BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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2

 

Prüfpunkte für die Fahrzeugkontrolle vor Beginn einer Arbeitsschicht

   
Siehe § 36 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift „Fahrzeuge" (BGV D29) .

2.1

 

Lichttechnische Einrichtungen

    sind unbeschädigt, funktionsfähig und sauber:
- Scheinwerfer (Abblendlicht/Fernlicht/Standlicht),
- Kontrollleuchten (z.B. Fernlicht, Fahrtrichtungsanzeiger, Warn-
blinkanlage),
- Schlussleuchten,
- Bremsleuchten,
- Kennzeichenbeleuchtung,
- Nebelschlussleuchte,
- Rückfahrscheinwerfer,
- Fahrtrichtungsanzeiger/Warnblinkanlage,
- Rückstrahler (hinten/seitlich).

Falls vorhanden:
- Nebelscheinwerfer,
- Umrissleuchten,
- Park-/Spurhalteleuchten,
- Gelbes Blinklicht (Rundumlicht),
- Blinkleuchten und rot-weiße Warnmarkierungen (an Hublade-
bühnen),
- Rot-weiße Warnmarkierungen (an Abfallsammelfahrzeugen),
- Arbeitsscheinwerfer.

2.2

 

Räder

   
- Felgen/Radschüsseln sind ohne augenfällige Beschädigungen.
- Radmuttern/-bolzen sind unbeschädigt und sitzen fest.
- Reifen sind ohne sichtbare Beschädigungen.
- Die Profiltiefe der Reifen ist ausreichend (bei Winterreifen sollte
die Profiltiefe mindestens 4 mm betragen).
- Reifen sind ohne sichtbaren Luftdruckverlust.
- Ventilkappen sind vorhanden.
- Es sind keine Fremdkörper zwischen den Zwillingsreifen einge-
klemmt.

2.3

 

Bremsanlage

2.3.1   Hydraulische Bremse
- Der Leerweg des Bremspedals liegt in vertretbaren Grenzen (im
allgemeinen höchstens 1/3 des Gesamtweges).
- Das hydraulische Bremssystem ist dicht:
- Anhaltendes Niedertreten des Bremspedals führt nicht zum
Nachgeben des Pedals.
- Der Bremsflüssigkeitsstand ist ausreichend.
- Bremsprobe: Bremswirkung ausreichend?


2.3.2   Druckluftanlage
- Luftbehälter sind entwässert (sofern nicht automatische Entwässerungsventile vorhanden).
- Bei Winterbetrieb:
- Frostschutzpumpe ist funktionsfähig (sofern nicht Lufttrockner vorhanden).
- Frostschützer ist mit Frostschutzmittel ausreichend gefüllt, Anlage ist durchgepumpt.
- Die Gesamtanlage ist dicht:
- Bei vollem Bremsdruck (im Stand) und anschließendem Halten
des Pedals fällt der Bremsdruckanzeiger nicht merklich ab.
- Die Druckwarnanzeige zur Kontrolle des Mindestluftdrucks ist
funktionsfähig.
- Die Luftfülldauer hält sich in den vom Hersteller angegebenen Grenzen.
- Bremsprobe: Bremswirkung ausreichend?


2.3.3   Sonstige Bremsanlagen
- Die mechanische Feststellbremse ist funktionsfähig; der Hebelweg ist nicht zu groß.
- Das Abreißseil der Auflaufbremsanlage ist vorhanden und an der Kupplungskugel mit Halterung eingehängt.
- Die ABV-/ABS-Kontrolleinrichtung zeigt keine Störung an.

2.4

 

Motor und Antrieb

   
- Kraftstoffbehälter sind ausreichend gefüllt.
- Der Ölstand des Motors ist ausreichend.
- Der Kühlflüssigkeitsstand ist ausreichend (im Winter: Frost-
schutz).
- Das Kraftstoffsystem ist ohne augenfällige Kraftstoffverluste
(Tropfen, Lache).
- Motor und Antrieb sind ohne augenfällige Ölverluste (Tropfen,
Lache).

2.5

 

Lenkanlage

   
- Das Lenkspiel (toter Gang am Lenkrad) hält sich in Geradeaus-
stellung in den vom Hersteller angegebenen Grenzen.
- Die Lenkung ist leichtgängig und ohne ungewöhnliche Geräusche.
- Der Ölstand in der Servo-/Hydrolenkung ist ausreichend.

