BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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5.2   Ergänzungs-Prüflisten Arbeitssicherheit

Ergänzungs-Prüfliste B
"Arbeitssicherheit - Kraftomnibusse (KOM)"


 

In den Anwendungsbereich der Maschinenverordnung fallen z.B. nach dem 31. Dezember 1994 in den Verkehr gebrachte angebaute oder eingebaute

  • kraftbefriebene Rampen,
  • Hubeinrichtungen (Hublifte).

B 1 bis B 9 Prüfliste wie Basis-Prüfliste A 1 bis A 9, soweit zutreffend.
B 10 Gefahrstellen und Gefahrquellen
 
  Siehe §§ 3 bis 7 der Unfallverhütungsvorschrift "Kraftbetriebene Arbeitsmittel" (VBG 5).

Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 10.

Zusätzlich:

B 10.1 Der Schalter, der beim Öffnen der Heckmotorklappe den Anlasserstromkreis unterbricht, ist funktionsfähig (sofern vorhanden).
B 10.2 Gefahrstellen im Bereich von Einrichtungen zur Verbindung von Fahrzeugen, z.B. Abschleppkupplungen, sind mit Schutzeinrichtungen gesichert, wenn bei deren Benutzung die Motorraumklappe offen gehalten werden muss.
B 10.3 Sicherheitseinrichtungen, z.B. Kontaktleisten, Lichtschranken, an Quetsch- und Scherstellen von Aufbauteilen mit festen Einrichtungen der Umgebung sind vorhanden und funktionsfähig, z.B. bei kraftbetriebenen Rampen, bei Kneeling-Systemen.
B 11 und B 12 Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 11 und A 12, soweit zutreffend.
B 13 Ersatzradunterbringung
 
  Siehe § 29 Abs. 4 und 5 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).

Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 13.

Zusätzlich:

Die Entnahme des Ersatzrades ist auch bei druckloser Luftfederung möglich.

B 14 Ladungssicherung
 
  Siehe § 22 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).

Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 14.

Zusätzlich:

B 14.1 Ablagefläche unmittelbar hinter dem Fahrerplatz ist so gestaltet oder hat Einrichtungen, z.B. Mulden für Flaschen, Borde, dass abgelegte Gegenstände nicht verrutschen und herabfallen können.
B 15 Ruheräume
 
  Siehe § 8 Abs. 6 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge"
(BGV D29, bisherige VBG 12) und "BG-Regel "Liegeplätze in Führerhäusern und Ruheräumen von Fahrzeugen sowie Dachschlafkabinen" (BGR 136, bisherige ZH 1/211), insbesondere Abschnitt 4.4 "Besondere Bestimmungen für Liegeplätze in Ruheräumen von Kraftomnibussen".

Beachte:

Die nachfolgenden Prüfpunkte des Abschnitts B 15 sind mit Ausnahme von
B 15.1 (bezüglich A 15.2.3)
B 15.18
nicht anzuwenden für Ruheräume in Kraftomnibussen, die bis zum 1. Oktober 1990 erstmalig in Betrieb genommen worden sind.

Darüber hinaus sind die Prüfpunkte
B 15.2
B 15.3
B 15.5
B 15.9 bis B 15.15
nicht anzuwenden für Ruheräume in Kraftomnibussen, die bis zum 1. Oktober 1991 erstmalig in Betrieb genommen worden sind.

B 15.1 Die Prüfpunkte der Basis-Prüfliste A 15.2.1, A 15.2.3 und A 15.2.4 sind erfüllt.
B 15.2 Der Ruheraum, der parallel zur Fahrzeuglängsachse angeordnet ist, hat einen Notausstieg nach außen und einen Ausstieg nach innen.
B 15.3 Der Ruheraum, der quer zur Fahrzeuglängsachse angeordnet ist, hat unabhängig vom Zugang zum Innenraum an jeder Fahrzeuglängsseite jeweils einen Notausstieg, von denen ein Notausstieg als Fenster ausgebildet sein kann.
B 15.4 Vorhandene Notausstiege sind von innen erkennbar und leicht zu öffnen.
B 15.5 Der Ruheraum ist mindestens mit einem Fenster ausgerüstet, das die Sicht nach außen ermöglicht.
B 15.6 Zugänge zum Ruheraum und Notausstiege sind von außen erkennbar gekennzeichnet mit dem Hinweiszeichen nach Anhang 1 der BG-Regel "Liegeplätze in Führerhäusern und Ruheräume von Fahrzeugen sowie Dachschlafkabinen" (BGR 136, bisherige ZH 1/211).
B 15.7 Die Signaleinrichtung zur wechselseitigen Verständigung zwischen Ruheraum und Fahrzeugführerplatz ist funktionsfähig.
B 15.8 Im Ruheraum ist das Rauchverbotszeichen P01 nach der Unfallverhütungsvorschrift "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz" (BGV A8, bisherige VBG 125) deutlich erkennbar und dauerhaft angebracht.
B 15.9

Der unterhalb des Fahrgastraumes angeordnete Ruheraum hat einen Abstand von mindestens 1,2 m von der vorderen/hinteren KOM-Fahrzeugbegrenzung.

