BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Sachkundigen-Prüfung für Fahrzeuge

Basis-Prüfliste A
"Arbeitssicherheit - Fahrzeuge allgemein"


 

In den Anwendungsbereich der Maschinenverordnung fallen insbesondere nach dem 31. Dezember 1994 in den Verkehr gebrachte

  • Fahrzeuge (ausgenommen solche für die Beförderung von Personen) ohne behördliche Betriebserlaubnis für den Straßenverkehr,
  • kraftbetriebene Fahrzeugaufbauten und Aufbauteile,
  • mechanische Energieübertragungseinrichtungen, die nicht für den Antrieb dienen,
  • angebaute oder mitgeführte Hub- und Kippeinrichtungen (unabhängig von der Antriebsenergie).

A 1 Arbeitsplätze auf dem Fahrzeug
 
  Siehe § 24 und Anhang 2 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
A 1.1 Arbeitsplätze haben rutschhemmende Oberflächen (Laufstege, Standflächen und Arbeitsbühnen bestehen aus Rosten).
A 1.2 Laufstege sind mindestens 400 mm breit.
A 1.3 Laufstege ragen über die letzte zu betätigende Einrichtung um mindestens 500 mm hinaus.
A 1.4 Standflächen haben Abmessungen von mindestens 400 x 500 mm.
A 1.5 Arbeitsplatz auf Sattelzugmaschine ist vorhanden (zur Herstellung der Leitungsverbindungen).
A 1.6 Arbeitsbühnen auf Fahrzeugaufbau umgeben die Außenkanten der zu betätigenden Einrichtungen allseitig um mindestens 500 mm (bei fehlendem Laufsteg in Fahrzeug-Längsrichtung).
A 1.7 Haltegriffe sind den Arbeitsflächen zugeordnet.
A 1.8 Mindestens 1 m hohe Geländer sind vorhanden bei Arbeitsplätzen, die 2 m oder höher über dem Boden liegen (ausgenommen Feuerwehrfahrzeuge, bei denen die Laufstege soweit wie möglich zur Längsmittelachse hin angeordnet sind).
A 1.9 Knieleisten in halber Geländerhöhe sind vorhanden.
A 1.10 Fußleisten von mindestens 50 mm Höhe sind vorhanden.
A 1.11 Geländer halten einer an deren Oberkante angreifenden Horizontalkraft von 300 N stand.
A 1.12 Klappgeländer sind mit vertretbarem Kraftaufwand aufzustellen; sie sind nicht nach außen klappbar.
A 1.13 Klapp-/Scherengeländer sind von einem sicheren Standort aus aufstellbar bzw. absenkbar ohne Quetsch- und Schergefahren für den Betätigenden.
A 1.14 Arbeitsfläche und Geländer sind unbeschädigt.
A 1.15 Klapp-/Scherengeländer und deren Arretierungen sind funktionsfähig (Wartung).
A 1.16 Lärmbelästigung durch Klappergeräusche während der Fahrt ist vermieden.

Beachte:
Fahrzeuge, die vor dem 1. April 1980 bereits mit

  • Laufstegen von mindestens 0,3 m Breite
    und
  • Geländern von mindestens 0,8 m Höhe
ausgerüstet waren, brauchen hinsichtlich ihrer abweichenden Abmessungen nicht umgerüstet zu werden.

A 2 Ein- und Ausstiege, Aufstiege
 
  Siehe § 25 und Anhang 2 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
A 2.1 Allgemeines
Arbeitsplätze können gefahrlos erreicht und verlassen werden; dies trifft zu auf:
A 2.1.1
  • Fahrerplatz, Beifahrerplätze,
A 2.1.2
  • Mitfahrerplätze,
A 2.1.3
  • Arbeitsplätze auf Fahrzeugaufbau,
A 2.1.4
  • Arbeitsplatz auf Sattelzugmaschine zum Herstellen der Leitungsverbindungen,
A 2.1.5
  • Ladefläche,
A 2.1.6
  • Kippbrücke, wenn das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs nicht mehr als 7,5 t beträgt,
A 2.1.7
  • Kippbrücke, wenn das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs mehr als 7,5 t beträgt und wenn die Ladefläche auf Grund wechselnder Beladung betriebsmäßig begangen werden muss,

Beachte:
Die Prüfpunkte A 2.1.6 und A 2.1.7 sind anzuwenden für Fahrzeuge, die ab dem 1. Oktober 1991 erstmalig in Betrieb genommen worden sind.

A 2.1.8
  • Aufstieg zur Windschutzscheibenreinigung.

Beachte:
Im einzelnen sind die Prüfpunkte A 2.2 für Stufenaufstiege, A 2.3 für Leiter-/Sprossenaufstiege bzw. A 2.4 für Einzeltritt-/Klapptrittaufstiege anzuwenden.

A 2.2 Stufenaufstiege, Haltegriffe
A 2.2.1 Abstand der untersten Stufe vom Boden beträgt höchstens 650 mm, beim Kraftomnibus höchstens 400 mm.
A 2.2.2 Abstände der Stufen untereinander bzw. zum Führerhausboden/Arbeitsplatz sind
  • höchstens 400 mm,
  • gleich groß (höchstens 10 % Abweichung).

Nicht anzuwenden für
  • Fahrzeuge, die bis zum 1. Oktober 1990 erstmalig in Betrieb genommen worden sind
    und
  • Feuerwehrfahrzeuge.
A 2.2.3 Auftrittstiefe beträgt mindestens 80 mm.
A 2.2.4 Fußraumtiefe beträgt mindestens 150 mm.
A 2.2.5 Auftrittsbreite beträgt
  • mindestens 300 mm,
  • für Führerhauseinstiege jedoch mindestens 230 mm.
A 2.2.6 Trittflächen haben rutschhemmende Oberflächen (außen liegende Trittflächen bestehen z.B. aus Rosten, Loch- oder Streckblechen);
Reifen, ringförmige Tritte an Radnaben und Felgen sind als Aufstiege unzulässig.
A 2.2.7 Griffgünstig angebrachte Haltegriffe oder andere gleichwertige Halteeinrichtungen sind vorhanden.

Bei Haltegriffen beträgt
A 2.2.8
  • Grifflänge mindestens 150 mm,
A 2.2.9
  • Abstand vom Boden bis Griffunterkante höchstens 1650 mm,
Nicht anzuwenden für Fahrzeuge, die bis zum 1. Oktober 1990 in Betrieb genommen worden sind.
A 2.2.10
  • Abstand von oberster Stufe/Führerhausboden bis Griffoberkante mindestens 500 mm.
A 2.3 Leiter- und Sprossenaufstiege
A 2.3.1 Abstand der untersten Sprosse vom Boden beträgt höchstens 650 mm.
A 2.3.2 Abstände der Sprossen untereinander sind höchstens 280 mm; Sprossenabstände sind gleichmäßig und ohne Unterbrechung.
A 2.3.3 Auftrittstiefe der Sprossen beträgt mindestens 20 mm; die Trittflächen sind rutschhemmend ausgeführt; die Sprossen bestehen nicht aus Rundmaterial.
A 2.3.4 Fußraumtiefe beträgt mindestens 150 mm.
A 2.3.5 Holmabstand beträgt mindestens 300 mm (bei Feuerwehrfahrzeugen mindestens 250 mm), höchstens 450 mm.
A 2.3.6 Holmführung verläuft möglichst senkrecht (Neigung bis 70° gegen Waagerechte zulässig).
A 2.3.7 Steigachse verläuft senkrecht. Holmführung ist nicht versetzt.
A 2.3.8 Trittflächen der Sprossen sind waagerecht.
A 2.3.9 Griffgünstig angebrachte Haltegriffe oder andere gleichwertige Halteeinrichtungen sind vorhanden und unbeschädigt (gilt insbesondere für Sprossenaufstiege, ausziehbare Leitern).
A 2.3.10 Haltemöglichkeit am oberen Leiterende mindestens 1000 mm (kann entfallen, wenn Haltemöglichkeit durch gleich hohes Geländer gegeben ist).
Zusätzlich für ausziehbare/klappbare Leiter
A 2.3.11
  • ist leichtgängig und ohne Quetsch- und Schergefahren zu betätigen,
A 2.3.12
  • ist so ausreichend dimensioniert, dass sie nicht nachgibt,
A 2.3.13
  • pendelt nicht durch,
A 2.3.14
  • ist für die Fahrt formschlüssig zu sichern,

