BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Vinyl-Asbestplatten
nach DIN 16950 Ausgabe 4/77
(auch Flexplatten genannt) BT 11

Stand 2/2000


17.1 Anwendungsbereich

Ausbau von Vinyl-Asbestbodenplatten (so genannte Flexplatten) auf Bitumenkleber mittels Handspachtel.


17.2 Organisatorische Maßnahmen

  • Benennung eines sachkundigen Verantwortlichen nach TRGS 519
  • Einmalige unternehmensbezogene Anzeige vor Aufnahme der Arbeiten gemäß § 37 Gefahrstoffverordnung / Nr. 3.2 TRGS 519 an zuständige Aufsichtsbehörde und Berufsgenossenschaft
  • Prüfung durch den sachkundigen Verantwortlichen, dass Bitumenkleber vorliegt
  • Erstellen einer Betriebsanweisung und Unterweisung der beim Umgang mit asbesthaltigen Gefahrstoffen beschäftigten Arbeitnehmer nach § 20 Gefahrstoffverordnung
  • Arbeitsausführung nur durch fachkundige und in das Arbeitsverfahren eingewiesene Personen


17.3 Arbeitsvorbereitung

Bereitzustellen sind:

  • Handspachtel
  • Schere, Messer, Klebeband
  • Sprühgerät (Gartenspritze mit entspanntem Wasser, Tenside)
  • gemäß TRGS 519 geeigneter bauartgeprüfter Staubsauger (Verwendungskategorie K1 bzw. H einschließlich der "Zusatzanforderungen für Asbeststaubsauger"; (siehe Nr. 7.3 Abs. 6 TRGS 519)
    • Staubsauger, die zuvor bei Arbeiten in abgeschotteten Bereichen (sogenannte Schwarzbereiche) eingesetzt wurden, dürfen nur dann verwendet werden, wenn eine Kontamination der Geräte (z. B. auch innere Kontamination über Bypasskühlung im Motorgehäuse) ausgeschlossen werden kann
  • geeignete, sicher verschließbare und gemäß Nr. 9.3 Abs. 2 TRGS 519 gekennzeichnete Behälter (ausreichend feste Kunststoffsäcke und Kartons) zur staubdichten Verpackung der Platten, Bruchstücke und Abfälle
  • Abdeckfolien
  • Reinigungstücher/-mittel
  • Arbeitsraumabsperrung / Sicherheitskennzeichnung mit Zutrittsverbot
  • Haftdispersion zur Restfaserbindung
  • Atemschutzmaske (mindestens Schutzstufe P2)


17.4 Arbeitsausführung

  • Entfernen aller beweglichen Einrichtungen, wie Möbel, Teppiche, Gardinen, Wandbilder und dergleichen
  • Unbewegliche Einrichtungsgegenstände, z. B. Heizkörper, Einbaumöbel, mit Folie abdecken bzw. abkleben
  • Türen/Fenster schließen
  • Sicherheitskennzeichnung mit Zutrittsverbot anbringen
  • Boden abschnittsweise befeuchten, Platten mit Handspachtel möglichst bruchfrei abheben und während des Abhebens mit entspanntem Wasser untersprühen (nebeln)
  • Keine Stripper, keine Bodenlegerschaber verwenden
  • Ausgebaute Platten in Plastiksack (Dicke > 0,2 mm) einsammeln, Sack zur Zweifachverpackung in gekennzeichneten Karton stellen. Keine größeren Verpackungsgewichte als 25 kg bilden
  • Anhaftende Belagsreste mit dem Handspachtel abstoßen, lose Reste aufsaugen
  • Werkzeug mit feuchtem Lappen reinigen, Lappen in den Abfallsack geben, anschließend Werkzeug nochmals im Freien mit Wasser reinigen
  • Abfallsack und Karton mit Klebeband staubdicht verschließen, verpackten Abfall in Transportbehälter (z. B. Container, Big-Bags) einlagern
  • Boden nach oberflächlicher Abtrocknung mit K1 (bzw. H) -Staubsauger*) absaugen; sonstige Oberflächen ebenfalls absaugen oder feucht wischen
  • Boden anschließend mit Haftdispersion zur Restfaserbindung einstreichen

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*) In explosionsgefährdeten Bereichen muß auf den Einsatz eines K1-Staubsaugers verzichtet werden.



17.5 Entsorgung (siehe auch Teil 1 Abschnitt 8 (Seite 10))

Die asbesthaltigen oder asbestkontaminierten Abfälle dürfen nicht geworfen, geschüttet, zerkleinert oder geshreddert werden und sind entsprechend den Annahmebedingungen des örtlichen Abfallbeseitigers unter Beachtung der gefahrgutrechtlichen Bestimmungen zu verpacken. Für die Bereitstellung zum Transport sind die Behältnisse oder Verpackungen nach Nummer 9.3 Abs. 2 der TRGS 519 zu kennzeichnen und vor dem Zugriff Dritter zu sichern. Entsorgung gemäß den Anforderungen des Merkblatts "Entsorgung asbesthaltiger Abfälle" der Länderarbeitsgemeinschaft (LAGA).


17.6 Verhalten bei Störungen

Muss beim Arbeitsablauf von diesem geprüften Verfahren abgewichen werden, ist die Arbeit zu unterbrechen und der sachkundige Verantwortliche zwecks Abstimmung der weiteren Vorgehensweise zu verständigen.


 

 

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