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DGUV Information 213-034: GHS – Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen, Titel

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DGUV Information 213-034

GHS – Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen

Hilfe zur Umsetzung der CLP-Verordnung

Titelbild

März 2015

Herausgeber:
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)

 

DGUV Information 213-034: GHS – Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen, Vorbemerkung

Impressum

Herausgeber:

Deutsche Gesetzliche
Unfallversicherung e.V. (DGUV)

Glinkastraße 40
10117 Berlin
Tel.: 030 288763800
Fax: 030 288763808
E-Mail: info@dguv.de
Internet: www.dguv.de


Sachgebiet „Gefahrstoffe“ der DGUV auf der Grundlage der Broschüre „GHS – Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen“ (S 037) der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse.

Layout & Gestaltung:
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV), Medienproduktion

Ausgabe: März 2015

DGUV Information 213-034 (bisher BGI/GUV-I 8658)
zu beziehen bei Ihrem zuständigen Unfallversicherungsträger
oder unter www.dguv.de/publikationen

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DGUV Information 213-034: GHS, Inhalt
  Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
Das Global Harmonisierte System
  Aufbau der CLP-Verordnung
  Hauptelemente des Global Harmonisierten Systems
  Fortschreibung der CLP-Verordnung
Gefahrenklassen
Gefahrenpiktogramme und Signalwörter
  Gefahrenpiktogramme
  Signalwörter
Gefahrenhinweise – H-Sätze
Sicherheitshinweise – P-Sätze
Fristen für die Umsetzung – Zeitplan
Auswirkungen auf den Arbeitsschutz
  Gefährdungsbeurteilung
  Auswirkungen auf den Arbeitsschutz
  Gefahrstoffverzeichnis
  Verpackungen
  Betriebsanweisung und Unterweisung
  Innerbetriebliche Kennzeichnung
Anhang 1 – Literatur
Anhang 2 – Gefahrenklassen- und Gefahrenkategorie-Codes
Anhang 3 – Gefahrenpiktogramme.
Anhang 4 – Gefahrenhinweise – H-Sätze
  Gefahrenhinweise für physikalisch-chemische Gefahren
  Gefahrenhinweise für Gesundheitsgefahren
  Ergänzende Gefahrenmerkmale – physikalisch-chemische Eigenschaften
  Ergänzende Gefahrenmerkmale – gesundheitsgefährliche Eigenschaften
  Ergänzende Kennzeichnungselemente/Informationen über bestimmte Stoffe und Gemische
Anhang 5 – Sicherheitshinweise – P-Sätze
  Sicherheitshinweise – Allgemeines
  Sicherheitshinweise – Prävention
  Sicherheitshinweise – Entsorgung
Anhang 6 – Gegenüberstellung der Gefahrenpiktogramme nach der CLP-Verordnung und der Gefahrensymbole nach der Stoffrichtlinie 67/548/EWG
  Physikalisch-chemische Gefahren und Umweltgefahren
  Brand- und Explosionsgefahren
  Gesundheitsgefahren.
Anhang 7 – Glossar

 

DGUV Information 213-034: GHS – Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen, Vorbemerkung

Vorbemerkung

In verschiedenen Arbeitsprozessen werden gefährliche Stoffe und Gemische eingesetzt und verwendet. Erste Hinweise darauf, dass es sich dabei um Gefahrstoffe handelt, welche gefährlichen Eigenschaften diese besitzen, welche Gefahren auftreten können und welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind, erhält der Anwender aus der Einstufung und der Kennzeichnung. Daher sollte diese durch die globalen Warenströme weltweit einheitlich sein.

Ziel der Vereinten Nationen (UN) war es bereits seit langem, für Stoffe und Gemische eine weltweit einheitliche Einstufung und Kennzeichnung zu erreichen. Im Jahr 2003 veröffentlichte die UN das sogenannte „Purple Book“, in dem ein „Global Harmonisiertes System für die Einstufung und Kennzeichnung von gefährlichen Chemikalien (GHS)“ beschrieben wird. In diesem Dokument wurde für die Einstufung von Stoffen ein einheitlicher Kriterienkatalog festgelegt und für die Kommunikation der Gefahren neue vereinheitlichte Elemente entwickelt.

Mit Inkrafttreten der CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 am 20. Januar 2009 wurde diese Vorgabe der Vereinten Nationen in der Europäischen Union umgesetzt und ist seitdem rechtsverbindlich.

Die Verordnung regelt die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen und ersetzt ab 1. Juni 2015 die bisherige europäische Stoffrichtlinie 67/548/EWG sowie die Zubereitungsrichtlinie 1999/45/EG vollständig. Die englische Bezeichnung für diese Verordnung ist: Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures.

Die CLP-Verordnung wird regelmäßig aktualisiert und an den technischen Fortschritt angepasst. Diese Änderungen werden in Form von Änderungsverordnungen, den sogenannten ATP veröffentlicht. In der vorliegenden Fassung dieser Information wurden sämtliche Änderungen bis einschließlich der 6. ATP berücksichtigt.

Diese Information gibt einen Überblick über das GHS und enthält Hilfestellungen für die Anwendung der CLP-Verordnung und die Umsetzung in der Praxis.

 

 

DGUV Information 213-034: GHS, Aufbau der CLP-Verordnung

Das Global Harmonisierte System

Aufbau der CLP-Verordnung

Die in der Europäischen Union gültige CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 regelt in der EU die Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Gemischen mit gefährlichen Eigenschaften auf der Basis des UN-Global Harmonisierten Systems.

Die CLP-Verordnung legt u. a. fest:

  • nach welchen Kriterien Stoffe und Gemische einzustufen,
  • wie als gefährlich eingestufte Stoffe und Gemische zu verpacken und zu kennzeichnen und
  • für welche Gemische gesonderte Kennzeichnungen vorgesehen sind.

Wie bisher haben vor allem Hersteller bzw. Lieferanten die Einstufungs-, Verpackungs- und Kennzeichnungspflichten vor dem Inverkehrbringen von Stoffen und Gemischen zu erfüllen. Es ergeben sich aber auch beim Verwenden und Verarbeiten der Stoffe Auswirkungen auf den Arbeitsschutz.

Bei der CLP-Verordnung handelt es sich um eine Artikelverordnung mit sieben Teilen, sogenannten Titeln, die durch sieben Anhänge ergänzt werden:

Titel I Allgemeines
Titel II Gefahreneinstufung
Titel III Gefahrenkommunikation durch Kennzeichnung
Titel IV Verpackung
Titel V Harmonisierung der Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis
Titel VI Zuständige Behörden und Durchsetzung
Titel VII Allgemeine und Schlussvorschriften
Anhang I Vorschriften für die Einstufung und Kennzeichnung von gefährlichen Stoffen und Gemischen
Anhang II Besondere Vorschriften für die Kennzeichnung und Verpackung bestimmter Stoffe und Gemische
Anhang III Liste der Gefahrenhinweise, ergänzenden Gefahrenmerkmale und ergänzenden Kennzeichnungselemente
Anhang IV Liste der Sicherheitshinweise
Anhang V Gefahrenpiktogramme
Anhang VI Harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung für bestimmte gefährliche Stoffe
Anhang VII Tabelle für die Umwandlung einer Einstufung gemäß Richtlinie 67/548/EWG in eine Einstufung gemäß dieser Verordnung

Hauptelemente des Global Harmonisierten Systems

Das Global Harmonisierte System beinhaltet harmonisierte Einstufungskriterien für Stoffe und Gemische. Für eine weltweit einheitliche Gefahrenkommunikation wurden die Kennzeichnungselemente harmonisiert. Dazu wurden folgende Hauptelemente festgelegt:

  • Gefahrenklassen, unterteilt in Unterklassen, Kategorien oder Typen
  • Gefahrenpiktogramme
  • Signalwörter
  • Gefahrenhinweise, sogenannte H-Sätze (hazard statements)
  • Sicherheitshinweise, sogenannte P-Sätze (precautionary statements)

Kernstück der CLP-Verordnung ist der Anhang I , in dem die Kriterien zur Einstufung in die Gefahrenklassen sowie die zu verwendenden Kennzeichnungselemente definiert werden.

Fortschreibung der CLP-Verordnung

Der Inhalt der CLP-Verordnung sowie insbesondere die Legaleinstufung in der Stoffliste (Anhang VI) werden regelmäßig an den Stand der Erkenntnisse angepasst.

Der Originaltext der CLP-Verordnung sowie die Änderungsverordnungen finden sich unter:
http://www.reach-clp-helpdesk.de/reach/de/CLP/CLP.html

Praxistipp: Die Änderungsverordnungen enthalten immer nur die jeweiligen Änderungen. Dies bedeutet, dass man bei der Suche nach den aktuellen Einstufungskriterien (Anhang I ) bzw. nach der Einstufung für einen bestimmten Stoff (Anhang VI) die Originalfassung der Verordnung und sämtliche Änderungsverordnungen durchsuchen muss. Derzeit existiert beim Helpdesk eine konsolidierte [zusammengeführte] Textfassung der CLP-Verordnung bis einschließlich der dritten Änderungsverordnung (3. ATP). Darüber hinaus steht auch eine konsolidierte Stoffliste gemäß Tabelle 3.1 und 3.2 des Anhangs VI der CLP-Verordnung inkl. der 6. ATP zum Download bereit.

