BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Anhang 6
Beispiel einer Checkliste "Instandhaltung, Wartung und Prüfung von Absauganlagen"

Diese Checkliste enthält die wichtigsten zu prüfenden Punkte. Im Einzelfall müssen gegebenenfalls zusätzliche anlagenspezifische Aspekte aufgenommen werden.

Hersteller:.................................................................................. in Ordnung
Typ: ............................................................................................
Volumenstrom = ...........................  m³/h   ja nein
Filter = Patronenfilter/Schlauchfilter
Filterfläche = ...........................  m²  
Filterwiderstand = ...........................  pa  
Differenzdruck = ...........................  pa  
Tätigkeiten:
Rohrleitungen:
Erfassungseinrichtungen, z. B. Prallbleche oder Gehäusewände, Schieber, Klappen, Abzweigungen, Vorabscheider, auf Dichtheit, Ablagerungen, Korrosion, Verschleiß, Befestigungen und Funktion prüfen
   
Abscheider:
Gehäuse und Revisionsöffnungen auf Dichtheit, Ablagerungen, Korrosion, Befestigung, Verschleiß prüfen
   
Dichtungen:
der Filterelemente, der Revisionsöffnungen, Rohrverbindungen auf Verschmutzung und Beschädigung prüfen
   
Filterelemente:
auf Verschmutzung, Beschädigung, Dichtheit prüfen
   
Prüfung der Abreinigungseinrichtung:
mechanische Rütteleinrichtung
pneumatische Reinigungseinrichtung, z. B. Steuerung oder Druckluftventile
   
Staubsammelbehälter:
Füllstand im Behälter, Spannvorrichtung auf Dichtheit, Beschädigungen prüfen
   
Ventilator:
Gehäuse, Laufrad und Motor mit Keilriemen auf Verschmutzung, Verschleiß und Laufruhe prüfen
   
Steuer-/Regelung:
Funktion und Einstellwerte Differenzdruckmesser, Füllstandswächter, Strömungsüberwachung oder dergleichen prüfen
   
Schaltschrank:
Türdichtungen, auf mechanische Beschädigungen, Kontrolllampen und Verriegelungen prüfen
   
Messungen:
  Messwert
Luftgeschwindigkeiten an der Emissionsquelle m/s
Rohrdurchmesser m
Strömungsgeschwindigkeit in der Rohrleitung m/s
Temperatur in der Rohrleitung ° C
Filterwiderstand (Differenzdruck) pa
Bemerkungen, Einstellwerte, Maßnahmen:  
Datum: Befähigte Person/Prüfer: Unterschrift:

 

Kopiervorlage Checkliste:

Erste Stufe: Ist Aufnahme

Nr.   Hinweise, Praxistipps
1.1 Größe des betroffenen Raumes/Hallenbereiches Praxistipp: Je größer der betroffene Hallenbereich ist, desto aufwändiger und teurer wird die lufttechnische Anlage.
1.2 Lage zur Hauptwindrichtung
Besonderheiten der Lage
Hinweis: Die Windrichtung hat Einfluss auf eine natürliche Lüftung.
Bei der Lage sind besondere geographische Gegebenheiten, z. B. Muldenlagen, die Nachbarbebauungen und unter anderem stark befahrene Straßen und -kreuzungen von Interesse.
1.3 Anzahl und Lage von Türen, Toren, Fenstern Hinweis: Geöffnete Türen/Tore in Windrichtung oder gegenüber beeinflussen die lufttechnische Anlage erheblich.
1.4 typische (Luft-)Temperatur Hinweis: Besondere Raumtemperaturen können zu besonderen Anforderungen der lufttechnischen Anlage führen. Im Bereich von 10 bis 40 °C gibt es in der Regel keine besonderen Anforderungen.
1.5 Luftfeuchte und deren Besonderheiten Hinweis: Treten durch die Arbeiten besonders hohe oder besonders niedrige Luftfeuchten auf?
1.6 Luftgeschwindigkeit/Zugluft Hinweis: Zur Belüftung ist eine gewisse Luftgeschwindigkeit notwendig. Ist diese zu hoch oder auf bestimmte Körperpartien konzentriert, kann es zu Zugerscheinungen kommen.
1.7 Thermikströmungen durch Wärme Hinweis: Alle warmen Oberflächen erzeugen Thermikströmungen. Dies kann schon an Oberflächen mit 30 °C Oberflächentemperatur auftreten und verstärkt sich, je größer und heißer die Oberfläche ist.

