BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Anhang 4

Beispiel für die Gestaltung des Leitfadens

Verätzungen
Inhalt Methoden Medien/Visualisierung Zeit
Teillernziel
Die Teilnehmer werden nach dieser Sequenz
  • die Gefahren bei Einwirkung von ätzenden Substanzen auf den menschlichen Körper kennen,
  • die allgemeinen und besonderen Maßnahmen bei Einwirkung von ätzenden Substanzen auf den menschlichen Organismus beschreiben und
  • unter Beachtung der eigenen Sicherheit durchführen können.
Unterrichtsgespräch bezüglich Erfahrungen mit Verätzungen im eigenen Betrieb (z. B.Kartenabfrage). Es werden hier konkrete Einsatzbeispiele bzw. Unfallberichte genannt. Diese können beim praktischen Fallbeispieltraining Berücksichtigung finden.   45 Min.
Allgemeine Vorgehensweise Hilfsbedürftige Person >>> Anschauen, ansprechen, anfassen! Ansprechbar?
Verätzung >>> Mit Wasser spülen, verdünnen!
Unruhe, Angst, Schmerzen >>> Ermutigen, trösten, betreuen!
Blasse Hautfarbe >>> Hinlegen, Beine hoch lagern, Wärmeerhaltung durchführen,Vitalzeichen prüfen! Blutdruck messen, Notarztnachforderung, Vorbereiten einer Infusion/des Material für einen periphervenösen Zugang
Erarbeitung am Fallbeispiel (z. B. bei Arbeiten im Labor gießt sich eine Person konzentrierte Säure über die Hand).
Tafel, Flipchart, Tageslichtsprojektor, Folien „Verätzungen“, Pinnwand
Allgemeine Maßnahmen bei Verätzungen
  • Unbedingt Eigenschutz beachten, ggf. erforderliche persönliche Schutzausrüstungen bereithalten, in jedem Fall den Anweisungen der dort Tätigen folgen,
  • Kontakt mit der Substanz vermeiden,
  • gesunde Haut/Augen vor dem Spülwasser schützen,
  • betroffenen Bereich lange und mit sehr viel Wasser spülen,
  • Spülen unterbrechen, wenn es dem Betroffenen unangenehm wird,
  • Sicherheitsdatenblatt/Informationen über den ätzenden Stoff durch die Mitarbeiter besorgen lassen und für den Notarzt/das Krankenhauspersonal bereithalten.
   
Zusätzliche Maßnahmen bei Verätzungen der Haut
  • Benetzte Kleidungsstücke sofort entfernen,
  • betroffenen Bereich möglichst unter fließendem Wasser spülen.
  • Darauf achten, dass das Wasser den kürzesten Weg vom Körper weg nimmt.
Zusätzliche Maßnahmen bei Verätzungen des Verdauungstraktes
  • Mund lange und mit sehr viel Wasser ausspülen,
  • in kleinen Schlucken Wasser trinken lassen,
  • nicht zum Erbrechen bringen (ätzende Substanz kann auf dem „Rückweg“ nochmals die Speiseröhre schädigen).
  • Erbrochenes asservieren und für Notarzt/Krankenhaus bereithalten.
Zusätzliche Maßnahmen bei Verätzungen der Augen
  • Wasser aus ca. 10 cm Höhe in den inneren Augenwinkel gießen, so dass es über dem Augapfel und äußeren Augenwinkel nach außen abfließt,
  • gesundes Auge schützen,
  • Spüldauer mindestens 20 Minuten,
  • danach Augenverband über beide Augen.
Hinweis für Lehrkraft:

In Betrieben sind oftmals fest installierte Augenduschen sowie spezielle Augenspüllösungen vorhanden.
 
Praxisanleitung
Verdünnen von ätzenden Stoffen bei Verätzungen der Haut und Augen.
Nutzung von Fallbeispielkarten mit vorgegebenem Verletzungsmuster und Hinweisen für den Mimen sowie ggf. die realistische Unfalldarstellung. Darstellerkarten, Arbeitskarten
Erfolgskontrolle
Wiederholung der theoretischen Inhalte, insbesondere der allgemeinen und besonderen Maßnahmen, anhand der Arbeitskarten, Wiederholung der allgemeinen und besonderen praktischen Maßnahmen anhand eines (modifizierten) Fallbeispiels.

 

Webcode: M1477-15