Dabei ist zu beachten, dass im Anhang VI „nur“ die Mindesteinstufungen angegeben werden (gekennzeichnet durch das Symbol Stern). Diese Mindesteinstufung wird durch den Hersteller bei Vorlage weiterer Erkenntnisse entsprechend ergänzt.

In der Gefahrstoffdatenbank GESTIS des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sind für Stoffe sowohl Einstufungen nach CLP-Verordnung als auch nach der „alten“ Stoffrichtlinie 67/548/EWG enthalten (Stand März 2015).
Der Zugriff auf diese Datenbank erfolgt unter →www.dguv.de/ifa/stoffdatenbank (deutsche Version) oder →www.dguv.de/ifa/gestis-database (englische Version).

 

 

DGUV Information 213-034: GHS, Gefahrenklassen

Gefahrenklassen

Stoffe werden als gefährlich eingestuft, wenn ihnen aufgrund ihrer Eigenschaften mindestens eine Gefahrenklasse zugeordnet werden kann. Die bisherigen Gefährlichkeitsmerkmale werden durch Gefahrenklassen ersetzt und unterschieden in:

  • Physikalisch-chemische Gefahren
  • Gefahren für die menschliche Gesundheit
  • Gefahren für die Umwelt

Die CLP-Verordnung sieht 28 Gefahrenklassen vor und ist damit wesentlich differenzierter als die Einstufung anhand der bisherigen 15 Gefährlichkeitsmerkmale. Eine Gegenüberstellung der Anzahl der Gefährlichkeitsmerkmale nach der Stoffrichtlinie und der Gefahrenklassen nach CLP-Verordnung zeigt Tabelle 1.

Gefahren Stoffrichtlinie
Gefährlichkeitsmerkmale
Anzahl
CLP-Verordnung
Gefahrenklassen
Anzahl
Physikalisch-chemische 5 16
Gesundheit 9 10
Umwelt 1 2

Tabelle 1 Gegenüberstellung Gefährlichkeitsmerkmale nach Stoffrichtlinie und Gefahrenklassen nach CLP-Verordnung

Bei den bisherigen Gefährlichkeitsmerkmalen war in der Regel die Schwere der Gefahr unmittelbar erkennbar (z. B. „sehr giftig“, „giftig“ und „gesundheitsschädlich“). Die einzelnen Gefahrenklassen dagegen geben „nur“ die jeweilige Wirkung an. Abhängig von der Schwere der Gefahr werden die Gefahrenklassen in bis zu vier Kategorien bzw. sechs Unterklassen oder sieben Typen untergliedert. Mit steigender Nummerierung bzw. mit fortlaufendem Buchstaben im Alphabet nimmt die Gefahr ab (siehe Abbildung 1).

Abb. 1 Zusammenhang zwischen Nummerierung und Gefahr

Abb. 1 Zusammenhang zwischen Nummerierung und Gefahr

Die Gefährlichkeitsmerkmale „sehr giftig“, „giftig“ und „gesundheitsschädlich“ werden nach CLP-Verordnung beispielsweise in die Gefahrenklasse „Akute Toxizität“ überführt und darin in vier Kategorien unterteilt.

Bei den Gefährlichkeitsmerkmalen „hochentzündlich“, „leichtentzündlich“ und „entzündlich“ erfolgt die Zuordnung nach CLP-Verordnung je nach Aggregatzustand und Erscheinungsform der Stoffe (fest, flüssig, gasförmig, Aerosol) sowie der genauen Wirkung in eigene Gefahrenklassen. Diese werden wiederum in bis zu drei Kategorien unterteilt.

Dieser Zusammenhang wird in Abbildung 2 verdeutlicht.

Abb. 2 Zusammenhang zwischen Nummerierung und Gefahr

Abb. 2 Zusammenhang zwischen Nummerierung und Gefahr

In den Tabellen 2 bis 4 sind die Gefahrenklassen mit ihren Bezeichnungen sowie ihren Unterklassen, Kategorien bzw. Typen zusammengestellt.

lfd. Nummer Bezeichnung der Gefahrenklasse Unterklassen/Kategorien/Typen
1 Explosive Stoffe/Gemische und Erzeugnisse mit Explosivstoff Instabil explosiv und Unterklasse 1.1 bis 1.6
2 Entzündbare Gase (einschließlich chemisch instabile Gase) Kategorien 1 und 2 (Kategorien A und B)
3 Aerosole Kategorien 1 bis 3
4 Oxidierende Gase Kategorie 1
5 Gase unter Druck Kategorie 1
6 Entzündbare Flüssigkeiten Kategorien 1 bis 3
7 Entzündbare Feststoffe Kategorien 1 und 2
8 Selbstzersetzliche Stoffe und Gemische Typen A bis G
9 Pyrophore Flüssigkeiten Kategorie 1
10 Pyrophore Feststoffe Kategorie 1
11 Selbsterhitzungsfähige Stoffe und Gemische Kategorien 1 und 2
12 Stoffe und Gemische, die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase abgeben Kategorien 1 bis 3
13 Oxidierende Flüssigkeiten Kategorien 1 bis 3
14 Oxidierende Feststoffe Kategorien 1 bis 3
15 Organische Peroxide Typen A bis G
16 Korrosiv gegenüber Metallen Kategorie 1

Tabelle 2 Gefahrenklassen für die physikalisch-chemischen Gefahren mit Unterklassen, Kategorien bzw. Typen

Gefahrenklasse Bezeichnung der Gefahrenklasse Kategorien
1 Akute Toxizität Kategorien 1 bis 4
2 Ätz-/Reizwirkung auf die Haut Kategorien 1 und 2
3 Schwere Augenschädigung/Augenreizung Kategorien 1 und 2
4 Sensibilisierung der Atemwege/Haut Kategorie 1, 1A, 1B Atemwege,
Kategorie 1, 1A, 1B Haut
5 Keimzellmutagenität Kategorien 1A, 1B, 2
6 Karzinogenität Kategorie 1A, 1B, 2
7 Reproduktionstoxizität Kategorie 1A, 1B, 2; Wirkungen auf/über Laktation
8 Spezifische Zielorgan-Toxizität
(einmalige Exposition)
Kategorien 1 bis 3
9 Spezifische Zielorgan-Toxizität
(wiederholte Exposition)
Kategorien 1 und 2
10 Aspirationsgefahr Kategorie 1

Tabelle 3 Gefahrenklassen für die Gesundheitsgefahren mit Kategorien

lfd. Nummer Bezeichnung der Gefahrenklasse Kategorien
1 Gewässergefährdend akut
langfristig
Kategorie 1
Kategorien 1 bis 4
2 Die Ozonschicht schädigend Kategorie 1

Tabelle 4 Gefahrenklassen für die Umweltgefahren mit Kategorien

Neu gegenüber den alten Gefährlichkeitsmerkmalen sind u. a. eigene Gefahrenklassen für:

  • Aerosole
  • Gase unter Druck
  • Selbstzersetzliche Stoffe und Gemische
  • Pyrophore Flüssigkeiten und Feststoffe [=selbstentzündlich an Luft bei Raumtemperatur]
  • Organische Peroxide
  • Korrosiv gegenüber Metallen
  • Aspirationsgefahr
    [Eindringen von flüssigen oder festen Stoffen oder Gemischen in die Luftröhre und den unteren Atemtrakt]
  • Spezifische Zielorgan-Toxizität (STOT)
    [Spezifische nichttödliche Wirkungen auf die menschliche Gesundheit nach einmaliger oder wiederholter Exposition. Dazu gehören alle eindeutigen Auswirkungen auf die Gesundheit, die Körperfunktionen beeinträchtigen können, unabhängig davon, ob diese reversibel oder irreversibel sind, unmittelbar und/oder verzögert auftreten, sofern diese Wirkungen nicht ausdrücklich von anderen Gefahrenklassen erfasst werden.]

Detaillierte Angaben zu den Einstufungskriterien werden im Anhang I der CLP-Verordnung beschrieben.

 

 

DGUV Information 213-034: GHS, Gefahrenpiktogramme und Signalwörter

Gefahrenpiktogramme und Signalwörter

Gefahrenpiktogramme

Die Gefahrenpiktogramme (Abbildung 3) sind rotumrandete auf die Spitze gestellte Quadrate mit schwarzem Symbol auf weißem Grund. Jedem Piktogramm sind eine Bezeichnung und ein Code zugeordnet, z. B. GHS02 für das Piktogramm „Flamme“. Ein Piktogramm kann für mehrere Gefahrenklassen gelten. Neu sind die Gefahrenpiktogramme „Gasflasche“, „Gesundheitsgefahr“ und „Ausrufezeichen“ (farbig hinterlegt).

