ 60
Salze von 3,3'-Dichlorbenzidin
6-9
6-12
≤ 60
1,4-Dichlorbuten-2
≤ 60
≤ 60
≤ 60
2,2'-Dichlordiethylsulfid
≤ 60
≤ 60
≤ 60
1,2-Dichlorethan (Ethylenchlorid)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
2,2'-Dichlor-4,4'-methylendianilin [4,4'-Methylen-bis(2-Chloranilin)]
6-9
6-12
≤ 60
Salze von 2,2'-Dichlor-4,4'-methylendianilin [Salze von 4,4'-Methylen-bis(2-chloranilin)]
6-9
6-12
≤ 60
1,3-Dichlor-2-propanol10)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
1,3-Dichlorpropen (cis- und trans-)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Dieselmotor-Emissionen
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Diethylsulfat
≤ 60
≤ 60
≤ 60
3,3'-Dimethoxybenzidin (o-Dianisidin)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Salze von 3,3'-Dimethoxybenzidin (Salze von o-Dianisidin)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
3,3'-Dimethylbenzidin (o-Tolidin)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Salze von 3,3'-Dimethylbenzidin (Salze von o-Tolidin)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Dimethylcarbamoylchlorid
≤ 60
≤ 60
≤ 60
3,3'-Dimethyl-4,4'-diaminodiphenylmethan
6-9
6-12
≤ 60
N,N-Dimethylhydrazin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
1,2-Dimethylhydrazin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Dimethylnitrosamin (N-Nitrosodimethylamin)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Dimethylsulfamoylchlorid
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Dimethylsulfat
≤ 60
≤ 60
≤ 60
2,6-Dinitrotoluol
6-9
9-12
≤ 60
Eichenholzstaub
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Epichlorhydrin
siehe 1-Chlor-2,3-epoxipropan
1,2-Epoxybutan10) (1,2-Butylenoxid)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
1,2-Epoxypropan (1,2-Propylenoxid)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Ethylcarbamat
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Ethylendibromid
siehe 1,2-Dibromethan
Ethylenchlorid
siehe 1,2-Dichlorethan
Ethylenimin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Ethylenoxid
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Fluor und seine anorganischen Verbindungen
12
12
-
Hexamethylphosphorsäuretriamid
≤ 60
≤ 60
≤ 60
HITZEARBEITEN
 
 
 
Personen bis 50 Jahre
60
60
-
Personen über 50 Jahre
24
24
-
Hydrazin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Tätigkeiten mit INFEKTIONSGEFÄHRDUNG
12
36
-
Iodmethan (Methyliodid)
≤ 60
≤ 60
-
IONISIERENDE STRAHLUNG
 
 
Nachgehende Untersuchun-
gen sind
nur auf
Verlangen
der
Berufsgenos-
senschaft
erforderlich:
≤ 60
Isocyanate
3-6
12-24
-
KÄLTEARBEITEN
 
 
 
Temperaturen -25 °C bis -45 °C
6
12
-
Temperaturen kälter als -45 °C
3
6
-
Kohlenmonoxid
Nachuntersuchungen sind nur in den Fällen des § 5 Abs. 3 notwendig
Tätigkeiten im LÄRM 7)9)
 
 
 
90 dB > LAr ³ 85 dB
12
60
-
             LAr ³ 90 dB
12
36
-
Kohlenmonoxid Die Durchführung des audiometrischen Siebtests als Bestandteil der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung kann außer vom ermächtigten Arzt auch von hierfür besonders ausgebildeten Hilfskräften unter Leitung und Aufsicht des ermächtigten Arztes vorgenommen werden.
 