2.6

 

Führerhaus, Aufbau und Ladung

   
- Rückspiegel und Anfahrspiegel sind unbeschädigt, richtig ein-
gestellt und sauber.
- Scheibenwischer sind unbeschädigt und das Wischfeld zeigt
keine Schlieren/Streifen.
- Das Sichtfeld für den Fahrzeugführer ist nicht durch Gegen-
stände im Führerhaus eingeschränkt.
- Frontscheibe ist außen und innen gereinigt.
- Scheinwerfer- und Scheibenwaschanlage sind funktionsfähig
(Behälter gefüllt, im Winter mit Frostschutzmittel versehen und
Anlage durchgepumpt).
- EG-Kontrollgerät ist funktionsfähig, beschriftete Diagramm-
scheibe ist eingelegt.
- Fahrersitz und Kopfstütze sind richtig eingestellt.
- Sicherheitsgurte sind unbeschädigt und funktionsfähig.
- Amtliche Kennzeichen und Schilder sind leserlich (nicht ver-
schmutzt).
- Bordwände/Türen/Rungen/Hauben/Klappen sind geschlossen
und gesichert.
- Planen sind befestigt.
- Kippbare oder anhebbare Aufbauteile, z.B. Hubdächer, Kipp-
brücken, Auffahrrampen, klappbare Geländer, klappbare Un-
terfahrschutzeinrichtungen, sind in Fahrstellung und gesichert.
- Wechselbrückenstützen sind zweifach gesichert.
- Ladung bzw. austauschbare Ladungsträger (Wechselbrücken, Container, Kipp- und Absetzbehälter) ist/sind ordnungsgemäß gesichert bzw. verriegelt.

2.7

 

Anhänger-/Aufliegerbetrieb, Kupplung

   
- Die Verbindung zwischen Zugfahrzeug und Anhänger bzw. Sattelzugmaschine und Sattelanhänger ist ordnungsgemäß hergestellt (Kupplung geschlossen und gesichert, elektrische Verbindung und Druckluftanschlüsse hergestellt, sofern vorhanden auch ABV-/ABS-Steckverbindung; Verbindungsleitungen scheuern nicht und hängen nicht bis zum Boden durch).
- Die Dichtungsringe der Kupplungsköpfe sind in einwandfreiem Zustand.
- Bei Fahrten ohne Anhänger: Die Schutzkappen der Kupplungsköpfe sind aufgesetzt.
- Der Hebel des Anhänger-Bremskraftreglers (falls vorhanden) ist entsprechend dem Beladungszustand eingestellt.
- Die Höheneinstelleinrichtung der Zuggabel ist funktionsfähig, die Zugösenhöhe auf Höhe Fangmaul der Anhängekupplung eingestellt (vor dem Ankuppeln).
- Die Zuggabel des Anhängers ist unbeschädigt und bodenfrei (mindestens 200 mm).
- Die Sattelstützeinrichtungen sind ausreichend weit eingefahren und die Kurbeln gesichert.

2.8

 

Zubehör

    Das erforderliche Zubehör ist vorhanden, funktionsfähig bzw. in einwandfreiem Zustand.
2.8.1   Unterlegkeile
Ein Unterlegkeil ist erforderlich bei
- Kraftfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht
von mehr als 4000 kg,
- zweiachsigen Anhängern - ausgenommen Sattel- und Starrdeichselanhänger (einschließlich Zentralachsanhänger) - mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 750 kg.

Zwei Unterlegkeile sind erforderlich bei
- drei- und mehrachsigen Fahrzeugen,
- Sattelanhängern,
- Starrdeichselanhängern (einschließlich Zentralachsanhängern) mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 750 kg.
Es ist auch zu prüfen, ob die Unterlegkeile so angebracht sind, dass ein Verlieren oder Klappern ausgeschlossen ist. Das Anhängen an S-Haken oder Ketten ist nicht zulässig.


2.8.2   Hilfsmittel zur Ladungssicherung
Z.B. Zurrmittel, Ladehölzer, Antirutschmatten, Füllmittel, Sperrbalken, soweit erforderlich.

2.8.3   Anlegeleiter
Die Anlegeleiter (z.B. zum Auf-/Abplanen, zum Besteigen der Ladefläche) - soweit erforderlich - ist
- geeignet (ausreichend lang, mit Sicherungen gegen Abrutschen versehen),
- unbeschädigt,
- gegen Verlieren gesichert untergebracht.


2.8.4   Warndreieck


2.8.5   Warnleuchte, Warnzeichen
Bei Kraftfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t muss bei Teilnahme am öffentlichen Verkehr eine Warnleuchte in amtlich genehmigter Bauart mitgeführt werden.

Bei Fahrzeugen zum Transport gefährlicher Güter müssen zwei selbststehende Warnzeichen (z.B. reflektierende Kegel oder Warndreiecke oder orangefarbene Warnblinkleuchten, die von der elektrischen Ausrüstung des Fahrzeuges unabhängig sind) mitgeführt werden.

