BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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6   Besondere Bestimmungen für verschiedene Tätigkeiten und Arbeitsverfahren

6.1 Transport und Aufbewahrung der Munition innerhalb der Räumstelle

Nachfolgende Festlegungen sind nach Abschnitt 8 des Anhangs 5 der "Explosivstoff- Zerlege- oder Vernichteregeln" (BGR 114) beim Transport und der Aufbewahrung von Kampfmittel innerhalb der Räumstelle zu beachten:

  1. Die Verantwortliche Person hat die für transportfähig erklärten Kampfmittel dahingehend zu beurteilen, ob sie in einem Sammeltransport befördert werden können, oder ob sie in Einzeltransporten befördert werden müssen.

  2. Die Verantwortliche Person hat dafür zu sorgen, dass

    • die Kampfmittel mindestens täglich abgefahren werden. Ist das nicht möglich, sind diese bis zum Abtransport gegen unbefugten Zugriff mittels zugelassener Behälter zu sichern oder ihre Bewachung zu veranlassen,
        Bei der Errichtung von Lagern zum Aufbewahren von Kampfmittel sind das Sprengstoffgesetz und die Zweite Verordnung zum Sprengstoffgesetz (2. SprengV) zu beachten.

    • die Kampfmittel auf dem Transportfahrzeug durch geeignete Mittel so fixiert werden, dass sie den normalen Transportbeanspruchungen standhalten; sie sind so zu laden, dass durch Anordnung und Verwendung geeigneter Verpackungsmaterialien das Risiko einer Massenexplosion ausgeschlossen wird,

    • die Kampfmittel, die erkennbar Stoffe enthalten, die zur Selbstentzündung neigen oder die mit anderen Kampfmitteln oder deren Inhaltsstoffen gefährlich reagieren können, in geeigneten Behältern untergebracht und gesondert transportiert werden; zusätzliche Vorkehrungen zur Eindämmung von Brand- und Wärmewirkungen können erforderlich sein.

    • Rauchentwickler, pyrotechnische Sätze, die sich bei Feuchtigkeit entzünden können, unbedingt trocken gehalten werden und freiliegender weißer Phosphor nur unter Wasser oder nassem Sand in geschlossenen, dichten Behältern transportiert wird.

    • zu gleicher Zeit an einer Umschlagstelle nur ein Fahrzeug be- oder entladen wird; dabei müssen die Bremsen angezogen und der Motor abgestellt sein, sofern der Motor nicht für den Antrieb einer Be- oder Entladeeinrichtung benötigt wird.

6.2 Ausrüstung und Betrieb von Fahrzeugen zum Verbringen auf der Räumstelle

Nachfolgende Festlegungen sind nach Abschnitt 9 des Anhangs 5 der "Explosivstoff- Zerlege- oder Vernichteregeln" (BGR 114) hinsichtlich Ausrüstung und Betrieb von Fahrzeugen zum Verbringen auf der Räumstelle zu beachten:

  1. Innerhalb von Räumstellen dürfen nur solche Kraftfahrzeuge zum Verbringen von Kampfmitteln benutzt werden, die beim bestimmungsgemäßen Gebrauch Explosivstoffe nicht entzünden können. Abweichungen sind zulässig, wenn die Art der zu befördernden Kampfmittel und die eventuell weiteren gefährlichen Stoffe auch den Einsatz anderer Fahrzeuge bei gleicher Sicherheit zulassen.
      Dies wird z.B. erreicht, wenn bei explosivstoffgeschützten Fahrzeugen eine Typ- oder Einzelprüfung nachgewiesen wird. Solche Kraftfahrzeuge sind z.B. explosivstoffgeschützte oder geschützte Fahrzeuge mit elektrischem oder Dieselantrieb.
      Siehe BG-Regel "Einsatz von Fahrzeugen in Explosivstoffbetrieben" (BGR 123).
  2. Die Fahrzeuge sind vor dem Beladen zu betanken. Das Nachtanken beladener Fahrzeuge ist zu vermeiden. Gefüllte Kraftstoffkanister dürfen auf dem Fahrzeug nicht mitgeführt werden.

6.3 Bereithalten von Kampfmittel bis zum Abtransport

Nachfolgende Festlegungen sind nach Abschnitt 10 des Anhangs 5 der "Explosivstoff-Zerlege- oder Vernichteregeln" (BGR 114) beim Bereithalten der Kampfmittel zur Übergabe und den Abtransport durch den staatlichen KMBD oder die damit beauftragten Firmen und Personen zu beachten:

  1. Abweichend von Abschnitt 5.18 "Aufbewahren" der "Explosivstoff-Zerlege- oder Vernichteregeln" (BGR 114) dürfen auf Räumstellen Explosivstoffe gemeinsam bereitgehalten werden.

  2. Pyrotechnische Gegenstände und Sätze sind von den übrigen Kampfmitteln getrennt aufzubewahren.


Webcode: M1496-8