BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Rückwärts blättern Vorwärts blättern

Prüfliste V

"Verkehrssicherheit"


V 1

Ausrüstung, Zubehör

Es sind vorschriftsmäßig, funktionsfähig, in einwandfreiem Zustand und (soweit zutreffend) vorschriftsmäßig angebracht: Dies gilt auch für nicht vorgeschriebene, aber vorhandene Ausrüstungsgegenstände und Zubehörteile.

V 1.1 Kennzeichen, Fabrikschild
V 1.2 Kontrollgeräte
V 1.3 Geschwindigkeitsmesser
V 1.4 Unterlegkeil(e)
V 1.5 Warndreieck(e),
V 1.6 Warnleuchte(n)
V 1.7 Verbandkasten
V 1.8 Einrichtungen für Schallzeichen (Hupe, Hörner)
V 1.9 Batterie (Flüssigkeitsstand, Pole)
V 1.10 Feuerlöscher
 
V 2

Lichttechnische Einrichtungen

Es sind unbeschädigt, ausreichend wirksam und (so weit erforderlich) richtig eingestellt:

 
  Dies gilt auch für nicht vorgeschriebene, aber vorhandene lichttechnische Einrichtungen.
V 2.1 Scheinwerfer (Abblendlicht, Fernlicht, Standlicht)
V 2.2 Kontrollleuchten, z.B. Fernlicht, Fahrtrichtungsanzeiger, Warnblinkanlage
V 2.3 Begrenzungs-/Parkleuchten
V 2.4 Nebelscheinwerfer
V 2.5 Schlussleuchte(n)
V 2.6 Bremsleuchten
V 2.7 Kennzeichenbeleuchtung
V 2.8 Nebelschlussleuchte
V 2.9 Rückfahrscheinwerfer
V 2.10 Fahrtrichtungsanzeiger
V 2.11 Warnblinkanlage
V 2.12 Arbeitsscheinwerfer
V 2.13 Rückstrahler (hinten/seitlich)
V 2.14 Umriss-/Spurhalteleuchten
V 2.15 gelbes Blinklicht (Rundumlicht)
V 2.16 Parkwarntafel (retroreflektierend)
 
V 3 Lenkanlage
V 3.1 Das Lenkspiel (toter Gang am Lenkrad) hält sich in Geradeausstellung in den vom Hersteller angegebenen Grenzen.
V 3.2 Lenkungsteile sind nicht verbogen, klemmen nicht (keine Rastpunkte), sind leichtgängig und ohne ungewöhnliche Geräusche.
V 3.3 Übertragungsteile sind ordnungsgemäß gesichert und nicht ausgeschlagen.
V 3.4 Radaufhängungen und Radlager sind ohne Mängel (nicht ausgeschlagen).
V 3.5 Radeinschlag in die Endstellungen ist einwandfrei möglich (kein Schleifen an Fahrzeugteilen).
V 3.6 Anbauten an Lenkrädern, die Verletzungen hervorrufen können, z.B. Lenkradknauf, sind nicht vorhanden.
 
  Ausnahme: Fahrzeuge mit Bedienhilfe für behinderte Personen.
 
V 4 Bremsanlagen
V 4.1 Allgemeines
V 4.1.1 Bremsbeläge sind von ausreichender Stärke.
V 4.1.2 Bremsgestänge, Bremsseile und Bowdenzüge sind unbeschädigt, gängig und ausreichend geschmiert.
V 4.1.3 Gelenke und Bolzen sind sachgemäß gesichert.
V 4.1.4 Bremspedal-Trittfläche ist rutschhemmend.
V 4.1.5 Der Leerweg des Bremspedals liegt in vertretbaren Grenzen (im Allgemeinen höchstens 1/3 des Gesamtweges).
V 4.1.6 Das hydraulische Bremssystem ist dicht (anhaltendes Niedertreten des Bremspedals führt nicht zum Nachgeben des Pedals).
V 4.1.7 Bremsleitungen sind ohne äußere Korrosionsschäden.
V 4.1.8 Die Gummimanschetten der Bremszylinder sind unbeschädigt.
V 4.1.9 Der Bremsflüssigkeitsstand ist ausreichend, gealterte Bremsflüssigkeit ist erneuert.
V 4.1.10 Die Feststellbremse ist wirksam (Hebelweg kurz, Sperre nicht abgenutzt).
V 4.1.11 Bei der Auflaufbremse beträgt der Hub der Zugstange bei angezogener Feststellbremse nach Überwindung der Ansprechschwelle höchstens 2/3 des gesamten Auflaufweges.
V 4.1.12 Bei der Auflaufbremse löst die Rückfahrsperre selbsttätig aus.
V 4.1.13 Die Wirkungsprüfung (Bremsprobe der verschiedenen Bremsanlagen) ergibt unter Berücksichtigung des Ladezustandes und der Fahrbahnverhältnisse zufrieden stellende Abbremsungen.
V 4.1.14 Die Druckluftleitungen zwischen Zugfahrzeug und Anhänger/Auflieger sind in ordnungsgemäßem Zustand (keine Scheuerstellen).
V 4.2 Druckluftanlage
V 4.2.1 Die Luftbehälter sind ohne nennenswerte äußere Korrosion/Beschädigungen und sind entwässert. Die Typschilder sind leserlich.
V 4.2.2 Beim Luftpresser ist der Ölstand ausreichend, der Luftfilter sauber und der Keilriemen einwandfrei.
V 4.2.3 Der Druckregler regelt den Vorratsbehälterdruck innerhalb der vorgeschriebenen Grenzwerte.
 