2.8.6   Feuerlöscher
Bei Kraftomnibussen muss mindestens ein geeigneter Feuerlöscher mitgeführt werden; auf den gültigen Prüfvermerk ist zu achten. Die Feuerlöscherprüfung muss mindestens alle 12 Monate erfolgen.

Die Ausrüstung von Fahrzeugen zur Beförderung gefährlicher Güter mit Feuerlöschern und deren Prüfung richten sich nach Abschnitt 8.1.4 des Europäischen Übereinkommens über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR).

2.8.7   Verbandkasten nach DIN 13164
Bei Kraftfahrzeugen muss bei Teilnahme am öffentlichen Verkehr Erste-Hilfe-Material mitgeführt werden, das nach Art, Menge und Beschaffenheit mindestens dem Normblatt DIN 13164, Ausgabe Januar 1998, entspricht.

Bei Kraftomnibussen mit mehr als 26 Fahrgastplätzen sind zwei Verbandkästen, die selbst und deren Inhalt an Erste-Hilfe-Material dem Normblatt DIN 13164, Ausgabe Januar 1998, entsprechen, mitzuführen.

Verbandkästen, die den Normblättern DIN 13163, Ausgabe Dezember 1987, oder DIN 13164, Ausgabe Dezember 1987, entsprechen und die vor dem 1. Juli 2000 in Kraftfahrzeugen bereit gestellt wurden, dürfen weiterhin benutzt werden.

2.8.8   Park-Warntafeln
Auf der Fahrbahn haltende, unbeleuchtete Fahrzeuge - ausgenommen Pkw - mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t und Anhänger sind innerhalb geschlossener Ortschaften durch zugelassene lichttechnische Einrichtungen, z.B. Park-Warntafeln in amtlich genehmigter Bauart, kenntlich zu machen.

2.8.9   Schriftliche Weisungen (Unfallmerkblätter) und orangefarbene Kennzeichnung (Warntafeln) bei Beförderung gefährlicher Güter


2.8.10   Warnkleidung
Mehrspurige Kraftfahrzeuge müssen mit geeigneter Warnkleidung ausgerüstet sein. Warnkleidung ist dann als geeignet anzusehen, wenn sie DIN EN 471 „Warnkleidung" entspricht und dabei folgende Anforderungsmerkmale eingehalten sind:
- Warnkleidungsausführung (siehe Abschnitt 4.1) mindestens Klasse 2 gemäß Tabelle 1,
- Farbe (siehe Abschnitt 5.1) ausschließlich fluoreszierendes Orange-Rot gemäß Tabelle 2,
- Mindestrückstrahlwerte (siehe Abschnitt 6.1) der Klasse 2
gemäß Tabelle 5.

Warnkleidung nach der zurückgezogenen DIN 30711, die sich noch in ordnungsgemäßem Zustand befindet, braucht nicht ersetzt zu werden.

Die Anzahl der Warnwesten soll der des Fahrpersonals entsprechen, d.h. dass Fahrzeuge, die ständig mit Fahrzeugführer und Beifahrer besetzt sind, auch mit zwei Warnwesten auszurüsten sind.

Nicht mit Warnkleidung müssen ausgerüstet sein solche Fahrzeuge,
- die ausschließlich innerbetrieblich eingesetzt werden
oder
- bei denen durch Ausrüstung der Fahrzeuge mit Funk und Einsatz von Werkstattwagen oder durch vergleichbare andere Maßnahmen sichergestellt ist, dass deren Fahrpersonal Instandsetzungsarbeiten auf öffentlichen Straßen nicht selbst durchführt. Das Fahrpersonal muss schriftlich angewiesen sein, solche Arbeiten nicht selbst durchzuführen. Diese schriftliche Anweisung ist im Fahrzeug mitzuführen.


2.8.11   Persönliche Schutzausrüstungen
Abhängig vom Transportgut sowie dem Be- und Entladevorgang können zusätzliche persönliche Schutzausrüstungen erforderlich sein, z.B. Gesichtsschutz, Schutzbrille, Augenspülflasche, Schutzkleidung, Handschutz, Fußschutz.

2.8.12   Betriebsanleitungen und Betriebsanweisungen
Die Betriebsanleitungen der Fahrzeughersteller, gegebenenfalls auch der Hersteller von an- oder aufgebauten Einrichtungen, und bei Bedarf die Betriebsanweisungen des Unternehmers sind im Fahrzeug vorhanden.

2.8.13   Für Winterbetrieb
Hilfsmittel zur Reinigung vereister Scheiben und gegebenenfalls Schneeketten, Anfahrhilfen, Besen, Schaufel, Streugut.



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