BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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7 Anzuwendende Vorschriften für Beförderungen unter dem ADR

Im Folgenden werden die wesentlichen für die Beförderung von Flüssiggasflaschen und Druckgaspackungen anzuwendenden Vorschriften des ADR und der Gefahrstoffverordnung aufgeführt. Für jede Vorschrift ist angegeben, ob sie auch bei der Beförderung einer Kleinmenge bis 1000 Punkte anzuwenden ist.

Im Anhang 1 dieser Information befindet sich eine Tabelle in der die Mindestvorschriften für jede Beförderung (freigestellte Beförderung, Kleinmengenbeförderung bis 1000 Punkte sowie Beförderung bei einer Punktesumme über 1000) zusammengestellt sind.

7.1 Mitzuführende Papiere

Außer den nach anderen Vorschriften, z. B. Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), erforderlichen Papieren, wie Fahrerlaubnis, Fahrzeugschein, müssen im Fahrzeug unter anderem mitgeführt werden:

7.1.1 Beförderungspapier

Bei Gefahrgutmenge über 1000 Punkte:
Beförderungspapier gemäß Anhang 2 .

[ADR 8.1.2
ADR 5.4.1]

Bei Kleinmenge bis 1000 Punkte:
Ein vollständig ausgefülltes Beförderungspapier ist nur erforderlich, wenn

  1. das Gefahrgut zur Beförderung an Dritte (andere Firma, Spedition) übergeben wird

oder

  1. in einem Fahrzeug gefährliche Güter von mehr als einem Absender befördert werden. Dann ist pro Absender ein Beförderungspapier mit Angabe der Mengen mitzuführen.

[GGAV]

Werden Kleinmengen nur zwischen eigenen Betriebsstätten und mit eigenen Mitarbeitern befördert, ist kein Beförderungspapier erforderlich. Rechtsgrundlage ist GGAV Ausnahme Nr. 18(S).

Es wird aber empfohlen, z. B. für den Fall einer Verkehrskontrolle, eine Kopie des wesentlichen Textes dieser Ausnahme mitzuführen (Anhang 3 ).

Alternativ kann ein Beförderungspapier mit dem Vermerk: "Beförderung ohne Überschreitung der in Unterabschnitt ADR 1.1.3.6 festgesetzten Freigrenzen" ausgefüllt und mitgeführt werden (Siehe Anhang 2 ).

7.1.2 Schulung des Fahrzeugführers

Bei Gefahrgutmenge über 1000 Punkte:
Der Fahrzeugführer muss erfolgreich an einem Schulungskurs teilgenommen haben und die ADR-Schulungsbescheinigung mitführen. Die ADR Bescheinigung gilt 5 Jahre.

[ADR 8.2]
[ADR 8.2.2]

Bei Kleinmengen bis 1000 Punkte:
Der Fahrzeugführer muss, wie alle weiteren beteiligten Personen, entsprechend seiner Verantwortlichkeit und Funktion unterwiesen worden sein. (Siehe Ziffer 7.1.3 )

[ADR 8.2.3]

7.1.3 Unterweisung aller beteiligten Personen
(außer Fahrzeugführer mit ADR-Bescheinigung)

Jede Person, die mit der Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße befasst ist (z. B. beladendes und entladendes Personal), muss entsprechend ihrer Verantwortlichkeiten und Funktion eine Unterweisung erhalten haben. Ziel der Unterweisung ist es, dem Personal die sichere Handhabung und die Notfallmaßnahmen zu verdeutlichen. Die Unterweisungsinhalte müssen regelmäßig aufgefrischt, gegebenenfalls aktualisiert und die Unterweisung dokumentiert werden. Die Unterlage ist vom Arbeitgeber aufzubewahren.

[ADR 1.3]
[ADR 8.2.3]

Die Unterweisung und Auffrischungsunterweisung für an der Beförderung Beteiligte muss Folgendes beinhalten:

  • Aufgaben und Verantwortlichkeiten nach den Vorschriften zur Beförderung gefährlicher Güter,
  • von den beförderten Gütern ausgehende Gefahren,
  • Art und Erkennung der Sicherungsrisiken,
  • Verfahren zur Verringerung dieser Risiken,
  • Maßnahmen bei einem Unfall oder Notfall.

