BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Anhang 2

Beispiele von Einsatzgebieten für persönliche Schutzausrüstungen gegen Ertrinken

Die Unfallversicherungsträger erachten das Tragen von Persönliche Schutzausrüstungen gegen Ertrinken bei den nachfolgend aufgeführten Arbeiten als obligatorisch.


In der Binnenschifffahrt

  • Zusammenstellen oder Hantieren mit Bauteilen, Pontons und Wasserfahrzeugen,
  • Koppeln von Wasserfahrzeugen und schwimmenden Geräten,
  • Abnehmen und Befestigen von Drähten und Tauen,
  • Turnmanöver (sowohl auf dem turnenden als auch auf dem festgefahrenen Fahrzeug),
  • Verholen und Festmachen eines Fahrzeugs,
  • Arbeiten mit dem Beiboot, Benutzung von Schwenkbaum und Landsteg,
  • Klarieren von Ankern,
  • Entfernen von Drähten, Tauwerk und dergleichen aus Schiffsschrauben und Rudern,
  • Außenbordarbeiten,
  • Deckwaschen,
  • Laden und Löschen,
  • Umschlag von Ladegütern, die eine Rutschgefahr am Arbeitsplatz verursachen,
  • Havarie-, Berge- und Rettungseinsätze,
  • bei folgenden Bedingungen, auch wenn der Arbeitsplatz gegen Absturz gesichert ist:
    • Sichtbehinderungen,
    • Eisgang,
    • Frost,
    • Schneefall,
    • Hochwasser,
    • Stürmisches Wetter,
    • Nacht,
    • Auf Einzelarbeitsplätzen.

Im Schiffbau

  • Bei Boots- und Davitprüfungen,
  • auf Arbeits- und Festmacherbooten,
  • auf Arbeitspontons und Schuten,
  • beim Gerüstbau an, auf oder über dem Wasser,
  • bei Übernahme oder Abgabe von Festmacherleinen,
  • beim Docken.

Im Baugewerbe

Bei Bauarbeiten, wenn eine Absturzgefahr mit zusätzlicher Gefahr des Ertrinkens besteht, z. B. auf

  • Arbeitsplätzen und Verkehrswegen,
  • Gerüsten,
  • Baukörpern,
  • Dächern,
  • geneigten Flächen,
  • Laufstegen,
  • Wasserfahrzeugen,
  • Schwimmenden Geräten,
  • Schwimmenden Anlagen,
  • Pontons,
  • Flößen,
  • Silos,
  • Leitern
  • sowie bei
  • allen Bauarbeiten an und über dem Wasser,
  • allen Beschichtungs- und Reinigungsarbeiten an Brücken, Krananlagen und ähnlichen Einrichtungen an und über Wasser,
  • Beschichtungsarbeiten an Schiffen und schwimmenden Geräten,
  • Arbeiten in Bohrungen,
  • Arbeiten in Kanalisationsanlagen,
  • Arbeiten in Klärwerken,
  • Arbeiten in Kontrollschächten von Mülldeponien,
  • Arbeiten in Anlagen zur Kiesgewinnung und Betonherstellung.

Im Hafen

  • Bei Arbeiten, die im Zusammenhang mit dem Be- und Entladen von Wasserfahrzeugen stehen, bei denen Absturzgefahr ins Wasser besteht und ein Anseilen nicht möglich ist. Entsprechende Gefährdungen können beispielsweise bei Arbeiten an Deck von Binnenschiffen auftreten.
  • Bei Bau- und Abbrucharbeiten am, auf oder über dem Wasser.
  • An Kaianlagen (Hafenanlagen) beim Be- und Entladen von Schiffen.

Im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde-Unfallversicherung

Mögliche Absturzgefahren mit zusätzlichem Risiko des Ertrinkens oder Versinkens sind beispielsweise folgende Arbeiten oder Einsätze:

  • Feuerwehreinsätze an und auf dem Wasser.
  • Hilfeleistungen durch Einheiten der Hilfeleistungsunternehmen, z. B. Wasserwacht des BRK/DRK, DLRG, sowie entsprechender Einheiten von ASB, JUH und MHD und anderen Hilfsorganisationen.
  • Arbeiten in Einrichtungen des Abwasserwesens (Abwasserableitungs- und Abwasserbehandlungsanlagen), wenn die Gefahr des Absturzes ins Wasser oder eine Flüssigkeit besteht.
  • Arbeiten z. B. der Flussmeisterstellen, an Talsperren und bei der Gewässeraufsicht.

Hinweis:
Die Gefahr des veränderten Auftriebs bei Flüssigkeiten mit einer spezifischen Dichte < 1 ist zu beachten.


In Hütten- und Walzwerken

  • In Klärbecken der Wasseraufbereitung metallurgischer Anlagen, sei es für den werksinternen Kreislauf oder Abgabe als Brauchwasser.
  • In Beizanlagen (Beizbecken), die mit Flüssigkeiten gefüllt sind, sofern hier nicht bereits durch die Eigenschaften der Flüssigkeit eine tödliche Gefahr ausgeht (solche Anlagen dienen der Oberflächenveredelung von Metallprodukten).

Hinweis:
Die Gefahr des veränderten Auftriebs bei Flüssigkeiten mit einer spezifischen Dichte < 1 ist zu beachten.


Im Maschinen- und Stahlbau

  • Bei Bau- und Montagearbeiten an Stahlbrücken im Verkehrswegebau über Gewässern.
  • Bei allen übrigen Bau- und Montagearbeiten, die z. B. über oder an Gewässern, Kanälen, Wasserbecken durchzuführen sind.
  • Bei Arbeiten auf Binnenschiffswerften, z. B.:
    • Arbeiten im Bereich von Schwimmdocks,
    • Arbeiten von Pontons oder Beibooten aus,
    • Reparaturarbeiten an oder auf in Wasser liegenden Schiffen,
    • eventuell besondere Arbeiten während einer Probefahrt.

Im Tiefbau

  • Erstellen von Spundwanddocks für den Tunnelbau (in Gebieten mit hohem Grundwasserstand, bei denen eine Grundwasserabsenkung nicht möglich ist).
  • Brückenbauten an Flüssen und Kanälen.
  • Arbeiten an Bauwerken für Abwasser, Ufermauern, Schleusen, Sperrwerken und Staumauern.
  • Erstellung und Sanierung von Böschungen, z. B. an Flüssen, Kanälen, Seen.
  • Nassbagger-, Saug- und Aufspülarbeiten.
  • Erstellung von Schlitzwänden.

 

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