BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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21 Erste Hilfe

Die erste Hilfsmaßnahme am Unfallort – Erste Hilfe – ist oftmals entscheidend für den späteren Heilverlauf einer Verletzung oder gar für die Rettung eines Mitarbeiters. Deshalb sind auch in Kfz-Betrieben gut ausgebildete Ersthelfer erforderlich, die schnell und richtig helfen können.

Die Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1) fordert für jeden Betrieb mit bis zu 20 Versicherten mindestens einen von einer anerkannten Stelle ausgebildeten Ersthelfer. Die Unterweisung "Sofortmaßnahmen am Unfallort" nach § 8a StVZO reicht nicht aus.

In Betrieben mit mehr als 20 Versicherten des lnstandsetzungsbereichs muss mindestens jeder Zehnte ein ausgebildeter Ersthelfer sein. Ersthelfer dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn sie in der Ersten Hilfe ausgebildet sind und regelmäßig fortgebildet werden.

Die Ausbildung erfolgt in einem acht Doppelstunden umfassenden Erste-Hilfe-Lehrgang.

Die Fortbildung erfolgt durch die Teilnahme an einem vier Doppelstunden umfassenden Erste-Hilfe-Training. Wenn sie nicht innerhalb von zwei Jahren nach einer vorausgegangenen Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Lehrgang oder -Training stattfindet, muss eine erneute Teilnahme an einem acht Doppelstunden umfassenden Ersthelfer-Lehrgang erfolgen.

Auch ein guter Ersthelfer kann nur wirksam arbeiten, wenn er für die unterschiedlichen Verletzungsfälle geeignetes Verbandmaterial in ausreichender Menge zur Verfügung hat. Rechtzeitiges Erneuern bzw. Ergänzen ist erforderlich.

Die Aufbewahrung muss so erfolgen, dass das Verbandzeug gegen schädigende Einflüsse geschützt und im Bedarfsfall erreichbar ist.

Bei Ablauf der Verfallsdaten ist das Erste-Hilfe-Material zu erneuern.

Geeignetes Erste-Hilfe-Material enthalten z. B.:

  • großer Verbandkasten nach DIN 13169 "Verbandkasten E",
  • kleiner Verbandkasten nach DIN 13157 "Verbandkasten C".

In Abhängigkeit von der Betriebsart und Zahl der Versicherten gelten für die Ausstattung mit Verbandkästen folgende Richtwerte aus der BGV A1:

Betriebsart Zahl der Versicherten Verbandkasten
kleiner großer1)
Verwaltungs- und
Handelsbetriebe
1-50
51-300
ab 301
für je 300 weitere Versicherte zusätzlich ein großer Verbandkasten
1

1
2
Herstellungs-, Verarbeitungs- und vergleichbare Betriebe 1-20
21-100
ab 101
für je 100 weitere Versicherte zusätzlich ein großer Verbandkasten
1

1
2
Baustellen und baustellenähnliche Einrichtungen 1-10
11-50
ab 51
für je 50 weitere Versicherte
zusätzlich ein großer Verbandkasten
1 2)

1
2

1) Zwei kleine Verbandkästen ersetzen einen großen Verbandkasten.
2) Für Tätigkeiten im Außendienst, insbesondere für die Mitführung von Erste-Hilfe-Material in Werkstattwagen und Einsatzfahrzeugen, kann auch der Kraftwagen-Verbandkasten nach DIN 13164 als kleiner Verbandkasten verwendet werden.

Die Erste Hilfe durch Laien oder auch durch Ersthelfer kann nie eine ärztliche Hilfe ersetzen, sondern nur ein Notbehelf bis zum Eingreifen des Arztes sein! Sie soll dem Verletzten durch einfache Maßnahmen schnell, sicher und schonend helfen, ihn vor weiterem Schaden bewahren, eine Verschlimmerung seines Zustandes verhindern und ihn – wenn erforderlich – für eine Überführung ins Krankenhaus transportfähig machen.

Auch kleine Wunden müssen beachtet werden. Auf keinen Fall darf eine Wunde ausgewaschen werden. Lediglich bei einer Verbrennung an den Gliedmaßen soll dieser Gliedmaßenteil mit kaltem Wasser gekühlt werden. Brandverletzungen und offene Wunden nur mit keimfreiem Verbandstoff bedecken. Andere Hilfsmaßnahmen sind nicht zulässig! Isolierband darf nie als Pflasterverband dienen.

In allen Betrieben muss die "Anleitung zur Ersten Hilfe bei Unfällen" ausgehängt oder zur Einsichtnahme zugänglich sein. In jedem Fall muss im Verbandkasten eine Erste-Hilfe-Anleitung vorhanden sein (Bild 21-1). Wer die wichtigsten Maßnahmen der Ersten Hilfe beherrscht, kann Unfallfolgen verringern.

Verbandkasten

Bild 21-1: Im Verbandkasten muss eine Anleitung zur Ersten Hilfe vorhanden sein

 

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