Anlegeleiter (zum Besteigen der Ladefläche; gegebenenfalls zum Auf- und Abplanen)
 
  Siehe §§ 3 bis 7 und 29 der Unfallverhütungsvorschrift "Leitern und Tritte" (BGV D36, bisherige VBG 74).
A 2.3.15
  • ist am Fahrzeug vorhanden, wenn fahrzeugeigene Aufstiege zur Ladefläche fehlen,
A 2.3.16
  • ist für den Zweck geeignet, z.B. ausreichend lang,
A 2.3.17
  • ist für die Fahrt unverlierbar zu sichern,
A 2.3.18
  • ist unbeschädigt.
A 2.4 Einzeltritt-/Klapptrittaufstiege
A 2.4.1 Abstand des untersten Trittes vom Boden beträgt höchstens 650 mm.
A 2.4.2 Abstände der Tritte untereinander und zwischen dem oberen Tritt und Ladefläche/Arbeitsplatz betragen höchstens 400 mm und sind gleich groß.
A 2.4.3 Aufstieg besteht aus höchstens zwei Einzelklapptritten, die seitlich gegeneinander versetzt sind (ohne Unterschneidung).
A 2.4.4 Trittbreite beträgt mindestens 160 mm.

Für Fahrzeuge, die bis zum 1. Oktober 1990 erstmalig in Betrieb genommen worden sind: mindestens 150 mm.
A 2.4.5 Tritt-/Fußraumtiefe beträgt mindestens 150 mm.
A 2.4.6 Trittflächen haben rutschhemmende Oberflächen.
A 2.4.7 Zweckmäßige Haltemöglichkeit ist vorhanden.
A 2.4.8 Durchpendeln der Bordwand ist vermieden (soweit zutreffend).
A 2.4.9 Verschiebbare Einzeltritte haben geeignete Arretierung.
A 2.4.10 Verschiebbare bzw. klappbare Tritte sind funktionsfähig und leichtgängig.
A 3 Betätigungseinrichtungen
 
  Siehe § 11 der Unfallverhütungsvorschrift "Kraftbetriebene Arbeitsmittel" (VBG 5) und § 10 Abs. 1, § 22 Abs. 4, 10 und 11 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
A 3.1 Betätigungseinrichtungen sind so angeordnet und gestaltet, dass sie leicht und gefahrlos zu betätigen sind.
A 3.2 Betätigungseinrichtungen sind eindeutig und dauerhaft gekennzeichnet (sofern erforderlich).
A 3.3 Verwechslung von Zuordnung und Schaltsinn ist vermieden.
 
  Bei Ventilen in Rohrleitungen zeigt z.B. ein in Durchflussrichtung stehender Hebel ein geöffnetes Ventil an.
A 3.4 Betätigungseinrichtungen, wie
  • Türgriffe,
  • Bordwand- und Rungenverschlüsse,
  • Griffe von Anhänge- und Abschleppkupplungen,
  • Steuerhebel für Hydraulik und Pneumatik,
  • Steuerschieber,
  • Handräder, -kurbeln,
  • Griffe an von Hand zu bewegenden Fahrzeugteilen,
  • Sicherungsmittel, z.B. Bolzen, Federstecker,
  • ...........................................
sind so gestaltet, dass keine Verletzungen (insbesondere Quetschungen und Verletzungen durch unbeabsichtigte Bewegungen der Betätigungseinrichtungen) zu erwarten und ausreichend Freiräume für die Hände vorhanden sind.

Von Hand zu betätigende Verschlüsse an Bordwänden oder an fahrzeugeigenen Rampen sind
A 3.5
  • so angeordnet, dass sie nicht mehr als 2,0 m über der Fahrbahn oder einem anderen Arbeitsplatz auf dem Fahrzeug liegen. Anzuwenden für Fahrzeuge, die ab dem 1. Oktober 1991 erstmalig in Betrieb genommen worden sind.
A 3.6
  • so angeordnet, dass sie von außerhalb des Schwenkbereiches der Bordwand oder der Rampe betätigt werden können,
A 3.7
  • so gestaltet, dass möglicher Ladungsdruck vor vollständiger Entriegelung festgestellt werden kann, sofern die Oberkante der Bordwand oder der Rampe höher als 1,6 m über der Fahrbahn liegt (nicht zutreffend für Verschlüsse von Pendelbordwänden)
    Anzuwenden für Fahrzeuge, die ab dem 1. Oktober 1993 erstmalig in Betrieb genommen worden sind.
A 3.8 Griffe an Schiebetüren - dies können auch Zuziehgriffe sein, die nur das Schließen ermöglichen - sind in der Nähe der Hauptschließkanten angeordnet.
Nicht anzuwenden auf Fahrzeuge, die bis zum 1.Oktober 1990 erstmalig in Betrieb genommen worden sind.
A 3.9 Betätigungseinrichtungen von Kipp-, Hub- oder Schwenkeinrichtungen sind gegen unbeabsichtigtes Betätigen gesichert, z.B. durch
  • Form und Lage der Betätigungseinrichtungen,
  • Abdeckung der Betätigungseinrichtungen,
  • Formgebung der Elemente,
  • Verriegelung des Steuerhandhebels oder Steuersystems.
A 3.10 Betätigungseinrichtungen sind unbeschädigt und funktionsfähig.
A 4 Auspuffleitungen
 
  Siehe § 16 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12) und DIN EN 563 "Sicherheit von Maschinen; Temperaturen berührbarer Oberflächen; Ergonomische Daten zu Festlegung von Temperaturgrenzwerten für heiße Oberflächen".
A 4.1 Mündungen von Auspuffleitungen sind nicht in Tätigkeitsbereiche gerichtet, z.B. Steuerstände.
A 4.2 Auspuffleitungen in Tätigkeitsbereichen haben Schutz gegen Verbrennungen.
 
  Auspuffleitungen sind nicht als im Tätigkeitsbereich von Versicherten angeordnet anzusehen, wenn diese
  • unterhalb des Fahrzeugrahmens und innerhalb der Außenkanten des Fahrzeuges verlaufen (Standardauspuff)
    oder
  • bei Verlauf hinter dem Führerhaus, z.B. vertikale Anbringung, nicht im Arbeitsbereich oder in Reichweite von Versicherten angeordnet sind.

Als nicht in Reichweite von Versicherten angeordnet gelten solche Leitungen,
  • die außerhalb eines Sicherheitsabstandes von 0,55 m vom Fahrzeugumriss liegen,
  • die höher als 2 m über der jeweiligen Standfläche liegen
    oder
  • soweit sie über das Führerhausdach hinausragen.
A 5 Abnehmbare An- und Aufbauteile
 
  Siehe § 22 Abs. 2 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
A 5.1 Abnehmbare An- und Aufbauteile, wie
  • Bordwände,
  • Rungen, Rungenverlängerungen,
  • Auffahrrampen,
  • Wechselaufbauten (WAB),
  • WAB-Stützen,
  • Container,
  • Aufsetztanks,
  • Ladegestelle,
  • ...........................................
können gegen unbeabsichtigtes Lösen gesichert werden.
A 5.2 Sicherungen sind unbeschädigt, Verschleiß ist unbedenklich.
A 6 Bewegliche An- und Aufbauteile
 
