BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Qualifizierung

3.1

Qualifizierungsstufen

  Voraussetzung für das selbstständige Bedienen von Autobetonpumpen sollte das Durchlaufen der nachfolgenden Qualifizierungsstufen sein.

3.1.1

Einweisung am betrieblichen Arbeitsplatz durch fachkundiges Personal
  Der Unternehmer sollte dafür sorgen, dass der angehende Betonpumpenmaschinist an seine Aufgaben im Umgang mit der Autobetonpumpe herangeführt wird.
  Grundlage hierfür sind die Inhalte der Bedienungsanleitung.
  Es sollte gewährleistet sein, dass das fachkundige Personal während der Einweisung die fachliche Aufsicht wahrnimmt.

3.1.2

Vermittlung maschinentechnischer Kenntnisse
  Der Teilnehmer erwirbt vertiefte Kenntnisse über Bauteile und Baugruppen von Autobetonpumpen sowie deren Funktionsweise.
  Idealerweise erfolgt die Vermittlung der maschinentechnischen Kenntnisse bei Herstellern von Autobetonpumpen.
  Die Vermittlung maschinentechnischer Kenntnisse wird in der Qualifizierung weitergeführt.

3.1.3

Qualifizierung
  Die Qualifizierung beinhaltet einen theoretischen Teil, einen praktischen Teil und jeweils eine Abschlussprüfung.
  Inhalte des theoretischen Teils (siehe Abschnitt 3.3 ) sind:
  • Sicherheitsbestimmungen beim Umgang mit Autobetonpumpen,
  • Organisation und Wirtschaftlichkeit des Autobetonpumpenbetriebs,
  • Kommunikation auf der Baustelle,
  • Betonpumpentechnik,
  • Betontechnologie.
Im praktischen Teil wird durch Übungen der sichere und wirtschaftliche Umgang mit der Betonpumpe vertieft.
Inhalte des praktischen Teils sind:
  • Betriebsbereitschaft der Autobetonpumpe prüfen,
  • Betriebsbereitschaft der Autobetonpumpe herstellen, Aufstellort einschließlich Untergrund prüfen und Aufstellort festlegen,
  • Verteilermast ausfahren,
  • Führen des Endschlauches in vorgegebenen Schalungen,
  • Rückbau und Herstellen der Fahrbereitschaft.
3.1.4 Fortbildung
  Im Rahmen einer regelmäßigen Fortbildung wird ein intensiver Erfahrungsaustausch durchgeführt. Die hierbei angesprochenen Problemstellungen werden aufgearbeitet. Ein weiterer Bestandteil der Fortbildung ist die Vorstellung von technischen Neuerungen an Autobetonpumpen.

3.2


Dauer der Qualifizierung

  Die Qualifizierungsstufen nach den Abschnitten 3.1.1 bis 3.1.3 sollten innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein.
  Die Teilnahme an einer Fortbildung nach Abschnitt 3.1.4 sollte spätestens nach fünf Jahren erfolgen.
  Als Mindestdauer der Qualifizierung sind folgende Werte anzuraten:
  • zwei Tage für die Vermittlung maschinentechnischer Kenntnisse nach Abschnitt 3.1.2,
  • fünf Tage für die Qualifizierung nach Abschnitt 3.1.3,
  • einen Tag für die Fortbildung nach Abschnitt 3.1.4.

3.3

Theoretischer Teil in der Qualifizierung

3.3.1 Allgemeines
  Die erforderlichen theoretischen Kenntnisse für das sichere Arbeiten mit Autobetonpumpen sind zu vermitteln. Hierzu gehören Kenntnisse über konstruktive, maschinentechnische, elektrotechnische, hydraulische und pneumatische Zusammenhänge sowie die Bestimmungen der einschlägigen Rechtsgrundlagen. Auf die Konstruktion ist soweit einzugehen, wie diese Kenntnisse für den sicheren Aufbau, die richtige Steuerung der Betonpumpe und des Verteilermastes sowie für die Erkennung von Mängeln erforderlich sind.
  Die sicherheitstechnischen Belange aus den einschlägigen Rechtsgrundlagen sind in die einzelnen Qualifizierungsabschnitte zu integrieren.
  Diese theoretischen Kenntnisse werden im Rahmen einer schriftlichen Prüfung nachgewiesen.
  Die Verantwortung des Maschinisten mit seinen Rechten und Pflichten ist hierbei besonders zu behandeln.
  Auf die Einhaltung der Betriebsanleitung ist insbesondere hinzuweisen.

3.3.2

Betonpumpentechnik
 
  • Definition und Begriffe von Autobetonpumpen und Verteilermasten

  • Pumpsysteme
    • Kolben-/Rotorpumpen
    • Leistungskenndaten
    • Druckluftförderung

  • Hydraulischer Antrieb
    • Grundlagen der Hydraulik
    • Komponenten der hydraulischen Anlage
    • Zusammenwirken der Komponenten

  • Elektrische Ausstattung
    • Grundlagen der Elektrotechnik
    • elektrische Betriebsmittel
    • elektrische Überprüfungen

  • Bedienung der Betonpumpe
    • Bedienelemente
    • Betrieb
    • manueller Notbetrieb
    • Beschilderung

  • Aufgabetrichter und Förderleitungen
    • Aufbau
    • Kontrolle
    • Reinigung
    • Stopferbeseitigung

  • Verteilermaste
    • Grundlagen der Steuerung
    • einzelne Bauteile
    • Mastfaltungsarten
    • Problembeseitigung
    • Abstützungen

  • Arten der Abstützungen
    • Tragfähigkeit des Untergrunds
    • Standsicherheit
    • Kippgefahr

  • Technische Dokumentation
    • Technische Daten
    • Betriebsanleitung
    • Ersatzteilliste
3.3.3 Betrieb der Betonpumpen
 
  • Arbeitsweise von Autobetonpumpen; bestimmungsgemäße Verwendung
  • Betriebsanleitung des Herstellers
  • Betriebsanweisung des Betreibers
  • Organisation und Wirtschaftlichkeit des Betonpumpeneinsatzes
  • Absprachen am Einsatzort
  • sichere Aufstellung der Autobetonpumpen
  • sichere Montage von separaten Förderleitungen
  • Prüfungen vor Arbeitsaufnahme
  • sicherer Betrieb
  • Einsatz von Einweisern
  • Koordination und Abstimmung bei Überschneidung von Arbeitsbereichen, z.B. mit Kranen
  • Verhalten bei Störungen
  • besondere Gefährdungen bei Umwelteinflüssen, z.B. Verhalten bei Wind, Gewitter
  • Reinigung
  • Meldung festgestellter Mängel und Unregelmäßigkeiten
  • arbeitstägliche Wartung und Prüfung
3.3.4 Betontechnologie
 
  • Zusammensetzung des Betons
  • verschiedene Betonsorten und deren Eigenschaften
  • Sieblinie
  • Zusatzmittel und deren Wirkung
  • Frischbetoneigenschaften
  • Auswirkungen auf die Pumpbarkeit des Betons
3.3.5 Instandhaltung
Wartung bzw. Pflege und Kontrolle sind vom Betonpumpenmaschinisten nach Maßgabe des Herstellers durchzuführen.
  Die Instandsetzung von Autobetonpumpen gehört üblicherweise nicht zu den Aufgaben eines Betonpumpenmaschinisten, sondern muss von Fachkräften ausgeführt werden.


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