Methanol
12-18
12-24
-
2-Methylaziridin (Propylenimin)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
N-Methyl-bis(2-chlorethyl)amin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Methylchlorid
siehe Monochlormethan
4,4'-Methylen-bis(2-chloranilin)
siehe 2,2'-Dichlor-4,4'-methylendianilin
4,4'-Methyl-bis(N,N-dimethylanilin)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Monochlormethan (Methylchlorid)
3-6
12-18
-
2-Naphthylamin
6-9
6-12
≤ 60
Salze von 2-Naphthylamin
6-9
6-12
≤ 60
Nickel 2) 3) (als Nickelmetall, Nickelsulfid und sulfidische Erze, Nickeloxid und Nickelcarbonat)
sowie
36-60
36-60
≤ 60
Nickelverbindungen in Form atembarer Tröpfchen
12-24
12-24
≤ 60
Nickeltetracarbonyl
12-24
12-60
≤ 60
5-Nitroacenaphthen
6-9
6-12
≤ 60
4-Nitrodiphenyl
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Nitroglycerin oder Nitroglykol
3-6
6-18
-
2-Nitronaphthalin
6-9
6-12
≤ 60
2-Nitropropan
≤ 60
≤ 60
≤ 60
N-Nitrosodiethanolamin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
N-Nitrosodiethylamin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
N-Nitrosodimethylamin
siehe Dimethylnitrosamin
N-Nitrosodi-i-propylamin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
N-Nitrosodi-n-butylamin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
N-Nitrosodi-n-propylamin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
N-Nitrosoethylphenylamin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
N-Nitrosomethylethylamin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
N-Nitrosomethylphenylamin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
N-Nitrosomorpholin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
N-Nitrosopiperidin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
N-Nitrosopyrrolidin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Oberflächenbehandlung in Räumen und Behältern
Fristen werden vom ermächtigten Arzt festgelegt
4,4'-Oxidianilin (ODA)
6-9
6-12
≤ 60
Peche
siehe Benzo(a)pyren
Pentachlorethan)
3-6
6
-
Pentachlorphenol 10)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Perchlorethylen
siehe Tetrachlorethen
Phosphor, weißer
6-9
12-18
-
3-Propanolid (1,3-Propiolacton)
≤ 60
≤ 60
≤ 60
1,3-Propansulton
≤ 60
≤ 60
≤ 60
1,3-Propiolacton
siehe 3-Propanolid
Propylenimin
siehe 2-Methylaziridin
1,2-Propylenoxid
siehe 1,2-Epoxypropan
Quecksilber:
 
 
 
- Alkyl-Quecksilberverbindungen
3-6
6-12
-
- Quecksilbermetall und sonstige Quecksilberverbindungen
6-9
6-12
 
RÖNTGENSTRAHLUNG
siehe IONISIERENDE STRAHLUNG
Schwefelkohlenstoff
3-6
6-18
-
Schwefelwasserstoff
6-12
12-24
-
SCHWEISSRAUCHE
36
36
-
Silikogener Staub
36
36
-
Strahlmittel
36
36
-
Strontiumchromat 2)
6-9
12-24
≤ 60
TAUCHERARBEITEN
12
12
-
2,3,7,8-Tetrachlordibenzo-p-dioxin
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Tetrachlorethan
3-6
6
-
Tetrachlorethen (Tetrachlorethylen, Perchlorethylen)
12-18
12-24
-
Tetrachlorethylen
siehe Tetrachlorethen
Tetrachlorkohlenstoff
3-6
6
-
Tetrachlormethan
siehe Tetrachlorkohlenstoff
4,4'-Thiodianilin (THDA)
6-9
6-12
≤ 60
Thomasphosphat
2
2. und 3.
Nachuntersu-
chung: 2
weitere Nach-
untersuchun-
gen: 12
 
o-Tolidin
siehe 3,3'-Dimethylbenzidin
o-Toluidin
6-9
6-12
≤ 60
Toluol 8)
12-18
12-24
-
2,4-Toluylendiamin
siehe 2,4-Diaminotoluol
2,3,4-Trichlorbuten-1
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Trichlorethen (Trichlorethylen)
12-18
12-24
-
Trichlorethylen
siehe Trichlorethen
2,4,5-Trimethylanilin
6-9
6-12
≤ 60
Vinylchlorid
6-12
12-24
≤ 60
4-Vinyl-1,2-cyclohexendiepoxid
≤ 60
≤ 60
≤ 60
Xylole
12-18
12-24
-
Zinkchromate (einschl. Zinkkalium-chromat) 2)
6-9
12-24
≤ 60
Sonstige krebserzeugende Gefahrstoffe 6)
≤ 60
≤ 60
≤ 60