  Die Druckgrenzwerte sind der Betriebsanleitung zu entnehmen.
V 4.2.4 Der Betriebsdruck der Bremsanlage wird ausreichend schnell erreicht, die Luftfülldauer hält sich in den vom Hersteller angegebenen Grenzen.
 
  Siehe hierzu Betriebsanleitung.
V 4.2.5 Die Gesamtanlage ist dicht, bei vollem Bremsdruck (im Stand) und anschließendem Halten des Pedals fällt der Bremsdruckanzeiger nicht merklich ab.
V 4.2.6 Der Druckabfall bei Vollbremsung liegt in den zulässigen Grenzen.
 
  Richtwerte: bis 6,5 bar Abschaltdruck höchstens 0,3 bar, bei Anlagen mit einem Abschaltdruck über 6,5 bar höchstens 0,7 bar Druckabfall.
V 4.2.7 Die Warndruckanzeige (sofern vorhanden) zur Kontrolle des Mindestluftdrucks ist funktionsfähig.
V 4.2.8 Bei dem automatischen lastabhängigen Bremskraftregler (ALB) ist das Einbauschild ordnungsgemäß vorhanden; das ALB-Gestänge ist leichtgängig.
V 4.2.9

Die Kupplungsköpfe sind mit Schutzkappen versehen; die Dichtungsringe sind in einwandfreiem Zustand; Bremsschläuche sind nicht porös und haben keine Scheuerstellen.

Sind über diese stichprobenartige Überprüfung hinaus Mängel erkennbar, müssen die StVZO und die dazu erlassenen Richtlinien als Prüfmaßstab angewendet werden.

 
V 5 Räder und Reifen
V 5.1 Räder/Felgen sind ohne augenfällige Beschädigungen.
V 5.2 Radmuttern/-bolzen sind unbeschädigt und auf festen Sitz geprüft.
V 5.3 Außen liegende Ersatzräder sind zweifach gesichert.
V 5.4 Der vorgeschriebene Luftdruck ist eingehalten (auch beim Ersatzrad).
V 5.5 Reifen sind ohne sichtbare Beschädigungen (wie Durchschläge und Gewebebrüche).
V 5.6 Die Profiltiefe der Reifen ist ausreichend.
 
  Im Winter sollte die Profiltiefe mindestens 4 mm betragen.
V 5.7 Die jeweiligen Reifenlaufflächen weisen gleichmäßige Abnutzung auf.
 
  Anormaler Reifenverschleiß kann Hinweise auf falschen Reifenluftdruck, Überladung des Fahrzeuges, Reifenunwucht, fehlerhafte Achsgeometrie, defekte Federung/Dämpfung oder Mängel in der Lenkanlage geben.
V 5.8 Die Reifenabmessungen und -bezeichnungen entsprechen den Herstellerangaben.
 
  Siehe hierzu Fahrzeugschein oder Betriebsanleitung.
V 5.9 Ventilkappen sind vorhanden.
V 5.10 Radabdeckungen sind vorhanden.
 
V 6 Fahrgestell
V 6.1 Tragende Teile, z.B. Rahmen, Querträger, selbsttragende Karosserien, sind ohne nennenswerte Korrosion, ohne Risse und andere Beschädigungen.
V 6.2 Blattfedern und Federbriden sind ohne Beschädigungen.
V 6.3 Der Verschleiß bei Federbolzen und Federgehängen ist unbedenklich.
V 6.4 Stoßdämpfer und deren Aufhängungen sind in einwandfreiem Zustand.
V 6.5 Federbälge und Regelventile sind in einwandfreiem Zustand.
V 6.6 Das Spiel der Drehschemellagerung ist unbedenklich, der Drehschemel ist sicher befestigt.
 
V 7 Antrieb
V 7.1 Die Kraftstoffanlage ist ohne erkennbare Undichtigkeiten.
V 7.2 Motor, Getriebe und Achsantrieb sind ohne augenfällige Ölverluste (Tropfen, Lache).
V 7.3 Die Funktionsprüfung des Getriebes und der Kupplung verläuft mängelfrei.
V 7.4 Der Zustand der Keilriemen ist einwandfrei, deren Spannung ist ausreichend.
V 7.5

Das Kühlsystem weist keine Undichtigkeiten auf, die Kühlschläuche sind nicht porös.
Im Winter: Frostschutzmittel im Kühlwasser hat ausreichende Schutzwirkung.

V 7.6 Lagerung und Aufhängung des Antriebsstranges sind ohne Mängel.
 