  Siehe § 22 Abs. 3 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
A 6.1 Bewegliche An- und Aufbauteile, wie
  • Bordwände,
  • Klapprungen,
  • Kofferraumklappen von Kraftomnibussen,
  • Türen,
  • Rollläden,
  • Motorhauben,
  • Wartungsklappen,
  • ...........................................
deren unbeabsichtigte Bewegungen Verletzungsgefahr hervorrufen können, sind gesichert oder können gesichert werden.
A 6.2 Laderaumtüren haben Türfeststeller zur Sicherung der geöffneten Türen in den Endstellungen.
A 6.3 Bei Laderaumtüren, an denen betriebsmäßig Ladungsdruck, z.B. durch Schüttgüter, anliegen kann, kann die vollständige Entriegelung der Türen von einem sicheren seitlichen Standort aus erfolgen.
A 6.4 Federheber klappbarer Auffahrrampen bzw. Viehtransporterrampen sind formschlüssig mit diesen verbunden.
A 6.5 Mit Gasdruckfedern ausgerüstete Klappen, deren unbeabsichtigte Bewegungen Verletzungsgefahr hervorrufen können, werden in geöffnetem Zustand (Endstellung) gehalten durch
  • zusätzliche selbsttätig einfallende mechanisch-formschlüssige Sicherungen
    oder
  • Vorhandensein mehrerer Gasdruckfedern an einer Klappe, wenn bei Ausfall einer Gasdruckfeder ein Offenhalten gewährleistet ist.
A 6.6 Sicherungen sind unverlierbar am Fahrzeug befestigt.
A 6.7 Sicherungen und Gasdruckfedern sind unbeschädigt und funktionsfähig.
A 6.8 Herausziehbare Aufbauteile, z.B. Batterieschlitten, Auffahrschienen, sind gegen Herausfallen gesichert.
A 7 Kipp- oder anhebbare Aufbauten
 
  Siehe § 22 Abs. 5 bis 7 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
A 7.1 Kipp- oder anhebbare Aufbauten, z.B.
  • kippbare Führerhäuser,
  • Kippbrücken,
  • höhenverstellbare Ladebrücken,
  • höhenverstellbare Zwischenböden,
  • absenkbare obere Ladeebenen von Autotransportern,
sind gegen unbeabsichtigtes Absinken gesichert oder zu sichern.
A 7.2 In mindestens einer Stellung in angehobenem Zustand ist formschlüssige Sicherung möglich.
A 7.3 Formschlüssige Sicherung nach Prüfpunkt A 7.2 ist am Fahrzeug vorhanden, sofern für die Durchführung von unterwegs vorzunehmenden Instandhaltungsarbeiten, z.B. Radwechsel, Reinigungs-, Kontrollarbeiten, das Kippen oder Anheben des Aufbaus erforderlich ist:
A 7.4 Betätigung der Sicherungseinrichtung ist gefahrlos außerhalb des Gefahrbereiches des gekippten oder angehobenen Aufbaus möglich.
A 7.5 Bei kipp- oder anhebbaren Aufbauten und betriebsmäßigem Aufenthalt von Versicherten im Gefahrbereich der gekippten oder angehobenen Aufbauten, oder wenn die gekippte oder angehobene Stellung die Transportstellung ist.
Selbsttätig formschlüssig wirkende Sicherungen, z.B. Abstützungen, Verriegelungen, entsperrbare Rückschlagventile, die unmittelbar am Hydraulikzylinderausgang angebracht oder in den Zylinder integriert sind, sind vorhanden.
 
  Die formschlüssigen Sicherungen müssen in den Positionen des anhebbaren oder kippbaren Fahrzeugaufbaus wirken, in denen sich Personen darauf oder darunter betriebsmäßig aufhalten müssen und gefährdet werden können.
A 7.6 Überschreiten der zulässigen Endstellung der Kipp- oder Hubbewegung ist verhindert.
A 7.7 Sicherungen sind unbeschädigt, funktionsfähig und richtig eingestellt.
 
  Für Hubeinrichtungen höhenverstellbarer oder kippbarer Ladebrücken oder höhenverstellbarer Zwischenböden, z.B. in Kofferaufbauten, Viehtransportern, siehe auch Unfallverhütungsvorschrift "Winden, Hub- und Zuggeräte" (BGV D8, bisherige VBG 8).
Beachte:
Nicht anzuwenden sind die Prüfpunkte
  • A 7.3 für Fahrzeuge, die bis zum 1. Oktober 1991,
  • A 7.5 und A 7.6 für Fahrzeuge, die bis zum 1. April 1981
erstmalig in Betrieb genommen worden sind.
 
  Siehe Prüfpunkte A 9 "Hydraulisch oder pneumatisch betätigte Hub- und Kippeinrichtungen".
Für Hebebühnen, wie Hubarbeitsbühnen und Hubladebühnen (Ladebordwände), siehe auch Unfallverhütungsvorschrift "Hebebühnen" (VBG 14).
A 8 Hydraulisch oder pneumatisch betätigte Einrichtungen
 
  Siehe § 14 der Unfallverhütungsvorschrift "Kraftbetriebene Arbeitsmittel" (VBG 5), § 18 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12), "Sicherheitsregeln für Hydraulik-Schlauchleitungen" (ZH 1/74), DIN EN 982 "Sicherheit von Maschinen; Sicherheitstechnische Anforderungen an fluidtechnische Anlagen und deren Bauteile; Hydraulik" und DIN EN 983 "Sicherheit von Maschinen; Sicherheitstechnische Anforderungen an fluidtechnische Anlagen und deren Bauteile; Pneumatik".
A 8.1 Kraftübertragung zur Hydraulikpumpe oder zum Kompressor ist ohne Einzugstellen (Schutzvorrichtung).
 
  Siehe auch Prüfpunkt A 10.2.
A 8.2 Verschraubungen sind dicht.
A 8.3 Rohr-/Schlauchleitungen und deren Befestigungen sind unbeschädigt.
A 8.4 Schlauchleitungen werden nicht auf Zug, Torsion oder Stauchung beansprucht.
A 8.5 Schlauchleitungen sind gegen vibrationsbedingte Beschädigungen gesichert (Schellenbefestigung).
A 8.6 Ausgewechselte Schlauchleitungen sind für den Betriebsdruck (entsprechend Herstellerangaben) geeignet.
A 8.7 Verwechslungen von Anschlussleitungen, die zu gefahrbringenden Bewegungen führen können, sind verhindert oder durch eindeutige Kennzeichnung vermeidbar.
A 8.8 Hydraulikleitungen, die in der Nähe von Plötzen verlaufen, die zum Betätigen von Betätigungseinrichtungen bestimmungsgemäß eingenommen werden, sind so verlegt oder gesichert, dass Versicherte beim Versagen der Hydraulikleitungen nicht gefährdet werden können.
A 8.9 Druckbegrenzungsventil ist entsprechend Herstellerangaben eingestellt und auf Funktion geprüft.
A 8.10 Ölstand ist ausreichend.
A 8.11 Luftausgleichslöcher des Ölbehälters sind offen.
A 9 Hydraulisch oder pneumatisch betätigte Hub- und Kippeinrichtungen
 
  Siehe §§ 3, 5, 6, 8, 9, 12, 14, 17 und 22 der Unfallverhütungsvorschrift "Winden, Hub- und Zuggeräte" (BGV D8, bisherige VBG 8) und § 22 Abs. 9 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
Für Betätigungseinrichtungen siehe auch Prüfpunkte A 3.
A 9.1 Fabrikschild ist vorhanden mit Angaben über
  • Hersteller oder Lieferer,
  • Baujahr,
  • Fabrik- oder Seriennummer,
  • Druckkraft,
  • Betriebsdruck.
Beachte: Fabrikschild kann entfallen, wenn Angaben aus Betriebsanleitung entnommen werden können.
Betriebsdruckangabe nicht erforderlich bei Einrichtungen, die bis zum 31. Dezember 1981 hergestellt worden sind.
A 9.2 Unbeabsichtigtes Lösen der Kolben aus ihren Führungen ist verhindert.
A 9.3 Rückschlag des Pumpenhebels bei handbetriebenem Gerät ist verhindert.
 
  Gemessen am Hebelende ist ein Rücklaufweg von höchstens 15 cm zulässig.
A 9.4 Der abnehmbare Pumpenhebel ist gegen Abgleiten durch Kugelschnäpper oder Spannfedern gesichert bzw. Einstecktiefe beträgt mindestens 1/5 der Hebellänge (bis 250 mm Hebellänge).
A 9.5 Beim Freigeben der Betätigungseinrichtungen für das Heben und Senken kraftbetriebener Geräte wird die Bewegung unterbrochen.

