BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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8 Ordnungsgemäßer Zustand

8.1 Instandhaltung/Reinigung/Aufbewahrung

8.1.1 Der Unternehmer hat zu veranlassen, dass schadhafte Teile von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz nur durch solche Ersatzteile ersetzt werden, die dem Originalteil entsprechen.

8.1.2 Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz sind nach Bedarf zu reinigen und zu pflegen. Dabei sind die Angaben des Herstellers zu berücksichtigen.

In der Regel wird die Benutzungsdauer durch eine Reinigung und Pflege verlängert. Im Einzelfall kann diese Reinigung je nach Art der Verschmutzung unverzüglich durch den Benutzer notwendig sein.

8.1.3 Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz dürfen bei ihrer Aufbewahrung keinen Einflüssen ausgesetzt werden, die ihren sicheren Zustand beeinträchtigen können.

Diese sind
  • in trockenen, nicht zu warmen Räumen freihängend aufzubewahren,
  • nicht in der Nähe von Heizungen zu lagern,
  • nicht mit aggressiven Stoffen, z.B. Säuren, Laugen, Lösemittel, Lötwasser, Ölen, in Verbindung zu bringen
    und
  • möglichst vor direkter Lichteinwirkung und UV-Strahlung zu schützen.

Dies gilt z.B. auch für die Beschriftung von Auffanggurten mittels lösemittelhaltigen Beschriftungsmaterialien.

8.1.4 Gemäß Abschnitt 4.6 DIN EN 365 sollte der Eigentümer der persönlichen Schutzausrüstung aus organisatorischen und Gründen der Nachvollziehbarkeit ein "Logbuch" führen.

Wesentliche Inhalte dieser Dokumentation sind dem Muster in Anhang 3 zu entnehmen.

 

8.2 Prüfungen

8.2.1 Die Versicherten haben persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz vor jeder Benutzung durch Sichtprüfung auf ihren ordnungsgemäßen Zustand und auf einwandfreies Funktionieren zu prüfen.

Eine beispielhafte Auflistung von typischen Mängeln an persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz ist unter "www.dguv.de/psa" im Themenfeld: PSA gegen Absturz/Rettungsausrüstungen einsehbar.

 

8.2.2 Der Unternehmer hat persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz entsprechend den Einsatzbedingungen und den betrieblichen Verhältnissen nach Bedarf, mindestens jedoch alle 12 Monate, auf ihren einwandfreien Zustand durch einen Sachkundigen prüfen zu lassen.

Anforderungen an einen Sachkundigen siehe Abschnitt 6.1.8

Es wird empfohlen, dass der Sachkundige die Überprüfung entsprechend dokumentiert und die jeweils letzte Sachkundigen-Prüfung auf/an der Schutzausrüstung kenntlich macht ( z. B. Angabe des letzten Prüfdatums oder die Angabe des nächsten Prüfdatums – siehe Bild 37 ).

Bild 37:
Beispiele für die Dokumentation der Sachkundigenprüfung auf der Schutzausrüstung

 

8.2.3 Abweichend von Abschnitt 8.2.2 hat der Unternehmer für die Benutzung von Steigschutzeinrichtungen und Anschlageinrichtungen, die an einer baulichen Anlage fest montiert sind, zu überprüfen, dass die letzte Sachkundigenprüfung nicht länger als ein Jahr zurückliegt, wenn nicht kürzere Fristen festgelegt sind.

 

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