1) Die Einstufung bezieht sich auf den technischen Chlormethyl-methylether, der nach vorliegenden Erfahrungen bis zu 7 vom Hundert Bis(chlormethyl)ether als Verunreinigung enthalten kann.
2) Wenn beim Umgang der Stoff in atembarer Form (bei Asbest als Feinstaub) auftreten kann.
3) Legierungen sind hierbei nicht erfasst.
4) Als Bezugssubstanz für krebserzeugende polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH) in Pyrolyseprodukten aus organischem Material.
5) Die ärztliche Untersuchung kann so lange zurückgestellt werden, bis sich im Anschluss an eine erneute Bestimmung des Blutbleispiegels, die innerhalb eines Monats erfolgt, zeigt, dass der Wert von 60 µg/100 ml Blut weiterhin überschritten wird.
6) Der Begriff "sonstige Krebs erzeugende Gefahrstoffe" (mit einer einheitlichen Nachuntersuchungsfrist von ≤ 60 Monaten) steht im Anhang V der Gefahrstoffverordnung stellvertretend für alle Krebs erzeugenden Gefahrstoffe des Anhang II, die in Anhang V nicht als Einzelsubstanz genannt werden.
7) Bei der Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung lautet bei einem Beurteilungspegel LAr ≥ 85 dB die Frist für alle weiteren Nachuntersuchungen: 36 Monate
8) Bei der Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung lauten die Fristen für die erste, zweite und dritte Nachuntersuchung jeweils: 12 Monate, für alle weiteren Nachuntersuchungen 12 - 24 Monate.
9) Im Geltungsbereich der Gesundheitsschutz-Bergverordnung (GesBergV) werden andere Fristen für Nachuntersuchungen genannt (Anhang 1.1).
10) Nach Anlage 1 zur TRGS 500 "Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Krebs erzeugenden Gefahrstoffen, die nicht in Anhang II der GefStoffV aufgeführt sind – Zuordnung zu den Gefährdungsgruppen –".

 

Erläuterungen zur Schriftart:
Normalschrift =
Gefahrstoffe
Kursivdruck = Gefahrstoffe, die in Anhang V Gefahrstoffverordnung aufgeführt sind
Kursiver Fettdruck = krebserzeugende Gefahrstoffe, die in Anhang II Nr. 1.1 (Abs. 1 und 2) Gefahrstoffverordnung aufgeführt sind
Fettdruck = krebserzeugende Gefahrstoffe, die in Anhang V und in Anhang II Nr. 1.1 (Abs. 1 und 2) Gefahrstoffverordnung aufgeführt sind
Schrift in GROSSBUCHSTABEN = gefährdende Tätigkeit

 

 

Anhang 1

Über die in Anlage 1 genannten Gefahrstoffe und gefährdenden Tätigkeiten hinaus sind spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen in folgenden Rechtsvorschriften vorgeschrieben:

Gefahrstoffe oder Tätigkeiten Rechtsgrundlagen Nachuntersuchungsfristen
(Zahlenangaben in Monaten)
erste Nachuntersuchung weitere Nachuntersuchungen
Bergbau
Arbeiten im Bergbau
Gesundheitsschutz-Bergverordnung (GesBergV) vom 31. Juli 1991 siehe Anhang 1.1
Bergbau
Klimaenwirkungen im Bergbau
§ 12 Bergverordnung zum Schutz der Gesundheit gegen Klimaeinwirkungen vom 09.06.1983 12-24 12-24
Arbeiten in der Biotechnologie § 30 (2) Nr. 9 des Gesetzes zur Regelung von Fragen der Gentechnik (Gentechikgesetz) vom 20. Juni 1990 12 12
Druckluftarbeiten §§ 10, 12 Druckluft-Verordnung vom 04.10.1972, geändert 12.04.1976 12 12
Frauen auf Fahrzeugen § 2 Verordnung über die Beschäfti-gung von Frauen auf Fahrzeugen vom 02.12.1971 18 18
Binnenschiffer § 14.03 Vierte Verordnung zur Änderung der Verordnung zur Rhein-schiffs-Untersuchungsordnung Nach vollendung des 65. Lebensjahres Nach vollendung des 65. Lebensjahres
jährlich
Jugendlich unter 18 Jahren §§ 32, 34 Jugendarbeitsschutzgesetz vom 12.04.1976 12 12 (freiwillig)
Land- und Forstwirtschaft bestimmte Arbeiten § 1 UVV 4.3/GUV 1.13
§ 1 UVV 4.5 der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften vom 01.01.1981
je nach Bedarf
Seeleute §§ 6 bis 9 Verordnung über die See-diensttauglichkeit vom 19.08.1970 geändert 09.09.1975 12 24
12 12
    bei Jugendlichen und bei Personen, die Speisen und Getränke zubereiten

