BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Anhang 1

Anforderungen für den Einsatz bei Gefährdungen durch biologische Arbeitsstoffe

  Bei Einsätzen von Erdbaumaschinen und Spezialmaschinen des Tiefbaus bei Arbeiten mit Gefährdungen durch biologische Arbeitsstoffe können sowohl Atemdruckluftanlagen als auch Filteranlagen unter Beachtung der nachstehendenden Anforderungen verwendet werden.
1 Soweit nicht bereits im Sinne des Abschnittes 3.1 "Gemeinsame Bestimmungen" dieser BG-Information geschehen, hat der Unternehmer nur solche Erdbaumaschinen zum (vorgesehenen) Einbau der Anlage zur Atemluftversorgung zu wählen,
  • deren Aufstiege und Zugänge zur Fahrerkabine so gestaltet sind, dass sie eine Verschmutzung der Fahrerkabine beim Einsteigen minimieren,
  • Z.B. sollten Trittstufen in Form von Rosten oder ähnlichem gestaltet oder Schutzbleche vorhanden sein.
  • deren Innenraum der Fahrerkabine so gestaltet ist, dass er leicht gereinigt werden kann.
  • Z.B. sollten Oberflächen und Armaturen glatt und feucht abwischbar sein.
2 Der Maschinenführer hat die Arbeit so zu organisieren, dass er möglichst wenig Verschmutzung in die Kabine einträgt.
3 Kabinen sind nach jeder Arbeitsschicht zu reinigen. Dabei ist das Aufwirbeln von Staub zu vermeiden.
Dies wird z.B. erreicht, durch
  • Abwischen mit feuchten Tüchern,
  • Einsatz eines Staubsaugers Staubklasse H nach EU-Einteilung.
Zur Vermeidung von Keimwachstum in Putztüchern sind Einwegtücher zu verwenden.
4 Der Unternehmer hat einen Reinigungs- und Hygieneplan schriftlich zu erstellen; dessen Einhaltung ist durch den Maschinenführer nachzuweisen. Die Anforderungen der Technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe "Allgemeine Hygienemaßnahmen; Mindestanforderungen" (TRBA 500 ) sind zu beachten.
5 Der Unternehmer hat eine Betriebsanweisung zu erstellen
Muster siehe Anhang 2 .
6 Sofern eine Gefährdung ausschließlich durch biologische Arbeitsstoffe besteht, kann auf einen dem Partikelfilter der Klasse S nachgeschalteten Gasfilter verzichtet werden. Gleiches gilt für das nach Abschnitt 3.1.7 dieser BG-Information vorzuhaltende Fluchtgerät.

Beim Auftreten von gasförmigen Gefahrstoffen und unzuträglichen Gerüchen (siehe § 16 Abs. 3 Arbeitsstättenverordnung) sind den Eigenschaften der Stoffe entsprechende Gasfilter zu verwenden.
7 Bei der Auswahl der Partikelfilter ist darauf zu achten, dass das Filtermaterial den Mikroorganismen nicht als Substrat (Nährstofflieferant) dienen kann. Dies gilt sowohl für den Filter in der Anlage zur Atemluftversorgung als auch für den Umluftfilter.
Cellulosehaltiges Filtermaterial kann als Nährstofflieferant wirken und ist daher ungeeignet.
8 Ist bei der Wartung der Anlage zur Atemluftversorgung der Partikelfilter zu wechseln, muss auch der Umluftfilter gewechselt werden. Des Weiteren sind bei einem Wechsel des Filters die unter Abschnitt 4 , insbesondere Abschnitt 4.1.10 dieser BG-Information genannten Maßnahmen zu beachten.

 

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