7.1.4 Unterweisung nach Gefahrstoffverordnung

Neben der Unterweisung nach gefahrgutrechtlichen Bestimmungen (Ziffer 7.1.2 und 7.1.3 ) müssen alle Personen, die Tätigkeiten mit Gefahrstoffen wie z. B. Flüssiggas ausführen, eine Unterweisung gemäß Gefahrstoffverordnung erhalten.

[GefStoffV § 14 ]

In der Praxis empfiehlt es sich, die mindestens einmal jährlich durchzuführende Unterweisung nach Gefahrstoffverordnung auf die Inhalte nach den gefahrgutrechtlichen Bestimmungen auszudehnen.

Inhalt und Zeitpunkt der Unterweisung nach Gefahrstoffverordnung sind schriftlich festzuhalten und vom Unterwiesenen durch Unterschrift zu bestätigen.

7.1.5 Lichtbildausweis

(Bei Kleinmenge bis 1000 Punkte nicht erforderlich)
Jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung hat einen Lichtbildausweis (z. B. Personalausweis) mitzuführen.

[ADR 8.1.2.1]

7.1.6 Schriftliche Weisung

(Bei Kleinmenge bis 1000 Punkte nicht erforderlich)
Die schriftlichen Weisungen für die Fahrzeugbesatzung über Maßnahmen bei einem Unfall oder Notfall (Anhang 4 ) sind vollständig, in der Sprache der Fahrzeugbesatzung und in farbigem Ausdruck in der Kabine der Fahrzeugbesatzung mitzuführen. Der Beförderer hat dafür zu sorgen, dass die Mitglieder der Fahrzeugbesatzung deren Inhalt verstanden haben und anwenden können.

[ADR 8.1.2
ADR 5.4.3]

7.2 Anforderungen an Ladung und Ladungssicherung

7.2.1 Kennzeichnung

a. Kennzeichnung von Flüssiggasflaschen

Jede Flüssiggasflasche muss zur Beförderung – zusätzlich zu weiteren gesetzlich vorgeschriebenen Kennzeichnungen - mit einem Gefahrzettel oder einem unauslöschbaren Gefahrzeichen gemäß Muster in ADR 5.2.2.2.2 versehen sein (Abbildung 2).

[ADR 5.2.1
ADR 5.2.2]

Gefahrzettel müssen eine Seitenlänge von mindestens 100 mm haben. Die schwarze Linie muss 5 mm vom Rand entfernt verlaufen. Bei Gasflaschen dürfen die Abmessungen verkleinert werden. Jedoch müssen die Gefahrzettel für die Hauptgefahr und die Ziffern aller Gefahrzettel vollständig sichtbar und die Symbole erkennbar bleiben. Üblich sind hier Aufkleber, die den Gefahrzettel enthalten (Abbildung 1).

Beispiel eines Flaschenaufklebers mit Gefahrzettel

Abb. 1 Beispiel eines Flaschenaufklebers mit Gefahrzettel

Gefahrzettel Nr. 2.1: Entzündbare Gase

Abb. 2 Gefahrzettel Nr. 2.1: Entzündbare Gase

Auf nachfüllbaren Flaschen muss unter anderem zusätzlich dauerhaft angegeben sein:

  • Buchstaben "UN" mit UN-Nummer,
  • technische Benennung, z. B. Propan oder Butan, [ADR 5.2.1.6]
  • höchstzulässige Masse der Füllung,
  • Eigenmasse der Flasche einschließlich Ausrüstungsteile, die zum Zeitpunkt der Befüllung angebracht sind oder Bruttomasse,
  • Datum (Jahr) der nächsten wiederkehrenden Prüfung, [ADR 6.2.2.7.1]
  • Zertifizierungs-, betriebliche und Herstellerkennzeichnungen.

Nicht nachfüllbare Flaschen müssen neben Zulassungskennzeichen und spezifischen Kennzeichen für Gase und Flasche mit der Aufschrift "NICHT NACHFÜLLEN" versehen sein.

[ADR 6.2.2.8.1]

b. Kennzeichnung von Druckgaspackungen mit Flüssiggas

Druckgaspackungen und Gaskartuschen mit Flüssiggas sind vom Hersteller unter anderem mit dem Gefahrensymbol (Abbildung 3), der Gefahrenbezeichnung und folgenden Hinweisen zu kennzeichnen: "Behälter steht unter Druck. Vor Sonnenbestrahlung und Temperaturen über 50 °C schützen. Auch nach Gebrauch nicht gewaltsam öffnen oder verbrennen. Nicht gegen Flamme oder auf glühenden Gegenstand sprühen. Von Zündquellen fernhalten – Nicht rauchen. Außer Reichweite von Kindern aufbewahren".