Beachte:
Prüfpunkt A 9.5 gilt nicht für
  • Einrichtungen, die funktionsbedingt eine Schwimm- oder Druckstellung erfordern (im Hydrauliksystem sind alle Arbeitsöffnungen untereinander und mit dem Rückfluss verbunden) z.B. Hubeinrichtungen für Kipperbrücken -, sofern durch selbsttätig wirkende Einrichtungen ein unbeabsichtigtes Anheben verhindert wird,
    sowie
  • für das Heben und Senken von Fahrzeugaufbauten durch die fahrzeugeigene Luftfederung bei maximaler Hubhöhe von 300 mm und Absenkung bis höchstens 120 mm über den Boden.
A 9.6 Betätigungseinrichtungen sind gekennzeichnet.
A 9.7 Betätigungseinrichtungen sind sinnfällig der ausgelösten Bewegungsrichtung zugeordnet.
A 9.8 Schilder und Kennzeichnungen sind unbeschädigt und gut lesbar.
A 9.9 Bei maschinell angetriebenem Kippfahrzeug wird dem Fahrer durch optische oder akustische Einrichtung angezeigt, wenn sich der Kippaufbau nicht in der unteren Endstellung befindet. Nicht anzuwenden für Fahrzeuge, die bis zum 1. April 1981 erstmalig in Betrieb genommen worden sind.
A 9.10 Unbeabsichtigtes Zurücklaufen des angehobenen Aufbaus oder Aufbauteiles ist verhindert.
A 9.11 Überlastung der Hydraulik ist verhindert durch Druckbegrenzungsventil.
A 9.12 In Rücklaufsicherung bzw. Bremseinrichtung und Überlastsicherung kann ohne Zuhilfenahme von Werkzeug nicht eingegriffen werden.
A 9.13 Es ist konstruktiv verhindert, dass der Bruch einer Feder zum Versagen von Sicherheitseinrichtungen führt.
A 9.14 Sicherheitseinrichtungen sind unbeschädigt und funktionsfähig.

Beachte:
Die Prüfpunkte A 9.2, A 9.7, A 9.12 (für hydraulische Hubeinrichtungen für Kipperbrücken) und A 9.13 sind nicht anzuwenden für Einrichtungen, die bis zum 31. Dezember 1981 hergestellt worden sind.
A 10 Gefahrstellen und Gefahrquellen (allgemein)
 
  Siehe §§ 3 bis 7 der Unfallverhütungsvorschrift "Kraftbetriebene Arbeitsmittel" (VBG 5) in Verbindung mit DIN EN 294 "Sicherheit von Maschinen; Sicherheitsabstände gegen das Erreichen von Gefahrstellen mit den oberen Gliedmaßen", DIN EN 349 "Sicherheit von Maschinen; Mindestabstände zur Vermeidung des Quetschens von Körperteilen", DIN EN 811 "Sicherheit von Maschinen; Sicherheitsabstände gegen das Erreichen von Gefahrstellen mit den unteren Gliedmaßen".
A 10.1 Folgende Gefahrstellen am kraftbetriebenen Arbeitsmittel sind durch konstruktive Maßnahmen vermieden:
  • Quetschstellen,
 
  wenn die Anbstände gemäß Abschnitt 4.2 DIN EN 349 nicht unterschritten sind,
  • Scherstellen,
 
  wenn die scherend bewegten Teile einen für den gefährdeten Körperteil ausreichenden Abstand voneinander oder eine abweisende Form haben,
  • Fangstellen durch Wellenenden,
 
  wenn diese nicht mehr als 1/4 ihres Durchmessers vorstehen oder glatt rundlaufend ausgebildet und nicht länger als 5 cm sind,
  • Fang- oder Stoßstellen an Griffen von Handrädern oder an Kurbeln,
 
  wenn an Handrädern statt vorstehender Griffe Griffmulden
oder
statt mitlaufender Kurbeln sich selbsttätig entkuppelnde verwendet sind.
  • Einzug- und Auflaufstellen.
 
A 10.2 Gefahrstellen, die nicht durch konstruktive Maßnahmen nach Prüfpunkt A 10.1 vermieden sind, sind im Arbeits- und Verkehrsbereich durch eine der nachfolgend aufgeführten Schutzeinrichtungen gesichert:
  1. Trennende Schutzeinrichtungen, insbesondere Verkleidungen, Verdeckungen, Umwehrungen, die das Erreichen der Gefahrstellen verhindern,
  2. ortsbindende Schutzeinrichtungen, insbesondere Zweihandschaltungen, Befehlseinrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung und ausreichendem Sicherheitsabstand zur Gefahrstelle
    oder
  3. Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion, insbesondere berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen (Lichtschranken oder dergleichen), Schaltleisten.
A 10.3 Gefahrquellen durch unkontrolliert herabfallende, herumschlagende oder wegfliegende Teile sind durch geeignete Schutzeinrichtungen gesichert.
A 10.4 Schutzeinrichtungen sind unbeschädigt und funktionsfähig.
Sicherheitsabstand beim Herumreichen

 

Sicherheitsabstände für Schutzgitter

A 10.5 Bewegliche Schutzeinrichtungen, z.B. Türen, Klappen, lassen sich nur mit Werkzeug oder Schlüssel öffnen oder sind mit den gefahrbringenden Bewegungen verriegelt oder gekoppelt.
A 10.6 Der Aufbau und Aufbauteile, z.B. Steckbretter, Bordwände, haben keine scharfen Kanten, die zu Verletzungen führen können.
A 10.7 Klappen, z.B. für Koffer-, Motorräume, Staufächer, lassen sich so weit öffnen, dass keine Gefahr von Kopfverletzungen besteht.
A 11 Stützeinrichtungen
 
  Siehe § 23, § 26 Abs. 1, 3 und 4 und § 28 Abs. 8 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
A 11.1 Stützeinrichtungen sind vorhanden
  • an Fahrzeugen mit Kipp-, Hub- oder Schwenkeinrichtungen bzw. -aufbauten, wenn die Standsicherheit dies erfordert,
  • an Starrdeichselanhängern (einachsigen Anhängefahrzeugen) mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 2000 kg, die beim Be- und Entladen in Längsrichtung kippen können, gegen Kippen in Längsrichtung (vorne und hinten),
  • erforderlichenfalls an Sattelanhängern, wenn mindestens die Möglichkeit zur Anbringung gegeben ist.
A 11.2 Stützeinrichtungen sind höhenverstellbar und durch Selbsthemmung, Formschluss oder gleichwertige Einrichtungen, z.B. entsperrbare Rückschlagventile, die unmittelbar am Hydraulikzylinderausgang angebracht oder in den Zylinder integriert sind, gegen Einfahren gesichert.
A 11.3 An Stützeinrichtungen von Sattelanhängern, die den beladenen abgesattelten Anhänger nicht tragen können, ist ein Schild mit der Aufschrift "Nur den leeren Anhänger absatteln! Den abgesattelten Anhänger nicht beladen!" oder mit entsprechenden Sicherheits- und Hinweiszeichen deutlich erkennbar und dauerhaft angebracht.

Hubeinrichtungen in Stützeinrichtungen

 
  Siehe §§ 3, 5 bis 9, 12, 13 und 22 der Unfallverhütungsvorschrift "Winden, Hub- und Zuggeräte" (BGV D8, bisherige VBG 8).
Die Prüfpunkte A 11.4 bis A 11.23 gelten auch für mitgeführte Stützeinrichtungen, z.B. Unterstellheber, Wagenheber.
A 11.4 Fabrikschild ist vorhanden.
A 11.5 Fabrikschild ist deutlich erkennbar und dauerhaft angebracht.
A 11.6 Unbeabsichtigtes Lösen von Zahnstangen, Spindeln und Kolben aus ihren Führungen ist verhindert.
A 11.7 Rückschlag von Handkurbeln oder -hebeln ist verhindert.
 
