BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Anhang 5

Checkliste – Einsatz von Zweiwegebaggern

Für Zweiwegebagger müssen bei Arbeitsvorbereitung und Betrieb besondere Einsatzbedingungen und Gefährdungen berücksichtigt werden:

  • Fahrbewegung des Baggers,
  • Bewegen von Eisenbahnwagen,
  • Standsicherheit auf dem Schienenfahrwerk und im überhöhten Gleis,
  • Einsatz unter Fahrleitung,
  • Einsatz neben Betriebsgleisen.

Arbeitsvorbereitung

  • Der Maschinenführer ist qualifiziert (Triebfahrzeug–Führerschein), körperlich und geistig geeignet, zuverlässig, auf der Maschine und in die Betra eingewiesen und hat die erforderliche Streckenkenntnis. Der Aufsichtführende überwacht das Verhalten des Maschinenführers.
  • Der Bagger hat die Einstellerlaubnis des Bahnbetreibers.
  • Die BzS legt Ein- und Ausgleisstellen und Sicherungsmaßnahmen zum Schutz vor den Gefahren aus dem Bahnbetrieb fest.
  • Die Kolonne wird in die besonderen Gefährdungen durch den Zweiwegebagger eingewiesen.
  • Arbeitsstellen werden bei Nacht gut beleuchtet.

Fahrbewegung des Baggers

  • Fahr- und Arbeitsbereich des Baggers von Personen freihalten.
  • Ausnahme: Aufenthalt im Gefahrbereich arbeitsbedingt erforderlich und Sichtkontakt zum Maschinenführer.
  • Zum Fahren Kabine in Fahrtrichtung drehen, Rückwärtsfahrten vermeiden.
  • Rückraumüberwachung (Kamera/Monitor) einsetzen, auch bei Mietgerät.
  • Die Geschwindigkeit so regeln, dass vor Personen im Gleis angehalten werden kann.
  • Nicht zwischen Schienenachse und Mobilfahrwerk aufhalten.
  • Zugriff zum Unterwagen (Werkzeug, Erdungsanschluss, Kupplungsstange) nur nach Abstimmung mit dem Maschinenführer.
  • Personenmitnahme nur auf dem zweiten Platz in der Kabine.
  • Fahrbewegung mit Mitgänger zum Führen angeschlagener Lasten vermeiden. Statt Mitgänger einen am Bagger angehängten Wagen zum Lasttransport einsetzen.
  • Wenn Mitgänger-Einsatz unvermeidbar: als Mitgänger nicht zwischen angeschlagener Last und Baggerunterwagen und möglichst außerhalb des Gleises gehen, als Baggerfahrer so langsam fahren, dass der Bagger jederzeit gestoppt werden kann.

Bewegen von Eisenbahnwagen

  • Zulässige Anhängelast und Gleisneigung beachten.
  • Alle Wagen an die Hauptluftleitung anschließen, Zweiwegebagger mit Luftbremsanlage.
  • Bei geschobenen Wagen: Spitzenbesetzung mit Luftbremskopf, Funkverbindung zum Maschinenführer, Signalpfeife und bei Dunkelheit mit weißleuchtender Handleuchte.
  • Kuppelstangen müssen vom Bahnbetreiber zugelassen sein.
  • Abzustellende Wagen mit Hemmschuhen sichern.
  • Personenmitfahrt auf Wagen nur bei sicherem Stand und Halt.

Aushebeeinrichtung

  • Notabsenkung des ausgehobenen Schienenfahrwerks muss bei Ausfall von Antrieb oder Elektrik möglich sein.
  • Gleismagnete der induktiven Zugsicherung im ausgehobenen Zustand überfahren, dabei Regelungen des Infrastrukturunternehmens beachten, d. h. nach Erfordernis die Achsen einzeln anheben. Demontage der äußeren Mobilreifen ist unzulässig.

Hebezeugeinsatz und Standsicherheit

  • Bagger mit Lasthaken, Lastmomentwarneinrichtung, Leitungsbruchsicherungen an den Auslegerzylindern und Traglasttabelle ausrüsten.
  • Das zulässige Lastmoment ist von der Einsatzart abhängig: Straßenfahrwerk, Schienenfahrwerk oder Pratzen.
  • Das zulässige Lastmoment wird durch die Gleisüberhöhung im Bogen wesentlich verringert (um bis zu 40 %, bei älteren Zw-Baggern durch die Lastmomentwarneinrichtung nicht erfasst).
  • Auf der Betonplatte der festen Fahrbahn, bei Lärmschutzplatten auf den Schwellenköpfen, neben Stromschienen oder neben Bahnsteigen können die Pratzen des Baggers ggf. nicht benutzt werden.
  • Nur Lastaufnahmemittel und Anschlagmittel verwenden, die geeignet, als ausreichend tragfähig gekennzeichnet, unbeschädigt und regelmäßig geprüft sind.
  • Nur Schienenhebezangen mit Sperre gegen unbeabsichtigtes Öffnen verwenden.

Einsatz unter Fahrleitung

  • Vorrangig Freischaltung der Fahrleitung prüfen lassen.
  • Arbeitshöhe von Lastaufnahmeeinrichtungen verringern (z. B. durch Einsatz von Traversen).
  • Wenn Bahnerdung über Schienenfahrwerk vorhanden: Hubbegrenzung auf den Schutzabstand einstellen (Federwege und Wippbewegungen berücksichtigen).
  • Bei Bahnerdung über Erdungsseil (Schlepperde): bei unebenem Gelände wird der Schutzabstand trotz Hubbegrenzung leicht unterschritten. Der Fahrweg wird durch die Schlepperde begrenzt.

Einsatz neben Betriebsgleisen

  • Warnsignale müssen sicher wahrnehmbar sein (Maschine unter Volllast).
  • Bei der Wahrnehmbarkeitsprobe auch Anbaugeräte berücksichtigen, die den Störschallpegel vergrößern.
  • Bei Betrieb auf Schienenfahrwerk Schwenkbegrenzung einsetzen und Rüstzustand beachten (seitlich verstellbarer Ausleger, Schaufelbreite).
  • In ein benachbartes Gleis darf nur geschwenkt werden, wenn dieses gesperrt ist.
  • Unbeabsichtigtes Schwenken in ein Betriebsgleis muss verhindert werden (Sicherungsmaßnahmen durch die BzS festlegen lassen).
  • Verlassen des Baggers nur zur gleisfreien Seite.

Einsatz im Tunnel

  • Zweiwegebagger mit Rußpartikelfilter ausrüsten.
  • Ausreichende Beleuchtung sicherstellen.

 

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