BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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IV. Zusätzliche Bestimmungen für Abbrucharbeiten


§ 20
Untersuchung des baulichen Zustandes, Abbruchanweisung


(1) Abzubrechende und daran angrenzende Bauteile sind auf ihren baulichen Zustand, insbesondere auf

  1. konstruktive Gegebenheiten,
  2. statische Verhältnisse,
  3. Art und Zustand der Bauteile und Baustoffe
    und
  4. Art und Lage von Leitungen zu untersuchen.

(2) Die die Abbrucharbeiten leitende Person hat deren Ablauf entsprechend dem Ergebnis der Untersuchungen nach Absatz 1 festzulegen.


(3) Für Abbrucharbeiten muß eine schriftliche Abbruchanweisung an der Baustelle vorliegen, die alle erforderlichen sicherheitstechnischen Angaben enthält. Abweichend von Satz 1 kann auf die Schriftform verzichtet werden, wenn für die jeweilige Abbrucharbeit besondere sicherheitstechnische Angaben nicht erforderlich sind. DA



DA zu § 20 Abs. 1:


Unter Abbrechen ist die Beseitigung von baulichen Anlagen und ihren Teilen auch im Zuge von Umbau- und Instandsetzungsarbeiten zu verstehen. Auf die Information "Abbrucharbeiten" (BGI 665) wird hingewiesen.



DA zu § 20 Abs. 1 Nr. 3:


Siehe auch Gefahrstoffverordnung  (hier insbesondere Asbest) und Regel "Kontaminierte Bereiche" (BGR 128 ).



DA zu § 20 Abs. 3:


Schriftliche Abbruchanweisungen sind z. B. erforderlich bei

  • Abbruch mit Großgeräten,
  • Einreißen,
  • Demontieren,
  • Sprengungen; siehe auch Unfallverhütungsvorschrift "Sprengarbeiten" (BGV C24).

In der schriftlichen Abbruchanweisung ist auch festzulegen, ob die Abbrucharbeit eine gefährliche Arbeit im Sinne des § 8 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1/GUV-V A1) ist und die ständige Anwesenheit des Aufsichtführenden erfordert.


 

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