  Gemessen am Kurbelgriff oder Hebelende ist ein Rücklaufweg von höchstens 15 cm zulässig.
A 11.8 Drehrichtung der Kurbel ist unter Last bei allen Übersetzungen gleich.
A 11.9 Abnehmbare Kurbeln oder Hebel sind durch Kugelschnäpper oder Sperrfedern gesichert bzw. die Einstecktiefe beträgt mindestens 1/5 des Kurbelarms oder der Hebellänge (bis 250 mm Kurbelarm- oder Hebellänge).
A 11.10 Unbeabsichtigtes Zurücklaufen der Last ist verhindert, z.B. durch
  • selbsthemmenden Antrieb, z.B. selbsthemmende Spindel,
  • selbsttätig einfallende Sperrklinken mit Sperrrad (Lastdruckbremse)
  • Daumen-, Rollen- und ähnliches Gesperre
    der
  • Rückschlagventile.
A 11.11 Eingriffe in Sicherheitseinrichtungen ohne Zuhilfenahme von Werkzeug sind verhindert.
A 11.12 Versagen von Sicherheitseinrichtungen durch Bruch von Federn ist verhindert.
A 11.13 Versagen von Sicherheitseinrichtungen durch Witterungseinflüsse und Verschmutzung ist verhindert.
A 11.14 Bei Geräten mit Hand- und Kraftantrieb wird bei Kraftantrieb der Handantrieb zwangsläufig ausgerückt
oder
Kraft- und Handantrieb sind gegenseitig verriegelt.
A 11.15 Steuereinrichtung für Kraftantrieb geht beim Loslassen in Nullstellung zurück.
A 11.16 Bei Steuereinrichtungen für Kraftantrieb sind Bewegungsrichtungen eindeutig gekennzeichnet.
A 11.17 Betätigungseinrichtung der Steuereinrichtung für Kraftantrieb ist sinnfällig der ausgelösten Bewegungsrichtung zugeordnet.
A 11.18 Bei hydraulischen Stützen ist Überlastung durch Druckbegrenzungsventil verhindert.

Beachte:
Die Prüfpunkte A 11.6, A 11.12, A 11.17 und A 11.18 sind nicht anzuwenden für Geräte, die bis zum 31. Dezember 1981 hergestellt worden sind.
A 11.19 Stützeinrichtungen sind unbeschädigt und funktionsfähig.
A 11.20 Kennzeichnung an Stützwinden ist leserlich.
A 11.21 Stützwinden sind regelmäßig gewartet und überprüft.
 
  Sachkundigenprüfung nach Unfallverhütungsvorschrift "Winden, Hub- und Zuggeräte" (BGV D8, bisherige VBG 8).
A 11.22 Sicherheitseinrichtungen an Stützwinden sind auf Wirksamkeit geprüft.
A 11.23 Handkurbel wird am Fahrzeug mitgeführt, ist sicher befestigt oder verstaut.
A 12 Räder
 
  Siehe § 29 Abs. 2 und 3 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
A 12.1 Mittengeteilte Felgen für Luftbereifung können erst geteilt werden, nachdem sie vom Fahrzeug abgenommen worden sind.
A 13 Ersatzradunterbringungen
 
  Siehe § 29 Abs. 4 und 5 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12) und BG-Regel "Ersatzradunterbringungen an Fahrzeugen" (BGR 105, bisherige ZH 1/13).
A 13.1 Ersatzräder sind leicht und gefahrlos zu entnehmen.
A 13.2 Ersatzräder sind leicht und gefahrlos anzubringen.
A 13.3 Ersatzräder sind leicht und gefahrlos zu befestigen.
 
  "Gefahrlos" bedeutet,
  • dass sich beim Entnehmen oder Wiederanbringen des Ersatzrades keine Person unter dem angehobenen Rad aufhalten muss,
  • dass bei einem Fahrzeug, bei dem die Entnahme und Wiederanbringung des Ersatzrades vom Boden aus nicht durchgeführt werden kann, ein geeigneter Arbeitsplatz vorhanden ist, der gefahrlos erreicht und verlassen werden kann.
A 13.4 Ersatzräder sind von einem Beschäftigen zu entnehmen.
A 13.5 Ersatzräder sind von einem Beschäftigten anzubringen.
 
  Dies bedeutet, dass eine Hebekraft von 600 N nicht überschritten wird.

Beachte:
Die Prüfpunkte A 13.4 und A 13.5 sind nicht anzuwenden für Feuerwehrfahrzeuge.
A 13.6 Sicherung gegen unbeabsichtigtes Herabfallen des Rades bei der Entnahme ist vorhanden.
A 13.7 Ersatzradhalterung ist unbeschädigt und funktionsfähig.
A 13.8 Geeignetes Werkzeug für Radwechsel gehört zur Fahrzeugausrüstung.

Ersatzradhebewinden (als Seiltrommelwinden)

 
  Siehe §§ 3, 6, 12, 14, 18 bis 20 und 22 der Unfallverhütungsvorschrift "Winden, Hub-, und Zuggeräte" (BGV D8, bisherige VBG 8), BG-Regel "Ersatzradunterbringungen an Fahrzeugen" (BGR 105, bisherige ZH 1/13, D/N 15 020-1 "Hebezeuge; Grundsätze für Seiltriebe, Berechnung und Ausführung" und DIN 15 020-2 "Hebezeuge; Grundsätze für Seiltriebe, Überwachung im Gebrauch".
Hydraulisch oder pneumatisch betätigte Hubeinrichtungen für Ersatzräder siehe Prüfpunkt A 9.
A 13.9 Fabrikschild ist vorhanden.
A 13.10 Angaben sind deutlich erkennbar und dauerhaft angebracht.
A 13.11 Rückschlag von Handkurbeln oder -hebeln beträgt höchstens 15 cm.
A 13.12 Drehrichtung der Kurbel ist unter Last bei allen Übersetzungen gleich.
A 13.13 Abnehmbare Kurbeln oder Hebel sind durch Kugelschnäpper oder Sperrfedern gesichert bzw. Einstecktiefe beträgt mindestens 1/5 des Kurbelarms oder der Hebellänge (bis 250 mm Kurbelarm- oder Hebellänge).
 
  Bei Ersatzradhebewinden, die mit einem Sechskant zur Betätigung mit dem Radmutterschlüssel ausgerüstet sind, genügt dessen Aufstecktiefe als Sicherung.
A 13.14 Unbeabsichtigtes Zurücklaufen der Last ist verhindert, z.B. durch
  • selbsthemmenden Antrieb, z.B. selbsthemmende Spindel,
  • selbsttätig einfallende Sperrklinken mit Sperrrad (Lastdruckbremse)
    oder
  • Daumen-, Rollen- und ähnliches Gesperre.
A 13.15 Eingriffe in Sicherheitseinrichtungen ohne Zuhilfenahme von Werkzeug sind verhindert.
A 13.16 Versagen von Sicherheitseinrichtungen durch Bruch von Federn ist verhindert.

Nicht anzuwenden für Geräte, die bis zum 31. Dezember 1981 hergestellt worden sind.

A 13.17 Versagen von Sicherheitseinrichtungen durch Witterungseinflüsse und Verschmutzung ist verhindert.
A 13.18 Windenseile sind der Belastung entsprechend ausgelegt.
A 13.19 Überbeanspruchung des Seiles durch Biegung ist verhindert.
 
  Siehe DIN 15 020-1 "Hebezeuge; Grundsätze für Seiltriebe, Berechnung und Ausführung".
A 13.20 Seitliches Ablaufen oder Herausspringen des Seiles ist verhindert.
 
  Z.B. durch Bordscheiben mit Überstand von 1,5 fachem Seildurchmesser.
A 13.21 Seil ist auf Seiltrommel sicher befestigt, unbeabsichtigtes Lösen ist verhindert.
A 13.22 Seilbefestigung auf Seiltrommel ist ohne Abknickung und scharfe Kanten.
A 13.23 Seilbefestigung auf Radträger durch Spleiß oder Presshülse (keine Drahtseilklemmen nach DIN 741 "Drahtseilklemmen" oder DIN 1142 "Drahtseilklemmen für Seil-Endverbindungen bei sicherheitstechnischen Anforderungen"; kein Knoten des Seiles, außer bei textilen Seilen).
A 13.24 Ersatzradwinde ist regelmäßig gewartet und geprüft.
 
