BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Anhang 1

Berechnung und Grafik für Stapelhöhen

Beim Errichten sicherer Stapel ist zu beachten:

Wegen geringerer Standsicherheit ist die Stapelung leerer bzw. leichter Lagergeräte (Stapeleinheiten) gefährlicher als die schwerer Lagergeräte (siehe auch Abschnitt 5.3.4 ).

Die Sicherheit eines Stapels gegen Umkippen muss unter Ansatz der in den Abbildungen 1 und 2 dargestellten Horizontalkräfte mindestens zweifach sein.

Die zulässigen Auflasten für die einzelnen Lagergeräte (Stapeleinheiten) sind bei der Stapelung zu beachten (siehe auch Abschnitt 5.3.1 ).

QG = Eigengewicht des Lagergerätes

Q = Nutzlast je Lagergerät

QS = QG + Q (Eigengewicht + Nutzlast)

H = Horizontalkraft = 1/50 der Gewichtskraft aus QS

hi = Höhe des einzelnen Lagergeräts

h = Gesamthöhe des Stapels

HZ = zusätzliche Horizontalkraft = mindestens 150 N

Bei der Ermittlung der Stand- und Tragsicherheit ist die Horizontalkraft H in der jeweiligen Lagerfuge zuzüglich einer an der obersten Fuge horizontal wirkenden Einzelkraft HZ von mindestens 150 N, sowohl in Längs- als auch in Tiefenrichtung, jedoch nicht gleichzeitig wirkend, anzusetzen.


Beispiel 1 zur Ermittlung der Standsicherheit

Die Sicherheit gegen Umkippen (Standsicherheit) errechnet sich bei waagerechter Aufstandsfläche in geschlossenen Räumen wie folgt:

MSt = Standmoment

MK = Kippmoment

Eigengewicht je Lagergerät: QG = 75 kg
Nutzlast je Lagergerät: Q = 1 000 kg
Länge des Lagergerätes: l = 1 000 mm
Breite des Lagergerätes: b = 800 mm
Höhe des Lagergerätes: hi = 1 200 mm
Anzahl der Lagergeräte im Stapel: n = 4
Sicherheit gegen Kippen: ν 2 (siehe Abschnitt 5.3.7 )

QS = QG + 75 kg + 1 000 kg = 1 075 kg

1075 kg erzeugen eine Gewichtskraft von


HZ = 150 N

b < l, daher Richtung der Horizontalkräfte nach Abbildung 1


Daneben ist zu beachten, dass die zulässige Auflast für dieses Lagergerät mindestens 3 225 kg (3 x 1 075) betragen muss (siehe z. B. Typenschild).


Beispiel 2 für die Stapelung leerer Lagergeräte (Q = 0 kg)


d. h. eine Vierfach-Stapelung ist hier nicht zulässig.


Anwendung der Grafik:

1. Prüfung auf zulässige Stapelhöhe

1.1 Aufsuchen der kleinsten Aufstandskante auf der Achse "b" (800 mm = 0,8 m)

1.2 Senkrechter Linienzug nach oben auf die Diagonale "Grenze h = 6 x b"

1.3 Waagerechter Linienzug auf die Achse "h"

  • ablesen der zulässigen Stapelhöhe 4,80 m

1.4 Waagerechter Linienzug auf "hi" = 1,20 m (1 200 mm)

1.5 Senkrechter Linienzug auf die Achse "n"

  • ablesen der zulässigen Anzahl = 4 Stück

2. Prüfung auf Standsicherheit

2.1 Von Ausgangspunkt auf Achse "b" bei 0,8 m senkrechter Linienzug nach unten auf "hi" = 1,20 m

2.2 Waagerechter Linienzug in Feld "QS"

2.3 Senkrechter Linienzug von Achse "n" bei 4 nach unten

2.4 Der Schnittpunkt der beiden Linienzüge zeigt das Mindestgewicht einer Stapeleinheit – ablesen QS = 85 kg

Das heißt

– für Beispiel 1: Q G + Q = 1075 kg (größer als 85 kg) standsicher!
– für Beispiel 2: Q G + Q = 75 kg (kleiner als 85 kg) nicht standsicher!

Erhöhte Standsicherheitsfaktoren bei Schlankheiten größer als 6 : 1 (siehe Abschnitt 5.3.8 )

Schlankheit Standsicherheitsfaktor
  6 bis 8 = 2,3
größer 8 bis 9 = 2,6
größer 9 bis 10 = 3,0
größer 10 bis 11 = 3,5


 

 

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