BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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7 Schraubenschlüssel

7.1 Richtige Auswahl

Schraubenschlüssel werden als Maulschlüssel, Ringschlüssel oder Steckschlüssel ausgeführt. Sie dürfen nur für den vorgesehenen Verwendungszweck eingesetzt werden; denn nicht jeder Schraubenschlüssel ist für jede Verschraubungsaufgabe geeignet.

Unabhängig von der Art unterscheiden sich Schraubenschlüssel auch durch ihre Prüfdrehmomente und zugeordnete Härten, wie in DIN 899 festgelegt ist.

Deshalb muss sich die Auswahl der Schraubwerkzeuge nach der zu verrichtenden Verschraubungsaufgabe richten, insbesondere in Hinsicht auf die im Maschinenbau verwendeten Schrauben hoher Festigkeitsklassen mit hohen Anziehdrehmomenten.

Das Risiko eines Werkzeugbruches und damit einer evtl. Verletzung ist bei hochwertigen Schraubenschlüsseln (Doppelring- und Ringmaulschlüssel der Prüfdrehmomentenreihe A) am geringsten. Für die häufig verwendeten Doppelmaulschlüssel existiert als höchste Stufe die Prüfdrehmomentenreihe C. Eine Zuordnung lässt sich anhand der "Technischen Lieferbedienungen für handbetätigte Schraubenschlüssel" (DIN 899) und der jeweiligen DIN-Nummer des Schraubenschlüssels vornehmen. Die DIN-Nummer muss auf der kleinsten Verpackung angegeben sein.

Ein beliebtes und auch praktisches Werkzeug in der Montage ist der so genannte Knarrenkasten (Bild 7-1) mit verschiedenen Antriebsteilen, Verlängerungen, Gelenken und auswechselbaren Steckschlüsseleinsätzen.


Bild 7-1: Knarrenkasten

Vor der Anwendung von Billigware muss, wie bei allen anderen Werkzeugen, gewarnt werden. Oft genug sieht man geplatzte Stecknüsse, verdrehte Verlängerungen oder gar durchgeschlagene Knarren. Sicherheit bei der Anwendung solcher Werkzeuge ist nur gegeben, wenn alle Einzelteile des Satzes die in der DIN festgelegten Mindestanforderungen hinsichtlich Prüfdrehmoment, Härte und auch Toleranzen erfüllen.

Gegen Abrutschen der aufgesteckten Nüsse oder Verlängerungen vom Antriebsvierkant sollten diese unter Anwendung der DIN 3120 mit Kugelfangrillen oder anderen Arretierungen an den vier Innenflächen versehen sein (Bild 7-2).

Darüber hinaus spielen bei der Auswahl noch einige Punkte eine Rolle: Wenn beispielsweise Überkopf mit Kreuzgelenken gearbeitet werden muss (Bild 7-3), sollten die Kreuzgelenke in den Gelenkverbindungen Schrauben aufweisen. Die leicht angezogenen Schrauben verhindern ein "Wegkippen". Die Verbindungen behalten jedoch die volle Gelenkigkeit. Für nach unten vertieft liegende Schraubstellen gibt es Stecknüsse, in denen die Schrauben/Muttern durch Klemmringe oder ähnliche Hilfen in der Nuss gehalten werden.


Bild 7-3: Kreuzgelenk durch nachziehbare Schraube gegen Wegkippen gehindert

Praktisch für beengte Montagestellen sind auch Gelenkknarren (Bild 7-4), bei denen die Hebel in verschiedene Stellungen abgewinkelt werden können. Sicher in der Handhabung sind solche Gelenkknarren jedoch nur, wenn die jeweilige Hebelstellung fest arretiert werden kann.


Bild 7-4: Gelenkknarre mit Arretierung


 

Webcode: M1478-81