GHS01 Explodierende Bombe
GHS01
Explodierende Bombe
GHS02 Flamme
GHS02
Flamme
GHS03 Flamme über einem Kreis
GHS03
Flamme über einem Kreis
GHS04 Gasflasche
GHS04
Gasflasche
GHS05 Ätzwirkung
GHS05
Ätzwirkung
GHS06 Totenkopf mit gekreuzten Knochen
GHS06
Totenkopf mit gekreuzten Knochen
GHS07 Ausrufezeichen
GHS07
Ausrufezeichen
GHS08 Gesundheitsgefahr
GHS08
Gesundheitsgefahr
GHS09 Umwelt
GHS09
Umwelt

Abb. 3 Die neuen Gefahrenpiktogramme

Eine Zusammenstellung der Gefahrenpiktogramme und ihrer Bedeutungen befindet sich im Anhang 3 – Gefahrenpiktogramme. Anhang 6 zeigt die Gegenüberstellung der Gefahrenpiktogramme zu den bisherigen Gefahrensymbolen.

Signalwörter

Im Gegensatz zur bisherigen Kennzeichnung, in der zu jedem Symbol auch ein Kennbuchstabe und die Gefahrenbezeichnung (z. B. Xn – Gesundheitsschädlich) gehörte, werden die neuen Piktogramme ohne eine vergleichbare Bezeichnung verwendet.

Nach CLP-Verordnung wird auf dem Etikett zusätzlich zu den Gefahrenpiktogrammen ein Signalwort angegeben. Dieses richtet sich nach der Schwere der Gefahr und soll auf den ersten Blick die potentielle Gefährdung signalisieren. Die Signalwörter lauten:

  • Gefahr
  • Achtung

Das Signalwort „Gefahr“ kennzeichnet schwerwiegende Gefährdungen.
Das Signalwort „Achtung“ wird bei Kategorien mit geringeren Gefährdungen verwendet.

Auch wenn auf dem Etikett mehrere Piktogramme abgebildet sind, wird nur ein Signalwort angegeben, immer das mit der schwererwiegenden Gefahr.

 

 

DGUV Information 213-034: GHS, H-Sätze

Gefahrenhinweise – H-Sätze

Hinweise zu Art und Schweregrad der Gefährdung durch einen Stoff oder ein Gemisch erhält der Anwender durch die H-Sätze (vergleichbar mit den früheren R-Sätzen). Der Buchstabe H steht für Hazard und bedeutet Gefahr. Die H-Sätze sind wesentlich detaillierter als die früheren R-Sätze. Die Kennziffern sind dreistellig und nach folgender Systematik aufgebaut:

Gruppe der Gefahrenhinweise:

Physikalisch-chemische Gefahren H200 ff
  Beispiel: H222 – Extrem entzündbares Aerosol.
Gesundheitsgefahren H300 ff
  Beispiel: H330 – Lebensgefahr bei Einatmen.
Umweltgefahren H400 ff
  Beispiel: H410 – Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.

Auch Kombinationen von H-Sätzen, wie es bei R-Sätzen üblich war, wurden in die CLP-Verordnung aufgenommen, allerdings nur bei der Gefahrenklasse Akute Toxizität.

Die vollständige Liste aller H-Sätze befindet sich im Anhang 4 – Gefahrenhinweise – H-Sätze.

Die Europäische Gemeinschaft hat zusätzliche H-Sätze verabschiedet, um das bisherige Schutzniveau aus den derzeit noch geltenden Rechtsvorschriften beizubehalten. Diese H-Sätze werden mit EUH und ebenfalls einer dreistelligen Kennziffer angegeben z. B.:

EUH 014 Reagiert heftig mit Wasser
EUH 066 Wiederholter Kontakt kann zu spröder oder rissiger Haut führen
EUH 204 Enthält Isocyanate. Kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Die vollständige Liste aller EUH-Sätze befindet sich im Anhang 4 unter den H-Sätzen.

 

 

DGUV Information 213-034: GHS, P-Sätze

Sicherheitshinweise – P-Sätze

Empfohlene Maßnahmen zur Begrenzung oder Vermeidung schädlicher Wirkungen erhält der Anwender durch die P-Sätze (vergleichbar mit den früheren S-Sätzen). Der Buchstabe P steht für Precautionary und bedeutet Vorsorge. Die Kennziffern sind dreistellig und nach folgender Systematik aufgebaut:

Gruppe der Sicherheitshinweise:

Vorsorgehinweise allgemeiner Art P100 ff
  Beispiel: P102 – Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
Vorsorgehinweise zur Prävention P200 ff
  Beispiel: P271 – Nur im Freien oder in gut belüfteten Räumen verwenden.
Vorsorgehinweise zur Reaktion P300 ff
  Beispiel: P312 – Bei Unwohlsein GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt/... anrufen.
Vorsorgehinweise zur Lagerung P400 ff
  Beispiel: P403 – An einem gut belüfteten Ort aufbewahren.
Vorsorgehinweise zur Entsorgung P500 ff
  Beispiel: P501 – Inhalt/Behälter ... zuführen.

Jedem H-Satz sind gewisse P-Sätze zugeordnet. Um die Etiketten nicht zu überfrachten, sollen die Hersteller bei der Kennzeichnung die Anzahl der P-Sätze möglichst auf sechs begrenzen. Dazu sind Kombinationssätze zusammengestellt z. B.:

P411 + P235 Bei Temperaturen nicht über ... °C/ ... °F aufbewahren. Kühl halten.

Die Begrenzung der P-Sätze auf dem Etikett kann dazu führen, dass gleiche Produkte je nach Hersteller und Einsatzzweck unterschiedliche Sicherheitshinweise enthalten. Im Sicherheitsdatenblatt sind weitere Informationen zur sicheren Verwendung, z.B. im Abschnitt 7 „Handhabung und Lagerung“ enthalten.

Die vollständige Liste aller P-Sätze befindet sich im Anhang 5 – Sicherheitshinweise – P-Sätze.

Abbildung 4 zeigt für Aceton ein Etikett mit der Kennzeichnung nach der CLP-Verordnung.

Abb. 4 Kennzeichnung für Aceton nach CLP-Verordnung *

Abb. 4 Kennzeichnung für Aceton nach CLP-Verordnung *

* Name, Anschrift und Telefonnummer des Lieferanten sind weitere Pflichtangaben, wurden aber aus datenschutzrechtlichen Gründen entfernt.

 

 

DGUV Information 213-034: GHS, Zeitplan

Fristen für die Umsetzung – Zeitplan

Die Einstufungskriterien und Kennzeichnungen für Stoffe und Gemische sind seit dem 20. Januar 2009 gültig. Den Herstellern wird allerdings eine Übergangsfrist für die Umsetzung gewährt. Spätestens ab dem 1. Juni 2015 muss alles entsprechend der CLP-Verordnung eingestuft und gekennzeichnet sein.

Nähere Einzelheiten enthält die Tabelle 5:

Etikett Alte Kennzeichnung Neue Kennzeichnung
Stoffe erlaubt bis 01.12.2010
(Lagerbestände: + 2 Jahre)
zwingend seit 01.12.2010
Gemische erlaubt bis 01.06.2015
(Lagerbestände: + 2 Jahre)
erlaubt seit 20.01.2009
zwingend ab 01.06.2015
Sicherheitsdatenblatt Alte Einstufung Neue Einstufung
Stoffe zwingend bis 01.06.2015 zwingend seit 01.12.2010
Gemische zwingend bis 01.06.2015 erlaubt seit 20.01.2009
zwingend ab 01.06.2015

Tabelle 5 Fristen der Umsetzung

Danach erfolgt bei Stoffen die Kennzeichnung auf dem Etikett bereits ausschließlich auf Basis der CLP-Verordnung. Bei Gemischen ist bis zum 1. Juni 2015 eine Kennzeichnung auf dem Etikett entweder nach der Zubereitungsrichtlinie oder der CLP-Verordnung möglich.

Dem Handel wurde eine zweijährige Abverkaufsfrist bis zum 1. Juni 2017 zugestanden, sodass in diesem Zeitraum Lagerbestände noch in Verkehr gebracht werden können.

In Sicherheitsdatenblättern müssen sowohl für Stoffe als auch für Gemische die alten Einstufungen bis 2015 parallel zur neuen Einstufung aufgeführt werden (Abbildung 5). Damit ist eine schrittweise Umstellung der betrieblichen Dokumente möglich.

2. Mögliche Gefahren
Einstufung gemäß Verordnung (EG) Nr. 1272/2008
Entzündbare Flüssigkeiten, Kategorie 2 H225: Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar.
Augenreizung, Kategorie 2 H319: Verursacht schwere Augenreizung.
Spezifische Zielorgan-Toxizität
– einmalige Exposition, Kategorie 3
H336: Kann Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen.
Einstufung gemäß 1999/45/EG
F; R11 Leichtentzündlich.
Xi; R36 Reizt die Augen.
R66 Wiederholter Kontakt kann zu spröder und rissiger Haut führen.
R67 Dämpfe können Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen.

Abb. 5 Auszug aus einem Sicherheitsdatenblatt zur Einstufung eines Reinigers

 

 

DGUV Information 213-034: GHS, Auswirkungen auf den Arbeitsschutz

Auswirkungen auf den Arbeitsschutz

Mit den neuen rechtlichen Grundlagen ändert sich die Einstufung und Kennzeichnung für Stoffe und Gemische. Deren Eigenschaften haben sich zwar nicht geändert, trotzdem ergeben sich Auswirkungen auf Belange des Arbeitsschutzes. Betroffen davon sind u. a.:

  • Gefährdungsbeurteilungen
  • Gefahrstoffverzeichnis
  • Etiketten
  • Sicherheitsdatenblätter
  • Verpackungen
  • Betriebsanweisungen
  • Unterweisung
  • innerbetriebliche Kennzeichnung
  • Lagerung

In der Bekanntmachung vom 15. Dezember 2008 (IIIb3-35122 – GMBl Nr. 1 S. 13) regelt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), dass in der Gefahrstoffverordnung übergangsweise die Bezüge zur Einstufung nach Stoffrichtlinie (RL 67/548/EWG) bzw. Zubereitungsrichtlinie (RL 1999/45/EG) bis zu deren Außerkraftsetzung zum 1. Juni 2015 beibehalten werden. Mit diesem Vorgehen bleibt das bisherige Schutzniveau zunächst unverändert.

