BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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§ 6
Standsicherheit und Tragfähigkeit


(1) Bauliche Anlagen und ihre Teile, Hilfskonstruktionen, Gerüste, Laufstege, Geräte und andere Einrichtungen müssen so bemessen, aufgestellt, unterstützt, ausgesteift, verankert und beschaffen sein, daß sie die bei der vorgesehenen Verwendung anfallenden Lasten aufnehmen und ableiten können. Sie dürfen nicht überlastet werden und müssen auch während der einzelnen Bauzustände standsicher sein. DA


(2) Bauliche Anlagen und ihre Teile, die erst durch Erhärten, durch Verbund mit anderen Teilen oder durch nachträgliche Baumaßnahmen ihre volle Tragfähigkeit erhalten, dürfen nur entsprechend ihrer jeweiligen Tragfähigkeit belastet werden.


(3) Wände von Baugruben und Gräben sind so abzuböschen, zu verbauen oder anderweitig zu sichern, daß sie während der einzelnen Bauzustände standsicher sind. DA


(4) Wasserzuflüsse, die die Standsicherheit gefährden können, sind abzufangen und abzuführen.


(5) Hilfskonstruktionen, Gerüste, Laufstege, Baugruben- und Grabenwände sind auf ihre Standsicherheit und Tragfähigkeit zu überwachen. Dies gilt insbesondere nachdem die Arbeit längere Zeit unterbrochen worden ist oder Ereignisse eingetreten sind, die die Standsicherheit und Tragfähigkeit beeinträchtigen können. Mängel und Gefahrenzustände sind unverzüglich zu beseitigen. DA


(6) Auf Gerüstbeläge abzuspringen oder etwas auf sie zu werfen, ist unzulässig.



DA zu § 6 Abs. 1:


Diese Forderung ist erfüllt für

  • Mauerwerk, wenn es nach Normen der Reihe DIN 1053 "Mauerwerk"
    • Teil 1 "Berechnung und Ausführung",
    • Teil 2 "Mauerwerksfestigkeitsklassen aufgrund von Eignungsprüfungen",
    • Teil 3 "Bewehrtes Mauerwerk; Berechnung und Ausführung",
    • Teil 4 "Fertigbauteilen",

    errichtet wird;


  • Unterfangungen, wenn sie nach DIN 4123 "Ausschachtungen, Gründungen und Unterfangungen im Bereich bestehnder Gebäude" ausgeführt werden;

    das Aufrichten oder Umlegen von Masten, wenn dabei
    • Maststellgeräte,
    • Hebezeuge,
    • Abspanneinrichtungen,
    • Gabelstützen
      oder
    • Folgestangen
    eingesetzt werden;

  • Seilendverbindungen an Verankerungen von Abspannseilen und Gerüstaufhängungen, wenn sie ausgeführt werden
    1. mit Seilklemmen nach DIN EN 13411-5 "Endverbindungen für Drahtseile aus Stahldraht - Sicherheit - Teil 5: Drahtseilklemmen mit U-förmigem Klemmbügel" ,
    2. durch zweimaliges Schlingen des Drahtseiles um den jeweiligen Befestigungspunkt und Anbringen eines Halbschlages, wobei das Sehende des Halbschlages durch mindestens 3 Seilklemmen gesichert ist und vor jeder erneuten Verwendung überprüft wird
      oder
    3. durch mindestens zweimaliges Schlingen des Drahtseiles um den jeweiligen Befestigungspunkt und Anbringen von mindestens 2 Halbschlägen, wobei das Sehende des Halbschlages gegen unbeabsichtigtes Lösen gesichert ist und vor jeder erneuten Verwendung überprüft wird.

Bei den anfallenden Lasten sind z. B. zu berücksichtigen: Wind, Rohrleitungen zur Beton- und Mörtelförderung, Hebezeuge, Fahrzeuge, Geräte, Arbeitsbühnen oder Materiallager auf horizontalen Aussteifungen zwischen Schal- und Verbauwänden; siehe auch Normen der Reihe DIN 1055 "Einwirkungen auf Tragwerke".




DA zu § 6 Abs. 3:

Die Forderung ist erfüllt, wenn DIN 4124 "Baugruben und Gräben - Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten, " eingehalten wird.




DA zu § 6 Abs. 5

Ereignisse, die die Standsicherheit und Tragfähigkeit beeinträchtigen können sind z. B.:

  • Sturm, starker Regen, Frost und andere Naturereignisse,
  • heftige Erschütterungen durch Rammen, Sprengen, Fahrzeugverkehr.

 

Webcode: M1415-8