  Sachkundigenprüfung nach § 23 der Unfallverhütungsvorschrift "Winden, Hub- und Zuggeräte" (BGV D8, bisherige VBG 8).
A 13.25 Sicherheitseinrichtungen an Ersatzradwinden sind auf Wirksamkeit geprüft.
A 13.26 Handkurbel wird am Fahrzeug mitgeführt, ist sicher befestigt oder verstaut.
A 14 Ladungssicherung
 
  Siehe § 22 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12) und DIN EN 12 640 "Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen; Zurrpunkte an Nutzfahrzeugen zur Güterbeförderung; Mindestanforderungen und Prüfung", DIN 75 410-1 "Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen; Zurrpunkte an Nutzfahrzeugen zur Güterbeförderung; Mindestanforderungen", DIN 75 410-2 "Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen; Ladungssicherung in Pkw, Pkw-Kombi und Mehrzweck-Pkw" und DIN 75 410-3 "Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen; Ladungssicherung in Kastenwagen ".
A 14.1 Ausreichende Ladungssicherung ist für die vorgesehenen Ladegüter durch den Fahrzeugaufbau gegeben.
A 14.2 Erforderlichenfalls sind geeignete Hilfsmittel vorhanden, wie
  • Stirnwandverstärkungen oder Prallwände zum Schutz der Führerhausinsassen,
  • Rungen,
  • Zahnleisten,
  • Lademulden,
  • Zurrmittel (Zurrgurte, Zurrketten, Zurrseile),
  • Zurrpunkte für Zurrmittel,
  • Zurrwinden für Zurrgurte oder Zurrseile,
  • Ankerschienen, z.B. für Zurrmittel, Sperr- oder Ladebalken,
  • Zwischenwandverschlüsse,
  • Lochleisten in der Ladefläche in Verbindung mit Keilen oder sonstigen Formstücken (eventuell verstellbar),
  • Spannschlösser, Spindelspanner,
  • Seil- oder Kantenschoner,
  • rutschhemmende Zwischenlagen,
  • Ladehölzer (Keile, Bretter, Kanthölzer),
  • Füllmittel, z.B. Aufblaspolster,
  • Aufsatzbretter für Bordwände, Rungenverlängerungen,
  • Ladegestelle,
  • Planen und/oder Netze,
  • Lastverteilungspläne.
A 14.3 Erforderliche Hilfsmittel sind in ausreichender Menge vorhanden.
A 14.4 Unbenutzt mitgeführte Hilfsmittel können sicher und so verstaut werden, dass während der Fahrt kein Lärm entstehen kann.
A 14.5 Erforderliche Hilfsmittel sind unbeschädigt und funktionsfähig.
A 14.6 Geräte, z.B. Spannwinden, Spindelspanner, sind ausreichend gewartet und geprüft.
 
  Winden sind nach Unfallverhütungsvorschrift "Winden, Hub- und Zuggeräte" (BGV D8, bisherige VBG 8) ebenfalls Sachkundigenprüfungen zu unterziehen.
A 14.7 Vorhandene Zurrmittel entsprechen den VDI-Richtlinien 2701 "Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen; Zurrmittel" und werden in den vorgeschriebenen Zeitabständen durch einen Sachkundigen geprüft.
 
  Zu Zurrgurten bzw. Zurrketten siehe auch DIN EN 12 195-2 "Ladungssicherungseinrichtungen auf Straßenfahrzeugen; Sicherheit; Teil 2: Zurrgurte aus Chemiefasern" und DIN EN 12 195-3 "Ladungssicherungseinrichtungen auf Straßenfahrzeugen; Sicherheit; Teil 3: Zurrketten".
A 14.8

Pritschenaufbauten

Pritschenaufbauten sind mit geeigneten Verankerungen für Zurrmittel zur Ladungssicherung ausgerüstet.

 
  Siehe DIN EN 12 640 und DIN 75 410-1.

Für Tieflader siehe Prüfpunkte in Ergänzungs-Prüfliste N 14.

Nicht anzuwenden für Fahrzeuge mit Kippbrücken mit mehr als 7,5 t zulässigem Gesamtgewicht und für Fahrzeuge, die bis zum 1. Oktober 1993 erstmalig in Betrieb genommen worden sind.

A 14.9

Pkw-Kombi und Mehrzweck-Pkw

Pkw-Kombi und Mehrzweck-Pkw sind mit geeigneten Verankerungen für Zurrmittel zur Ladungssicherung ausgerüstet.

 
  Siehe DIN 75 410-2.
A 14.10 Bei Pkw-Kombi und Mehrzweck-Pkw kann die bei den verschiedenen Laderaumkombinationen mögliche jeweils hinterste, den Laderaum begrenzende Sitzreihe mit einer geeigneten Rückhalteeinrichtung so abgesichert werden, dass die Insassen auch im Bereich oberhalb der Rückenlehnen vor Ladung geschützt sind.
 
  Siehe D/N 75 410-2.
Die Prüfpunkte A 14.9 und A 14.10 sind nicht anzuwenden für PkwKombi und Mehrzweck-Pkw, die bis zum 1. Juli 1995 erstmalig in Betrieb genommen worden sind.
A 14.11

Kastenwagen

Kastenwagen sind mit geeigneten Verankerungen für Zurrmittel zur Ladungssicherung ausgerüstet.

 
  Siehe DIN 75 410-3.
A 14.12 Kastenwagen sind im Bereich der Schutzzonen hinter dem Fahrer- und Beifahrerplatz mit geeigneten Rückhalteeinrichtungen zur Sicherung der Ladung gegen Eindringen in den Personenraum ausgerüstet.
 
  Siehe DIN 75 410-3.
Die Prüfpunkte A 14.11 und A 14.12 sind nicht anzuwenden für Kastenwagen, die bis zum 1. Oktober 1996 erstmalig in Betrieb genommen worden sind.
A 15 Führerhaus, Liegeplätze, Dachschlafkabinen
 
  Siehe §§ 6, 7, § 8 Abs. 6 und 7 und § 9 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
A 15.1 Führerhäuser allgemein
A 15.1.1

Das vorwiegend für den Einsatz im Freien bestimmte Fahrzeug hat ein geschlossenes Führerhaus, das mit Einrichtungen zum Beheizen und Belüften ausgerüstet ist.

Nicht anzuwenden für Fahrzeuge ohne Führerhaus, die bis zum 1. April 1981 erstmalig in Betrieb genommen worden sind.

Für Fahrzeuge, bei denen ein Führerhaus auf Grund der Einsatz- oder Arbeitsweise nicht möglich ist, sowie für einspurige und einachsige Fahrzeuge und Dumper bis 30 kW ist Prüfpunkt A 15.1.1 ebenfalls nicht anzuwenden.

A 15.1.2 Sitze für Fahrzeugführer, Beifahrer und Mitfahrer gewährleisten einen sicheren Aufenthalt.
A 15.1.3 Kühl- und Heizgeräte sind so gebaut und installiert, dass bei ihrem Betrieb Gesundheitsschäden durch Abgase oder Sauerstoffmangel ausgeschlossen sind.
A 15.1.4 Fahrzeugheizungen und Kühlgeräte, die mit Flüssiggas betrieben werden, werden regelmäßig gewartet und geprüft.
 
  Prüfungen nach Abschnitt IV der Unfallverhütungsvorschrift "Verwendung von Flüssiggas" (BGV D34, bisherige VBG 21).
A 15.2 Liegeplätze - Gemeinsame Bestimmungen
 
  Siehe BG-Regel "Liegeplätze in Führerhäusern und Ruheräumen von Fahrzeugen sowie Dachschlafkabinen" (BGR 136, bisherige ZH 1/211).

Beachte:
Die nachfolgenden Prüfpunkte des Abschnittes A 15 sind mit Ausnahme von
A 15.2.2
A 15.2.3
A 15.3.2 Satz 1
A 15.4.7
nicht anzuwenden für Liegeplätze in Fahrzeugen, die bis zum 1. Oktober 1990 erstmalig in Betrieb genommen worden sind.

