BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Rückwärts blättern Vorwärts blättern

18

Bohren von Gerüstverankerungslöchern
an Außenfassaden
– Anbohrverfahren – BT 12

Stand 2/2000


18.1 Anwendungsbereich

Bohren von Gerüstverankerungslöchern (bis 15 mm) in ebenen Asbestzementfassadenplatten mit dem Bohrhammer Hilti TE 5 mit der Staubabsaugung TE5-DRS


18.2 Organisatorische Maßnahmen

  • Benennung eines sachkundigen Verantwortlichen nach TRGS 519
  • Einmalige unternehmensbezogene Anzeige vor Aufnahme der Arbeiten gemäß § 37 Gefahrstoffverordnung / Nr. 3.2 TRGS 519 an zuständige Aufsichtsbehörde und Berufsgenossenschaft
  • Erstellen einer Betriebsanweisung und Unterweisung der beim Umgang mit asbesthaltigen Gefahrstoffen beschäftigten Arbeitnehmer nach § 20 Gefahrstoffverordnung
  • Arbeitsausführung nur durch fachkundige und besonders eingewiesene Personen


18.3 Arbeitsvorbereitung

Bereitzustellen sind:

  • Bohrhammer Hilti TE5 mit Staubabsaugung TE5-DRS
  • Original-Hilti-Bohrer in dem erforderlichen Durchmesser 15 mm (maximale Länge des Bohrers 150 mm)
  • Ersatzstaubbehälter mit Deckel für die Staubabsaugung TE5-DRS
  • 3 cm breites Klebeband
  • geeigneter, sicher verschließbarer und gemäß TRGS 519 Nr. 9.3 (2) gekennzeichneter Behälter (bei körnigen, gewebten oder stückigen Abfällen z. B. ausreichend fester Kunststoffsack)
  • Aufkleber "Achtung, enthält Asbest"
  • 10 l-Eimer, zur Hälfte gefüllt mit entspanntem Wasser (z. B. Spülmittel 2 ml auf 5 l Wasser)
  • Atemschutzmaske (mindestens Schutzstufe P2)


18.4 Arbeitsausführung

Inbetriebnahme und Arbeiten mit dem Bohrhammer

  • Bohrhammer TE5 mit dem Staubmodul TE5-DRS verbinden
  • Staubbehälter einschieben
  • Bohrer einsetzen

    Der Bohrer darf nicht länger als 150 mm sein. Der Absaugkopf ist entsprechend dieser Bohrergröße einzusetzen
  • Stromversorgung herstellen. Bohrhammer ist betriebsbereit
  • Bohrhammer auf der Fassadenplatte aufsetzen und diese durchbohren. Absaugkopf muss beim Bohren sauber auf der Fassadenplatte aufsitzen.


Wechseln des Staubbehälters

  • Die Kapazität des Staubbehälters ist nach dem Bohren von 30 Bohrungen mit Ø 15 mm erschöpft, und der Staubbehälter muss gewechselt werden. Für das Berechnen der Anzahl von Bohrungen wurde aus einer 10 mm starken Fassadenplatte ausgegangen. Werden stärkere Platten bzw. wird noch in dahinterliegende Bauteile gebohrt, ist der Staubbehälter entsprechend früher zu wechseln.
  • Bereitstellen eines neuen Staubbehälters
  • Bohrhammer waagrecht halten und ca. 10 Sekunden laufen lassen. Dadurch werden alle Staubreste, die sich in der Staubabsaugung abgelagert haben, in den Staubbehälter gesaugt
  • Staubbehälter durch das nach Innendrücken der beiden rechts und links angebrachten Tasten entriegeln und nach unten herausziehen
  • Staubbehälter abstellen und mit dem Deckel vom neuen Behälter verschließen. Die Umlaufkante des Deckels mit Klebeband abkleben
  • Auf den Behälter den Warnaufkleber "Achtung enthält Asbest" aufkleben und den Behälter zur Entsorgung bereitstellen
  • neuen Staubbehälter in die Staubabsaugung einsetzen


Aufbewahrung von Bohrhammer und Staubabsaugung

  • Vor dem Aufbewahren des Bohrhammers ist dieser von der Staubabsaugung zu trennen
  • Vor dem Trennen des Bohrhammers von der Staubabsaugung und vor dem Entnehmen des Bohrers sind die ersten 10 cm der Absaugvorrichtung mit dem Bohrer in das bereitgestellte Wasser einzutauchen und durch kreisende Bewegung zu reinigen
  • Die Staubabsaugung darf nur mit eingeschobenem Staubbehälter aufbewahrt werden, denn der Innenbereich kann durch Asbestfasern verunreinigt sein
  • Warnaufkleber "Achtung enthält Asbest" auf die Staubabsaugung aufkleben
  • Vor einer anderweitigen Verwendung bzw. vor jeder Reparatur ist die Staubabsaugung der TRGS 519 entsprechend mit einem K1 (bzw. H) -Staubsauger zu reinigen
  • Nach der Reinigung muss der Aufkleber "Achtung enthält Asbest" entfernt werden


18.5 Entsorgung (siehe auch Teil 1 Abschnitt 8 (Seite 10))

  • Das Reinigungswasser ist wie Abwasser zu entsorgen (TRGS 519 Nr. 16.2 Absatz 6, Satz 3)
  • Die asbesthaltigen oder asbestkontaminierten Abfälle dürfen nicht geworfen, geschüttet, zerkleinert oder geshreddert werden und sind entsprechend den Annahmebedingungen des örtlichen Abfallbeseitigers unter Beachtung der gefahrgutrechtlichen Bestimmungen zu verpacken. Für die Bereitstellung zum Transport sind die Behältnisse oder Verpackungen nach Nummer 9.3 Abs. 2 der TRGS 519 zu kennzeichnen und vor dem Zugriff Dritter zu sichern. Entsorgung gemäß den Anforderungen des Merkblatts "Entsorgung asbesthaltiger Abfälle" der Länderarbeitsgemeinschaft (LAGA).

Wichtiger Hinweis

Die Bedienungsanleitung Hilti TE5 TE-DRS ist Bestandteil dieser Arbeitsanweisung


18.6 Verhalten bei Störungen

  • Muss beim Arbeitsablauf von diesem geprüften Verfahren abgewichen werden, ist die Arbeit zu unterbrechen und der sachkundige Verantwortliche zwecks Abstimmung der weiteren Vorgehensweise zu verständigen.

 

 

Webcode: M1448-72