BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Rückwärts blättern Vorwärts blättern

1 Gefährdung durch Absturz

Grundsätzlich bestehen bei Absturzhöhen ab 1,00 m Absturzgefahren, die der Unternehmer im Rahmen seiner Gefährdungsbeurteilung zu beurteilen hat. Darüber hinaus hat er u.a. die nachfolgenden Regelungen zu beachten.

(1) Bei der Ermittlung und Beurteilung der eventuellen Gefährdung durch Absturz sind mindestens die nachfolgenden Kriterien zu berücksichtigen:

  • Absturzhöhe,
  • Art, Dauer der Tätigkeit, körperliche Belastung,
  • Abstand von der Absturzkante,
  • Beschaffenheit des Standplatzes (Neigungswinkel), der Standfläche (z. B. Rutschhemmung),
  • Beschaffenheit der tiefer gelegenen Fläche, z. B. Wasser oder Flüssigkeiten (versinken, ertrinken), Beton (harter Aufschlag), Bewehrungsanschlüsse (aufspießen),
  • Beschaffenheit der Arbeitsumgebung und gefährdende äußere Einflüsse, z. B. Sichtverhältnisse, Erkennbarkeit (z. B. Beleuchtung, Tageszeit, Blendung), Witterungseinflüsse (z. B. Wind, Eis oder starker Schneefall),
  • Beschaffenheit der Arbeitsfläche im Hinblick auf Öffnungen in Böden, Decken und Dachflächen sowie Vertiefungen.

(2) Auf Baustellen müssen Einrichtungen, die ein Abstürzen von Personen verhindern, vorhanden sein:

  1. unabhängig von der Absturzhöhe an
    • Arbeitsplätzen an und über Wasser oder anderen festen oder flüssigen Stoffen, in denen man versinken kann,
    • Verkehrswegen über Wasser oder anderen festen oder flüssigen Stoffen, in denen man versinken kann;

    Abb. 1

  2. bei mehr als 1,00 m Absturzhöhe, soweit nicht nach Nummer 1 zu sichern ist, an
    • freiliegenden Treppenläufen und -absätzen,
    • Wandöffnungen;
  3. bei mehr als 2,00 m Absturzhöhe, an allen übrigen Arbeitsplätzen und Verkehrswegen;

  4. Abb. 2

Abweichend von Nummer 3 ist eine Absturzsicherung bei einer Absturzhöhe bis 3 m entbehrlich an Arbeitsplätzen und Verkehrswegen auf Dächern und Geschossdecken mit bis zu 22,5° Neigung und nicht mehr als 50,00 m² Grundfläche, sofern die Arbeiten von hierfür fachlich qualifizierten und körperlich geeigneten Beschäftigten ausgeführt werden, welche unterwiesen sind und die Absturzkante deutlich erkennen können.2

 


2) Sofern die Unterweisung nach §12 Arbeitsschutzgesetz bereits die besondere Unterweisung beinhaltet, muss der Arbeitgeber keine weitere Unterweisung durchführen.

 

 

Webcode: M1481-3