BG BAU Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Rückwärts blättern Vorwärts blättern



4

Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren bei mechanischen Gefährdungen

4.1

Arbeitsplätze

4.1.1 BSM haben dafür zu sorgen, dass Arbeitsplätze so eingerichtet und beschaffen sind, dass sie entsprechend
  • der Art der baulichen Anlage,
  • den Witterungsverhältnissen,
  • den jeweils auszuführenden Arbeiten
  ein sicheres Arbeiten gewährleisten.
   

Siehe § 7 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C 22).

   

Arbeitsplätze an Feuerstätten gewähren z.B. dann ein sicheres Arbeiten, wenn die Anforderungen an die Abmessung von Standflächen nach Abschnitt 6.3.4 DIN 18 160-5 erfüllt sind.

   

Arbeitsplätze an Abgasanlagen gewähren z.B. dann ein sicheres Arbeiten, wenn die Anforderungen an Standflächen nach Abschnitt 6.1 DIN 18 160-5 erfüllt sind.

   

Arbeitsplätze an Dunstabzugsanlagen und Lüftungsanlagen gewähren z.B. dann ein sicheres Arbeiten, wenn die Anforderungen

  • an die Standflächen an der Mündung nach Abschnitt 6.1 DIN 18 160-5
    oder
  • an die Standflächen unterhalb der Mündung nach Abschnitt 6.1 und 6.3.2 Absatz 1 DIN 18 160-5
    erfüllt sind oder
  • im Bereich der waagerechten Leitungen und an den zugehörigen Hauben geeignete Arbeitsplätze vorhanden sind.
    Geeignete Arbeitsplätze sind z.B.
  • Kleingerüste siehe BG Regel "Gerüstbau – Kleingerüste" (BGR 173, bisherige ZH 1 / 534.8),
  • Podestleitern siehe Unfallverhütungsvorschrift "Leitern und Tritte" (BGV D 36, bisherige VBG 74),
  • Tritte siehe Unfallverhütungsvorschrift "Leitern und Tritte" (BGV D 36, bisherige VBG 74).

Aus baulichen Gründen können als Arbeitsplätze an Dunstabzugsanlagen unterhalb der Mündung auch Stehleitern nach DIN EN 131 verwendet werden.


4.1.2

An Arbeitsplätzen auf geneigten Flächen, auf denen die Gefahr des Abrutschens von Personen besteht, darf nur gearbeitet werden, nachdem Maßnahmen gegen das Abrutschen vom Arbeitsplatz getroffen sind.
   

Siehe § 8 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C 22).

   

Die Gefahr des Abrutschens von Versicherten kann unabhängig von der Neigung der Fläche auftreten, z.B. durch Materialbeschaffenheit der geneigten Fläche, Verschmutzung oder Witterungseinflüsse.


4.1.3

Für Arbeiten auf einer mehr als 45° geneigten Fläche sind besondere Arbeitsplätze zu schaffen.
   

Siehe § 8 Abs. 2 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C 22).

   

Besondere Arbeitsplätze bei der Durchführung von Abnahmetätigkeiten sind z.B.

  • Standflächen nach Abschnitt 6.1 DIN 18 160-5
    oder
  • gelattete Dachflächen.

4.1.4

Für Arbeiten an und auf Dachflächen mit einer Neigung von mehr als 20° bis 60° und einer möglichen Absturzhöhe von mehr als 3,00 m müssen Einrichtungen zum Auffangen abrutschender Personen vorhanden sein.
   

Siehe § 8 Abs. 3 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C 22).

   

Diese Forderung ist bei Abnahmetätigkeiten z.B. erfüllt, wenn

  • Einrichtungen nach Abschnitt 6.1 DIN 18 160-5
    oder
  • Dachfanggerüste nach DIN 4420 "Arbeits- und Schutzgerüste"

   

vorhanden sind.

   

Siehe BG-Regel "Gerüstbau – Allgemeiner Teil" (BGR 165, bisherige ZH 1 / 534.0).


4.1.5

Zusätzlich zu Abschnitt 4.1.4 darf bei Arbeiten an und auf Dachflächen mit Neigungen von mehr als 45° bis 60° der Höhenunterschied zwischen den Arbeitsplätzen und den Einrichtungen zum Auffangen abrutschender Personen nicht mehr als 5 m betragen.
   

Siehe § 8 Abs. 4 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C 22).

   

Diese Forderung gilt nicht, wenn Standflächen nach Abschnitt 6.1 DIN 18 160-5 vorhanden sind.

Webcode: M1445-58