BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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7 Beurteilung partikelförmiger Stoffe beim Schweißen und bei verwandten Verfahren

· Bei allen Verfahren mit unlegierten/niedriglegierten Werkstoffen (Grund- und Zusatzwerkstoffe), deren Anteile an Chrom, Nickel, Cobalt, Mangan, Kupfer, Barium, Fluoride einzeln niedriger als 5 Gew.% sind, bei denen keine mutagenen, krebserzeugenden, fibrogenen, toxischen oder allergisierenden Stoffe im Schweißrauch enthalten sind, ist es bei der Beurteilung der Exposition des Schweißers am Arbeitsplatz in den meisten Fällen ausreichend, die Konzentration der Schweißrauche/alveolengängigen Fraktion des Staubes zu ermitteln und mit dem gültigen Grenzwert zu vergleichen.

Der Grenzwert für die A-Fraktion von 3 mg/m³ ist hier die Obergrenze und maßgebend.

Beim thermischen Spritzen sowie bei Mischarbeitsplätzen (Schweißen und Schleifen) kann die einatembare Fraktion (E-Staub) zusätzlich zur alveolengängigen von Bedeutung sein. Hier wird auch die Ermittlung der einatembaren Staubkonzentration empfohlen.



· Bei allen Verfahren mit hochlegierten Werkstoffen (Grund- und Zusatzwerkstoffe), deren Anteile an Chrom, Nickel, Cobalt, Mangan, Kupfer, Barium, Fluoride einzeln mindestens 5 Gew.% betragen, bei denen mutagene, krebserzeugende, fibrogene, toxische oder allergisierende Stoffe im Schweißrauch enthalten sind, sind die Grenzwerte der jeweiligen Leitkomponente im Schweißrauch einzuhalten. Bezüglich der festgelegten Leitkomponenten siehe auch die Bilder 3-2 a bis 3-2 e und Bilder 3-6 bis 3-8 dieser BG-Information.

Die Konzentration der Schweißrauche ergibt sich aus der Einhaltung der Leitkomponente und ist entsprechend abhängig von
a) Verfahren und Werkstoffen,
b) der chemischen Zusammensetzung der Schweißrauche und
c) der Konzentration der Leitkomponente im Schweißrauch sowie ihrem Grenzwert.

In diesem Fall liegt die Schweißrauchkonzentration unterhalb von 3 mg/m³ A.

Der Grenzwert für die A-Fraktion ist hier nicht ausreichend, sondern der Grenzwert der jeweiligen Leitkomponente steht hier im Vordergrund (siehe Beispiele in Bild 7-1).



· Bei allen Verfahren, bei denen in bestimmten Bereichen, wie engen Räumen (z. B. Kessel, Behälter, Schiffs-Doppelbodenzellen) sowie anderen Bereichen mit geringem/ungenügendem Luftaustausch, eine Einhaltung des aktuellen Luftgrenzwertes für Schweißrauche bzw. alveolengängige Fraktion des Staubes - trotz lüftungstechnischer Maßnahmen - nicht möglich ist, sind zusätzliche Schutzmaßnahmen (z. B. organisatorische Maßnahmen und Einsatz persönlicher Schutzausrüstungen) notwendig [18].

Die Einhaltung des Grenzwertes für die Leitkomponente - dementsprechend die Einhaltung der berechneten Schweißrauchkonzentration nach "Health and Safety Executive" mit der Formel:

Formel: SRK = 100 * GW durch C

wobei

GW = stoffspezifischer Grenzwert, mg/m3

C = Anteil (%) der Leitkomponenten im Schweißrauch

SRK = Schweißrauchkonzentration, mg/m3

bedeutet zugleich auch die Grenzwert-Unterschreitung aller im Schweißrauch enthaltenen Stoffe. Siehe auch BGI 616, [18].

Für krebserzeugende Stoffe, die zurzeit keinen AGW haben, gilt entsprechend der GefStoffV das Minimierungsgebot. Als Obergrenzen für die gemessenen Konzentrationen können die alten TRK, die den Stand der Technik für 2005 beschreiben, herangezogen werden.

Soweit neue Richtwerte, die den Stand der Technik z. B. nach TRGS 528 beschreiben, festgelegt und publiziert sind (z. B. für Chrom(VI)-Verbindungen/Nickeloxid), sind diese als Obergrenze für die jeweiligen Konzentrationen heranzuziehen (siehe Beispiel).

Verfahren Erste Leit-
komponente
GW der Leit-
komponente oder Wert nach dem Stand der Technik
Schweißrauch-
konzentration bei Einhaltung des Grenz-
werts der Leitkomponente
Lichtbogenhandschweißen mit hochlegierten (18% Cr und 8% Ni) umhüllten Stabelektroden (hier: mit 6% Cr(VI) im SR) Cr(VI)-Verb. 0,03 mg/m3 0,5 mg/m3
Metall-Inertgasschweißen mit Nickelbasis (66% Ni) (hier: mit 50% Ni im SR) NiO 0,5 mg/m3 1,0 mg/m3
Metall-Schutzgasschweißen mit niedriglegierten selbstschützenden Fülldrahtelektroden (hier: mit 20 % Mn im SR) Mangan-
oxide
0,5 mg/m3 2,5 mg/m3

Bild 7-1: Beispiele [Quelle: [18]]

 

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