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 1.1

Anhang 1.1

Nachuntersuchungsfristen im Geltungsbereich der Gesundheitsschutz-Bergverordnung (GesBergV) vom 31. Juli 1991

Nachuntersuchungen
  Personengruppen Frist
(Jahr[e])
1 Nachuntersuchungen für Beschäftigte, die mit oder durch den technischen Betrieb gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgesetzt sind  
1.1 im untertägigen Steinkohlenbergbau 2
1.2 auf meerestechnischen Anlagen in Küstengewässern 2
1.3 im untertägigen Nichtsteinkohlenbergbau 3
1.4 in Tagesanlagen und Tagebauen des Steinkohlenbergbaus 3
1.5 in Tagesanlagen und Tagebauen des Nichtsteinkohlenbergbaus 5
2 Nachuntersuchungen für besondere Beschäftigte im technischen Betrieb  
2.1 Personen  
2.1.1 der Eignungsgruppen 2.11 und 2.12 im Nichtsteinkohlenbergbau 2
2.1.2 der Eignungsgruppen 2.21 bis 2.25 sowie 4 1
2.1.3 jünger als 21 Jahre 1
2.2 Träger von Atemschutzgeräten in  
2.2.1 Grubenwehren  
2.2.1.1 18 bis 20 Jahre alt 1
2.2.1.2 21 bis 39 Jahre alt 2
2.2.1.3 40 Jahre und älter 1
2.2.2 Gasschutz- und Feuerwehren  
2.2.2.1 18 bis 20 Jahre alt 1
2.2.2.2 21 bis 49 Jahre alt 3
2.2.2.3 50 Jahre und älter 1
2.3 Gerätewarte von Gruben-, Gasschutz- und Feuerwehren 2
2.4 Taucher 1
2.5 Personen der Gruppen 2.2 und 2.4 nach Krankheiten und Unfällen, - die eine wesentliche gesundheitliche Beeinträchtigung zur Folge haben können unverzüglich
3 Spezielle Nachuntersuchungen unabhängig von den Nachuntersuchungen nach den Nummern 1 und 2  
3.1 Beschäftigte, die Fahr-, Steuer- oder Überwachungstätigkeiten ausführen  
3.1.1 jünger als 50 Jahre 5
3.1.2 50 Jahre und älter 2
3.2 Beschäftigte in lärmexponierten Betriebspunkten 3
3.3 Beschäftigte an stationären Bildschirmgeräten 5

Nachuntersuchungen und deren Fristen nach anderen Rechtsvorschriften bleiben unberührt.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 2

Anhang 2
Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 100) "Auslöseschwelle für gefährliche Stoffe"

1 Allgemeines

(1) Die Auslöseschwelle ist die Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz oder im Körper, bei deren Überschreitung zusätzliche Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit erforderlich sind. Der Überschreitung der Auslöseschwelle steht es gleich, wenn Verfahren angewendet werden, bei denen Maßnahmen nach Satz 1 erforderlich sind oder wenn ein unmittelbarer Hautkontakt besteht.

(2) Der Nichtüberschreitung der Auslöseschwellen steht es gleich, wenn Verfahren angewendet werden, bei denen es sicher ist, daß eine Exposition nicht möglich ist.

(3) Durch Maßnahmen, die an eine Überschreitung der Auslöseschwelle gebunden sind, sollen restliche Risiken für die Gesundheit, die auch bei Einhaltung der geltenden MAK-, TRK- und BAT-Werte für Gefahrstoffe nicht vollständig auszuschließen sind, weiter vermindert werden.

(4) Die Feststellung, ob die Auslöseschwelle über- oder unterschritten ist, erfolgt im Rahmen der Überwachung des TRK- bzw. MAK-Wertes nach TRGS 402 1).


