BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Vorbemerkungen

Diese Handlungsanleitung dient als Hilfe zur Ermittlung und Beurteilung der Gefährdungen bei Gebäudesanierungsarbeiten mit Kontamination durch biologische Arbeitsstoffe. Sie dient insbesondere der Auswahl geeigneter Schutzmaßnahmen unter Berücksichtigung der Biostoffverordnung (BioStoffV). Nach dieser ist der Unternehmer verpflichtet, die Gefährdungen, die von biologischen Arbeitsstoffen ausgehen, zu ermitteln und zu beurteilen und die Schutzmaßnahmen festzulegen.

Die in dieser Handlungsanleitung aufgeführten Gefährdungen und daraus abgeleiteten Schutzmaßnahmen beruhen auf dem heutigen Stand der technischen und arbeitsmedizinischen Erkenntnisse. Sofern Erfahrungen für bestimmte Arbeitsverfahren, wie z. B. Messergebnisse, vorliegen, wurden diese in der Handlungsanleitung berücksichtigt. Für die Beurteilung der Exposition gegenüber biologischen Arbeitsstoffen wurden auch Erfahrungen aus anderen Branchen herangezogen.

Diese Handlungsanleitung enthält Mindestanforderungen, mit denen das erforderliche Niveau an Sicherheit und Gesundheitsschutz erreicht werden kann. Die hier vorgeschlagenen technischen Lösungen schließen andere mindestens ebenso sichere Lösungen nicht aus.

Für die Erstellung einer Handlungsanleitung zur Gebäudesanierung durch den Fachausschuss Tiefbau waren folgende Gründe ausschlaggebend:

  • Die Zahl von Schimmelpilzproblematiken im Zusammenhang mit Feuchteschäden in Gebäuden nahm in den letzten Jahren zu (Baumängel, schnellerer Erstbezug, unzureichender Feuchteabtransport, etc.).
  • Auch für die Berufsgenossenschaften ergab sich daraus ein erhöhter Ermittlungs- und Beratungsbedarf in den Mitgliedsbetrieben.
  • Neben Berufskrankheiten haben die Berufsgenossenschaften im Rahmen ihres erweiterten Präventionsauftrages die Aufgabe, arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten.
  • Im Zuge der Stärkung der unternehmerischen Eigenverantwortung für den Arbeitsschutz bedeutet die Erstellung einer solchen Handlungsanleitung eine Hilfestellung für den Unternehmer, die abstrakten Schutzziele aus übergeordneten Rechtsvorschriften zu erreichen.

Für die Konzeption der Handlungsanleitung waren u. a. maßgeblich:

  • Tätigkeiten bei der Gebäudesanierung sind ausschließlich nicht gezielte Tätigkeiten i. S. d. BioStoffV. (siehe Abschnitt 2 Nr. 3 "Begriffsbestimmungen" ).
  • Neben den Aspekten des Arbeitsschutzes sind bei Gebäudesanierungsarbeiten auch Maßnahmen zum Schutz Dritter in räumlich benachbarten Bereichen zu treffen. Dies gilt z.B. für Büroräume, aber auch in besonderer Form für hygienisch sensible Bereiche, wie z. B. in medizinischen Einrichtungen.
  • Bei Vergabe von Sanierungsarbeiten an Fremdunternehmen sind diese über mögliche Gefahren zu informieren. Die erforderlichen Maßnahmen sind zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer vor Beginn der Arbeiten abzustimmen (siehe auch Abschnitt 5.1 "Allgemeine Anforderungen" ).
  • Neben biologischen Arbeitsstoffen können Versicherte auch anderen Gefährdungen, wie z. B. chemischen und physikalischen, ausgesetzt sein. Die Handlungsanleitung versucht dem weitgehend Rechnung zu tragen. Beispielsweise können Betriebsanweisungen für biologische Arbeitsstoffe und Gefahrstoffe kombiniert erstellt werden (s. Anhang 4 "Musterbetriebsanweisung" ).
  • Die Handlungsanleitung soll dem Erkenntnisstand folgend fortgeschrieben werden.


Webcode: M1538-20