BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Asbestzement (AZ)-Wasserrohrleitungen
– Anbohrverfahren – BT 1

Stand 2/2000


7.1 Anwendungsbereich

Anbohren von AZ-Rohren in erdverlegten Wasserrohrleitungen mittels Anbohrarmatur zum Anbinden von Hausanschlussleitungen


7.2 Organisatorische Maßnahmen

  • Benennung eines sachkundigen Verantwortlichen nach TRGS 519
  • Bei diesen Arbeiten ist eine Ausnahmegenehmigung vom Expositionsverbot nach § 37 Gefahrstoffverordnung / Nr. 3.2 TRGS 519 an die zuständige Aufsichtsbehörde und die Berufsgenossenschaft notwendig
  • Erstellen einer Betriebsanweisung und Unterweisung der beim Umgang mit asbesthaltigen Gefahrstoffen beschäftigten Arbeitnehmer nach § 20 Gefahrstoffverordnung
  • Arbeitsausführung nur durch fachkundige und in das Arbeitsverfahren eingewiesene Personen


7.3 Arbeitsvorbereitung

Bereitzustellen sind:

  • Absperrmaterial für Gefahrbereiche
  • Handbrause/Waschbürste und Wasserentnahmestelle
  • Anbohrarmatur nach DIN 3543-2 für AZ-Rohre
  • Anbohrgerät mit hartmetallbestücktem Bohrer oder hartmetallbestücktem Lochfräser, Spülschlauch und je nach Bauart Hilfsventil
  • Atemschutzmaske (mindestens Schutzstufe P2)


7.4 Arbeitsausführung

  • Arbeitsbereich abgrenzen
  • Rohr maschinell grob freilegen; Restarbeiten in Handschachtung.
    Rohr und Boden feucht halten
  • Vorgesehene Anbohrstelle feucht, gegebenenfalls mittels Wasserstrahl und Handbrause/Waschbürste vom Restboden reinigen
  • Montieren der Anbohrarmatur; je nach Armaturenbauart Hilfsventil einschrauben und Spülschlauch befestigen
  • Anbohrgerät aufsetzen, je nach Armaturenbauart vorher Ventileinsatz entfernen
  • Anbohren des AZ-Rohres
  • Nach der Anbohrung austretendes Wasser mittels Spülschlauch in das Erdreich der Baugrube ablassen
  • Schließen der Armatur oder des Hilfsventils und Demontage des Anbohrgerätes
  • Je nach Armaturenbauart Montieren des Ventileinsatzes in die Anbohrarmatur, Abbau des Spülschlauches und des Hilfsventils
  • Reinigen der Arbeitsmittel mit Wasser, Ablassen des Reinigungswassers in das Erdreich der Baugrube
  • Boden der Baugrube sowie freigelegtes AZ-Rohr mit einer Füllsandschicht abdecken
  • Anbinden der neu verlegten Hausanschlussleitung an den Anschlussstutzen der Anbohrarmatur
  • Verfüllen der Baugrube
  • Arbeitsbereich freigeben


7.5 Entsorgung (siehe auch Teil 1 Abschnitt 8 (Seite 10))

Die asbesthaltigen oder asbestkontaminierten Abfälle dürfen nicht geworfen, geschüttet, zerkleinert oder geshreddert werden und sind entsprechend den Annahmebedingungen des örtlichen Abfallbeseitigers unter Beachtung der gefahrgutrechtlichen Bestimmungen zu verpacken. Für die Bereitstellung zum Transport sind die Behältnisse oder Verpackungen nach Nummer 9.3 Abs. 2 der TRGS 519 zu kennzeichnen und vor dem Zugriff Dritter zu sichern. Entsorgung gemäß den Anforderungen des Merkblatts "Entsorgung asbesthaltiger Abfälle" der Länderarbeitsgemeinschaft (LAGA).


7.6 Verhalten bei Störungen

Muss beim Arbeitsablauf von diesem geprüften Verfahren abgewichen werden, ist die Arbeit zu unterbrechen und der sachkundige Verantwortliche zwecks Abstimmung der weiteren Vorgehensweise zu verständigen.


 

 

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