Die Bekanntmachung Gefahrstoffe (BekGS) 408 „Anwendung der GefStoffV und der TRGS mit dem Inkrafttreten der CLP-Verordnung“ von Dezember 2009 enthält Hinweise für die praktische Umsetzung der Verordnung in der Übergangsphase bis 2015.

Alle neuen bzw. neugefassten Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) nehmen bereits Bezug auf die Einstufung und Kennzeichnung nach der CLP-Verordnung.

Die Bekanntmachungen und Technischen Regeln für Gefahrstoffe finden sich unter:
www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/TRGS/TRGS.html

Für Betriebe ergibt sich demnach Handlungsbedarf, sobald Hersteller/Lieferanten ihre Produkte nach der CLP-Verordnung einstufen, kennzeichnen und liefern.

Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung ist bei bereits eingeführten Produkten zu überprüfen und ggf. anzupassen, sofern Stoffe und Gemische in den Betrieb gelangen, die nach der CLP-Verordnung eingestuft und gekennzeichnet sind.

Anhand des aktuellen Sicherheitsdatenblattes ist zuerst zu prüfen, ob sich die Zusammensetzung oder die Einstufung nach altem Recht im Vergleich zum neuen Recht geändert hat. Gibt es hier und auch in anderen Kapiteln des Sicherheitsdatenblattes keine relevanten Änderungen, kann die bisherige Gefährdungsbeurteilung weiter genutzt werden. Liegen jedoch neue Erkenntnisse zur Stoffbewertung vor, so sind diese bei der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen und die Schutzmaßnahmen zu überprüfen. In beiden Fällen ist die Überprüfung zu dokumentieren.

Aufgrund der neuen Einstufungsgrenzen in einzelnen Gefahrenklassen kann es in einigen Fällen zu einer Einstufung in eine Kategorie mit einer höheren Gefährdung kommen. Möglich ist auch eine Einstufung in eine der neuen Gefahrenklassen.

Für die entzündbaren Flüssigkeiten zeigt sich folgendes Bild:

Abb. 6 Alte und neue Einstufungsgrenzen für entzündbare Flüssigkeiten

Abb. 6 Alte und neue Einstufungsgrenzen für entzündbare Flüssigkeiten

Für die Praxis bedeutet dies, dass Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt zwischen 21 und 23 °C von entzündlich (R10) in die Kategorie 2 – leicht entzündbar – bei einem Siedepunkt > 35 °C bzw. in die Kategorie 1 – extrem entzündbar – bei einem Siedepunkt ≤ 35 °C eingestuft werden. Für Stoffe und Gemische mit einem Flammpunkt zwischen 55 und 60 °C (bisher nicht eingestuft) gilt zukünftig die Zuordnung in die Kategorie 3 – entzündbar.

Ferner besteht nach der CLP-Verordnung für alle entzündbaren Stoffe eine Kennzeichnungspflicht mit dem Gefahrenpiktogramm „Flamme“. Ein Etikett für die Kennzeichnung eines 2-Schicht-Decklackes mit der alten bzw. neuen Kennzeichnung zeigt Abbildung 7 bzw. Abbildung 8.

Abb. 7 Etikett eines 2-Schicht-Decklackes nach der Zubereitungsrichtlinie *

Abb. 7 Etikett eines 2-Schicht-Decklackes nach der Zubereitungsrichtlinie *

Abb. 8 Etikett eines 2-Schicht-Decklackes nach CLP-Verordnung *

Abb. 8 Etikett eines 2-Schicht-Decklackes nach CLP-Verordnung *

Aufgrund der geänderten Einstufungskriterien für die akut toxischen Eigenschaften wird sich die Anzahl der als giftig oder lebensgefährlich eingestuften Stoffe und Gemische erhöhen.

Die Abbildung 9 zeigt für die inhalative Exposition (Dämpfe), dass bisher gesundheitsschädliche Stoffe mit LC50-Werten > 2 bis ≤ 10 mg/l /4 h nach der CLP-Verordnung als „Akut Toxisch Kategorie 3“ (giftig) eingestuft werden. Weiterhin ergibt sich für bisher giftige Stoffe mit LC50-Werten > 0,5 bis ≤ 2 mg/l/4 h die Einstufung in „Akut Toxisch Kategorie 2“ (Lebensgefahr).

Ein Beispiel hierfür ist Methylacrylat mit einer LC50 von 4,75 mg/l/4 h, das bei inhalativer Exposition nach der Stoffrichtlinie als „Gesundheitsschädlich“, nach der CLP-Verordnung als „Akut Toxisch Kategorie 3, Einatmen“ (Giftig) eingestuft werden muss.

Abb. 9 Einstufungskriterien Akute Toxizität – inhalativ (Dämpfe) – (LC50 in mg/l /4 h)

Abb. 9 Einstufungskriterien Akute Toxizität – inhalativ (Dämpfe) – (LC50 in mg/l /4 h)

Gefahrstoffverzeichnis

Das Gefahrstoffverzeichnis muss bezüglich der Einstufung bzw. Kennzeichnung überprüft und entsprechend aktualisiert werden. Es wird empfohlen, während der Übergangszeit die Einstufung sowohl nach dem alten als auch nach dem neuen Recht aufzuführen.

Verpackungen

Unterliegt ein Versandstück den Gefahrgut-Transportvorschriften, so wird die äußere Verpackung wie bisher gemäß dieser Vorschriften gekennzeichnet. Ist aber die Versandverpackung gleich der Einzelverpackung wie beispielweise bei einer Gasflasche, so sind auch Kennzeichnungselemente nach der Stoffrichtlinie (siehe Abbildung 10) bzw. CLP-Verordnung (siehe Abbildung 11) anzubringen. Auf Gefahrensymbole bzw. Gefahrenpiktogramme kann verzichtet werden, wenn sie eine Entsprechung im Transportrecht (Gefahrzettel oder Kennzeichen – in diesem Falle die Flamme) haben. Des weiteren kann auf das Gefahrenpiktogramm GHS04 verzichtet werden, wenn das Gefahrenpiktogramm GHS02 oder GHS06 verwendet wird (siehe Abbildung 11).

Abb. 10 Etikett für eine Gasflasche nach Transportrecht und Stoffrichtlinie *

Abb. 10 Etikett für eine Gasflasche nach Transportrecht und Stoffrichtlinie *

Abb. 11 Etikett für eine Gasflasche nach Transportrecht und CLP-Verordnung *

Abb. 11 Etikett für eine Gasflasche nach Transportrecht und CLP-Verordnung *

Betriebsanweisung und Unterweisung

Grundsätzlich ist es erforderlich, unabhängig von der regelmäßigen, mindestens jährlichen Unterweisung, die betroffenen Mitarbeiter über das neue System zur Einstufung und Kennzeichnung zu informieren. Vorrangig ist es dabei, die neuen Kennzeichnungselemente und die wesentlichen Unterschiede des alten und neuen Systems in verständlicher Weise und abgestimmt auf die betrieblichen Tätigkeiten in angemessenem Umfang zu erläutern. Auch die Inhalte der arbeitsmedizinisch-toxikologischen Beratung müssen geprüft und ggf. angepasst werden.

Eine Anpassung oder Umstellung der Betriebsanweisungen sollte praxisbezogen sein, d. h. eine Umstellung auf die neue Kennzeichnung ist nicht notwendig, solange im Betrieb ausschließlich Produkte mit der alten Kennzeichnung verwendet werden. Die Umstellung sollte erst erfolgen, sobald Produkte mit der neuen Kennzeichnung in den Betrieb kommen, spätestens zum Ende der Übergangsfrist am 1. Juni 2015.

Liegen keine neueren Erkenntnisse vor, die weitergehende Schutzmaßnahmen nach sich ziehen, sind lediglich die Kennzeichnungselemente im Abschnitt „Gefahren für Mensch und Umwelt“ anzupassen (siehe Abbildung 12).

Abb. 12 Neue Gefahrenpiktogramme in einer Betriebsanweisung

Abb. 12 Neue Gefahrenpiktogramme in einer Betriebsanweisung

Für die Umstellung der Betriebsanweisungen ist kein formaler Weg festgelegt. Da in der Praxis die alte und die neue Kennzeichnung gleichzeitig noch über einen längeren Zeitraum vorkommen können, z. B. aufgrund mehrerer Lieferanten für dasselbe Produkt, kommen für die Übergangsphase folgende Möglichkeiten in Frage:

  1. Eine Betriebsanweisung mit alten und mit neuen Kennzeichnungselementen (siehe Abbildung 13).
  2. Eine Betriebsanweisung mit alten oder mit neuen Kennzeichnungselementen und einem Hinweis, dass abweichende Kennzeichnungen auf dem Gebinde möglich sind.
  3. Parallele Verwendung von zwei Betriebsanweisungen: eine Ausfertigung mit alten und eine zweite Ausfertigung mit neuen Kennzeichnungselementen.