V 8 Aufbau und Führerhaus
V 8.1 Der Aufbau ist sicher am Fahrgestell bzw. der Bodengruppe befestigt (Kontrolle der Schraubverbindungen).
V 8.2 Die Führerhausaufhängung ist ohne Mängel, bei kippbarem Führerhaus auch die Scharniere und die Verriegelung.
 
  Siehe auch Prüfpunkt A 7.
V 8.3 Aufbauteile, wie Spriegel und Planen, Bordwände und deren Verschlüsse, sind in ordnungsgemäßem Zustand; Spitzen und scharfe Kanten ragen nicht hervor.
V 8.4 Verriegelungen und Niederspanneinrichtungen für austauschbare Ladungsträger sind unbeschädigt und funktionsfähig.
V 8.5 Türen schließen sicher.
V 8.6 Sicherungen gegen unbefugte Benutzung sind vorhanden und funktionsfähig.
V 8.7 Heizung, Lüftung und Scheibenheizung sind funktionsfähig.
V 8.8 Scheiben sind im Hauptsichtfeld des Fahrzeugführers ohne Beschädigung, z.B. Steinschläge, Sprünge, Risse. Folien sind im Sichtfeld des Fahrzeugführers (Windschutzscheibe und vordere Seitenscheiben) nicht angebracht. Das Gesamtsichtfeld des Fahrzeugführers ist durch Führerhauseinbauten und Dekorationen nicht eingeschränkt.
V 8.9 Rückblickspiegel und Anfahrspiegel sind vorhanden und unbeschädigt.
V 8.10 Sicherheitsgurte, Rückhaltesysteme sind vorhanden, unbeschädigt und funktionsfähig.
 
V 9 Einrichtungen zur Verbindung von Fahrzeugen
V 9.1 Die Bolzenkupplung ist sicher am Querträger (Kupplungstraverse) befestigt.
V 9.2 Der Kupplungskörper hat kein Längsspiel.
V 9.3 Winkelbeweglichkeit des Fangmauls in gekuppeltem Zustand ist gegeben; Arretierung des Fangmaules in kuppelbereitem Zustand ist funktionsfähig.
V 9.4 Der Durchmesser des Kuppelbolzens der Bolzenkupplung 40 nach DIN 74 051 beträgt in der Mitte des balligen Teils mehr als 36,5 mm, derjenige der Bolzenkupplung 50 nach DIN 74 052 mehr als 47,2 mm.
V 9.5 Die Bolzenkupplung ist unbeschädigt und funktionsfähig, die formschlüssige Sicherung des Kuppelbolzens und die Sichtkontrolleinrichtung sind wirksam; das Fabrikschild der Kupplung ist vorhanden.
V 9.6 Die Zuggabel ist unbeschädigt, nicht vorschriftswidrig instandgesetzt und ohne merkliches Spiel in den Lageraugen.
V 9.7 Der Innen-Durchmesser der Buchse der Zugöse 40 nach DIN 74 054 beträgt höchstens 41,5 mm, derjenige der Zugöse 50 nach DIN 74 053 höchstens 51,5 mm; die Buchse hat festen Sitz (keine Schweißung, keine Heftstellen).
V 9.8 Die Höheneinstelleinrichtung ist unbeschädigt und funktionsfähig; die Zugöse kann aus horizontaler Lage um mindestens 300 mm nach oben und unten verstellt werden.
V 9.9 Die Bodenfreiheit der Zuggabel beträgt mindestens 200 mm, gemessen an der Zugöse.
V 9.10 Die Sattelkupplung ist unbeschädigt und funktionsfähig; das Fabrikschild ist vorhanden.
V 9.11 Der Zugsattelzapfen ist sicher befestigt; dessen Verschleißmaße unterschreiten nicht die vom Hersteller vorgegebenen Grenzmaße.

Bei Zugsattelzapfen 50 nach DIN 74 080 üblicherweise mindestens 71 mm für den oberen und mindestens 49 mm für den unteren Durchmesser.

V 9.12 Bei der Sattelkupplung ist zwischen Zugsattelzapfen und Kupplungsschloss kein merkliches Spiel vorhanden.
V 9.13 Bei der Sattelkupplung sind die Sicherungen gegen unbeabsichtigtes Öffnen funktionsfähig.
V 9.14 Bei der Kupplungskugel beträgt der Durchmesser mindestens 49 mm.
V 9.15 Bei der Abschleppkupplung ist der Kuppelbolzen gegen Herausfallen gesichert.
V 9.16 An Starrdeichselanhängern, die bei gleichmäßiger Lastverteilung eine Stützlast von mehr als 50 kg haben, sind Stützeinrichtungen gegen Kippen nach vorne vorhanden.
V 9.17 Instandsetzungsarbeiten, insbesondere Schweiß- und Richtarbeiten, erfolgten vorschriftsmäßig nach Herstellervorgaben.
 
V 10 Geräuschverhalten und Auspuffanlage
V 10.1 Die Auspuffanlage ist sicher befestigt, der Verschleiß ist unbedenklich.
V 10.2 Die Auspuffanlage ist dicht.
V 10.3 Vermeidbare Fahrzeuggeräusche durch Antrieb oder Aufbau treten nicht auf.

Webcode: M1485-51