 

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Nr.   Hinweise, Praxistipps
1.8 Vorhandene lufttechnische Anlage(n) Hinweis: Sofern eine lufttechnische Anlage vorhanden ist, können gegebenenfalls Bauelemente weiterverwendet werden. Auch sind weitere Parameter für die Erweiterung der Anlage von Interesse, wie Luftleistungen, Zuluftmenge, Abluftmenge, Luftführung oder dergleichen.
1.9 Grund für die Errichtung/Erweiterung einer lufttechnischen Anlage Hinweis: Es gibt verschiedene Gründe, z. B. ein Gefahrstoffproblem, die Erhöhung der Produktqualität oder den Schutz von Produktionsanlagen.
1.10 Technische/betriebliche Möglichkeiten Hinweis: Es geht hier um den Investitionsrahmen und die laufenden Kosten (Betrieb, Wartung, Instandhaltung), die eine lufttechnische Anlage erzeugt. Diese sind vom Planer möglichst exakt abzuschätzen.
1.11 Liste der freigesetzten Stoffe und deren Eigenschaften Hinweis: Handelt es sich um partikelförmige Stoffe (Stäube, Rauche, Aerosole) oder Gase?
Sind diese Stoffe Gefahrstoffe, und gibt es eventuelle Brand- und Explosions-Gefahren? Sind die Stoffe luftgetragen (Rauche, Gase) oder werden sie von einem Thermikstrom transportiert?
1.12 Quellen für diese Stoffe Hinweis: Es gibt verschiedene Quellen, unter anderem Maschinen, Arbeitsverfahren, diffuse Quellen.
1.13 Bereits eingesetzte Maßnahmen zur Vermeidung/Verminderung der Stoffe Hinweis: Maßnahmen, die bereits eingesetzt werden, reichen nicht aus. Daher ist zu überlegen, an welchen Punkten weitere Maßnahmen sinnvoll sind.
1.14 Weitere Möglichkeiten der Vermeidung/Verminderung Hinweis: Die beste Möglichkeit zur Vermeidung ist der Ersatz der Stoffe oder eine Änderung im Arbeitsverfahren. Sofern dies nicht möglich ist oder ausreicht, können mit Hilfe von direkter Erfassung oder Kapselung von Maschinen ebenfalls Verbesserungen erzielt werden.

 

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Randbedingungen für die Erweiterung bzw. die Errichtung einer lufttechnischen Anlage bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen

Zweite Stufe: Randbedingungen

Nr.   Hinweise, Praxistipps
2.1 Direkte Erfassung der Stoffe oder Raumlüftung Hinweis: Direkte Erfassung ist in der Regel effektiver, da die Stoffe an der Entstehungsstelle erfasst und abgeführt werden. Dies bedeutet meist auch geringere Investitionen und Betriebskosten.
2.2 Erfassungseinrichtungen bei direkter Erfassung Hinweis: Wo möglich, sind geschlossene Erfassungseinrichtungen (Kapselung) einzusetzen. Falls nicht möglich, halboffene oder offene Erfassungseinrichtungen.
2.3 Notwendiger Absaugvolumenstrom Hinweis: Der Absaugvolumenstrom ist anhand der Erfassungselemente und der Ausbreitung der Stoffe vom Planer festzulegen.
2.4 Reinigung der abgesaugten Luft, Abluftführung Hinweis: Die Reinigung der abgesaugten Luft kann zentral oder dezentral (Gruppen-, Einzelabscheider) erfolgen. Die gereinigte Luft kann in den Raum zurückgeführt (Reinluftrückführung) oder aus der Halle fortgeführt werden. Bei der Reinluftrückführung sind bei krebserzeugenden Stoffen die Technischen Regeln für Gefahrstoffe "Luftrückführung beim Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen" (TRGS 560) zu beachten. Bei der Fortführung ist die TA Luft immer zu beachten.
2.5 Aufstellort Hinweis: Die Aufstellung kann außen, in einem separaten Raum oder in der Halle erfolgen.
2.6 Maximale Konzentration in der Reinluft Praxistipp: Die Leistungsfähigkeit ist vom Hersteller schriftlich zu bestätigen.