[75/324/EWG]

Bei der Beförderung von Druckgaspackungen mit Flüssiggas ist die Außenverpackung mit der UN-Nummer und gegebenenfalls mit einem Gefahrzettel zu kennzeichnen. Einzelheiten siehe Ziffer 6 .

GHS Piktogramm für hochentzündliche Stoffe EU-Gefahrensymbol für hochentzündliche Stoffe

Abb. 3 GHS Piktogramm und EU-Gefahrensymbol für hochentzündliche Stoffe, z. B. Flüssiggas

[CLP Verordnung
EG790/2009]

7.2.2 Ladungssicherung

Hinsichtlich der Ladungssicherung von Druckgaspackungen für Flüssiggas siehe auch Ziffer 6.

Bevor Flüssiggasflaschen oder Druckgaspackungen zur Beförderung in das Fahrzeug geladen werden, muss der Verlader die Verpackungen wie z. B. Flüssiggasflaschen auf Beschädigungen prüfen. Beschädigte, insbesondere undichte Flüssiggasflaschen dürfen nicht befördert werden, gleiches gilt für ungereinigte, leere Verpackungen wie z. B. entleerte Flüssiggasflaschen.

[ADR 1.4.3.1.1.b)]

Vor der Beförderung sind die Flaschenventile zu schließen. Dies gilt auch für entleerte Flaschen.

Die einzelnen Flaschen oder Versandstücke mit Druckgaspackungen und unverpackte gefährliche Gegenstände müssen auf dem Fahrzeug durch z. B. Zurrgurte, Schiebewände, verstellbare Halterungen, Klemmbalken, Transportschutzkissen oder rutschhemmende Unterlagen so gesichert sein, dass sie ihre Lage zueinander sowie zu den Wänden des Fahrzeugs nicht verändern können. Die Beschädigung von Flaschen oder Versandstücken mit Druckgaspackungen und das Austreten von Flüssiggas ist zu verhindern. Die Fahrzeuge müssen gegebenenfalls mit Einrichtungen für die Sicherung und Handhabung der gefährlichen Güter ausgerüstet sein.

[ADR 7.5.7]

Falls gefährliche Güter zusammen mit anderen gefährlichen Gütern (z. B. schwere Maschinen oder Kisten) befördert werden, müssen alle Güter in den Fahrzeugen oder Containern so gesichert und verpackt werden, dass das Austreten gefährlicher Güter verhindert wird.

Die Bewegung der Flüssiggasflaschen und anderer Versandstücke kann auch durch das Auffüllen von Hohlräumen mit Hilfe von Staumaterial oder durch Blockieren und Verspannen verhindert werden.

Falls Verspannungen, wie Bänder oder Gurte, verwendet werden, dürfen diese nicht überspannt werden, so dass es zu einer Beschädigung oder Verformung des Versandstücks kommt.

[ADR 7.5.11, CV 9]

Flaschen dürfen nicht geworfen oder Stößen ausgesetzt werden. Flaschen sind in den Fahrzeugen so zu verladen, dass sie nicht umkippen oder herabfallen können.

[ADR 7.5.11, CV 10]

Flaschen müssen parallel oder quer zur Längsachse des Fahrzeugs gelegt werden. In der Nähe der Stirnwände müssen sie jedoch quer zur Längsachse verladen werden.

Kurze Flüssiggasflaschen mit großem Durchmesser (> 30 cm, Füllgewicht z. B. 11 kg) dürfen längs gelagert werden, wobei die Schutzeinrichtungen der Ventile zur Fahrzeugmitte zeigen müssen.

Flaschen, die ausreichend standfest sind oder die in geeigneten Einrichtungen, die sie gegen Umfallen schützen, befördert werden, dürfen aufrecht verladen werden.

Liegende Flaschen müssen in sicherer und geeigneter Weise so verkeilt, festgebunden oder festgelegt sein, dass sie sich nicht verschieben können.

7.2.3 Dichtheit der Entnahmeeinrichtungen

Bezüglich Dichtheit der Entnahmeeinrichtung von Druckgaspackungen siehe Ziffer 6 .