Der Liegeplatz im Ruheraum hat folgende Mindestabmessungen:

B 15.10
  • Breite: 600 mm,
B 15.11
  • Länge: 1900 mm,
B 15.12
  • lichte Höhe über Liegefläche, wenn Ruheraum quer zur Fahrzeuglängsachse angeordnet ist: 650 mm,
B 15.13
  • lichte Höhe über Liegefläche, wenn Ruheraum längs zur Fahrzeuglängsachse angeordnet ist: 900 mm,
B 15.14
  • Umfang der Querschnittsfläche quer zur Ruheraumlängsachse: 2800 mm.
B 15.15 Der Ruheraum hat einen Zugang vom KOM-Innenraum, dessen Mindestabmessungen 550 x 450 mm betragen.
B 15.16 Der Ruheraum kann mindestens während der Fahrt ausreichend erwärmt und unabhängig vom Fahrgastraum belüftet werden.
B 15.17 Heizung und Lüftung sind zugfrei einsetzbar und vom Ruheraum aus regelbar.
B 15.18 Der Ruheraum ist mit einer Sicherheitslüftung ausgerüstet, die die erforderliche Mindestzufuhr von Frischluft gewährleistet, auch wenn die sonstigen vorhandenen Lüftungsmöglichkeiten nicht geöffnet sind.
B 15.19 Am Ruheraum, der nicht die Anforderungen des Abschnittes 4.4 der BG-Regel "Liegeplätze in Führerhäusern und Ruheräume von Fahrzeugen sowie Dachschlafkabinen" (BGR 136, bisherige ZH 1/211) erfüllt oder der parallel zur Fahrzeuglängsachse angeordnet ist, ist deutlich erkennbar und dauerhaft das Verbotszeichen (Verbot des Aufenthalts in Ruheräumen während der Fahrt) nach Anhang 1 der vorstehend genannten BG-Regel oder DIN 70 006-1 "Sicherheits- und Hinweiszeichen für Fahrzeuge; Teil 1: Sicherheits- und Hinweiszeichen für Nutzfahrzeuge" angebracht.
B 16 bis B 25 Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 16 bis A 25, soweit zutreffend.
B 26 Fahrerplatz
 
  Siehe §§ 8 und 10 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
B 26.1 Fahrerschutz bzw. Trennwand aus Sicherheitsglas oder Kunststoff - soweit vorhanden - ist sicher befestigt und unbeschädigt.
B 26.2 Arbeitsplatzbeleuchtung ist funktionsfähig und ausreichend hell (bei Kassiertätigkeit ca. 250 Lux).
B 26.3 Blendschutz gegen Blendwirkung durch Innenbeleuchtung ist wirksam.
B 26.4 Stolperstellen, spitze Ecken und scharfe Kanten im Bereich des Fahrerarbeitsplatzes einschließlich dessen Zugangsbereich, z.B. durch ungünstig installierten Feuerlöscher oder Unterlegkeil, sind vermieden.
B 26.5 Zahltisch lässt sich nur so weit an das Lenkrad heranschwenken, dass ein Freiraum von mindestens 120 mm gewährleistet ist.
 
  Dies wird z.B. durch eine fest angebrachte formschlüssige Schwenkbegrenzung erreicht.
B 27 Türen
 
  Siehe § 35e Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), § 22 Abs. 3 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12) und Abschnitte 4.4 und 4.5 der "Richtlinien für kraftbetätigte Fenster, Türen und Tore" (ZH 1/494).

Die Anforderungen des § 35e StVZO, soweit für KOM zutreffend, und die zugehörigen "Richtlinien für fremdkraftbetätigte Fahrgasttüren in Kraftomnibussen" zu § 35e sind erfüllt (Funktionsprüfung); dies gilt auch für die im Blickfeld des Fahrzeugführers befindliche Tür (erste Tür), sofern diese mit entsprechenden Sicherheitseinrichtungen ausgerüstet ist.

Hinweis:
Die Anfahrsperre (Haltestellenbremse) sollte erst lösen, wenn die Türen geschlossen sind und das Fahrpedal betätigt wird.

B 28 Bordküche
 
  Siehe § 24 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12) und § 18 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift "Allgemeine Vorschriften" (BGV A1, bisherige VBG 1).
B 28.1 Der Fußbodenbelag ist rutschhemmend.
B 28.2 Der Küchenarbeitsbereich ist so beschaffen, dass durch Kanten, Ecken und Profile bei bestimmungsgemäßer Benutzung Verletzungen nicht zu erwarten sind.
B 28.3 Bei bestimmungsgemäßer Benutzung der Bordküchengeräte sind Verletzungen durch Verbrennen oder Verbrühen nicht zu erwarten.
B 28.4 Schutzeinrichtungen, die ein Umstürzen von Kannen und Gefäßen mit heißer Flüssigkeit wirksam verhindern, sind vorhanden.

Webcode: M1485-9