 

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Nr.   Hinweise, Praxistipps
2.7 Abscheidertyp Hinweis: Je nach Stoff und Menge können verschiedene Abscheider eingesetzt werden. So gibt es Partikelabscheider (Filternder Abscheider, Nass-, Elektroabscheider) und Gasabscheider. Auch das Abreinigungssystem und der Staubaustrag sind von Interesse. Hier kann eine sachverständige Hilfestellung, z. B. Ihrer Berufsgenossenschaft, bei der Auswahl weiterhelfen.
Praxistipp: Referenzen einholen und gegebenenfalls besichtigen
2.8 Luftleitungen Hinweis: Je nach Stoff sind die Bauart, die verwendeten Werkstoffe, die Druckverluste sowie die strömungsgünstige Verlegung und Wartungsöffnungen zu berücksichtigen.
2.9 Druckverluste im System, Ventilatoren Hinweis: Es sind vom Planer die Gesamtdruckdifferenzen von Leitungen und Abscheider zu ermitteln. Danach sind geeignete Ventilatoren auszuwählen: Niederdruck- (Axial)-, Mitteldruck- (Radial)-ventilator oder Hochvakuumerzeuger, je nach Anforderung.
2.10 Volumenstrom beim tatsächlichen Anlagendruckverlust Hinweis: Es sind der Leistungsbedarf bzw. die Motorleistung zu ermitteln. Wie hoch ist der Schallpegel und welcher Wartungsbedarf liegt vor bei Einsatz eines Direkt- oder Riemenantriebes?
Praxistipp: Diese Daten können der Ventilatorkennlinie von Fachleuten entnommen werden. Hierzu kann Ihre Berufsgenossenschaft Hilfestellung geben.
2.11 Raumlüftung zum Ersatz der abgesaugten Luft oder zusätzlich erforderlich Hinweis: Sofern Luft abgesaugt wird, muss frische Luft nachströmen. Soll dies durch Fenster- und Türenlüftung erfolgen, ist dies zu jeder Zeit zu gewährleisten, auch bei Regen oder im Winter.

 

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Nr.   Hinweise, Praxistipps
2.12 Luftführung Hinweis: Es gibt zwei Prinzipien der Raumlüftung, die als Mischlüftung und Schichtenströmung bezeichnet werden. Beide werden im Abschnitt 4 dieser BG-Information kurz beschrieben.
2.13 Wärmerückgewinnung Hinweis: Aus Gründen der Energieeinsparung ist die Wärmerückgewinnung zu prüfen. Weitere Informationen siehe Abschnitt 5.5 und Anhang 4 .
2.14 Technische Dokumentation Hinweis: Zur Dokumentation gehören Betriebsanleitung (mit bestimmungsgemäßer Verwendung), Wartungsanleitung (mit Wartungsplan) und Sicherheitshinweise. Auch eine Konformitätserklärung (CE) sowie die Schulung für Wartung und Betrieb sind hier zu nennen.
2.15 Abnahmeprüfung Hinweis: Bei der Abnahme ist die Vollständigkeit zu überprüfen, es ist eine Funktionsprüfung mit Messung der Volumenströme durchzuführen. Zu einer Abnahmeprüfung gehören auch die Messung der Arbeitsplatzkonzentration sowie die Messung der Emissionswerte.
2.16 Auftragsvergabe Hinweis: Vertragsbestandteil sollte sein: Einhaltung der einschlägigen Anforderungen für Sicherheit und Gesundheitsschutz, Festlegung der Sollwerte der Anlage, Abnahmeprüfung in Anlehnung an DIN EN 12599.

 

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