Die Verwendung von Gruppenbetriebsanweisungen ist nach wie vor möglich.

Bei der Einführung einer geänderten Betriebsanweisung ist eine entsprechende mündliche Unterweisung erforderlich.

Abb. 13 Betriebsanweisung mit alten Gefahrensymbolen und neuen Gefahrenpiktogrammen

Abb. 13 Betriebsanweisung mit alten Gefahrensymbolen und neuen Gefahrenpiktogrammen

Innerbetriebliche Kennzeichnung

Wird innerbetrieblich in kleinere Gebinde umgefüllt, ist grundsätzlich die vollständige Gebindekennzeichnung des Herstellers bzw. Lieferanten zu übernehmen (Bezeichnung des Gefahrstoffes, Gefahrenpiktogramme, Signalwort, Gefahren- und Sicherheitshinweise). Wie bei der Etikettierung von Originalgebinden geht es hier um die Identifizierung der enthaltenen Gefahrstoffe und der davon ausgehenden Gefahren. Bei innerbetrieblicher Kennzeichnung von gefährlichen Stoffen oder Gemischen in Apparaturen, Rohrleitungen, Lagertanks, Laborflaschen o. ä. kann eine vereinfachte Kennzeichnung vorgenommen werden, sofern die beteiligten Arbeitnehmer die damit verbundenen Gefahren und die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen aus den am Arbeitsplatz vorhandenen Unterlagen (z. B. Betriebsanweisungen oder Sicherheitsdatenblättern) entnehmen können und diese ihnen bekannt sind.

Nach der TRGS 201 „Einstufung und Kennzeichnung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“ ist die Kennzeichnung mit dem Namen des Stoffes oder Gemisches und dem Gefahrensymbol mit der dazugehörigen Gefahrenbezeichnung bzw. dem GHS-Piktogramm ausreichend. Als Beispiel für eine vereinfachte Kennzeichnung nach TRGS 201 zeigt Abbildung 14 eine Rohrleitung einmal mit altem Gefahrensymbol und zum anderen mit neuem Gefahrenpiktogramm. Ist bei einer vereinfachten Kennzeichnung die Aussagekraft der Gefahrenpiktogramme zu unspezifisch um die Gefahr zu beschreiben, kann es erforderlich sein, die Gefahrenhinweise oder andere Kurzinformationen z. B. Gefahrenklassen zu ergänzen. In Laboratorien hat sich das Kennzeichnungskonzept des Fachbereichs Rohstoffe und chemische Industrie bewährt.
http://www.bgrci.de/fachwissen-portal/start/laboratorien/laborrichtlinien/vereinfachtes-kennzeichnungssystem/

Abb. 14 Beschriftung von Rohrleitungen

Abb. 14 Beschriftung von Rohrleitungen

Da in der GefStoffV die Bezüge zur Stoffrichtlinie bis 2015 erhalten bleiben, ist in diesem Zeitraum eine Kennzeichnung nach diesem System grundsätzlich zulässig. Je nach innerbetrieblichem Informationsstand kann aber eine frühere Umzeichnung erfolgen, spätestens aber nach dem Ablauf der Übergangsfrist.

Eine gleichzeitige Kennzeichnung von Behältnissen oder Rohrleitungen mit alten und neuen Kennzeichnungselementen ist zu vermeiden!

Weitere Einzelheiten zur innerbetrieblichen Kennzeichnung sind in der TRGS 201 „Einstufung und Kennzeichnung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“ und in der Technischen Regel für Arbeitsstätten (ASR) A1.3 „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung “ festgelegt.


* Name, Anschrift und Telefonnummer des Lieferanten sind weitere Pflichtangaben, wurden aber aus datenschutzrechtlichen Gründen entfernt.

 

 

DGUV Information 213-034: GHS – Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen, Anhang 1

Anhang 1
Literatur

1. Gesetze, Verordnungen und Technische Regeln

Bezugsquelle:
Buchhandel und Internet: z. B. www.gesetze-im-internet.de

TRGS 200 „Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen, Zubereitungen und Erzeugnissen

TRGS 201 „Einstufung und Kennzeichnung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“

Technische Regel für Arbeitsstätten (ASR) A1.3 „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung

Bekanntmachung des BMAS vom 15. Oktober 2008 zur Anwendung der Gefahrstoffverordnung und der TRGS mit dem Inkrafttreten der GHS-Verordnung

Bekanntmachung 408 „Anwendung der Gefahrstoffverordnung und TRGS mit dem Inkrafttreten der CLP-Verordnung“

2. Sonstige Informationsquellen

GESTIS-Gefahrstoffdatenbank:
→ www.dguv.de (webcode: d11892)

GHS-Informationen der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie:
→ www.gischem.de/ghs/index.htm

Vereinfachtes Kennzeichnungssystem Laboratorien des FB RCI:
→ www.bgrci.de (Seiten-ID: #6SM4)

GHS-Lernmodul der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse:
→ www.bgetem.de (webcode: 12574170 )

GHS-Informationen der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft:
→ www.gisbau.de

GHS-Informationen der Berufsgenossenschaft Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege:
→ www.bgw-online.de (Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz/Grundlagen/Forschung/Gefahrstoffe/Toxikologie)

DGUV Information 213-035 GHS-Plakat „Physikalisch-chemische Gefahren und Umweltgefahren“ (bisher BGI/GUV-I 8658-1)
→ www.dguv.de/publikationen (Suchbegriff: 213-035)

DGUV Information 213-036 GHS-Plakat „Brand- und Explosionsgefahren“ (bisher BGI/GUV-I 8658-2)
→ www.dguv.de/publikationen (Suchbegriff: 213-036)

DGUV Information 213-037 GHS-Plakat „Gesundheitsgefahren“ (bisher BGI/GUV-I 8658-3)
→ www.dguv.de/publikationen (Suchbegriff: 213-037)

3. Informationen anderer Stellen

Originaltexte der CLP-Verordnung sowie der Änderungsverordnungen:
→ www.reach-clp-helpdesk.de/reach/de/CLP/CLP.html

Bild-Dateien der einzelnen Piktogramme auf den GHS-Seiten der UN:
→ www.unece.org/trans/danger/publi/ghs/pictograms.html

Bekanntmachungen zu den Auswirkungen der CLP-Verordnung auf den Arbeitsschutz während der Übergangsvorschriften:
→ www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/TRGS/TRGS.html

Umweltbundesamt: Leitfaden zur Anwendung der CLP-Verordnung:
→ www.umweltbundesamt.de/publikationen/neue-einstufungs-kennzeichnungssystem-fuer

 

 

DGUV Information 213-034: GHS – Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen, Anhang 2

Anhang 2
Gefahrenklassen- und Gefahrenkategorie-Codes

Für die Gefahrenklassen und Gefahrenkategorien werden zum Teil Abkürzungen – sogenannte Codes – verwendet. Die Stoffliste in Anhang VI der CLP-Verordnung liegt auch in der deutschen Version auf Englisch vor. In der Tabelle werden die Codes für die Gefahrenklassen und Gefahrenkategorien sowie die offizielle Bezeichnung aufgelistet.

Gefahrenklasse Gefahrenklasse- und Gefahrenkategorie-Code
Explosive Stoffe/Gemische und Erzeugnisse mit Explosivstoff Unst. Expl.
Expl. 1.1 - 1.6
Entzündbare Gase Flam. Gas 1/2
Chem. Unst. Gas A/B
Aerosole Aerosol 1 -3
Oxidierende Gase Ox. Gas 1
Gase unter Druck Press. Gas
Entzündbare Flüssigkeiten Flam. Liq. 1 - 3
Entzündbare Feststoffe Flam. Sol. 1/2
Selbstzersetzliche Stoffe oder Gemische Self-react. A - G
Pyrophore Flüssigkeiten Pyr. Liq. 1
Pyrophore Feststoffe Pyr. Sol. 1
Selbsterhitzungsfähige Stoffe oder Gemische Self-heat. 1/2
Stoffe oder Gemische, die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase abgeben Water-react. 1 - 3
Oxidierende Flüssigkeiten Ox. Liq. 1 - 3
Oxidierende Feststoffe Ox. Sol. 1 - 3
Organische Peroxide Org. Perox. A - G
Korrosiv gegenüber Metallen Met. Corr. 1
Akute Toxizität Acute Tox. 1 - 4
Ätz-/Reizwirkung auf die Haut Skin Corr. 1A/1B/1C
Skin Irrit. 2
Schwere Augenschädigung/Augenreizung Eye Dam. 1
Eye Irrit. 2
Sensibilisierung der Atemwege/Haut Resp. Sens. 1/1A/1B
Skin Sens. 1/1A/1B
Keimzell-Mutagenität Muta. 1A/1B/2
Karzinogenität Carc. 1A/1B/2
Reproduktionstoxizität Repr. 1A/1B/2/Lact.
Spezifische Zielorgan-Toxizität (einmalige Exposition) STOT SE 1 - 3
Spezifische Zielorgan-Toxizität (wiederholte Exposition) STOT RE 1 - 2
Aspirationsgefahr Asp. Tox. 1
Gewässergefährdend Aquatic Acute 1
Aquatic Chronic 1 - 4
Die Ozonschicht schädigend Ozone 1

 

 

DGUV Information 213-034: GHS – Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen, Anhang 3

Anhang 3
Gefahrenpiktogramme

In der Tabelle sind die Gefahrenpiktogramme mitsamt ihrer CLP-Kennziffer und der offiziellen Bezeichnung sowie die damit zu kennzeichnenden Gefahrenklassen mit den dazugehörigen Unterklassen, Kategorien bzw. Typen aufgelistet.

