BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Betrieb

4.1

Gemeinsame Bestimmungen

4.1.1 Die Erstmontage der Filter- oder Atem-Druckluft-Anlage darf nur vom Hersteller oder seinem Beauftragten vorgenommen werden.

4.1.2

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass der jeweilige Maschinenführer vor der ersten Inbetriebnahme der Filter- oder Atem-Druckluft-Anlage in deren Gebrauch vom Hersteller der Anlage oder seinem Beauftragten unterwiesen wird.

4.1.3

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass beim Einsatz in nichtkontaminierten Bereichen eine ausreichende Frischluftzufuhr in die Fahrerkabine oder eine ausreichende Belüftung der Kabine sichergestellt ist.
  In nicht mit Gefahrstoffen kontaminierten Bereichen kann eine ausreichende Belüftung z.B. durch Öffnen der Fenster erreicht werden.

4.1.4

Die Betriebsanleitungen nach Abschnitt 3.4 sind dem Maschinenführer bekanntzugeben und zu erläutern; sie sind in der Fahrerkabine aufzubewahren.

4.1.5

Das Einfahren von Erdbaumaschinen in kontaminierte Bereiche ist erst zulässig, wenn
  - die grüne Außenleuchte nach Abschnitt 3.1.24 anzeigt, dass die Frischluftversorgung der Kabine in Betrieb ist,
  - die Frischluft-Mindestfördermenge von 12 m3/h nach Abschnitt 3.1.19 nicht unterschritten und die Frischluft-Höchstfördermenge von 120 m3/h) nach Abschnitt 3.1.21 nicht überschritten ist,
  - der Überdruck in der Fahrerkabine entsprechend Abschnitt 3.1.22 den Mindestwert von 100 Pascal nicht unterschreitet und den Höchstwert von 300 Pascal nicht übersteigt,
  - bei Maschinen mit Filteranlagen die Kontrollanzeige nach Abschnitt 3.2.5 die vollständige Filterbestuckung anzeigt,
  - bei Maschinen mit Atem-Druckluft-Anlagen die Kontrollanzeige nach Abschnitt 3.3.1 anzeigt, dass die Flaschen mit Atem-Druckluft noch ausreichend gefüllt sind.

4.1.6

Bei Druckluftabfall in der Fahrerkabine unter die Alarmschwellenwerte hat der Maschinenführer den kontaminierten Bereich mit seiner Maschine sofort zu verlassen.
  Der hierbei evtl. erforderliche Einsatz von Atemschutzgeräten zur Selbstrettung ist auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung in der Betriebsanweisung zu regeln. Bei der Gefährdungsbeurteilung ist die erzielbare Fahrgeschwindigkeit der Erdbaumaschine zu berücksichtigen.

4.1.7

Die Maschine darf erst dann wieder für den Einsatz in kontaminierten Bereichen in Betrieb genommen werden, wenn die Mängel beseitigt sind.
  Bei Spezialmaschinen des Tiefbaues, bei denen das Herausfahren mit der Maschine nicht möglich ist, siehe Abschnitt 4.1.8.

4.1.8

Bricht der Überdruck in der Fahrerkabine zusammen, z.B. infolge von Motorausfall, Scheibenbruch, hat der Maschinenführer das in der Kabine vorhandene Atemschutzgerät für Selbstrettung aufzusetzen und den kontaminierten Bereich sofort zu verlassen.

4.1.9

Instandhaltungsarbeiten an der Filter- oder Atem-Druckluft-Anlage dürfen nur von fachlich geeigneten Personen durchgeführt werden.

4.1.10

Erdbaumaschinen und Spezialmaschinen des Tiefbaues sind unter Beachtung der vorgeschriebenen Dekontaminationsmaßnahmen regelmäßig vor Instandhaltungsarbeiten zu reinigen. Dies gilt auch bei Filterwechsel für den Innenraum des Filteraufnahmegehäuses oder für Instandhaltungsarbeiten an Atem-Druckluft-Anlagen und die Filter der Umluftanlage.
  Dekontaminationsmaßnahmen siehe Abschnitt 10.3.8 und 11.3.7 der BG-Regel "Kontaminierte Bereiche" (BGR 128).

4.1.11

Bei Instandhaltungsarbeiten in kontaminierten Bereichen sind Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und gegebenenfalls geeignetes Atemschutzgerät zu tragen.

4.1.12

Der Unternehmer hat ein Atemschutzgerät für die Selbstrettung (Fluchtgerät) zur Verfügung zu stellen. Das Gerät muss in der Fahrerkabine entsprechend Abschnitt 3.1.7 aufbewahrt werden.

4.1.13

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Unregelmäßigkeiten beim Betrieb der Atemversorgung dokumentiert werden.

4.1.14

Die Aufzeichnungen nach Abschnitt 4.1.13 müssen an der Einsatzstelle vorhanden sein und nach Beendigung der Arbeiten vom Unternehmer aufbewahrt werden.

4.2


Besondere Bestimmungen für den Betrieb von Maschinen mit Filteranlagen

4.2.1 Der Unternehmer hat sich vom Auftraggeber vor Beginn der Arbeiten in kontaminierten Bereichen die Ergebnisse der vorgeschriebenen vorausgehenden Untersuchungen über vorhandene Gefahrstoffe aushändigen zu lassen und diese den Filterherstellern oder -vertreibern für die Auswahl der geeigneten Filter bekanntzugeben.
  Siehe auch Abschnitt 8 der BG-Regel "Kontaminierte Bereiche" (BGR 128).

4.2.2

Der Unternehmer hat den Filterherstellern oder -vertreibern die ermittelten Ergebnisse nach Abschnitt 4.2.1 auch bei -nderungen der Gefahrstoffsituation für die Auswahl der geeigneten Filter bekanntzugeben.
  Messtechnische Überwachung der Arbeitsplätze siehe auch Abschnitt 9 der BG-Regel "Kontaminierte Bereiche" (BGR 128).

4.2.3

Die Eignung und die Wirksamkeit der nach den Analysewerten ausgewählten Filter sind vom Filterhersteller oder -vertreiber zu bestätigen. Dies gilt auch, wenn an Stelle von Neufiltern regenerierte Filter zum Einsatz kommen.

4.2.4

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass beim Einsatz von Gasfiltern Partikelfilter vorgeschaltet werden.

4.2.5

Bei der Filterentsorgung sind die Angaben in der Betriebsanleitung des Filterherstellers oder -vertreibers nach Abschnitt 3.4.2 zu beachten.

4.2.6

Für den Betrieb der Gasfilter hat der Maschinenführer einen Nachweis, z.B. Filterblatt, zu führen. Die Eintragung der Filterbetriebsstunden muss durch eine dafür bestimmte Person gegengezeichnet werden.

4.2.7

Die Filternachweise nach Abschnitt 4.2.6 müssen an der Einsatzstelle vorhanden sein und nach Beendigung der Arbeiten vom Unternehmer aufbewahrt werden.

4.2.8

Bei Filterwechsel sind Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und gegebenenfalls geeignetes Atemschutzgerät zu tragen. Nach Filterentnahme muss der Innenraum des Aufnahmegehäuses gereinigt werden.
  Siehe auch Abschnitt 20 der BG-Regel "Kontaminierte Bereiche" (BGR 128).

4.3


Besondere Bestimmungen für den Betrieb von Maschinen mit Atem-Druckluft-Anlagen

  Die in Atem-Druckluft-Anlagen verwendeten Druckluftflaschen dürfen nur mit Atemluft nach DIN EN 12021, Atemschutzgeräte - Druckluft für Atemschutzgeräte befüllt werden.

 

 

 

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