BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Anhang 1

Orientierende Gefährdungsbeurteilung bei Belastungen des Muskel- und Skelettsystems (Stufe 1)

(Checkliste verändert nach BGI/GUV-I 504-46 "Handlungsanleitung für die arbeitsmedizinische Vorsorge nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 46 "Belastungen des Muskel-Skelettsystems einschließlich Vibrationen")

Checkliste für Unternehmer, Sicherheitsbeauftragte* , Betriebsärzte* und Fachkräfte* für Arbeitssicherheit

Beantworten Sie bitte die nachfolgenden Fragen. Soweit Sie über betriebsärztliche Informationen zu tätigkeitsspezifischen Beschwerden oder erhöhten Beanspruchungen von Beschäftigten durch diese Belastungen verfügen (gehäufte Schmerzen, ärztliche Befunde, Krankschreibungen), ergänzen Sie Ihre Aussage.

Fällen Sie nach Bearbeitung der Checkliste eine abschließende Beurteilung, ob Maßnahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge nach dem DGUV Grundsatz G 46 in Verbindung mit der Handlungsanleitung BGI/GUV-I 504-46 erforderlich sind (ggf. zu veranlassende Untersuchungen bei Vibrationen beachten)!

  1. Werden alle Antworten mit "Nein"?? gekennzeichnet, sind in der Regel keine weiteren Maßnahmen erforderlich.
  2. Wird die Orientierungsfrage zu mindestens einer Belastungsart mit "Ja" beantwortet, so ist:
    1. den Beschäftigten eine arbeitsmedizinische Vorsorge nach G 46 (kollektive und individuelle Beratung, gegebenenfalls Ärztliche Untersuchung) anzubieten, und in Zweifelsfällen
    2. die anerkannte Gefährdung durch geeignete Maßnahmen zu reduzieren (siehe dazu Frage 4), und in Zweifelsfällen
    3. eine vertiefende Gefährdungsbeurteilung nach Anhang 2 der Handlungsanleitung für die arbeitsmedizinische Vorsorge nach G 46 durchzuführen.

Diese Checkliste gilt nicht für Bildschirmarbeitsplätze!

Checkliste bearbeitet durch:   Datum: ...............................
............................... (Unternehmer)
............................... (Unternehmen)
............................... (Fachkraft für Arbeitssicherheit)
............................... (Betriebsarzt)
Betriebsbereich/Arbeitsplätze/Tätigkeit:
........................................................................................................................
........................................................................................................................
........................................................................................................................
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* gemäß Beauftragung durch Unternehmer

Belastungsart Orientierungsfrage
(bezogen auf Tätigkeiten typischer
Arbeitsschichten)
Erhöhte
Belastung
Tätig-
keitsspez.
Be-
schwerden
bekannt?
Ja Nein
1. Manuelle Lastenhandhabung
Heben, Halten, Tragen, Schaufeln
Werden folgende Belastungen erreicht oder überschritten?
Art der Last-
hand-
habung
Frauen Männer
  5-10 kg 10-15 kg 10-15 kg 15-20 kg
  Häufigkeit pro Arbeitstag
Heben 100 50 100 50
Halten, Tragen
(ab 5 s Dauer)
60 30 60 30

Ergänzend zur Tabelle gilt:

Lastenhandhabungen mit

  • sehr hoher Häufigkeit leichterer Lasten
  • schwereren Lasten und einer gewissen Regel-
    mäßigkeit,
  • sehr ungünstigen Körperhaltungen

sind ebenfalls als erhöhte Belastung einzustufen.

2. Erzwungene Körperhaltungen
Erzwungenes Sitzen
Liegen folgende Körperhaltungen vor?

Bewegungsarme, erzwungene Sitzhaltung aufgrund der Arbeitsaufgabe bzw. Arbeitsgestaltung (z. B. fixierte Kopfhaltung aufgrund der Sehanforderungen) über längere Zeitabschnitte (ab 2 Stunden ohne wirksame Pause) für den überwiegenden Teil des Arbeitstages
Dauerhaftes
Stehen

Liegt folgende Situation vor?

Dauerhaftes Stehen (ab 4 Stunden pro Arbeitstag) ohne wirksame Bewegungsmöglichkeit
Rumpfbeuge
Liegen folgende Körperhaltungen vor?

