BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Schornsteinfegerarbeiten
– Kameraverfahren – BT 8

Stand 2/2000


14.1 Anwendungsbereich

Prüfen asbesthaltiger Schornsteine nach DIN 18 160-1 einschließlich zugehöriger Lüftungsanlagen auf freien Querschnitt mittels Schornsteinkamera.


14.2 Organisatorische Maßnahmen

  • Benennung eines sachkundigen Verantwortlichen nach TRGS 519
  • Einmalige unternehmensbezogene Anzeige vor Aufnahme der Arbeiten gemäß § 37 Gefahrstoffverordnung / Nr. 3.2 TRGS 519 an zuständige Aufsichtsbehörde und Berufsgenossenschaft
  • Erstellen einer Betriebsanweisung und Unterweisung der beim Umgang mit asbesthaltigen Gefahrstoffen beschäftigten Arbeitnehmer nach § 20 Gefahrstoffverordnung
  • Arbeitsausführung nur durch fachkundige und in das Arbeitsverfahren eingewiesene Personen


14.3 Arbeitsvorbereitung

Bereitzustellen sind:

  • Schornsteinkamera einschließlich Monitor und Teleskopausleger oder Kamerastoß
  • Spritzflasche mit entspanntem Wasser
  • staubbindendes feuchtes Tuch
  • Eimer mit entspanntem Wasser oder geeigneter, sicher verschließbarer und gemäß Nr. 9.3 Abs. 2 TRGS 519 gekennzeichneter Behälter (bei körnigen, gewebten oder stückigen Abfällen z. B. ausreichend fester Kunststoffsack)
  • Atemschutzmaske (mindestens Schutzstufe P2)


14.4 Arbeitsausführung

  • Einsprühen der Schornsteinmündung und der Meidinger Scheibe bzw. der Kontrollöffnung mittels entspanntem Wasser
  • Berührungsloses Einbringen der Kamera über Teleskopausleger oder Kamerastoß
  • Drehung der Kabeltrommel in Richtung Schornsteinachse
  • Herablassen der Kamera über die Umlenkrolle in Richtung Sohle bzw. mit Kamerastoß nach oben, Leine bzw. Kamerastoß möglichst berührungslos gegenüber der Schornsteinwandung führen
  • Beurteilung der Schornsteininnenwand über den Monitor
  • Kamera wieder in das Gehäuse ziehen und vorsichtig aus dem Schornstein herausnehmen
  • Entfernung anhaftender Fasern vom Arbeitsgerät durch ein feuchtes Reinigungstuch
  • Reinigungstuch im Eimer auswaschen oder in geeigneten Behälter geben
  • Verpacken der Einzelteile


14.5 Entsorgung (siehe auch Teil 1 Abschnitt 8 (Seite 10))

Die asbesthaltigen oder asbestkontaminierten Abfälle dürfen nicht geworfen, geschüttet, zerkleinert oder geshreddert werden und sind entsprechend den Annahmebedingungen des örtlichen Abfallbeseitigers unter Beachtung der gefahrgutrechtlichen Bestimmungen zu verpacken. Für die Bereitstellung zum Transport sind die Behältnisse oder Verpackungen nach Nummer 9.3 Abs. 2 der TRGS 519 zu kennzeichnen und vor dem Zugriff Dritter zu sichern. Entsorgung gemäß den Anforderungen des Merkblatts "Entsorgung asbesthaltiger Abfälle" der Länderarbeitsgemeinschaft (LAGA).

Entsorgen des Wassers in Anlehnung an Nr. 16.2 Abs. 6 Satz 3 TRGS 519


14.6 Verhalten bei Störungen

Muss beim Arbeitsablauf von diesem geprüften Verfahren abgewichen werden, ist die Arbeit zu unterbrechen und der sachkundige Verantwortliche zwecks Abstimmung der weiteren Vorgehensweise zu verständigen.


 

 

Webcode: M1448-75