Für die folgenden Gefahrenklassen und -kategorien ist kein Piktogramm erforderlich:

  • Physikalisch-chemische Gefahren:
    • Explosive Stoffe/Gemische und Erzeugnisse mit Explosivstoff der Unterklassen 1.5 und 1.6
    • Entzündbare Gase der Gefahrenkategorie 2
    • Chemisch instabiles Gas, Gefahrenkategorie A und B
    • Aerosol, Gefahrenkategorie 3
    • Organische Peroxide, Typ G
  • Gesundheitsgefahren:
    • Reproduktionstoxisch, Wirkungen auf/über die Laktation
  • Umweltgefahren:
    • Chronisch gewässergefährdend, Kategorien 3 und 4

In Spezialfällen z. B. bei Produkten für den Endverbraucher sind Vereinfachungen möglich.

Gefahrenpiktogramm Gefahrenklasse und Gefahrenkategorie
GHS01 Explodierende Bombe
GHS01
Explodierende Bombe
Explosive Stoffe/Gemische und Erzeugnisse mit Explosivstoff:
  • Instabil, explosiv
  • Unterklassen 1.1, 1.2, 1.3, 1.4
Selbstzersetzliche Stoffe und Gemische, Typ A
Selbstzersetzliche Stoffe und Gemische, Typ B (+ Piktogramm GHS02)
Organische Peroxide, Typ A
Organische Peroxide, Typ B (+ Piktogramm GHS02)
GHS02 Flamme
GHS02
Flamme
Entzündbare Gase, Gefahrenkategorie 1
Aerosole, Gefahrenkategorien 1, 2
Entzündbare Flüssigkeiten, Gefahrenkategorien 1, 2, 3
Entzündbare Feststoffe, Gefahrenkategorien 1, 2
Selbstzersetzliche Stoffe und Gemische, Typen B (+ Piktogramm GHS01), C, D, E, F
Pyrophore Flüssigkeiten, Gefahrenkategorie 1
Pyrophore Feststoffe, Gefahrenkategorie 1
Selbsterhitzungsfähige Stoffe und Gemische, Gefahrenkategorien 1, 2
Stoffe und Gemische, die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase entwickeln, Kategorien 1, 2, 3
Organische Peroxide, Typen B (+ Piktogramm GHS01), C, D, E, F
Stoffe und Gemische, die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase abgeben, Gefahrenkategorien 1, 2, 3
GHS03 Flamme über einem Kreis
GHS03
Flamme über einem Kreis
Oxidierende Gase, Kategorie 1
Oxidierende Flüssigkeiten, Kategorien 1, 2, 3
Oxidierende Feststoffe, Kategorien 1, 2, 3
GHS04 Gasflasche
GHS04
Gasflasche
Gase unter Druck:
  • verdichtete Gase
  • verflüssigte Gase
  • tiefgekühlt verflüssigte Gase
  • gelöste Gase
GHS05 Ätzwirkung
GHS05
Ätzwirkung
Korrosiv gegenüber Metallen, Kategorie 1
Ätz-/Reizwirkung auf die Haut Kategorien, 1A, 1B, 1C
Schwere Augenschädigung/Augenreizung, Kategorie 1
GHS06 Totenkopf mit gekreuzten Knochen
GHS06
Totenkopf mit gekreuzten
Knochen
Akute Toxizität (oral, dermal, inhalativ), Kategorien 1, 2, 3
GHS07 Ausrufezeichen
GHS07
Ausrufezeichen
Akute Toxizität (oral, dermal, inhalativ), Kategorie 4
Reizwirkung auf die Haut, Kategorie 2
Schwere Augenreizung, Kategorie 2
Sensibilisierung der Haut, Kategorien 1, 1A und 1B
Spezifische Zielorgan-Toxizität (einmalige Exposition), Kategorie 3
Atemwegsreizung, Kategorie 3 Narkotisierende Wirkung
Die Ozonschicht schädigend, Kategorie 1
GHS08 Gesundheitsgefahr
GHS08
Gesundheitsgefahr
Sensibilisierung der Atemwege, Kategorien 1, 1A und 1B
Keimzellmutagenität, Kategorien 1A, 1B, 2
Karzinogenität, Kategorien 1A, 1B, 2
Reproduktionstoxizität, Kategorien 1A, 1B, 2
Spezifische Zielorgan-Toxizität (einmalige Exposition), Kategorien 1, 2
Spezifische Zielorgan-Toxizität (wiederholte Exposition), Kategorien 1, 2
Aspirationsgefahr, Kategorie 1
GHS09 Umwelt
GHS09
Umwelt
Gewässergefährdend
  • akut gewässergefährdend: Kategorie Akut 1
  • Langfristig gewässergefährdend: Kategorien Chronisch 1, 2

 

 

DGUV Information 213-034: GHS – Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen, Anhang 4

Anhang 4
Gefahrenhinweise – H-Sätze

Die Gefahrenhinweise werden gemäß der Zuordnung nach Anhang I, Teil 2, 3 und 4 der CLP- Verordnung angewendet. Gefahrenhinweise in allen EG-Sprachen sind Anhang III, Teil 1 der CLP-Verordnung zu entnehmen.

Gefahrenhinweise für physikalisch-chemische Gefahren

H200 Instabil, explosiv.
H201 Explosiv, Gefahr der Massenexplosion.
H202 Explosiv; große Gefahr durch Splitter, Spreng- und Wurfstücke.
H203 Explosiv; Gefahr durch Feuer, Luftdruck oder Splitter, Spreng- und Wurfstücke.
H204 Gefahr durch Feuer oder Splitter, Spreng- und Wurfstücke.
H205 Gefahr der Massenexplosion bei Feuer.
H220 Extrem entzündbares Gas.
H221 Entzündbares Gas.
H222 Extrem entzündbares Aerosol.
H223 Entzündbares Aerosol.
H224 Flüssigkeit und Dampf extrem entzündbar.
H225 Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar.
H226 Flüssigkeit und Dampf entzündbar.
H228 Entzündbarer Feststoff.
H229 Behälter steht unter Druck: kann bei Erwärmung bersten.
H230 Kann auch in Abwesenheit von Luft explosionsartig reagieren.
H231 Kann auch in Abwesenheit von Luft bei erhöhtem Druck und/oder erhöhter Temperatur explosionsartig reagieren.
H240 Erwärmung kann Explosion verursachen.
H241 Erwärmung kann Brand oder Explosion verursachen.
H242 Erwärmung kann Brand verursachen.
H250 Entzündet sich in Berührung mit Luft von selbst.
H251 Selbsterhitzungsfähig; kann in Brand geraten.
H252 In großen Mengen selbsterhitzungsfähig; kann in Brand geraten.
H260 In Berührung mit Wasser entstehen entzündbare Gase, die sich spontan entzünden können.
H261 In Berührung mit Wasser entstehen entzündbare Gase.
H270 Kann Brand verursachen oder verstärken; Oxidationsmittel.
H271 Kann Brand oder Explosion verursachen; starkes Oxidationsmittel.
H272 Kann Brand verstärken; Oxidationsmittel.
H280 Enthält Gas unter Druck; kann bei Erwärmung explodieren.
H281 Enthält tiefkaltes Gas; kann Kälteverbrennungen oder -verletzungen verursachen.
H290 Kann gegenüber Metallen korrosiv sein.

