BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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3.3.3 Vor der Auswahl erproben

Jede der im Handel erhältlichen Ausführungen eines solchen Handschutzes hat ihre typischen Gebrauchseigenschaften und ihre besondere Eignung. Deshalb muss der Handschutz erprobt werden. Dem Betrieb, der einen Handschutz einführen möchte, wird empfohlen, mit jeder Ausführung zunächst Versuche zu machen. Dann sollte die von den Benutzern bevorzugte Ausführung beschafft werden. So ist die Gewähr gegeben, dass der Handschutz auf Dauer benutzt wird.

Die schweren Ausführungen des Handschutzes eignen sich beispielsweise für Stemmarbeiten im Baubereich (Bilder 3-6 und 3-7). Diese Meißel sind lang, als Schlagwerkzeuge dienen Hämmer mit einer Masse von 1000 g und mehr.


Bild 3-6: Bei Stemmarbeiten am Mauerwerk müssen Handschutz und Schutzbrille benutzt werden: Insbesondere bei Stemmarbeiten an Mauern muß Handschutz benutzt werden.



Bild 3-7: Handschutz mit Splitterfangkorb für schwere Meißelarbeit


Die leichteren Ausführungen des Handschutzes, insbesondere für kürzere Meißel, werden im Maschinenbau benutzt.

Ein Handschutz mit kleinem Teller eignet sich vornehmlich für komplizierte Arbeiten, bei denen feinfühliges Handhaben des Meißels und ungehinderter Blick zur Bearbeitungsstelle im Vordergrund stehen.

Ein anderer Handschutz ist nach oben durch eine Schale erweitert, die als Fangeinrichtung für abspringende Splitter dient.

Tipps


Die Meißelschneide muss immer scharf sein: Sie darf nicht zu spitz angeschliffen werden, weil sie sonst ausbrechen könnte. Je nach dem zu bearbeitenden Werkstoff sind Keilwinkel zwischen 30° und 80° angezeigt.

Werkstoff, der bearbeitet wird Keilwinkel
Holz, Blei
Stahl bis St 42-2
Stahl St 50-2 und höhere
30°
60°
80°


Wenn beim Meißeln andere Personen gefährdet sind, müssen Schutzwände oder dergleichen angebracht werden, die fortgeschleuderte Späne und Splitter aufhalten.



Der Meißel ist kräftig zu umfassen.




Falsch!

Falsche Arbeitsweise beim Meißeln: Hammer zu kurz gefasst. Blick auf den Schlagkopf statt auf die Meißelschneide gerichtet. Keine Schutzbrille.

Richtig!

Richtige Arbeitsweise beim Meißeln: Hammer richtig gefasst. Blick auf die Meißelschneide gerichtet. Schutzbrille.


 

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