1) TRGS 402 "Ermittlung und Beurteilung der Konzentrationen gefährlicher Stoffe in der Luft in Arbeitsbereichen" zu beziehen beim Carl Heymanns Verlag, Luxemburger Straße 449, 50939 Köln



2 Maßnahmen bei Überschreitung der Auslöseschwelle

Bei Überschreitung der Auslöseschwelle sind folgende zusätzliche Maßnahmen erforderlich:

2.1 bei krebserzeugenden Stoffen

2.1.1 persönliche Schutzausrüstung (§ 19 Abs. 4 und Anhang II Nr. 1.2.3.2 Abs. 2 Nr. 2 GefStoffV)

2.1.2 Mitteilung an die betroffenen Arbeitnehmer und Betriebs- oder Personalräte (§ 21 Abs. 2 GefStoffV)

2.1.3 Beschäftigungsbeschränkungen (§ 26 und Anhang II Nr. 1.2.3.2 Abs. 3 GefStoffV)

2.1.4 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen (§ 28 i. V. mit Anhang V GefStoffV u. VBG 100)

2.1.5 Anzeige an die Behörde (Anhang II Nr. 1.2.2 Abs. 1 i. V. mit Abs. 5 GefStoffV)

2.1.6 behördliche Untersagungsmöglichkeit in bestimmten Fällen (Anhang II Nr. 1.2.2 Abs. 3 i. V. mit Abs. 5 GefStoffV)

2.1.7 Arbeitszeitregelungen (Anhang II Nr. 1.3.1.3 Abs. 3 GefStoffV) (nur bei Asbest)

2.2 bei Stoffen mit MAK-Werten

2.2.1 arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen (§ 28 und Anhang V GefStoffV und VBG 100)2)

2.2.2 Beschäftigungsbeschränkungen (§ 26 GefStoffV)

2.2.3 Mitteilung an die betroffenen Arbeitnehmer und die Betriebs- und Personalräte (§ 21 Abs. 2 GefStoffV)


2) UVV "Arbeitsmedizinische Vorsorge" (VBG 100), zu beziehen bei Berufsgenossenschaft oder Carl Heymanns Verlag, Luxemburger Straße 449, 50939 Köln

 

 

3 Überschreiten der Auslöseschwelle bei krebserzeugenden Stoffen

(1) Bei krebserzeugenden Stoffen ist die Auslöseschwelle überschritten, wenn der TRK-Wert nicht dauerhaft eingehalten ist. 3)

(2) Für krebserzeugende Stoffe der Gruppe I, für die ein TRK-Wert nicht festgesetzt ist, ist die Auslöseschwelle überschritten, wenn eine Exposition nicht sicher ausgeschlossen ist.

 

4 Überschreitung der Auslöseschwelle bei Stoffen mit MAK-Wert

(1) Für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen (2.2.1) ist die Auslöseschwelle überschritten, wenn der MAK-Wert nicht dauerhaft sicher eingehalten ist.3)

(2) Für Maßnahmen nach Nummer 2.2.2 ist die Auslöseschwelle überschritten, wenn der MAK-Wert nicht eingehalten ist.

(3) Für Stoffe mit BAT-Wert ist die Auslöseschwelle auch überschritten, wenn der BAT-Wert nicht eingehalten ist.


3) Eine dauerhaft sichere Einhaltung des TRK- oder MAK-Wertes ist in der Regel zu unterstellen, wenn bei Kontrollmessungen die Schichtmittelwerte kleiner als 1/4 des TRK- bzw. MAK-Wertes sind oder bei Dauerüberwachung durch Alarmierung garantiert werden kann, daß kein Schichtmittelwert den TRK- bzw. MAK-Wert übersteigt.



5 Überschreitung der Auslöseschwelle bei hautresorptiven Stoffen 4)

Bei gefährlichen Stoffen, die durch die Haut aufgenommen werden können, ist in der Regel von einer Überschreitung der Auslöseschwelle auszugehen, wenn beim Umgang mit den Gefahrstoffen ein unmittelbarer Hautkontakt besteht.


4) TRGS 150 "Unmittelbarer Hautkontakt", zu beziehen beim Carl Heymanns Verlag, Luxemburger Straße 449, 50939 Köln.