Gefahrenhinweise für Gesundheitsgefahren

H300 Lebensgefahr bei Verschlucken.
H301 Giftig bei Verschlucken.
H302 Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
H304 Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein.
H310 Lebensgefahr bei Hautkontakt.
H311 Giftig bei Hautkontakt.
H312 Gesundheitsschädlich bei Hautkontakt.
H314 Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.
H315 Verursacht Hautreizungen.
H317 Kann allergische Hautreaktionen verursachen.
H318 Verursacht schwere Augenschäden (entfällt, wenn auch H314).
H319 Verursacht schwere Augenreizung.
H330 Lebensgefahr bei Einatmen.
H331 Giftig bei Einatmen.
H332 Gesundheitsschädlich bei Einatmen.
H334 Kann bei Einatmen Allergie, asthmaartige Symptome oder Atembeschwerden verursachen.
H335 Kann die Atemwege reizen.
H336 Kann Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen.
H340 Kann genetische Defekte verursachen (Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht).
H341 Kann vermutlich genetische Defekte verursachen (Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht).
H350 Kann Krebs erzeugen (Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht).
H351 Kann vermutlich Krebs erzeugen (Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht).
H360 Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schädigen (sofern bekannt, konkrete Wirkung angeben). (Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass die Gefährdung bei keinem anderen Expositionsweg besteht).
H361 Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schädigen (sofern bekannt, konkrete Wirkung angeben). (Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass die Gefährdung bei keinem anderen Expositionsweg besteht).
H362 Kann Säuglinge über die Muttermilch schädigen.
H370 Schädigt die Organe (oder alle betroffenen Organe nennen, sofern bekannt). (Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht).
H371 Kann die Organe schädigen (oder alle betroffenen Organe nennen, sofern bekannt).(Expositionsweg angeben, sofern schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht).
H372 Schädigt die Organe (alle betroffenen Organe nennen) bei längerer oder wiederholter Exposition. (Expositionsweg angeben, wenn schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht).
H373 Kann die Organe schädigen (alle betroffenen Organe nennen, sofern bekannt) bei längerer oder wiederholter Exposition. (Expositionsweg angeben, wenn schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht).
H300+H310 Lebensgefahr bei Verschlucken oder Hautkontakt.
H300+H330 Lebensgefahr bei Verschlucken oder Einatmen.
H301+H330 Lebensgefahr bei Hautkontakt oder Einatmen.
H300+H310+H330 Lebensgefahr bei Verschlucken, Hautkontakt oder Einatmen.
H301+H311 Giftig bei Verschlucken oder Hautkontakt.
H301+H331 Giftig bei Verschlucken oder Einatmen.
H311+H331 Giftig bei Hautkontakt oder Einatmen.
H301+H311+H331 Giftig bei Verschlucken, Hautkontakt oder Einatmen.
H302+H312 Gesundheitsschädlich bei Verschlucken oder Hautkontakt.
H302+H332 Gesundheitsschädlich bei Verschlucken oder Einatmen.
H312+H332 Gesundheitsschädlich bei Hautkontakt oder Einatmen.
H302+H312+H332 Gesundheitsschädlich bei Verschlucken, Hautkontakt oder Einatmen.

Zu beachten bei den Codes:
F/D Grossbuchstaben = kann
f/d Kleinbuchstaben = kann vermutlich

H350i Kann beim Einatmen Krebs erzeugen.
H360F Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
H360D Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
H361f Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
H361d Kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen.
H360FD Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
H361fd Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen.
H360Fd Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen.
H360Df Kann das Kind im Mutterleib schädigen. Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Gefahrenhinweise für Umweltgefahren

H400 Sehr giftig für Wasserorganismen (entfällt, wenn auch H410).
H410 Sehr giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.
H411 Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.
H412 Schädlich für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.
H413 Kann für Wasserorganismen schädlich sein, mit langfristiger Wirkung.
H420 Schädigt die öffentliche Gesundheit und die Umwelt durch Ozonabbau in der äußeren Atmosphäre.

Ergänzende Gefahrenmerkmale – physikalisch-chemische Eigenschaften

EUH 001 In trockenem Zustand explosiv.
EUH 014 Reagiert heftig mit Wasser.
EUH 018 Kann bei Verwendung explosionsfähige/entzündbare Dampf/Luft-Gemische bilden.
EUH 019 Kann explosionsfähige Peroxide bilden.
EUH 044 Explosionsgefahr bei Erhitzen unter Einschluss.

Ergänzende Gefahrenmerkmale – gesundheitsgefährliche Eigenschaften

EUH 029 Entwickelt bei Berührung mit Wasser giftige Gase.
EUH 031 Entwickelt bei Berührung mit Säure giftige Gase.
EUH 032 Entwickelt bei Berührung mit Säure sehr giftige Gase.
EUH 066 Wiederholter Kontakt kann zu spröder oder rissiger Haut führen.
EUH 070 Giftig bei Berührung mit den Augen.
EUH 071 Wirkt ätzend auf die Atemwege.

Ergänzende Kennzeichnungselemente/Informationen über bestimmte Stoffe und Gemische

EUH 201 Enthält Blei. Nicht für den Anstrich von Gegenständen verwenden, die von Kindern gekaut oder gelutscht werden konnten.
EUH 201A Achtung! Enthält Blei.
EUH 202 Cyanacrylat. Gefahr. Klebt innerhalb von Sekunden Haut und Augenlider zusam- men. Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
EUH 203 Enthält Chrom (VI). Kann allergische Reaktionen hervorrufen.
EUH 204 Enthält Isocyanate. Kann allergische Reaktionen hervorrufen.
EUH 205 Enthält epoxidhaltige Verbindungen. Kann allergische Reaktionen hervorrufen.
EUH 206 Achtung! Nicht zusammen mit anderen Produkten verwenden, da gefährliche Gase (Chlor) freigesetzt werden können.
EUH 207 Achtung! Enthält Cadmium. Bei der Verwendung entstehen gefährliche Dämpfe. Hinweise des Herstellers beachten. Sicherheitsanweisungen einhalten.
EUH 208 Enthält <Name des sensibilisierenden Stoffes>. Kann allergische Reaktionen hervorrufen.
EUH 209 Kann bei Verwendung leicht entzündbar werden.
EUH 209A Kann bei Verwendung entzündbar werden.
EUH 210 Sicherheitsdatenblatt auf Anfrage erhältlich.
EUH 401 Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt die Gebrauchsanleitung einhalten.

 

 

DGUV Information 213-034: GHS – Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen, Anhang 5

Anhang 5
Sicherheitshinweise – P-Sätze

Die Sicherheitshinweise sind passend zu den Gefahrenhinweisen gemäß Anhang I, Teil 2, 3 und 4 der CLP-Verordnung nach den Vorgaben gemäß Anhang IV, Teil 1 der CLP-Verordnung auszuwählen. Sicherheitshinweise in allen EG-Sprachen sind Anhang IV, Teil 2 der CLP-Verordnung zu entnehmen.

Sicherheitshinweise – Allgemeines

P101 Ist ärztlicher Rat erforderlich, Verpackung oder Kennzeichnungsetikett bereithalten.
P102 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
P103 Vor Gebrauch Kennzeichnungsetikett lesen.

Sicherheitshinweise – Prävention

P201 Vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen.
P202 Vor Gebrauch alle Sicherheitshinweise lesen und verstehen.
P210 Von Hitze, heißen Oberflächen, Funken, offenen Flammen sowie anderen Zündquellenarten fernhalten. Nicht rauchen.
P211 Nicht gegen offene Flamme oder andere Zündquelle sprühen.
P220 Von Kleidung/.../brennbaren Materialien fernhalten/entfernt aufbewahren.
P221 Mischen mit brennbaren Stoffen/... unbedingt verhindern.
P222 Keinen Kontakt mit Luft zulassen.
P223 Keinen Kontakt mit Wasser zulassen.
P230 Feucht halten mit ...
P231 Unter inertem Gas handhaben.
P232 Vor Feuchtigkeit schützen.
P233 Behälter dicht verschlossen halten.
P234 Nur im Originalbehälter aufbewahren.
P235 Kühl halten.
P240 Behälter und zu befüllende Anlage erden.
P241 Explosionsgeschützte elektrische Geräte/Lüftungsanlagen/Beleuchtungsanlagen/… verwenden.
P242 Nur funkenfreies Werkzeug verwenden.
P243 Maßnahmen gegen elektrostatische Entladungen treffen.
P244 Ventile und Ausrüstungsteile öl- und fettfrei halten.
P250 Nicht schleifen/stoßen/… /reiben.
P251 Nicht durchstechen oder verbrennen, auch nicht nach Gebrauch.
P260 Staub/Rauch/Gas/Nebel/Dampf/Aerosol nicht einatmen.
P261 Einatmen von Staub/Rauch/Gas/Nebel/Dampf/Aerosol vermeiden.
P262 Nicht in die Augen, auf die Haut oder auf die Kleidung gelangen lassen.
P263 Kontakt während der Schwangerschaft/der Stillzeit vermeiden.
P264 Nach Handhabung … gründlich waschen.
P270 Bei Gebrauch nicht essen, trinken oder rauchen.
P271 Nur im Freien oder in gut belüfteten Räumen verwenden.
P272 Kontaminierte Arbeitskleidung nicht außerhalb des Arbeitsplatzes tragen.
P273 Freisetzung in die Umwelt vermeiden.
P280 Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/Gesichtsschutz tragen.
P282 Schutzhandschuhe/Gesichtsschild/Augenschutz mit Kälteisolierung tragen.
P283 Schwer entflammbare/flammhemmende Kleidung tragen.
P284 (Bei unzureichender Lüftung) Atemschutz tragen.
P231+P232 Unter inertem Gas handhaben. Vor Feuchtigkeit schützen.
P235+P410 Kühl halten. Vor Sonnenbestrahlung schützen.

