BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Anhang 4

Muster für Gliederung und Inhalte des Arbeits- und Sicherheitsplanes

1. Allgemeine Daten

  • Name des Standortes (Räumstelle)

  • Name des Auftraggebers

  • beteiligte Behörden, der Dienststellen des Arbeitsschutzes, der Gutachter,

  • Name des Koordinators nach der Baustellenverordnung und/oder nach der BG-Regel "Kontaminierte Bereiche" (BGR 128) und seiner Stellvertreter einschließlich Festlegung deren Weisungsbefugnisse

  • Anlass der Arbeiten

  • Bezeichnung des vom Arbeits- und Sicherheitsplanes betroffenen Personenkreises

  • Gültigkeitsdauer (zeit- oder gewerkbezogen)

2. Standortbeschreibung

  • Nutzungsgeschichte und Angriffschronik des Standortes

  • Lageplan mit Gesamtausdehnung und der zu erwartenden kampfmittelbelasteten Fläche

  • Lageplan zur vermuteten Verteilung (Belastungsdichte) und Fundtiefe der Kampfmittel

  • gegebenenfalls zusammenfassende Darstellung der bisherigen Beräumungen

  • gegebenenfalls Lageplan durch Gefahrstoffe kontaminierter Bereiche einschließlich Angaben sicherheitsrelevanter Konzentrationen der Kontaminanten im Boden, Grundwasser, Bausubstanz oder Ähnlichem

  • geologisch-hydrogeologische Situation des Kontaminationsbereiches (Schichtenverzeichnisse, Grundwasserverhältnisse)

3. Ermittlungen zu den vermuteten und/oder festgestellten Kampfstoffen

  • Tabellarische Zusammenstellung der vermuteten und/oder festgestellten Kampfstoffe

  • Bewertung des Zustandes der Kampfmittel

  • Selbstdetonation

  • Detonation durch Fremdeinwirkung

  • Möglichkeit ausgetretener Gefahrstoffe, z.B. Sprengmittel, Kampfstoffe

  • gegebenenfalls tabellarische Zusammenstellung der auf Grund ihrer physikalisch-chemischen oder toxikologischen Eigenschaften und ihrer angetroffenen Konzentration hinsichtlich des Gesundheitsschutzes zu berücksichtigenden Gefahrstoffe

  • Zusammenstellung eventueller gefährdungsrelevanter Wirkungen und Symptome der Gefahrstoffaufnahme z.B. Schleimhautreizungen

  • Zusammenstellung der bezüglich des Gesundheitsschutzes relevanten biologischen Arbeitsstoffe mit Angaben zu Übertragungsweg und Wirkung (infektiös, sensibilisierend, toxisch)

4. Ermittlung der Arbeitsbereiche, Arbeitsverfahren, Tätigkeiten und der arbeitsbereichs- und tätigkeitsbedingten Faktoren der Gefährdung ("Arbeitsbereichsanalyse")

  • Einteilung der Räumstelle in verschiedene Räumbereiche

  • Beschreibung der anzuwendenden Verfahren und Arbeitsweisen pro Räumbereich bzw. Einzelgewerk einschließlich zeitlicher Ablauf der Bearbeitung

  • Ermittlung der einzelnen Tätigkeiten, bei denen mit einer Gefährdung durch Kampfstoffe zu rechnen ist

  • Ermittlung der verfahrens- und umgebungsbezogenen Kriterien der Emission/Exposition

5. Gefährdungsbeurteilung

  • Tätigkeitsbezogene Zusammenführung der Ergebnisse der Gefahren- und Arbeitsbereichsanalyse zur einer Gefährdungsabschätzung

6. Arbeits- und Gesundheitsschutz

6.1 Allgemeingültige Schutzmaßnahmen

  • Beschreibung der speziellen Räumstelleneinrichtung incl. Lageplan

  • Einteilung der Räumstelle in Schutzzonen

  • Tagesbereitstellungslager

  • Standort von Separieranlagen

  • Schwarz-Weiß-Bereiche

  • Allgemeine Verhaltensregeln einschließlich Vorgaben zur Benutzung der Dekontaminationseinrichtungen und -anlagen

6.2 Arbeitsbereichs- bzw. tätigkeitsbezogene Festlegungen zu technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen und zu persönlichen Schutzausrüstungen

  • Anforderungen an das Arbeitsverfahren

  • Anforderungen an Maßnahmen zur Gefahrstofferfassung (Absaugung)

  • Anforderungen an Maschinen, Fahrzeuge und Geräte

  • Anforderungen an eventuell notwendige Abschottungsmaßnahmen, z.B. Schutzwälle, Splitterschutzwände

  • Aufstellen von Sprengmatten

  • Besondere Verhaltensregeln für den Gefahrenfall, gegebenenfalls Beschreibung möglicher Gefahrfälle

  • Anforderungen an Brand- und Explosionsschutz

  • Ermittlung von Leitparametern zur messtechnischen Überwachung

  • Festlegung der Intervalle von Unterweisung und gegebenenfalls Übungen

  • Festlegen von Kriterien zum Einsatz besonderer persönlicher Schutzausrüstungen, z.B. Splitterschutz, Atemschutz

  • Festlegung der Verantwortlichkeiten zur betriebsbereiten Vorhaltung von persönlichen Schutzausrüstungen, insbesondere Atemschutzgeräten (Wartung und Pflege)

7. Messkonzept bei Gefährdungen durch Gefahrstoffe, incl. chemische Kampfstoffe

  • Festlegung des Messziels am Ort der Tätigkeit

  • Überwachung von Akutgefahren (O2, UEG, Toxische Stoffe)

  • Auslösung von Schutzmaßnahmen bei Überschreitung von Schwellenwerten

  • Kontrolle der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen

  • Dokumentation der Einhaltung bzw. Unterschreitung von Grenzwerten

  • Ermitteln von Leitparametern

  • Ermitteln stoffbezogener Schwellenwerte für den Einsatz besonderer Schutzmaßnahmen

  • Festlegung der Messgeräte und -verfahren

  • Festlegung der Intervalle routinemäßig durchzuführender Kontrollmessungen, z.B. zur Überprüfung der Gültigkeit von Leitparametern

  • Festlegung der Verantwortlichkeiten zur betriebsbereiten Vorhaltung der Messgeräte (Wartung und Pflege)

8. Entsorgung

  • Verhaltensregeln zur Handhabung und Entsorgung kontaminierter Schutzausrüstung und anderer kontaminierter Gegenstände

  • Verhaltensregeln z.B. zur Handhabung und Entsorgung kontaminierten Wassers aus Dekontaminationsanlagen und sonstiger Abfälle, wie gebrauchte Atemfilter, Schutzkleidung

9. Dokumentation, Nachweise

  • Festlegung der von den verschiedenen Beteiligten (Bauleiter des Bauherrn, Koordinator bzw. ausführenden Unternehmen) vorzunehmenden Dokumentationen

  • Festlegung der vom einzelnen Auftragnehmer vorzulegenden Nachweise, z.B. Arbeitsmedizinische Vorsorge, Filterbuch


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