BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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§ 16
Bestehende Anlagen


(1) Vor Beginn von Bauarbeiten ist durch den Unternehmer zu ermitteln, ob im vorgesehenen Arbeitsbereich Anlagen vorhanden sind, durch die Personen gefährdet werden können. DA


(2) Sind Anlagen nach Absatz 1 vorhanden, so sind im Benehmen mit dem Eigentümer oder Betreiber der Anlage die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen festzulegen und durchzuführen. DA


(3) Bei unvermutetem Antreffen von Anlagen nach Absatz 1 sind die Bauarbeiten sofort zu unterbrechen. Der Aufsichtführende ist zu verständigen.



DA zu § 16 Abs. 1:


Gefahren können ausgehen z. B. von:

  • elektrischen Anlagen,
  • Rohrleitungen, Kanälen, Schächten, Behältern u. Ä.,
  • Anlagen mit Explosionsgefahren,
  • maschinellen Anlagen und Einrichtungen,
  • Kran- und Förderanlagen,
  • Gefahrstoffen.

Siehe auch Gefahrstoffverordnung und BG-Regeln "Kontaminierte Bereiche" (BGR 128).



DA zu § 16 Abs. 2:


Diese Forderung ist erfüllt, wenn

  • bei Arbeiten in der Nähe elektrischer Freileitungen
    folgende Schutzabstände - auch beim Ausschwingen von Leitungsseilen, Lasten, Trag- und Lastaufnahmemitteln - eingehalten werden:
    Nennspannung (Volt) Sicherheitsabstand (Meter)
      bis 1000 V 1,0 m
    über 1 kV bis 110 kV 3,0 m
    über 110 kV bis 220 kV 4,0 m
    über 220 kV bis 380 kV 5,0 m
    oder bei unbekannter Nennspannung

Falls die Arbeiten unter Aufsicht des Betreibers der elektrischen Freileitungen durchgeführt werden, gelten die Schutzabstände nach DIN EN 50110-1 (VDE 0105-1) "Betrieb von elektrischen Anlagen",

  • bei Arbeiten in der Nähe der Fahrleitungen elektrischer Bahnen die nach DIN VDE 0105-103 "Betrieb von elektrischen Anlagen; Zusatzfestlegungen für Bahnen" geforderten Abstände eingehalten werden

    oder

    im Einvernehmen mit dem Eigentümer oder Betreiber der Frei- oder Fahrleitungen die in DIN VDE 0105 Teil 1 genannten fünf Sicherheitsregeln
  • Freischalten,
  • gegen Wiedereinschalten sichern,
  • Spannungsfreiheit feststellen,
  • Erden und Kurzschließen,
  • benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken

    eingehalten werden,

  • Arbeitsplätze und Verkehrswege an oder in der Nähe von Kran-, Förder- und anderen Maschinenanlagen durch Begrenzung der Gefahr bringenden Bewegungen, durch Abschrankung, Warnposten, Signaleinrichtungen unter anderem abgesichert werden,
  • bei Arbeiten an Gasleitungen, bei denen mit einer Gefährdung der Beschäftigten durch Gas zu rechnen ist, die Bestimmungen des Kapitels 2.31 der Regel "Betreiben von Arbeitsmitteln" (BGR/GUV-R 500) eingehalten werden.

Erdverlegte Kabel und Leitungen sind als unter Spannung stehend zu betrachten, wenn vom Betreiber die Spannungsfreiheit nicht ausdrücklich bestätigt wird.

 

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