Darüber hinaus sind die Prüfpunkte
A 15.4.2
A 15.4.3
A 15.4.4
nicht anzuwenden für Dachschlafkabinen auf Fahrzeugen, die bis zum 1. Oktober 1991 erstmalig in Betrieb genommen worden sind.

A 15.2.1 Liegeplätze sind so beschaffen, dass durch die Art der verwendeten Werkstoffe, durch Verglasung, Kanten, Ecken und Profile Verletzungen nicht zu erwarten sind und bei Unfällen das Ausmaß und die Folgen von Verletzungen möglichst gering bleiben. Mögliche Aufprallflächen im Kopfbereich sind ausreichend gepolstert.
A 15.2.2 Der Raum, in dem sich Liegeplätze befinden, kann durch eine vom Fahrzeugmotor (Abwärme) unabhängige Heizung (bauartgenehmigte Standheizung) ausreichend erwärmt werden.
A 15.2.3 An elektrischen Leitungen und Betriebsmitteln sind keine Mängel erkennbar.
A 15.2.4 Jeder Liegeplatz verfügt über eine Beleuchtung, die von diesem aus geschaltet werden kann. Eine Blendung des Fahrzeugführers ist vermieden.
A 15.3 Liegeplätze im Führerhaus
A 15.3.1 Liegeplätzen, die sich 1 m oder höher über der Zugangsstandfläche befinden, sind geeignete Aufstiege und erforderlichenfalls Haltemöglichkeiten zugeordnet.
A 15.3.2

Liegeplätze sind mit wirksamen, einfach zu handhabenden Sicherungen gegen Herausfallen von Personen ausgerüstet. Zusätzlich sind hochgelegene Liegeplätze so gesichert, dass eine Gefährdung von Fahrzeugführer und Beifahrer durch von der Liegefläche herabfallende Gegenstände vermieden ist.

Die untere Liege, bei der im Mittelbereich (zwischen den Sitzteilen) ein ungesicherter Zwischenraum von mehr als 400 mm vorhanden ist, ist ebenfalls gesichert, z.B. durch Netz oder abgepolstertes Bordbrett.

A 15.3.3 Bewegliche Liegen sind in angehobener Stellung formschlüssig gesichert oder können gesichert werden. Sofern solche Liegen so angeordnet sind, dass ein unbeabsichtigtes Herabklappen während der Fahrt Fahrzeugführer oder Beifahrer verletzen kann, sind zwei voneinander unabhängige, selbsttätig wirkende, formschlüssige Sicherungen vorhanden.
A 15.4 Liegeplätze in der Dachschlafkabine
A 15.4.1 Die Dachschlafkabine ist nicht auf einem Fahrzeug angebracht, hinter dessen Führerhaus die Auspuffleitung nach oben geführt ist.
A 15.4.2

Die lichte Innenhöhe der Dachschlafkabine beträgt (gemessen ohne Matratze) mindestens 850 mm;

bei in Fahrtrichtung vor der Durchstiegsöffnung angeordneter Liegefläche beträgt die lichte Höhe über der Liegefläche im vorderen Bereich mindestens 650 mm.

A 15.4.3 Die Durchstiegsöffnung vom Führerhausinnenraum zur Dachschlafkabine hat Abmessungen von mindestens 500 x 450 mm.
A 15.4.4

Die durch Klappe oder Deckel schließbare Durchstiegsöffnung ist sowohl von innen als auch von außen leicht und einfach zu öffnen, und zwar auch dann, wenn der Liegeplatz benutzt wird.

Ein Verschließen von Klappe oder Deckel ist nicht möglich.

A 15.4.5 Unterhalb der Durchstiegsöffnung ist ein Aufstieg vorhanden, über den die Dachschlafkabine sicher erreicht und verlassen werden kann.
 
  Dies wird erreicht, wenn
  • das Auf- und Absteigen möglich ist, ohne dass das volle Körpergewicht mit den Armen abgestützt werden muss,
  • unterhalb der Durchstiegsöffnung (in deren Vertikalprojektion) eine im Wesentlichen horizontale, bequem erreichbare Standfläche (Zugangsstandfläche) von mindestens 300 x 250 mm vorhanden ist,
  • bei einem Abstand von mehr als 800 mm zwischen Standfläche und Liegefläche geeignete Auftritte mit mindestens 150 mm Fußraumtiefe vorhanden sind, deren Abstände
    -zur Standfläche und untereinander höchstens 500 mm,
    -zur Liegefläche höchstens 800 mm betragen
    und
  • dem Aufstieg ausreichende Haltemöglichkeiten zugeordnet sind.
A 15.4.6 An einer der beiden Dachschlafkabinenseiten ist ein von innen leicht erkennbarer und leicht zu öffnender Notausstieg vorhanden, dessen Größe mindestens 0,2 m2 beträgt, wobei keine der Seitenlängen das Maß von 350 mm unterschreitet.
A 15.4.7 In der Dachschlafkabine ist das Verbotszeichen P01 "Rauchen verboten" nach der Unfallverhütungsvorschrift "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz" (BGV A8, bisherige VBG 125) deutlich erkennbar und dauerhaft angebracht.
A 15.4.8

An der Durchstiegsöffnung zur Dachschlafkabine ist das allgemeine Verbotszeichen P 00 mit dem Zusatzzeichen

"Der Aufenthalt in der Dachschlafkabine ist während der Fahrt verboten!"

nach der Unfallverhütungsvorschrift "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz" (BGV A8, bisherige VBG 125) deutlich erkennbar und dauerhaft angebracht.

 
  Siehe auch DIN 70 006-1 "Sicherheits- und Hinweiszeichen für Fahrzeuge; Teil 1: Sicherheits- und Hinweiszeichen für Nutzfahrzeuge".

Beachte:

Auf das Verbotszeichen kann verzichtet werden, wenn nachgewiesen ist, dass die Dachschlafkabine die zusätzlichen Bestimmungen des Abschnittes 4.3.2 der BG-Regel "Liegeplätze in Führerhäusern und Ruheräumen von Fahrzeugen sowie Dachschlafkabinen" (BGR 136, bisherige ZH 1/211) erfüllt.

Danach sind Dachschlafkabinen für den Aufenthalt während der Fahrt geeignet, wenn sie insbesondere
bestimmte Festigkeitsmerkmale,

  • splitterfreie Werkstoffe,
  • einen zweiten Notausstieg
    und
  • Sicherungen gegen Abstürzen durch die Durchstiegsöffnung
aufweisen.

A 16 Sicherung gegen unbefugte Benutzung
 
  Siehe § 12 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
A 16.1 Das maschinell angetriebene Fahrzeug kann gegen unbefugte Benutzung gesichert werden durch
  • abschließbares Führerhaus
    oder
  • Schlösser, die Lenkung, Gangschaltung, Kraftübertragung oder Motor blockieren.
A 16.2 Schlösser sind so eingerichtet, dass sie durch allgemein verwendbare Schlüssel, z.B. Vierkantschlüssel, nicht betätigt werden können.
A 16.3 Schlösser sind unbeschädigt und funktionsfähig.
A 17 Mitfahrerplätze als Stehplätze
 
 

Siehe § 8 Abs. 3, 4 und 7 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).

Mitfahrer-Stehplätze an Abfallsammelfahrzeugen siehe Ergänzungs-Prüfliste E 17.