6 Auslöseschwelle und stoffspezifische Arbeitsverfahren oder Tätigkeiten

Abweichend von Nummer 3 und 4 können in Technischen Regeln stoffspezifische Arbeitsverfahren oder Tätigkeiten genannt werden, für die eine Überschreitung bzw. Unterschreitung der Auslöseschwelle zu unterstellen ist.

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 3

Anhang 3
Ärztliche Bescheinigung

 

 


DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 4

Anhang 4
Ärztliche Bescheinigung bei nachgehenden Untersuchungen

 

 

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 5

Anhang 5
Vorsorgekartei

 

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 6

Anhang 6
Formblätter für die Mitteilung nach § 13

 

 

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 7

Anhang 7
Gesundheitsakte und Befund

 

 

 

 

 

 

 


DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 8

Anhang 8

Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen für Gefahrstoffe oder gefährdende Tätigkeiten, für die in der Anlage 1 Vorsorgeuntersuchungen vorgeschrieben sind:

G 1.1 Gesundheitsgefährlicher mineralischer Staub,
Teil 1: Silikogener Staub

G 1.2 Gesundheitsgefährlicher mineralischer Staub,
Teil 2: Asbesthaltiger Staub

G 2 Blei oder seine Verbindungen (mit Ausnahme der Bleialkyle)

G 3 Bleialkyle

G 5 Nitroglyzerin oder Nitroglykol

G 6 Schwefelkohlenstoff

G 7 Kohlenmonoxid

G 8 Benzol

G 9 Quecksilber oder seine Verbindungen

G 10 Methanol

G 11 Schwefelwasserstoff

G 12 Phosphor (weißer)

G 13 Tetrachlormethan (Tetrachlorkohlenstoff)

G 14 Trichlorethylen

G 15 Chrom-VI-Verbindungen

G 16 Arsen oder seine Verbindungen (mit Ausnahme des Arsenwasserstoffs)

G 17 Tetrachlorethylen (Perchlorethylen)

G 18 Tetrachlorethan oder Pentachlorethan

G 20 Lärm

G 21 Kältearbeiten

G 26 Atemschutzgeräte

G 27 Isocyanate

G 28 Monochlormethan

G 29 Benzolhomologe (Toluol, Xylole)

G 30 Hitzearbeiten

G 31 Überdruck

G 32 Cadmium oder seine Verbindungen

G 33 Aromatische Nitro- oder Aminoverbindungen

G 34 Fluor oder seine anorganischen Verbindungen

G 35 Arbeitsaufenthalt im Ausland unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen

G 36 Vinylchlorid

G 38 Nickel oder seine Verbindungen

G 39 Schweißrauche

G 40 Krebserzeugende Gefahrstoffe - allgemein

G 42 Infektionskrankheiten

G 43 Biotechnologie

G 44 Buchen- und Eichenholzstaub

 

Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen, die keine Entsprechung in der Anlage 1 haben:

G 4 Arbeitsstoffe, die Hautkrebs oder zur Krebsbildung neigende Hautveränderungen hervorrufen

G 22 Säureschäden der Zähne

G 23 Obstruktive Atemwegserkrankungen

G 24 Hauterkrankungen (mit Ausnahme von Hautkrebs)

G 25 Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten

G 37 Bildschirm-Arbeitsplätze

G 41 Arbeiten mit Absturzgefahr

 

DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge, Anhang 9: Bezugsquellenverzeichnis

Anhang 9

Bezugsquellenverzeichnis

Nachstehend sind die Bezugsquellen der in den Durchführungsanweisungen aufgeführten Vorschriften und Regeln zusammengestellt:




1. Gesetze/Verordnungen

Bezugsquelle:

Buchhandel
oder
Carl Heymanns Verlag KG
Luxemburger Straße 449, 50939 Köln.



2. Unfallverhütungsvorschriften

Bezugsquelle:

Berufsgenossenschaft
oder
Carl Heymanns Verlag KG
Luxemburger Straße 449, 50939 Köln.



3. Berufsgenossenschaftliche Schriften

Bezugsquelle:

Berufsgenossenschaft
oder
Carl Heymanns Verlag KG
Luxemburger Straße 449, 50939 Köln.



4. Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

Bezugsquelle:

A. W. Gentner Verlag
Forststraße 131, 70193 Stuttgart.

 

Webcode: M1451-1