Die Verschlussventile von Flüssiggasflaschen müssen so ausgelegt und gebaut sein, dass sie von sich aus in der Lage sind, Beschädigungen ohne Freiwerden von Füllgut standzuhalten oder sie müssen gegen Beschädigungen, die zu einem unbeabsichtigten Freiwerden von Füllgut des Druckgefäßes führen können, geschützt sein. Bei den in Deutschland üblicherweise im Umlauf befindlichen Flüssiggasflaschen ist dies durch Schutzkappen oder Schutzkragen erreicht.

[ADR 4.1.6.8]

7.2.4 Vermeidung von zu hoher Erwärmung

Flüssiggasflaschen sind gegen unzulässige Erwärmung zu schützen.

[BGV/GUV-V D 34]
[75/324/EWG]

Druckgaspackungen müssen so befördert werden, dass sie nicht auf Temperaturen über 50°C erwärmt werden. Bei einer Erwärmung über 50°C kann der Innendruck so groß werden, dass volle und leere Dosen zerknallen können (Ziffer 7.2.1 ).

7.2.5 Zusammenladeverbot in einem Fahrzeug

Flüssiggasflaschen dürfen nicht mit Versandstücken, die als explosiv oder explosionsgefährlich gekennzeichnet sind, zusammen in ein Fahrzeug verladen werden.

[ADR 7.5.2.1
ADR 4.1.10,MP 9]

Versandstücke mit Flüssiggas sollten aus hygienischen Gründen nicht zusammen mit Nahrungs-, Genuss- und Futtermittel befördert werden.

7.3 Eignung und Ausstattung der Fahrzeuge

7.3.1 Ausreichende Be- und Entlüftung

Bei der Beförderung von Flüssiggasflaschen ist die Bildung einer explosionsfähigen Atmosphäre im Fahrzeug zu verhindern. Die einzig möglichen wirksamen Maßnahmen zur Vermeidung der Bildung einer explosionsfähigen Atmosphäre im Innern von Kraftfahrzeugen sind die Verhinderung des Austretens von Flüssiggas in den Fahrzeugraum und die ausreichende Be- und Entlüftung. Mit nicht ausreichend belüfteten Fahrzeugen ereignen sich immer wieder Unfälle mit schweren Personenschäden durch die Bildung und Zündung explosionsfähiger Atmosphäre.

In Fahrzeugen befinden sich durch die Bauart bedingt Zündquellen. Eine im Fahrzeuginnenraum vorhandene explosionsfähige Atmosphäre kann z. B. durch das Auslösen eines Türkontaktschalters gezündet werden.

Die Versandstücke sind daher vorzugsweise in belüftete oder offene Fahrzeuge zu verladen.

[ADR 7.5.11 CV 36]

In den GGVSEB-Richtlinien RSEB wird für Gase der Klasse 2 aufgrund der Unfallsituation auf die Vorgaben des DVS Merkblattes 0211 sowie die Vorgaben der TRG 280 Nr.4.4 verwiesen.

Offene Fahrzeuge
Bei der Beförderung mit offenen Fahrzeugen (Pritsche) ist immer ausreichende Lüftung gewährleistet.

Gedeckte Fahrzeuge
Werden Flüssiggasflaschen oder andere Versandstücke mit Flüssiggas in gedeckten Fahrzeugen (z. B. geschlossene Bauart, Kastenwagen) befördert, kann ausreichende Lüftung durch mindestens zwei Lüftungsöffnungen von mindestens je 100 cm², von denen eine in Bodennähe, die andere in Deckennähe angeordnet sein muss, hergestellt werden.

[DVS-Merkblatt 0211]

Im Betrieb ist darauf zu achten, dass die Lüftungsöffnungen frei und funktionsfähig sind.

PKW sind insbesondere aus ladungs- und lüftungstechnischen Gründen grundsätzlich nicht für die Beförderung von Flüssiggasflaschen geeignet. Bei der Beförderung in PKW-Kombi kann ausreichende Belüftung vorliegen, wenn

  • diese Fahrzeuge bereits durch ihre Bauart mit ausreichenden Lüftungsöffnungen ausgestattet sind,
  • das Lüftungsgebläse auf Außenluftzufuhr und höchste Stufe eingeschaltet ist.

Die Beförderung im PKW-Kombi darf nur ausnahmsweise und kurzzeitig erfolgen.

