BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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1 Gefährdeter Personenkreis

Das Hängetrauma kann zustande kommen, wenn bei längerem, bewegungslosem Hängen in einem Auffanggurt, z.B. nach einem Sturz von einer Turmplattform, der Rückstrom des Blutes aus den Beinen behindert wird bzw. verloren geht. Aufgrund von Bewegungslosigkeit fehlt die Funktion der so genannten „Muskelpumpe“ durch die Beinmuskulatur, wodurch eine große Menge des Blutes in den Beinen versackt. Dies kann zu einem (Kreislauf)-Schock führen, weshalb das Hängetrauma einem orthostatischen Schock entspricht. In dieser Situation sind bei der Rettung und der Ersten Hilfe besondere Maßnahmen geboten.

Bei bestimmungsgemäßer Benutzung von Persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz ist das Auftreten eines Hängetraumas sehr unwahrscheinlich. Dafür ist eine sachgerechte Auswahl, das exakte Anpassen des Gurtes und die Durchführung eines Hängetests (s. Regel „Benutzung von PSA gegen Absturz“ BGR/GUV-R 198) unbedingt erforderlich.

Abb. 1 Frei hängende „hilflose“ Person

Abb. 1 In einem Auffanggurt frei hängende „hilflose“ Person

Das Hängetrauma kann bei Personen auftreten, die nach einem Sturz längere Zeit „hilflos“ im Auffanggurt hängen und z.B.

  • schlecht angepasste Auffanggurte tragen,
  • Auffanggurte unsachgemäß benutzen,
  • sich beim Sturz verletzt haben
  • oder bewusstlos sind.

Dies gilt analog bei der Nutzung von Steigschutzeinrichtungen.

Verschiedene Faktoren begünstigen das Auftreten eines Hängetraumas, u.a.:

  • Angstzustände, Schreck
  • psychische Belastungen
  • Verletzungen infolge eines Sturzes
  • Flüssigkeitsmangel
  • Erschöpfung
  • Witterungseinflüsse.
Abb. 2 In einer Steigschutzeinrichtung bewegungslos hängende Person

Abb. 2 In einer Steigschutzeinrichtung bewegungslos hängende Person

 

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