A 17.1 Mitfahrer-Stehplätze befinden sich innerhalb seitlicher Fahrzeugkontur.
A 17.2 Mitfahrer-Stehplätze (Einzelstehplätze) haben Standflächen von mindestens 0,45 x 0,35 m.
A 17.3 Standflächen haben rutschhemmende Oberflächen; außenliegende Standflächen bestehen aus Rosten mit profilierten Stegoberkanten.
A 17.4 Mitfahrer-Stehplätzen sind griffgünstig angeordnete Haltegriffe zugeordnet.
A 17.5 Scharfe und spitze Teile ragen nicht in den Raum über der Standfläche.
A 17.6 Lichte Höhe über Mitfahrer-Stehplätzen beträgt mindestens 2 m.
A 17.7 Bewegungsraum für Mitfahrer ist ausreichend.
A 17.8 Gefahrstellen (Quetsch-, Scher-, Fang- und Einzugstellen) im Bereich der Mitfahrer sind vermieden.
A 17.9 Haltegriffe und Standflächen sind unbeschädigt.
A 18 Knicklenkung
 
  Siehe § 11 Abs. 3 und 4 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
A 18.1 Hinweise für ungesicherten Knickbereich sind deutlich erkennbar und dauerhaft angebracht. Bei Verwendung von Bildzeichen entsprechen diese der Unfallverhütungsvorschrift "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz" (BGV A8, bisherige VBG 125).
A 18.2 Die Hinweise sind unbeschädigt und gut lesbar.
A 18.3 Knicklenkung kann mit formschlüssiger Feststelleinrichtung gegen Einknicken gesichert werden.
A 18.4 Feststelleinrichtung ist funktionsfähig.
A 18.5 Unbenutzt am Fahrzeug mitgeführte Feststelleinrichtung ist sicher befestigt.
A 19 Zusatzlenkung bei Anhängefahrzeug oder Nachläufer
 
  Siehe § 11 Abs. 2 und § 14 Abs. 2 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
A 19.1

Lenkvorrichtung ist so beschaffen, dass der Lenkende sich außerhalb des Gefahrbereiches der Räder befindet.

Nicht anzuwenden für Fahrzeuge, die bis zum 1. April 1981 erstmalig in Betrieb genommen worden sind.

A 19.2

Fahrzeuge mit Zusatzlenkung, deren Betätigung durch Mitgänger oder Mitfahrer erfolgt, sind mit Signaleinrichtungen zur wechselseitigen Verständigung zwischen Mitgänger oder Mitfahrer und Fahrzeugführer ausgerüstet.

Nicht anzuwenden für Fahrzeuge, die bis zum 1. Oktober 1991 erstmalig in Betrieb genommen worden sind.

 
  Weitere Prüfpunkte zur Lenkung siehe Ergänzungs-Prüfliste F "Langholz/Langmaterialfahrzeuge und Rückefahrzeuge" und Prüfliste V "Verkehrssicherheit".
A 20 Einachsiger Nachläufer, der nur durch Ladung mit Zugfahrzeug verbunden ist
 
  Siehe § 26 Abs. 2 und 3 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
A 20.1 Ist mit Einrichtungen ausgerüstet, die ein Kippen in Längsrichtung während der Fahrt verhindern.
 
  Siehe Ergänzungs-Prüfliste F "Langholz-/Langmaterialfahrzeuge und Rückefahrzeuge".
A 20.2

Einachsiger Nachläufer, der beim Be- und Entladen in Längsrichtung kippen kann, hat Einrichtungen, mit denen das Kippen in Längsrichtung verhindert werden kann.

Bei Verwendung von Stützeinrichtungen siehe Prüfpunkte A 11.

A 20.3 Die Einrichtungen sind unbeschädigt und funktionsfähig.
A 21 Einrichtungen zur Verbindung von Fahrzeugen
 
  Siehe § 28 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).
Prüfpunkte zusammengefasst in Liste V "Verkehrssicherheit" unter Prüfpunkt V 9.
A 22 Elektrische Anlage
 
  Siehe §§ 3 und 8 der Unfallverhütungsvorschrift "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" (BGV A2, bisherige VBG 4).
A 22.1 Ausreichende Belüftung der Batterien ist gewährleistet.
A 22.2 Kurzschluss durch unbeabsichtigtes Berühren von unter Spannung stehenden Teilen der Batterie ist verhindert.
A 22.3 Batterieschlitten ist gegen Herausfallen gesichert.
A 22.4 Batterie ist unbeschädigt und ausreichend gewartet.
A 22.5

Leitungsführungen und Kabelbäume sind unbeschädigt.

Beachte:

An elektrischen Anlagen mit Spannungen über 42 V Wechselstrom oder 60 V Gleichstrom dürfen nur Elektrofachkräfte tätig werden.

A 23 Warnkleidung
 
 

Siehe § 31 der Unfallverhütugsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12) und DIN EN 471 "Warnkleidung".

Hinweis: Privatfahrzeuge fallen nicht unter den Geltungsbereich der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge", auch nicht bei dienstlicher oder geschäftlicher Nutzung.

A 23.1 Das Fahrzeug ist mit geeigneter Warnkleidung für wenigstens eine Person ausgerüstet, wenn es im öffentlichen Straßenverkehr betrieben wird.
 
 

Warnkleidung ist dann als geeignet anzusehen, wenn sie DIN EN 471 "Warnkleidung" entspricht und dabei folgende Anforderungsmerkmale eingehalten sind:

  • Warnkleidungsausführung (Abs. 4.1) mindestens Klasse 2 gemäß Tabelle 1,
  • Farbe (Abs. 5.1) ausschließlich fluoreszierendes Orange-Rot gemäß Tabelle 2,
  • Mindestrückstrahlwerte (Abs. 6.1) der Klasse 2 gemäß Tabelle 5.

Warnkleidung nach der zurückgezogenen DIN 30711, die sich noch in ordnungsgemäßem Zustand befindet, ist ebenfalls geeignet.

Fahrzeuge, bei denen durch Ausrüstung der Fahrzeuge mit Funk und Einsatz von Werkstattwagen oder durch vergleichbare andere Maßnahmen sichergestellt ist, dass deren Fahrpersonal Instandsetzungsarbeiten auf öffentlichen Straßen nicht selbst durchführt, brauchen nicht mit Warnkleidung ausgerüstet sein.

A 23.2

Falls Ausnahme zutreffend:
Eine entsprechende schriftliche Anweisung des Unternehmers an das
Fahrpersonal befindet sich im Fahrzeug.

A 23.3 Warnkleidung ist in unbeschädigtem Zustand.
A 24

Fahrzeug zum Transport gefährlicher Güter

Das Fahrzeug entspricht dem Teil 9 des ADR "Vorschriften über den Bau und die Zulassung der Fahrzeuge". Eine gültige Zulassungsbescheinigung für das Fahrzeug zur Beförderung bestimmter gefährlicher Güter liegt vor (B.3-Bescheinigung des bisherigen ADR). Hier sind unter anderem Anforderungen an den Auspuff und die elektrische Anlage enthalten.

Die Ausrüstung des Fahrzeuges entspricht dem Teil 8 des ADR "Vorschriften für die Fahrzeugbesatzungen, die Ausrüstung, den Betrieb der Fahrzeuge und die Dokumentation", insbesondere hinsichtlich der

  • Kennzeichnung gemäß Abschnitt 8.1.3 (bisherige Rn. 10 500),
  • Feuerlöschmittel gemäß Abschnitt 8.1.4 (bisherige Rn. 10 240),
  • sonstigen Ausrüstung gemäß Abschnitt 8.1.5 (bisherige Rn. 10 260), wobei hier auch entsprechend den zu befördernden gefährlichen Gütern auf die persönlichen Schutzausrüstungen entsprechend der schriftlichen Weisungen (Unfallmerkblätter) gemäß Abschnitt 5.4.3 (bisherige Rn. 10 385) verwiesen wird.

Sofern das Fahrzeug nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen ist, sind die Anforderungen der Teile 8 und 9 des ADR sinngemäß erfüllt.

A 25 Betriebsanleitung und Betriebsanweisungen
 
  Siehe § 34 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12) und § 20 der Unfallverhütungsvorschrift "Kraftbetriebene Arbeitsmittel" (VBG 5).
A 25.1 Betriebsanleitung des Fahrzeug- und/oder Aufbauherstellers ist vorhanden.
A 25.2 Sofern zur Verhütung von Unfällen besondere Regeln beachtet werden müssen, sind Betriebsanweisungen des Unternehmers oder dessen Beauftragten vorhanden, z.B. über spezielle Ladungssicherungsmaßnahmen.
A 25.3 Betriebsanleitung und Anweisungen befinden sich in leserlichem Zustand.

Webcode: M1485-8