Da die Lüftungsmaßnahmen nur im Fahrbetrieb wirksam sind, dürfen sich Flüssiggasflaschen nur während der Fahrt im Fahrzeug befinden. Die Flaschen dürfen erst unmittelbar vor Fahrtantritt in das Fahrzeug verladen werden. Unmittelbar nach der Beförderung sind die Flaschen zu entladen.

7.3.2 Feuerlöschgeräte

> 1000 Punkte
[ADR 8.1.4]

  1. höchstzulässige Masse des Fahrzeug ≤ 3,5 t: mindestens 4 kg ABC-Pulver, [ADR 8.1.4.1]
  2. höchstzulässige Masse des Fahrzeug 3,5 t < x ≤ 7,5 t: mindestens 8 kg ABC-Pulver, davon 1 x mindestens 6 kg,
  3. höchstzulässige Masse des Fahrzeug > 7,5 t: mindestens 12 kg ABC-Pulver, davon 1 x mindestens 6 kg.

≤ 1000 Punkte
Jedes Fahrzeug muss mindestens mit einem tragbaren Feuerlöschgerät mit einem Mindestfassungsvermögen von 2 kg ABC-Löschpulver ausgerüstet sein.

[ADR 8.1.4.2]

7.3.3 Besondere Anforderungen an das Fahrzeug

(Bei Kleinmenge bis 1000 Punkte nicht erforderlich)
Bei einer Punktesumme über 1000 müssen die anwendbaren Vorschriften für den Bau und die Zulassung der Fahrzeuge nach ADR Teil 9 eingehalten werden. Insbesondere muss eine Zulassungsbescheinigung nach ADR 9.1.3 vorliegen.

[ADR Teil 9]

7.3.4 Allgemeine Ausrüstung

(Bei Kleinmenge bis 1000 Punkte nicht gefordert)
[ADR 8.1.5]

  • Mindestens 1 Unterlegkeil je Fahrzeug, dessen Abmessungen dem Gewicht des Fahrzeugs und dem Durchmesser der Räder angepasst sein müssen,
  • zwei selbststehende Warnzeichen (z. B. reflektierende Kegel oder Warndreiecke oder orangefarbene Warnblinkleuchten, die von der elektrischen Ausrüstung des Fahrzeugs unabhängig sind,
  • für jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung eine geeignete Warnweste oder Warnkleidung (z. B. nach EN 471), eine Handlampe, ein Paar Schutzhandschuhe, Augenschutz.
  • In Abhängigkeit vom Gefahrgut kann die Mitführung weiterer Ausrüstung vorgegeben sein. Beispielsweise könnte bei der Mitbeförderung weiterer Gefahrgüter eine geeignete Augenspülflasche mit Spülmuschel erforderlich sein. Ausführungen dazu befinden sich in den schriftlichen Weisungen für die Fahrzeugbesatzung (siehe Anhang 4 dieser Informationsschrift).

7.3.5 Orangefarbene Tafel

(Bei Kleinmenge bis 1000 Punkte nicht gefordert)
[ADR 5.3.2.]

Das Fahrzeug muss vorne und hinten mit je einer rechteckigen, rückstrahlenden, senkrecht angebrachten orangefarbenen Tafel versehen sein (Abbildung 4).

Der verwendete Werkstoff muss witterungsbeständig sein und eine dauerhafte Kennzeichnung gewährleisten. Die Tafel darf sich bei einer 15-minütigen Feuereinwirkung nicht von der Befestigung lösen.

Abmessungen: Grundlinie 40 cm, Höhe 30 cm, schwarzer Rand, 15 mm Breite, Schriftgröße 100 mm.

Die orangefarbenen Tafeln dürfen in der Mitte durch eine waagerechte schwarze Linie mit einer Strichbreite von 15 mm unterteilt werden. Wenn die verfügbare Fläche für das Anbringen der orangefarbenen Tafeln nicht ausreicht, dürfen deren Abmessungen für die Grundlinie auf 30 cm, für die Höhe auf 12 cm und für den schwarzen Rand auf 10 mm verringert werden.

Orangefarbene Tafel mit Gefahrnummer und UN-Nummer

Abb. 4 Orangefarbene Tafel mit Gefahrnummer und UN-Nummer

7.4 Verschiedene Vorschriften für die Fahrzeugbesatzung

7.4.1 Überwachung des Fahrzeuges

(Bei Kleinmenge bis 1000 Punkte nicht erforderlich)
[GGVSEB, Anlage 2, Nr. 3.3]

Ohne Überwachung dürfen Fahrzeuge mit Flüssiggas in einem Lager oder Werksbereich abgesondert parken, wenn dabei ausreichende Sicherheit gewährleistet ist.

