BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Vorbemerkung

Erdverlegte Ver- und Entsorgungsleitungen (Kabel, Rohre, Kanäle etc.) sind sowohl in öffentlichen als auch in privaten Grundstücken verlegt. Die Verlegetiefe dieser Leitungen ist sehr unterschiedlich. Manchmal liegen die Leitungen nur wenige Zentimeter unter der Geländeoberfläche. Häufig ist ihre Lage nur ungefähr aufgezeichnet, manchmal auch unbekannt.

Bei Bauarbeiten im Erdreich stellen diese Leitungen nicht nur Hindernisse und Erschwernisse dar, sondern können, vor allem bei unvermutetem Antreffen oder unsachgemäßem Vorgehen, sogar zur Gefahr für die Beschäftigten und die nähere Umgebung werden.

Es liegt daher im gemeinsamen Interesse von Bauherren, Betreibern und Auftragnehmern, vor und während der Durchführung von Erdarbeiten größte Sorgfalt walten zu lassen, um Schäden und Unfälle zu vermeiden.

Tabelle 1: Erdverlegte Ver- und Entsorgungsleitungen in Deutschland (Übersicht)

Leitungsart Netzlänge in km
Elektro ca. 1.000.000
Gas 290.000
Wasser 500.000
Kommunikationskabel 2.550.000
Abwasser 1.260.000
Fernleitungen, andere Produktleitungen ca. 35.000
Gesamte Leitungslänge ca. 5.650.000

Durch mangelhafte Vorbereitung und unsachgemäße Durchführung von Erdarbeiten kommt es häufig zur Beschädigung von Leitungen und oft auch zu Gefährdungen von Personen.

Die meisten Unfälle mit Personenschäden ereignen sich bei Arbeiten an oder in der Nähe von Elektro- und Gasleitungen.

Jedes Jahr werden den Sachversicherungen ca. 100.000 Schadensfälle gemeldet, für die Entschädigungen in Höhe von rund 500 Mio. Euro geleistet werden müssen. Fachleute gehen allerdings von wesentlich mehr Schadensfällen und damit noch höheren Kosten aus.

Über die häufig mit Sachschäden einhergehenden Personenschäden gibt es keine verlässlichen Angaben, da sie, sofern es sich um Arbeitsunfälle handelt, von den Berufsgenossenschaften unter Graben-, Kanalbau oder Erdarbeiten eingeordnet werden.

Etwa 80 % der Schäden an Leitungen sind auf Arbeiten mit Baumaschinen zurückzuführen, z. B. Bagger-, Bohr-, Ramm-, Schürf- und Vortriebsarbeiten; ca. 75 % der Schäden entstehen an Energie- und Kommunikationsleitungen.

Jede Beschädigung, auch scheinbar geringfügige wie z. B. eine angekratzte Isolierung, ist dem Betreiber sofort zu melden. Gerade die nicht behobenen kleinen Beschädigungen können erhebliche Folgeschäden nach sich ziehen. Die daraus entstehenden Kosten belasten den Bauunternehmer erheblich.

Die in dieser BG-Information enthaltenen technischen Lösungen schließen andere, mindestens ebenso sichere Lösungen nicht aus, die auch in technischen Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder der Türkei oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden haben können.

Erdverlegte Ver- und Entsorgungsleitungen

Quelle: RWE Rheinland Westfalen Netz AG

 

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