Sicherheitshinweise – Reaktion

P301 BEI VERSCHLUCKEN:
P302 BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT:
P303 BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT (oder dem Haar):
P304 BEI EINATMEN:
P305 BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN:
P306 BEI KONTAKT MIT DER KLEIDUNG:
P308 BEI Exposition oder falls betroffen:
P310 Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt/… anrufen.
P311 GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt/ … anrufen.
P312 Bei Unwohlsein GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt/… anrufen.
P313 Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.
P314 Bei Unwohlsein ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.
P315 Sofort ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.
P320 Besondere Behandlung dringend erforderlich (siehe … auf diesem Kennzeichnungsetikett).
P321 Besondere Behandlung (siehe … auf diesem Kennzeichnungsetikett).
P330 Mund ausspülen.
P331 KEIN Erbrechen herbeiführen.
P332 Bei Hautreizung:
P333 Bei Hautreizung oder -ausschlag:
P334 In kaltes Wasser tauchen/nassen Verband anlegen. P335 Lose Partikel von der Haut abbürsten.
P336 Vereiste Bereiche mit lauwarmem Wasser auftauen. Betroffenen Bereich nicht reiben.
P337 Bei anhaltender Augenreizung:
P338 Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.
P340 Die betroffene Person an die frische Luft bringen und für ungehinderte Atmung sorgen.
P342 Bei Symptomen der Atemwege:
P351 Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen.
P352 Mit viel Wasser/… waschen.
P353 Haut mit Wasser abwaschen/duschen.
P360 Kontaminierte Kleidung und Haut sofort mit viel Wasser abwaschen und danach Kleidung ausziehen.
P361 Alle kontaminierten Kleidungsstücke sofort ausziehen.
P362 Kontaminierte Kleidung ausziehen und vor erneutem Tragen waschen.
P363 Kontaminierte Kleidung vor erneutem Tragen waschen.
P364 Und vor erneutem Tragen waschen.
P370 Bei Brand:
P371 Bei Großbrand und großen Mengen:
P372 Explosionsgefahr bei Brand.
P373 KEINE Brandbekämpfung, wenn das Feuer explosive Stoffe/Gemisch/Erzeugnisse erreicht.
P374 Brandbekämpfung mit üblichen Vorsichtsmaßnahmen aus angemessener Entfernung.
P375 Wegen Explosionsgefahr Brand aus der Entfernung bekämpfen.
P376 Undichtigkeit beseitigen, wenn gefahrlos möglich.
P377 Brand von ausströmendem Gas: Nicht löschen, bis Undichtigkeit gefahrlos beseitigt werden kann.
P378 … zum Löschen verwenden.
P380 Umgebung räumen.
P381 Alle Zündquellen entfernen, wenn gefahrlos möglich.
P390 Verschüttete Mengen aufnehmen, um Materialschäden zu vermeiden.
P391 Verschüttete Mengen aufnehmen.
P301+P310 BEI VERSCHLUCKEN: Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt … anrufen.
P301+P312 BEI VERSCHLUCKEN: Bei Unwohlsein GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt … anrufen.
P301+P330+P331 BEI VERSCHLUCKEN: Mund ausspülen. KEIN Erbrechen herbeiführen.
P302+P334 BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT: In kaltes Wasser tauchen/nassen Verband anlegen.
P302+P352 BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT: Mit viel Wasser/… waschen.
P303+P361+P353 BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT (oder dem Haar): Alle kontaminierten Kleidungsstücke sofort ausziehen. Haut mit Wasser abwaschen/duschen.
P304+P340 BEI EINATMEN: Die Person an die frische Luft bringen und für ungehinderte Atmung sorgen.
P305+P351+P338 BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.
P306+P360 BEI KONTAKT MIT DER KLEIDUNG: Kontaminierte Kleidung und Haut sofort mit viel Wasser abwaschen und danach Kleidung ausziehen.
P308+P311 BEI Exposition oder falls betroffen: GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt … anrufen.
P308+P313 BEI Exposition oder falls betroffen: Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.
P332+P313 Bei Hautreizung: Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.
P333+P313 Bei Hautreizung oder -ausschlag: Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.
P335+P334 Lose Partikel von der Haut abbürsten. In kaltes Wasser tauchen/nassen Verband anlegen.
P337+P313 Bei anhaltender Augenreizung: Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.
P342+P311 Bei Symptomen der Atemwege: GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt … anrufen.
P361+P364 Alle kontaminierten Kleidungsstücke sofort ausziehen und vor erneutem Tragen waschen.
P362+P364 Kontaminierte Kleidung ausziehen und vor erneutem Tragen waschen.
P370+P376 Bei Brand: Undichtigkeit beseitigen, wenn gefahrlos möglich.
P370+P378 Bei Brand: … zum Löschen verwenden.
P370+P380 Bei Brand: Umgebung räumen.
P370+P380+P375 Bei Brand: Umgebung räumen. Wegen Explosionsgefahr Brand aus der Entfernung bekämpfen.
P371+P380+P375 Bei Großbrand und großen Mengen: Umgebung räumen. Wegen Explosionsgefahr Brand aus der Entfernung bekämpfen.

Sicherheitshinweise – Aufbewahrung

P401 … aufbewahren.
P402 An einem trockenen Ort aufbewahren.
P403 An einem gut belüfteten Ort aufbewahren.
P404 In einem geschlossenen Behälter aufbewahren.
P405 Unter Verschluss aufbewahren.
P406 In korrosionsbeständigem/… Behälter mit widerstandsfähiger Innenauskleidung aufbewahren.
P407 Luftspalt zwischen Stapeln/Paletten lassen.
P410 Vor Sonnenbestrahlung schützen.
P411 Bei Temperaturen nicht über …°C/…°F aufbewahren.
P412 Nicht Temperaturen über 50 °C/122 °F aussetzen.
P413 Schüttgut in Mengen von mehr als … kg/… lbs bei Temperaturen von nicht mehr als …°C/…°F aufbewahren.
P420 Von anderen Materialien entfernt aufbewahren.
P422 Inhalt in/unter … aufbewahren.
P402+P404 An einem trockenen Ort aufbewahren. In einem geschlossenen Behälter aufbewahren.
P403+P233 An einem gut belüfteten Ort aufbewahren. Behälter dicht verschlossen halten.
P403+P235 An einem gut belüfteten Ort aufbewahren. Kühl halten.
P410+P403 Vor Sonnenbestrahlung schützen. An einem gut belüfteten Ort aufbewahren.
P410+P412 Vor Sonnenbestrahlung schützen und nicht Temperaturen über 50 °C/122 °F aussetzen.
P411+P235 Bei Temperaturen nicht über ...°C/...°F aufbewahren. Kühl halten.

Sicherheitshinweise – Entsorgung

P501 Inhalt/Behälter … zuführen.
P502 Informationen zur Wiederverwendung/Wiederverwertung beim Hersteller/Lieferanten erfragen.

 

 

DGUV Information 213-034: GHS – Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen, Anhang 6

Anhang 6
Gegenüberstellung der Gefahrenpiktogramme nach der CLP-Verordnung und der Gefahrensymbole nach der Stoffrichtlinie 67/548/EWG

Die Gegenüberstellung ist zur besseren Übersichtlichkeit vereinfacht dargestellt.

Die einzelnen Tabellen sind auch als Poster im Format DIN A2 unter den Bestell-Nummern DGUV Information 213-035, 213-036 und 213-037 bei Ihrem zuständigen Unfallversicherungsträger oder unter → www.dguv.de/publikationen erhältlich.

Das jeweils zum Piktogramm gehörende Signalwort „Gefahr“ oder „Achtung“ ergibt sich aus dem Grad der Gefährdung, d. h. der Kategorie und dem H-Satz. In der Tabelle wird dies hervorgehoben durch die farbliche Zuordnung:

rot = Gefahr

blau = Achtung

schwarz = kein Signalwort

z. B. Die Ozonschicht schädigend – H420 erhält das Signalwort Achtung

Physikalisch-chemische Gefahren und Umweltgefahren1

Brand- und Explosionsgefahren

Gesundheitsgefahren

 

 

DGUV Information 213-034: GHS – Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen, Anhang 7

Anhang 7
Glossar

ATE Schätzwert akuter Toxizität (Acute Toxicity Estimate)
ATP Anpassung an den Technischen Fortschritt (Amendment to Technical Progress)
CLP Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures
ECHA Europäische Chemikalienagentur (European Chemicals Agency, in Helsinki)
eSDS Erweitertes Sicherheitsdatenblatt nach REACH (besteht aus einem Sicherheitsdatenblatt und einem Anhang, der die Expositionsszenarien enthält: entweder für die einzelnen Inhaltsstoffe, für die ein Stoffsicherheitsbericht erstellt wurde oder für die jeweilige Zubereitung)
GefStoffV Gefahrstoffverordnung
GHS Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien
H-Satz Gefahrenhinweis (hazard statement)
LC50 letale (=tödliche) Konzentration (engl. Concentration), bei der 50 % der Versuchtiere sterben
LD50 letale (=tödliche) Dosis, bei der 50 % der Versuchtiere sterben
P-Satz Sicherheitshinweis (precautionary statement)
SADT Temperatur der selbstbeschleunigenden Zersetzung (self-accelerating decomposition temperature)
STOT Spezifische Zielorgantoxizität (specific target organ toxicity) Spezifische nichttödliche Wirkungen auf die menschliche Gesundheit nach einmaliger oder wiederholter Exposition. Dazu gehören alle eindeutigen Auswirkungen auf die Gesundheit, die Körperfunktionen beeinträchtigen können, unabhängig davon, ob diese reversibel oder irreversibel sind, unmittelbar und/oder verzögert auftreten, sofern diese Wirkungen nicht ausdrücklich von anderen Gefahrenklassen erfasst werden.
TRGS Technische Regeln für Gefahrstoffe
UNECE United Nations Economic Commission for Europe

 

 

Webcode: M1503-1