Durch die Arbeitsaufgabe bedingte deutlich erkennbare Rumpfvorbeugungen ab etwa 20° (ab 1 Stunde pro Arbeitstag ohne wirksame Pause).

Bei stärkerer Vorbeugung sind auch geringere Expositionszeiten als erhöhte Belastung einzustufen (z. B. kann bei extremen Rumpfbeugehaltungen grundsätzlich von erhöhten Belastungen ausgegangen werden).
Knien, Hocken, Fersensitz, Kriechen, Liegen
Liegen folgende Körperhaltungen vor?
  • Arbeiten im Knien, Hocken, Fersensitz oder Kriechen ab 1 Stunde pro Arbeitstag?
  • Arbeiten im Liegen ab 2 Stunden pro Arbeitstag? (z. B. Behälterbau, Schiffsbau)
Arme über Schulterniveau
Liegt folgende Situation vor?

Arbeiten oberhalb des Schulterniveaus über längere Zeitabschnitte (insgesamt ab 2 Stunden pro Arbeitstag)

Auch bei geringeren Zeitanteilen erhöhte Belastungen gegeben, z. B. bei
  • zusätzlicher Lastenhandhabung
  • Überkopfarbeit.
3. Arbeiten mit erhöhter Kraftanstrengung/Krafteinwirkung
Klettern, Steigen
Sind Arbeiten an schwer zugänglichen Arbeitsstellen durchzuführen?

Mehrfach pro Arbeitstag Aufsteigen auf hohe Masten, Türme etc.?
Manuelles Klopfen, Schlagen, Drücken
Werden die Hände selbst als "Werkzeug" eingesetzt?

Regelmäßiges Klopfen, Schlagen oder Drücken direkt mit der Hand bedingt durch die Arbeitsaufgabe
Kraft- oder Druckeinwirkung
Liegen folgende Belastungen vor?

Regelmäßig erhöhte Kräfte oder erhöhte Druckeinwirkungen bei der Bedienung von Arbeitsmitteln/Werkzeugen
4. Repetitive Tätigkeiten mit hohen Handhabungsfrequenzen
Repetition
Liegen folgende Belastungen vor?

Ununterbrochene Arbeiten ab 1 Stunde Dauer mit ständig wiederkehrenden, gleichartigen Schulter-, Arm-, Hand-Bewegungen mit erhöhter Krafteinwirkung oder in extremen Gelenkstellungen (z. B. "Fließbandarbeit")
5. Vibrationen (Ganzkörper- oder Hand-Arm-Vibrationen)
Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung gemäß den Anforderungen der "Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung" (LärmVibrationsArbSchV ) und der BGI/GUV-I 504-46 Teil 2 werden berücksichtigt.
Gemäß LärmVibrationsArbSchV ist arbeitsmedizinische Vorsorge anzubieten bzw. zu veranlassen, wenn Auslösewerte oder Expositionsgrenzwerte, angegeben als Tagesvibrationsexpositionswerte A(8), erreicht bzw. überschritten werden:
Ganzkörper-
Vibrationen

Angebotsuntersuchung,

wenn Auslösewert überschritten: A(8) = 0,5 m/s2
Nein
Ja
Pflichtuntersuchung,

wenn Expositionsgrenzwert erreicht oder überschritten: A(8) = 1,15 m/s2 in x- und y-Richtung und A(8) = 0,8 m/s2 in z-Richtung
Nein
Ja
Hand-Arm- Vibrationen
Angebotsuntersuchung,

wenn Auslösewert überschritten: A(8) = 2,5 m/s2
Nein
Ja
Pflichtuntersuchung,

wenn Expositionsgrenzwert erreicht oder überschritten: A(8) = 5,0 m/s2
Nein
Ja

Abschließende Beurteilung:

Arbeitsmedizinische Vorsorge nach G 46?

Ja
Wegen:

Nein

Abschließende Beurteilung – Beispiel – :

Arbeitsmedizinische Vorsorge nach G 46?

Ja
Wegen:
Überschreiten des Expositionsgrenzwertes für Hand-Arm-Vibrationen
Nein

 

 

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