[ADR 8.4.1]

Außerhalb von Lagern oder Werksbereichen wird die Überwachung durch den Fahrzeugführer oder z. B. einen Parkwächter als geeignete Sicherheitsmaßnahme angesehen. Der Parkwächter muss über die Gefährlichkeit der Ladung und den Aufenthalt des Fahrers unterrichtet und in der Lage sein, gegebenenfalls die zuständigen Behörden zu benachrichtigen.

Sind keine Parkmöglichkeiten in Lagern oder Werksbereichen vorhanden, darf das Fahrzeug länger als eine Stunde unter geeigneten Sicherheitsmaßnahmen (z. B. Parkwächter, siehe vorstehend) auf einem öffentlichen oder privaten Parkplatz, nur auf dem das Fahrzeug aller Voraussicht nach keine Gefahr läuft, durch andere Fahrzeuge beschädigt zu werden, abgestellt werden.

Sind auch solche Möglichkeiten nicht vorhanden, dürfen unter geeigneten Sicherheitsmaßnahmen von der Öffentlichkeit gewöhnlich wenig benutzte geeignete freie Flächen abseits von Hauptverkehrsstraßen und Wohngebieten benutzt werden.

7.4.2 Fahrgäste

(Bei Kleinmenge bis 1000 Punkte erlaubt)
[ADR 8.3.1]

Abgesehen von den Mitgliedern der Fahrzeugbesatzung dürfen Fahrgäste in Fahrzeugen mit gefährlichen Gütern nicht befördert werden.

7.4.3 Gebrauch der Feuerlöschgeräte

Die Fahrzeugbesatzung muss mit der Bedienung der Feuerlöschgeräte vertraut sein.

[ADR 8.3.2]

7.4.4 Verbot der Öffnung von Versandstücken

Das Öffnen eines Versandstücks mit gefährlichen Gütern durch den Fahrzeugführer oder Beifahrer ist verboten.

[ADR 8.3.3]

7.4.5 Tragbare Beleuchtungsgeräte

Das Betreten eines Fahrzeugs mit Beleuchtungsgeräten mit offener Flamme ist untersagt. Außerdem dürfen die verwendeten Beleuchtungsgeräte keine Oberflächen aus Metall haben, durch die Funken erzeugt werden können.

Zusätzlich gilt:
Gedeckte Fahrzeuge, die Stoffe mit Flammpunkt unter 60°C (z. B. Flüssiggas) befördern, dürfen nur mit solchen tragbaren Beleuchtungsgeräten betreten werden, die so beschaffen sind, dass sie entzündbare Gase oder Dämpfe, die sich im Innern des Fahrzeugs ausgebreitet haben könnten, nicht entzünden können.

[ADR 8.5, S 2]

7.4.6 Rauchverbot

Während der Ladearbeiten ist das Rauchen in der Nähe der Fahrzeuge und in den Fahrzeugen verboten.

[ADR 8.3.5]

7.4.7 Verbot von Feuer und offenem Licht

Der Umgang mit Feuer und offenem Licht ist bei Ladearbeiten, in der Nähe von Fahrzeugen sowie in den Fahrzeugen untersagt.

[GGVSEB Anlage 2, 3.1]

7.4.8 Betriebsverbot des Motors während des Beladens und Entladens

(Bei Kleinmengen bis 1000 Punkte nicht verboten)
[ADR 8.3.6]

Abgesehen von den Fällen, in denen der Motor von für das Beladen oder Entladen des Fahrzeugs erforderlichen Einrichtungen benötigt wird (z. B. Ladekran) muss der Motor während der Belade- und Entladevorgänge abgestellt sein.

7.4.9 Verwendung der Feststellbremse (Handbremse)

(Bei Kleinmenge bis 1000 Punkte nicht gefordert)
[ADR 8.3.7]

Fahrzeuge mit Flüssiggas dürfen nur mit angezogener Feststellbremse halten oder parken.

Im Gefälle sind zwei voneinander unabhängige Maßnahmen zu treffen, z. B. Betätigen der Feststellbremse und Verwenden der Unterlegkeile. Weitere Bestimmungen sind § 55 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge " (BGV/GUV-V D29) zu entnehmen.

[BGV/GUV-V D 29 ]

 

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