BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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3 Allgemeine Bestimmungen

3.1

Leitung und Aufsicht

Die Arbeiten müssen von fachlich geeigneten Vorgesetzten geleitet werden. Diese müssen die vorschriftsmäßige Durchführung der Arbeiten gewährleisten. Die Arbeiten müssen von weisungsbefugten Personen beaufsichtigt werden (Aufsichtführende). Diese müssen die arbeitssichere Durchführung der Arbeiten überwachen. Sie müssen hierfür ausreichende Kenntnisse besitzen.

Siehe auch DGUV Vorschrift 38 und 39 „Bauarbeiten“.
3.2

Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Unterweisung

Gefährdungen sind zu ermitteln, zu beurteilen und zu dokumentieren. Die notwendigen Schutzmaßnahmen und die vorhandenen Gefahrbereiche müssen in einer Betriebsanweisung durch den Unternehmer/die Unternehmerin festgelegt werden. Anhand der Betriebsanweisung sind die Versicherten zu unterweisen und auf die Gefahren hinzuweisen. Die Unterweisung ist zu dokumentieren.

3.3

Belüftung

Arbeitsplätze und Verkehrswege müssen so belüftet sein, dass an jeder Stelle ein Sauerstoffgehalt von mehr als 20,9 Vol.-% nicht unterschritten wird, die zulässige Konzentration von Gefahrstoffen in der Atemluft nicht überschritten wird und eine explosionsfähige Atmosphäre nicht entstehen kann. Das Einhalten dieser Bedingungen muss bei Arbeiten in Rohrleitungen, Schächten oder umschlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen durch geeignete Messgeräte mit Alarmschwelleneinstellung (z. B. O2, CH4, H2S, CO2) überwacht werden. Bei Überschreitung der Alarmschwelle muss eine optische und akustische Warnung erfolgen. Sind die vorstehend genannten Bedingungen mit natürlicher Belüftung nicht zu erreichen, oder werden Arbeitsverfahren eingesetzt, bei denen Gefahrstoffe in die Atemluft freigesetzt werden, ist eine technische Lüftung erforderlich.

Siehe auch DGUV Vorschrift 38 und 39 „Bauarbeiten“ und DGUV Regel 103-003 „Arbeiten in umschlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen“.
3.4

Sicherungsposten

Bei Arbeiten in Rohrleitungen, Schächten oder umschlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen mit mehr als 1 m Tiefe muss mindestens eine zweite Person über Tage zur Sicherung anwesend sein. Die Personen sollen in ständiger Sichtverbindung stehen, mindestens aber müssen sie sich durch Zuruf verständigen können.

Siehe auch DGUV Regel 113-004 „Behälter, Silos und enge Räume – Teil I: Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen“ und DGUV Regel 103-003 „Arbeiten in umschlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen“.
3.5

Rettung/Erste Hilfe

Der Unternehmer/die Unternehmerin hat dafür zu sorgen, dass

  1. die für Rettung aus Gefahr und für Erste Hilfe erforderlichen Personen und Einrichtungen zur Verfügung stehen und
  2. Meldeeinrichtungen vorhanden sind sowie durch organisatorische Maßnahmen sichergestellt ist, dass unverzüglich Hilfe herbeigerufen und an den Einsatzort geleitet werden kann.

Geeignete Einrichtungen für die Rettung aus tief gelegenen Schächten oder Räumen sind z. B. Abseil- und Rettungshubgeräte mit Sicherheitsseil und Auffanggurt. Diese müssen an Anschlagpunkten möglichst senkrecht über der Einstiegstelle befestigt werden. Als Anschlagpunkte kommen z. B. in Frage:

  • gegen Verschieben und Auseinandergleiten der Füße gesicherter Dreibock,
  • an einem Festpunkt des Fahrzeugs schwenkbar angebrachter Kranarm, der gegen Verstellen gesichert werden kann (eine Bewegung des Fahrzeuges muss sicher vermieden sein), oder
  • in Schachtöffnungen einsetzbare Tragelemente.
Siehe auch DGUV Regel 113-004 „Behälter, Silos und enge Räume – Teil I: Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen“ und DGUV Regel 103-003 „Arbeiten in umschlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen“.
3.6

Persönliche Schutzausrüstungen

Der Unternehmer/die Unternehmerin hat den Versicherten die folgenden persönlichen Schutzausrüstungen und Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung zu stellen:

  1. Kopfschutz (Schutzhelme),
  2. Fußschutz (Sicherheitsschuhe/Sicherheitsgummistiefel),
  3. Handschutz (Schutzhandschuhe),
  4. erforderlichenfalls weitere persönliche Schutzausrüstungen, z. B.
  • unabhängig von der Umgebungsatmosphäre wirkende Atemschutzgeräte für die Selbstrettung
  • Auffanggurt/Rettungsgurt
  • explosionsgeschützte Handleuchte
  • Augenschutz
  • Hautschutz
  • besondere Schutzkleidung (z. B. für Arbeiten in Kanalisationen oder beim Umgang mit Gefahrstoffen).
Siehe auch Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“, DGUV Regel 113-004 „Behälter, Silos und enge Räume – Teil I: Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen“ und DGUV Regel 103-003 „Arbeiten in umschlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen“.

 

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