BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Anhang 6
Belastungsgrenzen eines Generators beim Betrieb von Baugeräten mit Frequenzumrichtern

Baugeräte mit Frequenzumrichtern können den Generator eines Stromerzeugers aufgrund einer nicht sinusförmigen Stromaufnahme erheblich belasten. Ein Frequenzumrichter mit einem Leistungsfaktor l von beispielsweise 0,5 belastet einen Stromerzeuger doppelter Leistung aufgrund der auftretenden Oberschwingungen bereits zu 100 %.

Um unzulässige Verzerrungen der Generatorspannung sowie thermische Überlastungen des Generators zu vermeiden, sollte neben der Nennleistung des Frequenzumrichters auch sein Leistungsfaktor l bekannt sein und entsprechend berücksichtigt werden.

  • Herkömmliche Frequenzumrichter sollten den Generator maximal zu 50 % belasten (l = 0,5).
  • Frequenzumrichter mit gesteuerten netzseitigen Gleichrichterschaltungen sollten den Generator nur bis zu 20 % belasten (l = 0,2).

Werden geeignete vorgeschaltete Oberschwingungsfilter, Drosseln oder aktive Filter verwendet, kann der Generator höher belastet werden.

  • Frequenzumrichter mit Leistungsfaktorkorrektur (PFC: Power Factor Correction) zur Erzielung einer nahezu sinusförmigen Stromaufnahme können den Generator bis zu 90 % belasten (l = 0,9).

Bei den obigen Empfehlungen handelt es sich um Richtwerte. Gegebenenfalls sollten daher die Hersteller/Herstellerinnen des Baugerätes und des Stromerzeugers kontaktiert werden um sicherzustellen, dass eine Überlastung des Generators ausgeschlossen werden kann.

Anmerkung:
Diese Hinweise zur Belastung von Generatoren sollten bei Verwendung aller Baugeräte mit elektronischen Betriebsmitteln beachtet werden, die netzseitig gesteuerte oder ungesteuerte Gleichrichterschaltungen enthalten. Auch kleinere Verbrauchsmittel in größerer Anzahl, z. B. Kompaktleuchtstofflampen, die ebenfalls nicht sinusförmige Stromaufnahmen aufweisen, können den Generator stärker belasten.

Verbrauchsmittel an einem Stromerzeuger mit Asynchrongenerator

Wirkleistungsverbrauchsmittel, z. B. Glühlampen oder Heizgeräte, dürfen ohne Einschränkungen verwendet werden.

Induktive Verbrauchsmittel mit Elektromotor, z. B. Bohrhämmer oder Kreissägen, dürfen Generatoren mit Anlaufverstärkung maximal zu 60 % und Generatoren ohne Anlaufverstärkung maximal zu 30 % belasten.

Kapazitive Verbrauchsmittel, z. B. Entladungslampen, und Baugeräte mit elektronischen Betriebsmitteln, z. B. Frequenzumrichter, sind nicht geeignet.

Verbrauchsmittel an einem Stromerzeuger mit Synchrongenerator

In der Regel können alle Arten von Verbrauchsmitteln verwendet werden. Die Anlaufleistung bei induktiven Verbrauchsmitteln darf üblicherweise das 3-fache der Bemessungsleistung betragen.

Bezüglich geeigneter Verbrauchsmittel sind die Herstellerangaben des Stromerzeugers zu beachten.

 

 

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